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sen werden konnte, daß er während feiner Amts­tätigkeit als Vertreter des sowjetrufsischen Naphta- fyndikats in Estland orthodoxe Kirchen besucht, dem Gottesdienst beigewohnt und mit russischen Priestern gesellschaftlichen Umgang gepflogen habe.

Mitkelamerika.

Ein furchtbares Erdbeben hat Managua, die Hauptstadt der mittelamerikanischen Republik Ni­caragua, fast völlig zerstört. Die Zahl der Toten ist sehr groß, läßt sich aber noch nicht genau fest­stellen, da die Leichen leider nur zum Teil ge­borgen werden konnten. Man spricht von 2500, ja von mehr als 5000 Toten. Was das Erdbeben nicht Zerstört hat, ist der Feuersbrunst zum Opfer gefallen. Die übrig gebliebenen Einwohner sind in furchtbarer Not. Es fehlt nicht bloß an Lebens­mitteln, sondern vor allem an Wasser.

Managua, die Hauptstadt von Nicaragua mit 60 000 Einwohnern, liegt am Südwestende des Managua-Sees in unvergleichlich schöner Lage, von vulkanischen Gebirgszügen und von Inseln vulka- mfdjen Ursprungs eingerahmt. Zentral-Amerika gehört neben den japanischen Inseln zu den vom Erdbeben am häufigsten heimgesuchten Gebieten der Erde, und noch vor fünfzehn Jahren ist die Hauptstadt des Nachbarstaates Guatemala durch ein furchtbares Erdbeben nahezu dem Boden gleichgemacht worden. Auch Managua selbst, wie die nächstgrößere Stadt des Landes, der wichtige Hafenplatz Leon, haben wiederholt kleinere Erd­beben über sich ergehen lassen.

Managua verdankt seine heutige Bedeutung vor allem seiner verkehrspolitischen Lage an dem Isthmus von Nioaragua, der zwar an Länge den­jenigen von Panama wesentlich übertrifft, aber durch die dazwischenliegende Seekette dem Bau eines direkten Wasserwegs zwischen dem Atlan­tischen und dem Stillen Ozean nur geringe Hin­dernisse in den Weg stellt. Hier war vor der end­gültigen Entscheidung für das Panama-Projekt ein Kanal geplant, die verkehrspolitische Bedeutung des Landes ging, nach Vollendung des Panama­kanals zunächst zurück, ist aber in den letzten Jah­ren wieder stark gestiegen, nachdem sich der eine Kanal als nicht leistungsfähig genug bewiesen hat, um den steigenden Schiffahrtsverkehr reibungslos zu bewältigen.

Die Nordamerikaner versuchen mit ähnlichen Mitteln wie sie seiner Zeit Panama von Vene­zuela losrissen und die Kanalzone unter ihre Ho­heit stellten, auch Nicaragua rechtzeitig in ihre Hand zu bekommen, um sich die Vorhand beim Kanalbau zu sichern, und in den letzten zwei Jah­ren haben wiederholt amerikanische Marinetrup­pen in die inneren Verhältnisse des Landes ein- tzegriffen, welches sie bis heute in verringertem Umfange besetzt hielten. Die Anwesenheit der amerikanischen Truppen und Schiffe dürfte sich an­läßlich des Erdbebens als erwünscht erweisen, wäre doch sonst die bei Erdbeben und großen Bränden immer vorhandene Gefahr gesteigert, daß unter der aus Indianern, Negern, Mulatten, Ladinos Und Zambos gemischten hauptstädtischen Bevölke­rung Plünderungen und Gewalttaten, vor allem gegen die Weißen, sich ereigneten, welche das furchtbare Unglück noch vermehren müßten. Bei dem Wiederaufbau der Hauptstadt, die nahezu völlig in Trümmern zu liegen scheint, wird sicher­lich der amerikanische Dollar ein lang gewünschtes Betätigungsfeld finden.

KreStts MLâr. HadiiMitw

Rom. Nachdem der Mailänder Missionar P. Filia in China soeben aus den Händen der Räuber befreit wurde, sind noch vier katholische Missionare in chinesischer Gefan­genschaft, darunter der Schweizer Lazarist P. Heinrich von Arx, der seit Oktober 1930 auf Befreiung wartet. Die gefangenen spanischen Jesuiten Hidalgo und Avito sind in 9 Monaten an 28 verschiedenen Orten untergebracht wor­den. Sie müssen dauernd in ihren Kleidern schlafen.

Der Katholische Frauenbund, Zweigverein Frankfurt ü. M., veranstaltet von Sonntag, den 19. April, abends, bis Donnerstag, den 23. April, morgens, seinen Exerzi- tienkursus für Frauen in Bad-Homburg v. d. H., im In­stitut der Engl. Fräulein, Dreikaiserhof, Weinbergweg 66. Für Verpflegung und Bedienung sind Mk, 18 zu entrichten. Nähere Auskunft erteilt gerne die Vorsitzende des K. D. F. Frau Justizrat Dr. Helfrich, Frankfurt a. M., Mainzerlandstraße 88, Telephon 79886, wohin auch die Anmeldungen zu richten sind.

Trier. Die Weißen Väter haben in den Missionen Afrikas 186 Stationen mit 605 488 Getauften und 223 433 Taufbewerbern (Katechumenen), 528 europäischen Prie­stern und 79 einheimischen Priestern, 138 Brüdern, 441 europäischen Missionsschwestern und 277 einheimischen Schwestern.

Freiburg i. Vr. Der 30. Deutsche Karitastag wird in Verbindung mit der Feier des Elisabethjubiläums vom 29. bis 31. Mai in Würzburg abgehalten. Als Ge­samtthema ist in Aussicht genommen:Persönliches Dienen und Opfern im Geiste der heiligen Elisabeth." Für die öffentlichen Versammlungen, die im Platzschen Garten stnttfinden werden, sind als Einzelthemen vorge­sehen:Die Pflicht persönlicher Hilfsbereitschaft",Kari­tas und Jugend",Karitas und Familie",Karitas und Seelennot" sowieDie heilige Elisabeth und die Not.un­serer Zeit".

Padua. Die italienische Postverwaltung gibt zum siebenten Zentenarium des Todes des heiligen Antonius von Padua (13. Juni 1231) eine prächtige Serie von Ge­dächtnisbriefmarken heraus, ähnlich den Marken zum Jubiläum des heiligen Franziskus. Die Serie stellt Vor­gänge aus dem Leben des Heiligen und Orte dar, wo derselbe arbeitete und predigte. Sie ist am 9. März erst­malig ausgegeben worden und enthält Werte von 20 Cents bis 5 Lire. Die Marke mit dem Aufdruck 2,30 Lire wird mit einem kleinen Aufgeld zugunsten der Mis­sionen des Franziskanerordens verkauft.

Madrid. Nach dem Vorbild des Herrn, der zu Ostern seinen Aposteln die Füße wusch, pflegt alljährlich das spanische Königspaar am Gründonnerstag 24 Armen die Füße zu waschen. Zwölf Männer und zwölf Frauen die dieser Gunst teilhaftig werden sollen, werden durch das Los bestimmt. Der Patriarch von Indien (ein alter Titel, den der oberste Geistliche der spanischen Armee führt) zieht die Lose. Die auf diese Weise Auserwählten erhalten eine Börse mit 30 Goldstücken, einen Korb mit Lebensmitteln und einen Anzug, den sie bei der Zere­monie tragen.

Jerusalem. Die katholischen Ungarn hatten in Jerusa­lem auf dem Sioriberg eine eigene Kapelle bauen lassen. Nunmehr ist auch das Mosaikbild der Kuppel eingetrof­fen, das der berühmte ungarische Künstler Leopold Zsel- lér geschaffen hat. So erwartet die Kapelle in ihrer vol­len Pracht die ungarischen Pilger, die unter der Führung des Erzbischofs von Kalocsa, Grafen Julius Zichy, am 2. Mai dort eintreffen werden. Die Kapelle wird am Tage der . Ankunft der ungarischen Pilger eingeweiht werden. Die Pilger fahren am 14. April von Budapest ab. Ihre erste Station wird Konstantinopel sein, wo sie sich drei Tage aufhalten. Mit der Anatolien er Eisenbahn fahren sie dann weiter zum Heiligen Land, an dessen Grenze sie von den Mitgliedern der Beuroner Benediktiner empfan­gen werden, von denen sie auch nach Jerusalem begleitet werden.

Honolulu (Hawaii, Ozeanien). Am 17. Februar starb nach fast 48jähriger Pflege armer Aussätziger die Fran­ziskanerin Schwester Creszentia. Im Jahre 1883 kam sie mit fünf Gefährtinnen auf Einladung des Königs Kala- kasse aus den Vereinigten Staaten nach Honolulu. In vier königlichen Karossen wurden die Ordensfrauen da­mals im Triumphzuge zur Kathedrale gefahren. Die Verstorbene war die letzte Ueberlebende dieser Schwe­stern; sie erreichte ein Alter von 84 Jahren. Seit 1889 widmete sie ihre Tätigkeit der Aussatzstation Molokai, wo der berühmte Aussätzigenapostel P. Damian lebte und starb.

Weltdame und Klosterfrau.

Vor kurzem fand im Hochgebirge von Savoyen die Aebtissin des Karmeliterinnenklosters Reposoir einen tragischen Tod. Sie wollte ein in fast 3000 Meter Höhe gelegenes altes Kastell besuchen, wo ein neues Kloster errichtet werden sollte. Sie machte-den Weg allein, wurde beim Anstieg von starkem Blutandrang. befallen und sank bewußtlos zusammen. So fand man sie auf, brachte sie ins Kloster zurück, wo sie nach wenigen Tagen starb.

Aebtissin Maria von Jesu war die Tochter des italienischen Marquis Rudini, der wiederholt Mi­nisterpräsident in Italien war, heiratete' mit 16 Jahren den Multimillionär Marquis Charlotti. Gabriel d'Annunzio widmete ihr zahlreiche Ge­dichte und machte sie zur Heldin seines Dramas La Dama del Garda". Als Sportdame und flotte Reiterin durchzog sie Europa zu Pferd.

Da trat die Tragödie in ihr Leben. Ihr einzi­ger Bruder verübte bald nach dem Tode seines Vaters Selbstmord. Nunmehr zog sich Marquise aus der Welt zurück, und später trat sie in den Orden ein. Den größten Teil ihres bedeutenden Vermögens hatte sie damals schon für gute Werke

hergeben. Die frühere Weltdame wurde später Aebtissin Maria von Jesus im einfachen braunen Kleide der Karmeliterinnen und stiftete eine Reihe Klöster dieses Ordens in Italien und in Frankreich.

Der Bischof von Osnabrück und die eucharissifche Aamilienerziehung.

Zum Weißen Sonntag.

Bischof Wilhelm Berning von Osnabrück be­handelt im Fastenhirtenbrief 1931 die eucharistische Familienerziehung. Folgende Worte seien her-- vorgehoben:

Es wurden anfangs von Geistlichen und Laien ernste Bedenken laut, ob die Kinder allgemein in so frühen Jahren (um das 7. Lebensjahr herum) mit hinreichendem Verständnis und gebührender Andacht zur hl. Kommunion geführt werden könn­ten. Auch hatte man so sehr die Feier der ge­meinsamen Erstkommunion liebgewonnen, daß man sich an eine Aenderung schwer gewöhnen konnte. Die deutschen Bischöfe empfahlen den El­tern dringend die Frühkommunion und setzen das Alter der feierlichen Erstkommunion immer wei­ter herab.

Dabei bleibt aber die Verpflichtung für die Eltern, Erzieher und Seelsorger bestehen, die Kin­der sobald sie zum Vernunftgebrauch gekommen sind, zur privaten Frühkommunion zu führen, wenn sie die notwendigen Kenntnisse in den Glau­benswahrheiten haben und mit reiner Absicht und Andacht den Heiland in ihr Herz aufnehmen kön­nen. Ist dieser Zeitpunkt da, dann hat das Kind ein hl. Recht auf die Kommunion, und kein Va­ter und keine Mutter, kein Priester und Lehrer, überhaupt niemand darf dieses Recht dem Kinde beschränken.

Manche Eltern, selbst solche Eltern und Mütter, die durchaus kirchlich gesinnt sind, können sich von manchen Hemmungen und Vorurteilen in dieser Sache nicht frei machen. Man meint, die Kinder hätten nicht genügendes Verständnis für die hh Kommunion. Volles Verständnis bringen auch wir Erwachsene nicht mit. Zudem verlangt die Kirche keine vollkommene Kenntnis der christlichen Lehre von den Kindern. Sollten denn auch un­sere Kinder nicht gerade so gut das notwendige Verständnis haben, wie die Kinder in Italien, Hol­land, Schweiz, Oesterreich, Amerika und anderen Ländern, wo die Frühkommunion schon längst ein­geführt ist?

Wer soll die Vorbereitung für die Frühkomwu- nion übernehmen? Die Eltern, besonders die Mütter, müssen die Kinder auch für die Früh­kommunion vorbereiten. Du, liebe Mutter, bist die erste Seelsorgerin, du bist für das Seelenheil des Kindes zumeist verantwortlich. Du, o Mut­ter, bist die erste Religionslehrerin. Dein Schoß ist die erste Schulbank für das Kind. Niemand ist fähiger das Kind vorzubereiten als Du, da nie­mand das Kind so gut kennt und so sehr liebt wie Du. Dieses schöne und heilige Vorrecht darfst Du Dir gar nicht nehmen lassen. Wie Du es machen sollst, werden Dir die Seelsorger sagen« Wenn Du es doch nicht kannst, werden die Seel­sorger und Lehrer Dir den Dienst gern abnehmen,

Ist das Kind nun von der Mutter oder an­dern zur heiligen Beichte und Kommunion vor­bereitet und vom Seelsorger als befähigt befun­den, dann geht es mit Vater und Mutter ohne be­sonderen äußern Schmuck zum Tische des Herrn« Das ist die größte Weihestunde im Leben der El­tern. Solche Frühkommunion ist eine heibge Familienfeier.

Wieviel Segen liegt für die Kinder in der Frühkommunion! Wie viel Segen kommt durch die Frühkommunion in die Familien! Auch den Gemeinden erkennt man ihren Segen.

So wollen wir alle, Bischof und Priester, ternhaus und Schule gemeinsam zu dieser her/"' chen Aufgabe der katholischen Aktion mitwirken, die Kinder im Frühling des Lebens dem götm/ chen Kinderfreund zuzuführen, der gesagt hat:, fasset die Kleinen zu mir kommen und weyrer es ihnen nicht, denn für solche ist das Himmelreich- nwte GâK , _

Vonifaliusverein: Bornhofen 20 Mk., Burgjoß 3 Mk, Priesters eminar: Kassel, Kr. Gelnhausen 11-50 Mk. Missionen: Hilders für 1 Heidenkind Maria 21 *

Burgjoß 2 Mk., Bermbach für 1 Heidenkind M A Mk., Niederrode für 1 Heidenkind Hermann Johi Mk., Hosenfeld für 1 Heidenkind Anna 21 Mk.