Wochenkalender.
Sonntag, 12. April. Weißer Sonntag.
Montag, 13. April. Hermenegilb, Mart., f 585.
Dienstag, 14. April. Justinus, Mart., f 163. Tiburtius u. Gen., Mart., f 229.
Mittwoch, 15. April- Vom Tage.
Donnerstag, 16. April. Vom Tage.
Freitag, 17. April. Anicetas, Papst, Mart., t 167.
Samstag, 18. April. Mariensamstag.
Weltzer Sonntag.
Epistel. 1. Iohannes 5, 4—10.
Evangelium. Iohannes 20, 19—31. Der Ostersriede.
In jener Zeit, am Abend jenes ersten Wochentages, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen versammelt waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sprach zu ihnen: „Friede sei mit euch!" Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, daß sie ben Herrn sahen. Abermals sprach er zu ihnen: „Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch." Nach diesen Worten hauchte er sie an Und sprach zu ihnen: „Empfanget den Heiligen Geist. Denen ihr die Sünden nachlâsset, denen sind sie nachgelassen; denen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten". Einer von den Zwölfen, Thomas, der den Namen „Zwilling" hat, war nicht dabei, als Jesus kam. Die anderen Jünger erzählten ihm nun: „Wir haben den Herrn gesehen". Er aber erwiderte. ihnen: „Wenn ich an feinen Händen nicht das Mal der Nägel sehen und meinen Finger nicht in die Stelle der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite legen kann, glaube ich nicht." Acht Tage darauf waren die Jünger wieder in dem Hause, und Thomas war bei ihnen. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sprach: „Friede sei mit euch!" Dann sprach er zu Thomas: „Leg deinen Finger hierher und sieh meine Hände; reuh deine Hand und leg sie in meine Seite, und sei Ulcht ungläubig, sondern gläubig!" Da rief Thomas
„Mein Herr und mein Gott!" Jesus erwiderte ihm: „Weil du mich siehst, Thomäs, glaubst du: selig, die nicht tehen und doch glauben!" Noch viele andere Wunder put Jesus vor den Augen seiner Jünger getan, die nicht m diesem Buche ausgezeichnet sind: Diese aber sind auf- D^'chust, damit ihr glaubt, daß Jesus ist Christus, der
Gottes, und damit ihr im Glauben das Leben habt in feinem Namen.
Ein Stüâ des Paradieses.
dem frommen Kapuzinerpater Borgias stammt der inhaltreiche Spruch:
Blumen, Sterne, Kinderâugen,
Drauf -ein Zauber ruht so süß:
Denn der Ort, aus dem sie stammen,
Nennen wir — das Paradies. —
Ja, die Kinderaugen, die so selch lächeln, smd ein Stück des Paradieses. Ein Stuck des Ma dieses find die Kinder besonders am h -^ „weißen Sonntag“, wo an so viele Kinde
eine Engelsmusik die Einladung des Heilandes ergeht:
„Laßt die Kinder zu mir kommen, denn für solche ist das Himmelreich." Dieses Wort hat eine neue Welt hervorge,zaubert. Aus der Verachtung unb Knechtung, der das Kind im Heidentum vielfach ausgesetzt war, jft es aufgestiegen zum Gipfel der Achtung, Ehre und Liebe. „Laßt die Kinder zu mir kommen." Wäre der Heiland nur gekommen, um dieses eine Wort zu sprechen, sagt ein Pädagog unserer Tage, so würde das allein schon genügen, ihn zu verherrlichen und die Menschheit zu beglücken. Der gleiche Verfasser macht auch die interessante Mitteilung, daß im Benediktinerkloster 311 Cluny die Vorschrift und Uebung bestand, daß die Mönche vor den Oblaten- l'indern sich verneigen mußten, um so öffentlich die Ehrfurcht an den Tag zu legen, die der Mönch nach dem Willen des Heilandes den Kindern entgegenbringen muß. —
Da ist es nun ganz in der Ordnung, daß ich euch heute auf einen Zug im Lebensbild der hl. Elisabeth Hinweise, durch den sie unsere ganze Sympathie, im Fluge gewinnt, ihre geradezu heroische Liebe zu den Kindern. Das erste ist die Tatsache, daß Elisabeth Mutter dreier Kinder gewesen ist. Das erste war ein Bub, der mit großem Jubel ausgenommen und nach dem Vater Hermann genannt wurde. Das zweite war ein Mädchen, das mit dem Herzog von Brabant sich vermählte. Das dritte war wieder ein Mädchen, das zur höchsten kirchlichen Würde aufstieg und Aebtissin von Altenburg wurde. Wäre nicht Elisabeth schon früh Witwe geworden und hätte sie nicht der Tod schon im 24. Herbste dahingerafft, wäre die Zahl ihrer Kinder sicherlich größer geworden. Ihren Kindern hat sie den Sonnenschein wärmster. Mutterliebe gespendet. Daß sie später ihre Kinder in fremde Pflege gab, geschah aus Antrieb zur Entsagung und zur höchsten Stufe der Vollkommenheit, die sogar die Bande des Blutes zer/eißt nach dem Wort des Heilandes: „Wenn jemand Vater oder Mutter oder Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert." (Mt. 10/ 37.)
Hat Elisabeth mit ihrer Liebe zu den eigenen Kindern nicht der Nachwelt das beste Beispiel hinterlassen? Hat sie nicht ihre Kinder als Geschenke Gottes, als Unterpfänder der ehelichen Liebe, als Krone des Familienglückes betrachtet? Hat sie nicht zum voraus Protest eingelegt gegen die Unkultur, Barbarei und Eigennutz unserer Tage, wo so manche Eheleute eine kinderlose oder kinderarme Familie als Ideal sich vorstellen? Die mit allen Schikanen die Kinder sich vom Halse halten? Vergnügen ohne Beschwerden nennen die Franzosen ihr Einkindersystem. Niemals wird die katholische Kirche einem so kinderfeindlichen, opferscheuen, gottlosen Zeitgeist sich fügen. Haben aber nicht die andern Konfessionen jeden Halt und jede Festig
keit verloren! Haben nicht die Anglikanischen (protestantischen) Bischöse ein bedauernswertes Zugeständnis gemacht, das ein gewinnsüchtiger Geschäftsgeist mit allen Kniffen auszunützen versteht^ Nur die römisch-katholische Kirche allein hat ehernes Fundament und granitenes Rückgrat. Feierlich hat der Statthalter Christi, der Hl. Vater in Rom, in seiner Eheenzyklika seine Stimme erhoben und von neuem verkündet, „daß jeder Gebrauch der Ehe wobei die Weckung des Lebens der Willkür der Gatten überlassen bleibt, gegen die Gebote Gottes und der Natur verstößt und das Gewissen der Eheleute mit schwerer Schuld betastet." —
Das zweite ist die Tatsache, daß Elisabeth sich auch fremder Kinder angenommen hat. Die Chronik berichtet darüber folgendes:
„Im Hospital am Fuße des Wartberges hat sie eine Abteilung für arme, kranke Kinder errichtet, mit denen sie zärtlich spielt und die sie Mutter nennen, und naht sie. so laufen ihr alle freudig entgegen und scharen sich um sie. Gläserne Fingerringlein und anderes Spielzeug bringt sie ihnen zum Troste mit. Und aus dem Marburger Hospital nimmt sie die ärmsten Kinder, meist aussätzige, trotz Konrads strengem Verbote zu sich zuv Pflege auf. Diese Pflege kranker Kinder im eigenen Hause ist beinahe der einzige Fall, in dem sie Konrads Willen nicht ganz erfüllt. Sorgfältig verbirgt sie sie und erträgt, wenn sie entdeckt werden, Konrads entehrende Schläge. Ergreifend schildert Konrad diese Liebestätigkeit an fremden Kindern. Unter anderm nahm sie einen gelähmten Knaben zu sich, der weder Vater noch Mutter hatte und unter beständigem Vlutfluß litt. Ihn bettete sie nachts, um sich zu kasteien, auf ihr Lager und litt um seinetwillen viel Pein; denn bisweilen mußte sie ihn nachts sechsmal, bisweilen öfter auf ihren Armen, zur Verrichtung der natürlichen Bedürfnisse tragen; seine Tücher, die, wie es bei solchen Kranken zu geschehen pflegt, häufig beschmutzt waren, wusch sie mit eigenen Händen. Als der Knabe gestorben war, nahm sie ohne mein Vorwissen ein aussätziges Mädchen in Pflege und verbarg es in ihrem Haufe. Ihm leistete sie in dem Grade jeden menschlichen Dienst, daß sie sich nicht nur demütigte, ihm Speise zu reichen und es zu betten, zu waschen, sondern ihm auch die Schuhe zu lösen; dabei bat sie inständig ihre Dienerinnen zu sorgen, daß sie deshalb nicht gescholten werde. Als ich dies dennoch erfuhr, habe ich sie — Gott verzeihe es mir — aufs härteste gezüchtigt, weil ich fürchtete, sie würde angesteckt werden. —"
So fei denn dieses Beispiel der hl. Elisabeth uns wieder Richtschnur und Grundsatz, aber auch Ermutigung und Trost. Zuerst wollen wir uns der eigenen Kinder annehmen. Denn „wenn jemand nicht für seine Hausgenossen Sorge trägt, so ha! er den Glauben verleugnet und ist schlimmer