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Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 «.-Pfennig B 45 L- Pfennig (Zustellgebühr extra), Redaktionsschluß Montag. Anzetgen-Pretse: Tolonelzeile tm Anzeigenteil 0,15 Goldmark. Colonelzeüe tm Reklameteil 0,80 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off-Geb. 0.10 Goldmark. Porto «xtr» Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda feilt
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Wochenkaleuder.
Sonntag, 5. April. Hochheiliges Osterfest.
Montag, 6. April. ■ Zweiter Osterfeiertag.
Dienstag, 7. April. Dritter Osterfeiertag.
Mittwoch, 8. April. 4. Tag der Osteroktao.
Donnerstag, 9. April. 5. Tag der Osteroktav.
Freitag, 10. April. 6, Tag der Osteroktao.
Samstag, 11. April. Ostersamstag. Leo I. der Große, Kirchenlehrer, t 461.
Das hschheMge Osterfest.
Epistel. 1. Korinther 5, 7—8.
Evangelium, Markus 16, 1—7. Die Auferstehung Christi..
In jener Zeit kauften Maria Magdalena, Maria die Mutter des Iakobs, und Salome Spezereien, um hm- zugehen und Jesus zu salben. In aller Frühe am erste», Wochentage, als die Sonne eben aufging, machten sie sich auf zum Grabe. Sie sprachen zueinander: „Wer wird uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?" Als sie aufblickten, sahen sie, daß der Stein weggewälzt war; er war in der Tat sehr groß. Sie gingen in das Grab hinein und sahen zur Rechten einen Jüngling sitzen in weißem Gewände. Da erschraken sie. Er aber sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Seht da die Stätte, wo man ihn hingelsgt hat. Geht nun hin und sagt seinen Jüngern, zumal dem Petrus, daß er euch vorausgeht nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat."
3m ©atfen des Herrn.
as hl. Osterfest und die hl. Osterzell ist jener Garten, von dem der Prophet Jsaias schreibt:
„Der Herr wird Sion trösten
Unb sich seiner Trümmer erbarmen. Seine Oede wandelt er zu einem Paradies
und seine Wüste 311 einem Garten des Herrn.
Freude und Jubel finden sich dort, Und es ertönen Lobgesang und Danksagung."
Mit der Auferstehung des Herrn und unserer damit verbürgten eigenen Auferstehung vertragen pih eben Trauer und Klagen so wenig wie Licht und Finsternis, Wärme und Eis, Föhn und Schnee. Die Rinnsale unserer hl. Liturgie in Meßbuch und Brevier fließen während der Osterzell über von Freude und Wonne wie rauschende zur Zeit der Schneeschmelze. Wie ein Gar- m prangt in Veilchen, Krokus und Hyazinthen, so ^e Osterzeit übersät von den Ausrufen des Alleluja. _ So betet 3. B. der Priester am Oster- inontag folgendes freudesprühendes Responsorium:
Surrexit Pastor bonus: auferstanden ist der gute Hirt, der fein Leben hingegeben hat für feine Schafe und für feine Herde zu sterben sich gewürdigt hat, Allèlüja, Alleluja, Alleluja. Unser Osterlamm Christus ist geopfert worden, Alleluja, Alleluja, Alleluja. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem hl. Geiste. Alleluja, Alleluja, Alleluja.
Beachte noch das folgende fromme und fröh- liche Wechselgebet, das die Priester zur Terz des weißen Sonntags verrichten:
Vom Grabe ist der Herr erstanden, Alleluja, Alleluja.
Vom Grabe ist der Herr erständen, Alleluja, Alleluja.
Der für uns am Kreuz gehangen, Alleluja, Alleluja. Ehre sei dem Vater und dem Soh»» und dein hl. Geiste, Von» Grabe ist der Herr erstanden, Alleluja, Alleluja.
,Jn den ersten Jahrhunderten der Kirche, wo der Glaube an Jesus/ den Auferstandenen noch frischer und lebendiger war, wo auch der Osterter- min den Schluß des strengen Fastens und die Feier der Taufe brachte, war der Osterjubel noch viel stärker, und dis Alleluja wollten kein Ende nehmen. Der hl. Kirchenlehrer Hieronymus berichtet, daß die Bauern ihre Arbeit mit dem Gesang des Alleluja versüßten. „Wohin du dich wendest, singt der Landmann, den Pflug in der Hand, das Alleluja. Die Mütter betrachteten es als ihre Pflicht, ihre Kinder das Alleluja so früh als möglich stammeln zu lehren. -
Das Fasten wurde allgemein als unverträglich mit der Osterfreude betrachtet. Es war sogar geradezu ein Verbot des Fastens. Die ganze Zeit von Ostern bis Pfingsten sollte als ein einziger ununterbrochener Freudentag angesehen werden. Selbst die strengsten Klosterregeln nahmen dieses Fastenvsrbot auf, das man bis auf die Zeit der Apostel zurückführen will. —
Je mehr nun eine Seele mit Christus verbunden ist, desto größer auch ihre Freude an des Herrn Glorie, Auferstehung und Herrlichkeit. So werdet ihr es leicht begreifen, daß gerade die Heiligen das Höchstmaß geistlicher Freude genoffen haben. So wird im Leben der hl. Elisabeth erzählt, daß oft eine „große himmlische Verklärung" sie umgeben habe und daß einst ein Geistlicher ihr Antlitz leuchten sah wie den Schein der Sonne, io daß er fein Gesicht abwenden mußte. Im übrigen ward das Leben der hl. Elisabeth durch ihre beständige Versunkenheit in Gott und durch das im= msrwährende Erbarmen mit den Unglücklichen ein ununterbrochenes Freudenfest. Darüber lese ich in der Legende die folgenden beherzigenswerten Züge:
„Wenn S. Elisabeth von ihren milden Werken ruhte, wandte sie von Stund an Augen und Herz mit gefalteten Händen zu Gott in allso inniglichem Gebet, daß ihr die Tränen aus den Augen flossen wie aus einem Born. Ihr Angesicht ward aber dennoch nie entstellt und befleckt, wie es sonst vom Weinen viel geschieht, sondern es leuchkeès
allezeit klar und lieblich, und sie war fröhlich in allen ihren Leiden imb Widerwärtigkeiten, gleich als ob sie keine Beschwerde davon hätte. Von denen aber, die ihr Angesicht durch Weinen entstellten, sagt sie: „Es scheint so, als wollten sie Gott abschrecken, da sie ihm doch das, was sie zu bringen haben, in Fröhlichkeit und Freuden darbringen sollten!" Einstmals war die hl. Frane int Geiste entzückt, daß sie lag wie tot, und war doch ihresLebens keinAbbruch. Es währte aber dieseEnt- zückung etliche Strinden, und wurde ihr in dem göttlichen Lickte Lehre und Tröstung offenbar. Sie sah auch unifern Herrn Christum von Angesicht zu Angesicht mit feinen Heiligen. Wenn sie aber von folger heimlichen Offenbarung und Gesichte wieder zu sich selbst kam, sah man ihr Angesicht leuchten mit einem Schein gleich wie der Sonne und Ströme solchen Scheins aus ihren Augen gehen. Die des würdig waren, das zu sehen, verwunderten sich höchlich, wenn sie aber also war im Geist entzückt gewesen, blieb sie lange Zeit ohne leibliche Speise und Nahrung, denn sie ward innerlich von gkvßer Freude gespeiset, die keines Menschen Augen sichtbar ward. Solche Offenbarungen und Gesichte verhehlte die hl. Fraue aber mit allem Fleiß und großer Demut. —"
Möge uns das Glück zuteil werden, solche Sonnenkinder der Freude zu werden in dieser hl. Osterzeit. Sollten deine Verhältnisse auch arinselig und trübe sein, sollte mancheMebelwolke die Aussicht auf die Zukunft verdecken: lege der Freude keine Fesseln an und vertiefe dich durch die Kraft des hl. Glaubens in deines Heilands Auferstehung und in die Hoffnung des ewigen Ls. bens. Laß deine Osterfreude ausströmen in die
Worte des Liedes:
Stein gläubiges Herze,
Frohlocke, fing, scherze:
Mein Jesus ist da.
Weg Sorgen, weg Klagen,
Ich will euch nur sagen:
Mein Jesus ist da.
Der Talpfarrer.
Die OstsrSsrschast.
Die Osterbotschaft geht wieder in die Welt hinein. Die gewaltigste und beglückendste Bostchaft der Geschichte! Diese Botschaft hat einst Leid in Freude gewandelt, Furcht in Zuversicht, Niederlage in Sieg. Diese Botschaft hat Märtyrer und Bekenner geschaffen. Diese Botschaft ließ und läßt heute noch Missionare die Welt durchwandern. Diese Botschaft hat ungezählte Heroen der Sittlichkeit geboren, Helden der Selbstüberwindung und Weltüberwindung. Diese Botschaft hat dem Dunkel Licht gegeben, hat Sumpfboden in blühendes Gartenland gewandelt. Hat das Angesicht der Er-e