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Anzetgen-Preile: Colonelzeile tm Anzeigenteil 0.15 Goldmark. Colonelzeü» tm Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra, bis Montag morgens tm Besitz?der Fuldaer Aettendruckerei in Fulda (eia

Verlag der Fuldaer Actiendruckerel. Verlagsar» Fulda. '

Redaktionsschluß Montag. Reklameteil 0,60 Goldmark. Anzeigen müßen spätestens Druck und

Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 L.-Vseimig B 45 L-Pfennig (Zustellgebühr extra).

Wochenkalender.

Sonntag, 22. März. Pass ionssonntag.

Montag, 23. März. Vom Tage.

Dienstag, 24. März. Gabriel, Erzengel.

Mittwoch, 25. März. Mariä Verkündigung. Donnerstag, 26. März Vom Tage.

Freitag, 27. März. Fest der 7 Schmerzen Ma- r i a. Johannes Damascenus, Kirchenlehrer. Samstag, 28. März. Johannes von Kapistran, Bek., t 1465.

Passionssonntag.

Epistel. Hebräer 9, 1115.

Evangelium. Iohannes 8, 4659. Jesus inmitten

seiner Feinde.

In jener Zeit sprach Jesus zu den Scharen ,der Ju­den:Wer von eins) kann mich einer Sünde überführen? Wenn ich euch die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? Wer aus Gott ist, hört auf Gottes Wort; ihr hört nicht daraus, weil ihr nicht aus Gott seid." Die Juden entgegneten ihm:Sagen wir nicht mit Recht: Du bist ein Samariter und hast einen bösen Geist?" Jesus erwiderte:Ich habe keinen bösen Geist; ich ehre meinen Vater, ihr dagegen entehrt mich. Ich bin aber nicht auf meine Ehre bedacht; es ist einer, der aus sie bedacht ist und Gericht hält. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn jemand mein Wort bewahrt, wird er den Tod nicht schauen in Ewigkeit." Da sprachen die Juden:Nun erkennen wir, daß du einen bösen Geist hast. Abraham ist. gestorben und die Propheten, und du sagst:Wenn jemand meine Worte bewahrt, wird er den Tod in Ewigkeit nicht kosten. Bist du etwa größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Auch die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst?" Jesus entgegnete:Wollte ich mich selbst ehren, so wäre meine Ehre nichts; mein Vater ist es, der mich ehrt. Ich aber kenne ihn; und wollte ich sa­gen, ich kenne Um nicht, so wäre ich ein Lügner, gleichwie chr. Aber ich kenne ihn und bewahre sein Wort Abra­ham euer Vater, jubelte, daß er meinen Tag sehen mollte. Er sah ihn und freute sich." Da sägten die >öuden zu ihm:Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt And willst Abraham gesehen haben?" Jesus erwiderte chnen:Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abra- ham ward, bin ich." Da hoben sie Steine auf, um nach Mm zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging aus dem Tempel hinweg.

Die gekreuzigte Barmherzigkeit

^mähungen und Beschimpfungen sind es, dis am heutigen paffions-Sonn- sag im Evangelium dem Heiland ent- UMAMZ gegengeschleudert werden. Und doch, was hat er denn Böses getan? Hat er nicht Dornen geerntet, wo er Blumen gesät hat? Ja, das ist das Los des Heilandes gewesen. S. Augustin hat es ausgedrückt mit den Worten: Gu- «s hat er getan und Uebles gelitten, bis er ans ,reu3 gehängt wurde. Als er einst am Sabath einen Mann von feiner dürren Hand heilte, hätten tyn Die Zeugen dieses Wunders am liebsten zer- rlsien. Ein andermal, nachdem er einem Blind­geborenen das Augenlicht wieder geschenkt, be­

drohte man den göttlichen Wundertäter mit Stein­würfen. , Solcher Undank, das dürft ihr glauben, hat dem . Heiland ins Herz geschnitten. Sein Schmerz widerhallt leise aus folgenden Worten: Viele gute Werke habe ich unter euch getan. Um welches dieser guten Werkewillen wollt ihr mich steinigen?" Und das ist ja auch der traurige Aus­gang des heutigen Evangeliums, daßdie Juden kleine aufhoben, um sie auf Jesus zu werfen". Nur durch ein Wunder entging er der Steinigung.

Einen Stein könnte es erbarmen, wenn wir den Erlöser klagen hören über das undankbare Volk der Juden. Am Karfreitag erhebt er vom Kreuze aus folgendeVorwürfe":

Mein Volk, was hab' ich dir zuleid getan? Womit hab ich dich betrübt? Antworte mir. Ich habe dich in der Wüste geführt, 40 Jahre lang mit

Gedenkst im Monat März des

Josephspfennigs zur Heran- bitdung katholischer Priester !!

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Manna dich gespeist und dich geleitet in das vor­treffliche Land. Und du hast das Kreuz bereitet deinem Erlöser.

Was hätte ich dir tun sollen, und habe es nicht getan? Ich habe dich gepflanzt als meinen anmu­tigsten Weinberg; du aber bist mir überaus bitter geworden. Mit Essig hast du meinen Durst ge­stillt und mit einer Lanze deines Erlösers Herz durchbohrt.

Um deinetwillen habe ich Aegypten gegeißelt mit seiner Erstgeburt und du hast mich gegei­ßelt den Heiden überliefert.

Ich habe dich aus Aegypten geführt und habe den Pharao ins rote Meer versenkt; und du hast mich den Hohepriestern übergeben.

Ich habe dich erhoben mit großer Kraft und du hast mich erhöht am Stamme des Kreuzes."

Habe ich nicht recht, Jesus, unsern Heilanddie gekreuzigte Barmherzigkeit" zu nennen? Und hat er nicht uns viel Gutes getan? Uns vor den Stra­fen der Hölle bewahrt, die wir für unsere Sünden uns Zugezogen hasten? Hat er nicht so manchen Gefahren des Leibes und der Seele uns entrissen? Hat er nicht mit Gesundheit und zeitlichen Gütern uns gesegnet? Hat er nicht die Kleinodien des wah­ren Glaubens, die Schätze ungezählter Gnaden uns in den Schoß gelegt?' Hat er uns nicht so fürsorg­lich den Mutterhänden der Kirche anvertraut? Und

umgekehrt, haben wir nicht so oft durch Treulosig­keit, Nachlässigkeit und Leichtsinn das Erlöserherz verwundet und mit Dornen gekrönt? Ja, Jesus ist die

gekreuzigte Barmherzigkeit.

Jesu Leben und Leiden setzt sich aber fort in seinen Dienern, den Heiligen und den Christen. Haben nicht auch die Heiligen der Welt Gutes ge- tan und Böses empfangen? Fragt die hl. Elisa­beth, die Heldin unserer Lesungen, ob sie nicht oft genug Verfolgung, Verkennung und Undank von dieser fluchwürdigen Erde geerntet hat. Darum wird auch die hl. Elisabeth nicht mit Unrechtdie gekreuzigte Barmherzigkeit" genannt. Nur ein ein­ziges Beispiel sei herausgegriffen:

Es war in der Stadt zu Eisenach eine alte kranke Nektelfrau, der S. Elisabeth mit Salben, Kräutern und Arzneien, auch mit Essen und Klei­dung in ihrer Armut und Krankheit allezeit ge­holfen und Gutes getan hatte. Da nun S. Elisa­beth zu dieser Zeit einmal am Markte, da man von der Rolle zur Badestube geht, wollte über die Schrittsteine gehen, die da um des hohen Kotes willen gefetzt waren, begegnete ihr mitten Wegs diese alte Bettlerin, wollte aber ihrer Wohltäterin und Trösterin nicht weichen, sondern stieß sie von den Steinen in den Kot, also daß ihre Kleider ganz verunreinigt wurden. S. Elisabeth aber ertrug das mit großer Geduld, stand auf und ging hin, ihre Kleidung wieder im Bach zu waschen, und dankte Gott fröhlich und mit Lachen, daß er sie würdig hielt, um seinetwillen von allen Leuten verschmäht zu werden."

Auch wir müssen den Wurf wagen. Auch du mußt mit der Möglichkeit rechnen, deine Barmher- zigkeikgekreuzigt" zu sehen. Wir haben den Mut gehabt oder vielmehr die Pflicht erfüllt, Barm­herzigkeit zu üben. Rechnen wir dabei keineswegs mit Lob, Anerkennung und Dankbarkeit. In die- fer Absicht ein gutes Werk zu tun, wäre ja zum vornherein Pharisäismus und krasser Egoismus. Ein solches Wohltun verwirft jener unerbittliche Herzenskenner. Läßt jemand von feiner Eigen­liebe sich betören, ein gutes Werk in der breiten Oeffentlichkeit zu stiften in der Absicht, dafür an die große Glocke gehängt zu werden, dafür in der Zeitung zu prangen, dafür einen Titel zu er­obern, dafür eine Rolle zu spielen, dafür irgend welche Vorteile materieller oder idealer Art ein- Zuheimsen, dann hat er seinen Lohn schon da­hin, sagt der göttliche Heiland. Auch sollst du keine Einladung zu Tisch ergehen lassen in der Absicht, wieder eine Einladung zu bekommen. Sondern die Armen, die Hungrigen, die Proletarier lade ein, die nie in die Möglichkeit kommen, dir zu vergel­ten. Dann hast du vollen Lohn zu beanspruchen vor dem göttlichen Richter. Es liegt sogar die Möglichkeit vor, daß dein Wohltun verleumdet wird. Man sagt: das heißt man der Lumperei