Wochenkalender.
Sonntag, 15. Febr.
und Gen., Mart, Montag, 16. Febr. Dienstag, 17. Febr. Mittwoch, IS. Febr.
Sonntag Ouingriagestma. Faultinus 1- 122.
Vom Tage.
Vom Tags.
Aschermittwoch. Beginn der 40- lägigen Fastenzeit. Simeon, Bisch-, Mart.,. f 105.
Donnerstag, 19. Febr. Vom Tage.
Freitag, 20. Febr. Vom Tage.
Samstag, 21. Febr. Vom Tage.
Sonntag Quinquagesima.
Epistel. 1. Korinther 13, 1—13. *
Evangelium. Lukas 18, 31—43. Das Geheimnis des
Leidens.
In jener Zeit nahm Jesus die Zwölf zu sich und sprach zu ihnen: „Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und alles wird in Erfüllung gehen, was die Propheten über den Menschensohn geschrieben haben: Er wird den Heiden ausgeliefert, verspottet, gegeißelt und angespieen werden; und nachdem sie ihn gegeißelt haben, werden sie ihn töten; doch am dritten Tage wird er auferstehen." _ Sie verstanden aber nichts davon; die Rede war für sie dunkel, und sie begriffen nicht, was damit gemeint war. Als er sich Jericho näherte, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Er hörte, wie das Volk vor- beizog, und fragte, was das bedeute. Man sagte ihm, Jesus von Nazareth ziehe vorbei. Da rief er: „Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!" Die voraus gingen, fuhren ihn an, er solle schweigen. Doch èr rief nur noch lauter: „Sohn Davids, erbarme dich meiner!" Da blieb Jesus stehen und ließ ihn zu sich führen. Als er herangekommen war, fragte er ihn: „Was soll ich dir tun?" Er bat: „Herr, daß ich sehe!" Jesus sprach zu »hm: „Sei sehend! Dein Glaube hat dich gesund gemacht." Auf der Stelle konnte er sehen, pries Gott und folgte »hm nach. Und alles Volk, das dies gesehen hatte, lobte Gott.
Ein Berg von Gold
^ir haben unsere liebe hl. Elisabeth in großem Elend und in großer Verlassenheit zurückgelassen. Rich- , tige Weltleute und Störenfriede
sahen wir am Werk, die Liebe zwischen Prinz Ludwig und seiner Braut Elisabeth auszulöschen. Verleumdungen, die damit umgingen, das Engelskind aus Ungarlanü anzuschwärzen und seinem Bräutigam zu verleiden. Welches Echo fand nun dieses Teufelswerk in den Ohren des Kronprinzen Ludwig? Hören wir darüber den treuherzigen, umständlichen Bericht der Chronik:
Ritter Vargila nahm sich mit großer Wärme seines Schützlings an. Er wartete nur auf eine Gelegenheit, dem Landgrafen beizukommen. Solche fand sich auch bald. Der Landgraf ritt mit dem Herrn Walter auf die Jagd. Da sie nun im Walde «usruhten und auf dem Ems lagen, fing der Ritter an und sprach zu dem Landgrafen: „Herr, ist
es erlaubt, euch etwas zu fragen?" Der Fürst antwortete: „Rede nur mit allem Vertrauen, ich werde dir auf alles Bescheid geben" „Nun", erwiderte Walter, „was habt ihr vor in Betreff der Jungfrau Elisabeth, die ich aus Ungarn hergeführt habe? Werdet ihr sie zur Gemahlin nehmen, oder wollet ihr euer Wort zurücknehmen und sie ihrem Vater zurückschicken?"
Auf diese Rede stand der Landgraf auf, streckte seinen. Arm gegen den Enzenberg aus, welchen man auf der Waldwiese sah, und sprach: „Siehst du den Berg da? Wenn dieser Berg vom Fuß bis zum Gipfel lauter Gold wäre, und ich sollte ihn haben, wenn ich meine Elisabeth verstieße, so würde ick, es doch nimmermehr tun. Die Leute mögen von mir denken und sagen, was sie wollen, mir ist sie lieb, und nichts auf Erden ist mir lieber. Sie soll sich an keinerlei Gerede kehren; ich werde sie zu meiner Frau nehmen. Um dieser Tugend und Frömmigkeit willen, ist sie mir teurer als alle Schätze der Welt." Ritter Walter sagte darauf: „Erlaubet mir, daß ich diese Worte der Elisabeth wieder sage?" „Tuet das", erwiderte Ludwig, „und sage ihr, daß ich niemals üblen Nachreden über sie Gehör gebe. Und bringe ihr dies zum neuen Wahrzeichen meiner Treue". Er gab ihm einen kleinen, in Silber gefaßten Spiegel, auf dessen Rückseite das Bildnis des gekreuzigten Heilandes war. Als Walter zu Elisabeth kam und ihr die Nachricht und das Geschenk brachte, lächelte sie gar sehr getröstet, dankte dem väterlichen Freund inniglich, daß er sich um sie angenommen; hernach kehrte sie den Spiegel um und küßte das Kruzifix daran und drückte es ans Herz.--
Für einen Berg von Gold würde also der edle Ludwig seine Braut nicht verlassen haben. Und das ganz mit Recht. Oder ist ein Mensch, ein guter, liebender, opferbereiter Mensch nicht tausendmal mehr wert als ein Berg von Gold? Was hätte den Landgrafen ein Berg von Gold genützt? Was hätten ihn alle Reichtümer und Ehren der ganzen Welt genützt, wenn er nicht ein liebendes Herz gefunden hätte, daran er sich erwärmen und erfreuen, trösten und aufrichten konnte? Und in Elisabeth, seinem gottesfürchtigen Weibe, hat Ludwig in der Tat alle Liebs, Hingebung, Aufopferung, Teilnahme, Treue und Hilfe gesund-"- " er zu seinem Glück bedurfte.
Ein Berg von Gold soll auch deine Liebe sein. Die Liebe soll stärker sein als der Tod. Wie Staub und Asche soll man alle Schätze der Welt gegenüb- der Liebe gering schätzen. Was ist der Mensch ohne wahre Liebe? Sankt Paulus sagt es uns in der Epistel des heutigen Sonntags Quin- guagesima. Wenn ich die Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nichr, so bin ich ein tönendes Erz und eine klingende Schelle." Treu wie Gold soll auch deine Liebe sein. Treu wie Gold deine Liebe gegen Menschen, die Gott nach seinem Ebenbild geschaffen. Treu wie
Gold deine Liebe zu Braut oder Bräutigam, wenn du verlobt bist. Treu wie Gold deine Liebe zum Gemahl oder zur Gattin, wenn die süßen Bands der Ehe dich umschlingen. Treu wie Gold deins Liebe zu Vater und Mutter, wenn du das Glück hast, sie noch zu besitzen. Treu wie Gold die Liebe zu den Kindern, wenn der Herr solche Lieblings dir geschenkt hat.
Noch mehr soll unsere Liebe zu Gott einem Berge von Gold gleichen. Wir müssen ja Gott von ganzem Herzen, aus ganzer Seele, aus ganzem Gemüte, aus allen Kräften und über alles lieben. Selbst Weib und Kind, Freunde und Verwandte, Majestäten und Regenten müssen da zurückstehen. Denn wenn jemand Vater oder Mutter mehr liebt als mich, so ist er meiner nicht wert, sagt der Heiland. Abermals lese ich in der Schrift^ „Der Herr, euer Gott ist ein eifersüchtiger Gott^ der keinen Konkurrenten, keinen Nebenbuhler duldet. Mein Sohn, meine Tochter, schenke mir dein Herz, ruft er dir zu. Schenke mir dein ganzes Herz ohne Abzug und ohne Teilung, Ich will es besitzen, ich allein, und will es glücklich machen. —>
Ja, ein Berg von Gold soll unsere Liebe zu Gott sein. Ob sie es in der Tat ist, ob sie die Probe besteht, — siehe, die Tage der Fastnacht werden es weisen. Weh und ach! Düster und schwer wird es mir ums Herz, wenn ich daran denke, wie so manche Katholiken im Trubel der Fastnacht die Liebe Gottes auslöschen und begraben. Opfern nicht charakterlose Christen während des Karneval ihre eingebildete Gottesliebe einem erbärmlichen Vergnügen? Einer schmutzigen sündhaften Lust? Einer Stunde des Rausches, der Unzucht, des Ehebruches, der Ausgelassenheit und Unbändigkeit? Wandeln nicht manche in diesen Tagen — unter Tränen sei's gesagt — als Feinde des Kreuzes Christi, deren Gott der Bauch ist, die sich ihrer Schande rühmen, deren Ende Verderben ist? Gebärden sich nicht manche, als hätten sie von christlicher Ehrbarkeit und Mäßigung nie etwas gehört? Ich frage dich ehrlich und aufrichtig, ob es nicht für uns Deutsche im Ringen der Gegenwart, inmitten sooieler Not und Sorge, ob es nicht für uns Deutsche die Rücksicht auf Ehre, Wahrhaftigkeit und Charakter gebieterisch fordert, aus allen Trubel und Mummenschanz zu verzichten? Mindestens aber wollen Maß und Grenzen halten. Treu wie Gold« Dann ist dir gewiß die Verheißung: „Dem Ueber« minder werde ich zu essen geben vom Baume des Lebens."
Der Talpfarrer.
Aschermittwoch.
Aschermittwoch. — Mit einer Zeremonie von ergreifendem Ernste setzt die jährliche Bußzeit ein. Die Kirche weiht die Asche, mit der sie unsere Häupter bestreut. In jenen Tagen, da die größere Glaubenskraft der Christen nach die größere