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Wochenkalender.

Sonntag, 8. Febr. Sonntag Sexuagesima. Io­hannes von Matha, Bek., t 1213.

Montag, 9. Febr. Cyrillus von Alexandrien, Kirchen­lehrer f 444. Apollonia, Jgfr., Mart, t 248.

Dienstag, 10. Febr, Scholastika, Jgfr., * 543.

Mittwoch, 11, Febr. Erscheinung der allersel. Jungfrau Maria in Lourdes.

Donnerstag, 12. Febr. Sieben Stifter des Serviten- ordens, Bek. i. 13. Jahrh.

9. Jahrestag der Krönung unseres hl. Vaters Pius XL

Freitag, 13. Febr. Gregor 2., Papst, Bet., f 731.

Samstag, 14. Febr. Balentinus, Bischof, Mart.; Valen- tinus, Priester. Mart,

Sonntag Sexagesima.

Epistel. 2. Korinther 11,1912,9.

Evangel. Lukas 8,415. Das Gleichnis vom Sämann.

In jener Zeit, als eine sehr große Volksmenge zu­sammenkam mrd Leute, aus den Städten zu Jesus ftrönr- ten, trug er folgendes Gleichnis vor:Ein Sämann ging aus, feinen Samen zu säen Beim Säen fiel einiges an den Weg, wurde zertreten, und die Vögel des Himmels pickten es auf. Anderes fiel auf steinigen Grund. Es ging zwar auf, verdorrte aber, weil es keine Feuchtigkeit hatte. Wieder anderes fiel unter die Dornen, und die Dornen wuchsen mit auf und erstickten es Anderes end­lich fiel auf gutes Erdreich, ging auf und trug hundert­fältige Frucht." Bei diesen Worten rief er aus:Wer Ohren hat zu hören, der höre!" Da fragten ihn feine Junger, was dieses Gleichnis bedeute. Er antwortete ihnen:Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Rei­ches Gottes zu verstehen; den anderen werden sie nur in Gleichnissen .bargeboten, damit sie sehen und doch nicht sehen, hören und doch nicht verstehen. Das Gleichnis hs- dciitet dies: Der Same ist das Wort Gottes. Die am Wege sind jene, die es hören; dann kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und nicht gerettet werdens Die auf steinigem Erund sind jene, die das Wort zwar hören und mit Freuden aufnehmen. Doch sie haben keine Wurzel, eine Zeitlang glauben sie, aber zur' Zeit der Versuchung fal­len sie ab. Was unter die Dornen fiel, sind jene, die das Wort zwar hören, aber dann in den Sorgen, Reich­tümern und Genüssen des Lebens aufgehen und es er­sticken und so keine Frucht bringen. Was endlich auf gutes Erdreich fiel, sind jene, dis das Wort hören, in einem guten und edlen Herzen bewahren und Frucht bringen mit Beharrlichkeit."

Die Lèlie unter Dsrneu.

m Vorabend desGoldmundes" schreibe ich diese heutige Lesung. Der Gotdmund" ist der hl. Bischof und Kirchenlehrer JohannesEhrysoslomus. Wahrhaft golden waren seine Gedan-

- ken, golden seine Worte, golden seine Taten, gol­den seine Tugenden, golden seine Predigten, golden

feine Schriften. Lies nur zur Probe die folgenden wenigen Zeilen, die ich aus feiner ersten Homilie über den Brief an Philemon herausziehe und die gegen die Menfchenfurchk gerichtet sind:

Es ist gewiß, daß wir die Menschen mehr fürchten als unfern Herrgott. Schau dich nur um! Der Lüstling z. V. weiß, daß Gott ihn sieht; aber er achtet nicht auf ihn; sieht ihn aber ein Mensch, dann beherrscht er seine Begierde. Es prüfe sich jemand ernstlich, und er wird finden, daß er fast alles der Menschen wegen tut. Wir würden einen höheren. Grad von Gottseligkeit erreichen, wenn wir so viel um Gottes willen täten, als wir um der Menschen willen tun, um des Scheines, um der Furcht, um der Ehre vor den Menschen wil­len."

Von diesem Fehler der Menschenfurcht war unsere hl. Elisabeth vollständig ledig und frei. Sie blühte wie eine Lilie unter den Dornen und ver­lor nichts von ihrem Glanz und Seelenadel, nichts von ihrer Liebe zu Gott und Geringschätzung der Welt trotz so mancher Anfeindungen und Stiche­leien, die sie von ihrer Umgebung erfahren mußte.

Die Chroniken wissen darüber folgendes zu erzählen:

Da Elisabeth sich allmählich den Jahren nä­herte, wo sie mit ihrem Verlobten vermählt wer­den sollte, nahmen auch die bittern Reden, die Ver­achtung und der Haß zu gegen das gottselige Mäd­chen, das doch keinem Menschen ein böses Wörtlein gab. Die Verwandten und fürstlichen Herren am Hof erklärten oft laut, eine solche Betschwester tauge nicht für den jungen Landgrafen; sie gehe lieber mit Bettlern und Mägden um als mit Personen von hoher Geburt. Den ganzen Tag sitze sie in der Kirche. Auch habe sie nur geringe Aussteuer; mit der Heiratsgabe, die ihre Mutter nachzusenden ver­sprochen, sei es nichts. Man müsse sie ihrem Vater nach Ungarn zurücksenden; wenn es dieser auch als Schimpf ansehe, so habe man doch von ihm nichts zu fürchten, da zwischen Thüringen und Un­garn vieler Herren Länder liegen. Der Landgraf solle eine Tochter von einem andern Fürsten neh­men, die reich sei und vornehm und königliche Art an sich habe.

Die Landgräfin Sophie war auch nicht besser gegen das wehrlose Mädchen. Sie wollte dasselbe um jeden Preis nötigen, in ein Kloster zu gehen; eine prächtige, weltlich gesinnte Fürstin wäre ihr eine liebere Schwiegertochter gewesen. Am meisten wurde aber die arme Elisabeth von der Schwester ihres Bräutigams Agnes gequält. Wie eine Bremse verfolgte die hoffärtige- Perfon ihre künftige Schwägerin .mit stechenden Reden. An ihr sei eine Dienstmagd verloren gegangen; sie solle sich nur nicht träumen lassen, ihren Bxuder zu heiraten. Daran sei gar nicht zu denken, wenn f?e nicht ganz anders werde."

Und die vielgeprüfte Elisabeth? Was tat sie in dieser Bedrängnis? Sie befahl unserm Herrn

sich selbst mit ganzem Herzen und auch all ihrS' Sachen und Not und Arbeit, daß er seinen aller­liebsten Willen mit ihr in allen Dingen voll­brächte. Je mehr Widerwärtigkeit sie erfuhr, desto mehr blühte sie wie eine Lilie unter den Dornen und mar gegen ihre Verfolger voll Demut und Ge­duld.

Elisabeth, das schwache Kind, die bescheidene Jungfrau, das zarte Täubchen war gegen Gott standhaft wie ein Mann, tapfer wie ein Offizier, unbesiegt wie ein Löwe. Wie das schwache Epheu sich an der Mauer emporrankte, so lehnte sich Eli­sabeths Schwachheit an Gottes Allmacht, Güte und Treue. Mit dem hl. Paulus konnte sie sprechen: Ich rühme mich meiner Schwachheit, damit in mir wohne die Kraft Christi."

fernen wir von Elisabeth. Auf Gott wollen wir Rücksicht nehmen, nicht auf die Menschen. Du wirst belächelt wegen deiner Frömmigkeit? We­gen deiner öfteren Beicht? Wegen deiner fleißigen Kommunion? Wegen deiner Zugehörigkeit zu ei­nem religiösen Verein, wegen deiner Treue zur Fahne des Zentrums? Wegen deiner Nüchternheit, Sparsamkeit, Mäßigkeit? Die Welt könnte ja eher einen Trinker in Ruhe lassen als einen Abstinenten oder gar einen richtigen Foster. Und wenn einer auch nur ein klein wenig^fastet und wenn es nur geschieht an eigentlichen Fasttagen und etwas da­von merken läßt in der Oeffentlichkeit, so ist schon Feuer unter dem Dach. Wie hat man den kleinen Crifpinus verspottet wegen seines Fastens, bis endlich ein vernünftiger Mensch auf den Plan trat und unter Lachen sagte: Laßt ihn nur saften; es ist immerhin besser, wenn der Bub ein magerer Heiliger als ein fetter Taugenichts wird! Und du wirft belächelt, weil du mcht die Mode mitmachst und dich an die Richtlinien der Bischöfe hältst? We­gen des Gekläffs einiger loser Mäuler wirst du nachlässiger in deinen religiösen Uebungen? Oder du liebäugelst mit einer gemischten Ehe aus Hoff­nung auf einegute Partie",eine gute Versor­gung", weil vielleicht einflußreiche Verwandte oder gute Freunde, vielleicht sogar die eigenen Eltern dir dazu raten? Weil du nicht den Mut hast zu erklären: einen Andersgläubigen heirate ich nicht?

Fort also mit der erbärmlichen, unwürdigen, charakterlosen, verabscheuungswürdigen, verhäng­nisvollen Menschenfurcht. Allen Menschen sannst du es doch nicht recht machen. Handle also immer so, daß du es vor deinem Gewissen und vor dei­nem Herrgott verantworten kannst. Sei tapfer und treu in deinen Ueberzeugungen und in deinem Tugendstreben. Allen Anfechtungen, Anzapfungen, Spöttereien setze den Damm der Gottesfurcht ent­gegen und stelle dich trotz alle?-Bescheidenheit mit heiliger Entschiedenheit in die Reihe der katholi­sch Frontkämpfer, in die Nobelgarde der katholi»

schen Aktion.

Der Talpfarrsr.