Einzelbild herunterladen
 

Wochenkalender.

Sonntag, 1. Febr. Sonntag Septuagesima. Ignatius, Bischof, Mart., t 107.

Montag, 2. Febr. Fest Mariä Reinigung (Mariä Licht­meß).

Dienstag, 3. Febr. Blasius, Bisch., Mart., f 316.

Mittwoch, 4. Febr. Rabanus Maurus, Abt von Fulda, + 856. Andreas Corsini, Bek., f 1373.

Donnerstag, 5. Febr. Agatha, Jgfr Mart.

Freitag, 6. Febr. Titus, Bisch., f 98. Dorothea, Jgfr., Mart., t 304. Herz-Jesu-Freitag. 9. Jahrestag der

Erwählung unseres Heiligen Paters Pius XI,

Sainstag, 7. Febr. Romuald, Bek., f 1027.

Sonntag Sepkuagesima.

Epistel. 1 Korinther 9, 2410, 5.

Evangelium. Matthäus 20, 116. Das Gleichnis den Arbeitern im Weinberg.

von

In jener Zeit trug Jesus seinen Jüngern folgendes Gleichnis vor:Das Himmelreich gleicht einem Haus­vater, der frühmorgens ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg zu dingen. Er einigte sich mit den Arbeitern am einen Tagelohn von einem Denar und schickte sie in feinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wicber aus, sah andere müßig auf dem Markte stehen Und sagte zu ihnen:Geht auch ihr in meinen Wein­berg; ich will euch geben, was recht ist." Um die sechste und neunte Stunde ging er abermals aus, und machte es ebenso. Als er um die elfte Stunde ausging, fand er wieder andere dastehen. Er fragte sie:Was steht ihr hier den ganzen Tag müßig?" Sie antworteten: Es hat uns niemand gedungen." Er erwiderte ihnen: Gebt auch ihr in meinen Weinberg." Als es Abend ge­worden war, sagte der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter:Rufe die Arbeiter und zahle ihnen den Lohn aus, von dem letzten angefangen bis zu den er­sten." Es kamen nun die, welche um die elfte Stunde gekommen waren, und empfingen je einen Denar. Als aber die ersten kamen, glaubten sie mehr zu erhalten; aber auch sie empfingen je einen Denar. Da sie ihn empfingen, murrten sie wider den Hausvater und sagten:Die letzten da haben nur eine einzige Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt, uns, die wir die Last und Hitze des Tages getragen haben." Freund, erwiderte er einem von ihnen,ich tu dir nicht unrecht. Bist du nicht auf einen Denar mit mir einig geworden? Nimm also, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem legten ebensoviel geben wie dir. Oder darl ich dir nicht tun, was ich will? Ist dein Auge nei­disch, weil ich gut bin?"So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, wenige aber auserwählt."

In früher Morgenstunde.

^^Mt früher Morgenstunde ging der Haus- B Vater aus, um Arbeiter in feinen Weinberg zu dingen.

Kg* In früher Morgenstunde des Le- vW bens soll jedes Menschenkind sich an­schicken, Früchte der Tugend zu pflanzen, Gottes Ehre zu juchen und den Grundstein seines Glückxs zu legen.

Die frühe Morgenstunde ist die Jugendzeit, der

helle Mittag ist das Mannesalter und der späte Abend ist das Greisenalter.

In früher Morgenstunde sehen wir (Elisabets), Deutschlands berühmteste und beliebteste Heilige, deren siebenhundertsten Todestag wir in diesem Jahr feiern, bei der Arbeit, ihr Herz dem lieben Gott zu schenken und emsig zu bauen am Hauie ihrer Heiligkeit.

Diesen lieblichen Tugendfrühling beschreibt uns die Chronik mit folgenden Worten:

Da das Kind Elisabeth noch klein war und nichts wußte vom Bösen und Guten oder seine Vernunft gebrauchen konnte, weisete es schon das Bildnis seiner zukünftigen Gnade. Es ging und legte sich vor den Altar auf den Estrich, küßte die­sen mit seinem Munde, beugte auch manchmal seine Knie mit gefalteten Händen und hob seine Augen zum Himmel. Und wenn es mit andern Gesellin­nen seines Alters mußte spielen, tanzen oder springen, suchte es allezeit sich der Kapelle zu na­hen und, so es da nicht hineinkommen konnte, griff es die Säulen und Wände an und begann, die zu küssen. Was es im Ringelspiel gewann, davon gab es den Zehnten armen Kindern und noch andere Gaben dazu und hielt sie dafür an, daß sie das Pater noster und Ave Maria lernten. Und pflaa auch großer Demut und Gütigkeit ge­gen alle armen Leute und gab denen ein Almosen, wo es konnte. Gleichwie aber am Leibe, so wuchs S. Elisabeth auch in der Gnade und in allen Tu­genden und war darauf bedacht, in allen ihren Sachen Gott vor Augen zu haben, ihn getreulich anzurufen, die Zierde und Schmuck ihres Leibes und die Eitelkeit der Welt zu verlassen und ihr Herz und Gedanken inniglich Gott zu opfern. Wenn sie ihr Gebet nicht vollbracht hatte zu der Zeit, da sie gehalten war, sich schlafen zu legen, so wachte sie des Nachts, es zu vollenden. Des Sonn­tags und die andern Feiertage hielt sie darauf, zur Heiligung der Feier ihrem Leibe von feiner Zier etwas abzutun, dieweil Gott nicht in Glanz und Schmuck des Leibes, sondern in Demütigkeit des Herzens geehrt wird. Hierum pflag sie zur Messe und auf die Gezeiten Vormittags nicht Aer- mel oder ein geschnürtes Kleid anzuziehen, an kei­nem Tanz tat sie mehr denn einen Umgang und sprach:Eines Umgangs der Welt zu Ehren ist genug, die andern um Gottes willen lassen ist besser."---

Möchte doch jedes Kind das Glück haben, eine solch fromme reine, frohe, gottgeweihte Jugend zu verbringen. Bei einem Ehristenkind sind die Anlagen dazu ohne weiteres gegeben. Sind doch in der Taufe Glaube, Hoffnung und Liebe mit­samt den andern Tugenden im Keime grundgelePt worden. Es braucht nur den Sonnenschein einer gu­ten Erziehung und praktischen Anleitung, so wer­den diese Keimlinge prächtig aufgehen. Wie schön ist, was der weise Sirach von seiner Jugend er­zählt:Da ich noch jung war, suchte ich die Weis­

heit ohne Gdjeu in meinem Gebete. Ich bat darum vor dem Tempel und will sie bis ans Ende suchen. Sie blühte hervor wie eine Frühtraube, und mein Herz freute sich über sie. Mein Fuß wandelte auf dem rechten Wege, und von meiner Jugend an suchte ich sie." Sir. 51.

Frömmigkeit in der Jugend verbreitet einen lichten Schein über das ganze Leben. Ist ein Jüng­ling seinen Weg gewohnt, so läßt er davon nicht ab, wenn er auch alt geworden ist. Spr. 22, 6. Jung gewohnt alt getan! Früh übt sich, was ein Meister werden will! Religiöse Jugend ist oft schon zum Ausgangspunkt der Bekehrung gewor­den. So fand Klemens Brentano in der Erinne­rung an die Gebete, die er auf seiner Mutter Schoß gelernt, wieder den Weg zu Gott.

Die religiöse Veranlagung zu pflegen und zu entwickeln ist strenge Pflicht und schönste Aufgabe der Eltern. Wehe den Eltern, wenn sie über diese Pflicht sich hinwegsetzen, wenn sie sogar durch ihre Reden und ihre Beispiele die Keime ersticken. Mit Schrecken werden sie einst die Früchte einer solchen Erziehunggenießen". Was für eine Jugend zieht sich Rußland heran. Bereits wird Staat und Po­lizei nicht mehr Meister über die jugendlichen Banditen und Verbrecher. Mit den kümmerlichen Resten eingelebter Traditionen und Bräuche hält man sich noch einige Zeit über Wasser. Wenn aber einmal die frivolen und gottfeindlichen Grundsätze und Praktiken der Bolschewisten die Herrschaft über das Volk angetreten haben, was wird dann kommen?---

Erkaltetes, verdicktes Wachs nimmt kein Sie­gel auf. Auf frisches, weiches, schmiegsames Wachs läßt sich mit Leichtigkeit jedes beliebige Siegel anbringen. Drum, ihr Eltern, frisch zugegriffen mit dem Werk der Erziehung. Und welches Buch sollen denn unsere Kinder lesen, bevor sie noch das ABC lernen, bevor sie in die Volksschule gehen, bevor sie ein Buch halten können mit ihren kleinen Händen? Fragen wir darüber den hl. Bischof Jo­hannes Chrysoskomus, dessen Fest wir am 27. c M. begangen haben. Die ersten Bücher, die das Kind lesen soll, sagt dieser berühmte Kirchenlehrer, sind die Beispiele der Eltern; die Beispiele des Glaubens, der Gottesfurcht, des Gebetes, der Wahrhaftigkeit, der Reinheit, der Sittlichkeit, der Treue, der Barmherzigkeit, der Zufriedenheit, der Eintracht, der Friedfertigkeit und Liebe.Mir brauchte niemand zu sagen, was man in der Kirche zu machen hat," schreibt die hl. Theresia;ich brauchte bloß auf meinen Vater zu blicken und wußte alles!" Züchtigung ist auch am Platz, wenn es dis Umstände erfordern. So hatte der kleine Franz eines Tages einige bunte Treffen entwen­det. Der Vater gab ihm eine empfindliche Strafe. Franz wurde Theologe, Priester, Pischof, Kirchen­lehrer und ein Heiliger. Der Talpsarrer.