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schen Anträge, Ne im einzelnen folgendes verlang­ten-

1. Die Wahl von Betriebsräten in landwirt­schaftlichen Betrieben; 2. die Gleichstellung von Stadt und Land in der Betriebsrätegesetzgebung, 3 die Verlegung des Fortbildungsschulunterrichts in die Arbeitszeit; 4. das Monopol der öffentlichen Arbeitsnachweise für die landwirtschaftliche Ar­beitsvermittlung; 5. das Verbot der Kinderlohnar­beit auf dem Lande; 6. die Ausdehnung der Ge­werbeordnung auf die Landwirtschaft.

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Zunehmende Rückwanderung auf das Land? Bisher haben die Bemühungen, Industriearbeiter auf das Land umzusiedeln, stets schlechte Erfolge gehabt. Nach dem Bericht des Arbeitsamtes Recklinghausen ist hier eine Wandlung eingetreten. Der Zudrang zu den ländlichen Stellen ist in diesem Jahre erheblich stärker als im Vor­jahre, und zwar sind es vor allem Jugendliche beider Geschlechter, die wieder bereit sind, Arbeit auf dem Lande zu übernehmen.

Kommunisten stören die Christmelle. Infolge der poli­zeilichen Sicherheitsmaßnahmen ist es in M ii n ch e n am Heiligen Abend und in der Christnacht zu den angekündig­ten Kommunistendemonstrationen nicht gekommen. Ledig­lich in der St. Joachims-Kirche in Obersendling kam es zu einem kleinen Zwischenfall. Während der Christmette fingen kommunistische Burschen laut zu lachen an und verhöhnten die kirchlichen Handlungen. Sie wurden von Kirchenbesuchern aus der Kirche befördert, verprügelt und dann der Polizei übergeben.

Wahnsinn ist Trumpf. Der nationalsozia- listische BerlinerAngriff" bringt in Nr. 113 eine Meldung, die wie ein Fastnachtsscherz klingt. Es soll nämlich derNationalsozialistische Pressedienst" von zuverlässiger Seite" von einemVertrage" Kenntnis erhalten haben, derim Februar 1927 zwischen Dr. Brüning und Wirth (als Vertreter des Zentrums) und Breitscheidt und Braun (als Bevollmächtigte der SPD.) für fünf Jahre also bis 1932 geschloffen worden sei." Dergeistige Vater ... ist wohl der damalige Päpstliche Nuntius Pacelli . .." Daß diese Notiz hellster Wahnsinn ist, vermutlich verwirrtenweiße Mäuse" die Hirne der Nationalsozialisten braucht nicht gesagt zu werden. Ueberdies erklärt das derAngriff" selbst, denn er schreibt zum Schluß:Wenn wir auch nicht in der Lage sind, die Existenz eines solchen Vertrages nach­zuweisen ..." Mit anderen Worten: wir erkennen unseren Schwindel', aber wir lügen doch, denn Lüge ist unser bewährtes Kampfmittel. Leon Voltaire, der ge­hässigste Feind der Kirche, huldigte im Kampf gegen den Glauben stets dem Grundsatz:Verleumde nur tapfer, es bleibt immer etwas hängen!"

Nationalsozialisten verleumden einen katholischen Pfarrer. DieN. S. Rheinfront", das nationalsozia­listische Parteiblatt der Pfalz, brachte in Nr. 26 vom 30. Nov. 30 einen Artikel aus Pirmasens, worin dem katholischen Pfarrer Hauck von Schönau an der franzö­sischen Grenze vorgeworfen wurde, daß er einem Beicht­kind die Lossprechung verweigert haben soll, wenn es ihm nicht verspreche, künftig Zentrum oder Bayerische Volkspartei zu wählen. Was von dem offensichtlichen nationalsozialistischen Schwindelbericht zu halten ist, er­

feinen Gesinnungsgenossen, während umgekehrt der aus­gezeichnete Altmeister des französischen Romans, Paul Bourget, der in noch ungebrochener Frische seine subti­len Seelengemälde zeichnet, in Deutschland ohne Grund zum alten Eisen geworfen wird. Katholisch sind, mögen auch mitunter ihre Werke zur Kritik Anlaß geben so ziemlich alle originellen Begabungen der letzten Gene­ration: Mauriac, Bernanos, Julien Green, Cocteau. Reverdy; von den älteren Emile Baumann, Henri Gheon, Max Jacob. Katholisch sind die einflußreichen Philosophen des Thomismus: Jacques Maritain, Gil­son, Sertillanges, der Nachfolger Bergsons auf dem ersten philosophischen Lehrstuhl Frankreichs, Le Roy, der profunde Denker Blondel, der führende Kritiker Abbe Bremond, die Historiker Hanotaux, de la Gorce, Madelin, Goyau, der Geograph Brunhes. Katholilche Zeitschriften wie derCorrespondant", dieRevue Uni­verselle", dieVie Jntellectuelle", dieRevue des Jeunes",Vigile" erfreuen sich des höchsten Ansehens, die hervorragendsten Zeitschriften wie dieRevue des Deux-Mondes", dieRevue de France" sind zwar nicht programmäßig, doch tatsächlich ebenfalls katholisch, und in den neutralen Organen, wie denNouvelles Litte- raircs", kommen die Katholiken kräftig zu Wort.

Aehnlich steht es in Spanien: zu uns gehören der be­deutendste Dramatiker, der Nobelpreisträger Benavente, und sein fast ebenbürtiger Nivale Marquina, der weg- wciseiwe Kritiker, Essayist und Romancier Azorin, der

gibt sich zudem noch aus folgenden:: In dem Artikel war behauptet, ein Schlossermeister E. hätte mitten auf der Dorsttraße im Beisein zahlreicher Einwohner den Pfarrer einen Lumpen, einen Schieber usw. geheißen, ohne daß der Geistliche dagegen etwas unternommen hätte, das gäbe doch zu denken. Dieser Schlossermeister E. veröffentlicht nun in Pfälzer BlätternNeue Pfälzi­sche Landeszeitung" (Nr. 290 v. 13. 12. 30) eine Erklä­rung, es sei unwahr, daß er irgendwelche beleidigende Zurufe gemacht habe. Wahr ist dagegen, daß das na­tionalsozialistische Blatt diese Feststellung des E. trotz zweimaliger Aufforderung noch nicht veröffentlich hat. Außerdem hieß es tn dem nationalsozialistischen Artikel, Herr Pfarrer Hauck sei in seiner Gemeinde, wie man so sagt, unten durch. Dazu veröffentlicht der Gemeinderat einen einstimmigen Beschluß, in den: die beispiellose Selbstlosigkeit des Pfarrherrn im Dienste der Gemeinde und namentlich der Arbeitslosen dankbarst anerkannt wird.

Mit Hillerparolen läßt sich kein Skaak aufbauen. Der Bundesführer der österreichischen Heimwehren, Fürst Starhemberg, erklärte in einer Rede in Lebon in Steiermark, man könne zur Zeit mit der Waffe in der Hand nur die Wirtschaft zertrümmern und das ganze Volk noch in tieferes Elend stürzen. Man müsse daher den Gedanken der Gewalt aufgeben. Iltis S kraßende- monstrationen und Hitlerparolen könne man keinen neuen Staat ausbaucn. Die Heimwehr habe mit dem Nationalsozialismus nichts zu tun. Auch der Rechtsra­dikalismus werde dem deutschen Volke die ersehnte Be­friedung nicht bringen können.

Der Todesweg Westeuropas. Die Bevölkerungssta­tistik der westeuropäischen Völker für das Jahr 1929 bietet ein charakteristisches Bild. In sämtlichen Ländern ist die Zahl der Geburten gefallen mit Ausnahme Po­lens. Noch größer ist natürlich die Abnahme der Zahl der Geburten auf 1000 Einwohner berechnet, da die Zahl der Einwohner in den meisten Ländern noch zuge­nommen hat. Diese Abnahme der Geburten ist eine chronische Erscheinung, die seit dem Kriege ununter­brochen andauerr. Man erfaßt erst ihre Bedeutung, wenn man berechnet, wieviel Geburten auf jede neu ge­schlossene Ehe kommen. Es ist unbestritten, daß bloß zur Erhaltung eines Volkes in jeder Ehe drei Kinder geboren werden müssen, eine Zahl, die nur von Spanien, Italien und Polen erreicht wird. Die geringste Kinder­zahl je Ehe unter allen europäischen Völkern (also die geringste Fruchtbarkeit!) hat Deutschland mit 1,9 Kin­dern, Frankreich zählt 2,1, Polen 3,2, Italien 3,6 Kin­der. Die Zahl der Todesfälle hat allenthalben zugenom­men, ein Zeichen, daß die im vergangenen Jahrzehnt dauernde Verringerung der Sterbefälle einmal ihr Ende erreicht und bei besonderen Verhältnissen, wie sie die starke Kälte im Winter 1928=29 darstellen, in ihr Gegen­teil umschlägt.

WM

Freie Stobt Danzig.

Die Verhandlungen zwischen den Fraktionen über die Bildung der neuen Regierung gestalten sich äußerst schwierig. Kommt eine bürgerliche Regierung zustande, so ist es sicher eine Minder­heitsregierung. Neulich meldete ein Danziger libe­rales Blatt, daß die Absicht bestehe, das Kultus­

erfolgreichste Erzähler Spaniens Ricardo Leon, der po­pulärste Lyriker Gabriel y Galan, der glänzende Novel­list Mundn -Pabon. In der Spanischen Akademie über­wiegen die Traditionalisten (dort soviel wie getreue Söhne der ererbten Religion) nicht anders als in der Academie Francaise, wo peinliche Statistik 24 positive Katholiken auf 40 Mitglieder rechnet (unter den 16 rest­lichen sind 2 Juden). Auch der gefeiertste Dichter Kata­loniens Eugenio d'Ors, ist positiver Katholik.

Italien: Katholik ist heute d'Annunzio, der seine letzten Werke unter kirchlicher Druckerlaubnis erscheinen läßt und dem Dritten Orden angehört: militanter An­gehöriger der Streitenden Kirche ist der ehemalige Anar­chist Papini, dessenLeben Jesu" auch in Deutschland weite Verbreitung genießt Der gefeierte Dramatiker und Kritiker G. A. Borgese, der vornehmste italienische Essayist der Gegenwart Arturo Farinelli, beide außer­dem Professoren der deutschen Literatur an italienischen Universitäten, und Prezzolini, der wie kein zweiter auf die Jugend Einfluß übte, sind dem katholischen Neal nahe, wenn nicht ihm verhaftet.

Nennen wir rasch noch aus Polen dessen größten Dramatiker, Rostworowski, dessen hervorragendsten Ly­riker Staff und eine Meisterin des historischen Romans wie die Kossak-Szczucka, einen Poeten von der zarten Innigkeit Zegadlowiczs, aus Böhmen den Essayisten Salda und den unstreitig glänzendsten Erzähler der tschechischen Literatur unserer Tage Durych und sogar

senatorenamt einem Zentrumsabgeordneten zu übertragen. Dazu bemerkte die liberale Elbinger Zeitung:Für diesen Vorschlag hat man weder auf der Rechten noch in der nationalen Mitte et­was übrig. Der Einfluß des Zentrums ist olme- hm im Freistaat bereits weit über Gebühr veran­kert worden. Nach dem Ergebnis der Wahlen mit einer (wahrscheinlichen) Minderheitsregierung wird das Zentrum in Danzig völl g Trumpf, wäh­rend zwei Drittel der Bevölkerung der Freien Stadt Danzig evangelisch sind." Auch hier also die Angst vor den Katholiken, die man vor allem in kulturellen Dingen stets zurückdrängen möchte. Die Zahl der Katholiken in Danzig ist übrigens gegenwärtig fast 40 v. H. und macht bei den noch nicht schulpflichtigen Kindern schon 4244 v H. aus. Zieht man noch die Dissidenten, Juden u. a. mit ihren Prozenten ab, so bleibt die Zahl der Ka­tholiken hinter der der Evangelischen nicht so er­heblich zurück. Da wäre also ausnahmsweise ein katholischer Kultusminister keine so unerträglich« Erscheinung.

Oesterreich.

Eine Anzahl von Wiener Freimaurer-Logen haben sich zusammengetan, um in der österreichi­schen Bundeshauptstadt einen dritten Freimaurer­tempel zu errichten, da die beiden alten Tempel in der Dorotheengasse und Annengasse in Wien nicht mehr ausreichen. Zu diesem Zwecke wurde das Gebäude eines aufgelösten Automobilklubs in der Argentiniergasse in Wien gekauft und für Zwecke der Freimaurerei umgebaut. Da die Wie­ner Baubehörde in sozialistischen Händen ist, Hal die Baubewilligung keine besonderen Schwierig­keiten bereitet. Die reichen Wiener Juden geben das Geld dazu, das immer aufzubringen ist. wenn es sich um Logenzwecke handelt. Weniger Ver­ständnis hat dasgoldene Wiener Herz", wenn es sich um karitative Zwecke handelt.

Daß in den Wiener Logen sehr viel Geld steckt, zeigt die Tatsache, daß die nächste Studienreise der Wiener Großloge und ihres Reisekomitees zum Besuche der amerikanischen Logen geplant ist, mit denen die Wiener Großloge durch Ofian Lang in besonderer Verbindung ist. Der Fahrpreis ist für die Person mit 475 Dollar bemessen. Arms Oesterreicher werden sich dieseStudienreise" kaum leisten können.

Sowjclruhland.

Da im letzten Halbjahr eine geradezu epidemi­sche Flucht dèr Arbeiter aus den Sowjetbetrieben festgestellt werden konnte, die auf ungenügende Lebensmittelzufuhr zu den Industriezentren zurückzuführen ist, hat die Sowjetregierung be­schlossen, an Stelle der ausgeschiedenen Arbeiter Schulkinder im Alter von 1215 Jahren in den Betrieben anzustellen. Die Kinder müssen die Arbeit der Erwachsenen verrichten, erhalten aber für ihre Leistung nur 40 Prozent des Normalta­rifes. Bis jetzt sind drei Schulkinderbrigaden in drei verschiedenen Industrieunternehmen unterge­bracht, und ihre Leistungen werden vom Kontrall- amt als sehr günstig bezeichnet. Sollte der Ver­such günstig auslaufen, dann will die Sowjetreg'e- rung durch ein Dekret alle Kinder der Union der

aus Norwegen noch die Undset, die wir in Deutschland keinem vorstellen müssen, und es ist, mit den erlauchten Namen, die wir anführten, nicht etwa um einer weder beabsichtigten noch erreichten Vollständigkeit willen, noch weil gerade d:ese Namen und nur sie allein als die füh­renden anzusehen sind, ein Bild von dem Glanz ver­mittelt, der von unserer heutigen katholischen Literatur ausstrahlt.

Was noch vor wenigen Jahren eine anfangs leise gehegte, dann immer zuversichtlicher verkündete Hoff­nung war, ist zum großen Teil Wahrheit geworden. Wenn wir aus Deutschland, wo wir auf vieles Grund haben, stolz zu sein, doch in manchem Arbeit genug der Zukunft harrt, Hinüberblicken nach den Ländern der restlosen Verwirklichung, dann schöpfen wir Mut aus dieser Umschau und wir sehen in ihr das Unterpfand, daß auch auf deutschem Boden sich vollenden wirb. was ohne Ueberheblichkeit in seinen Konturen bereits zu ge­wahren ist: der Triumph des Katholizismus in der eu­ropäischen Literatur.

Germania". Dr. Otto Forst de Battaglia.

Ein guter Nat:

In 1 Liter Nachspülwasser tue 2 Eßlöffel voll Wein­essig beim Haarwaschen. Vorher aber nur das milde Helipon benützen. Immer so gepflegte Haare lassen sich bester frisieren und erhalten prachtdoven Glanz.