schlechte Menschen schaffen. Am Beistand Gottes wird es nicht fehlen. Aber auch eigene, persönliche Arbeit muß geleistet werden. St. Elisabeth hat ihr kurzes Leben gut ausgenützt und ist dafür eingegangen in die Freude des Herrn. Darum sei an der Schwelle des Elifabethenjahres der Vorsatz niedergslegt: ich will alle Zeit dieses Jahres auswerten zur Ehre Gottes, zum Wohl der Mitmenschen und zum eigenen Fortschritt. So wird das Jahr 1931 ein Baustein werden am Hause des zeitlichen und ewigen Glücks.
Der Talpfarrer.
Unser IteujahrstVUNsch!
Hrute, wo alle Verwandten und Bekannten einander in herzlicher Liebe und froher Hoffnung beglückwünschen, da komme auch ich, der Banifa- tiusbote, und rufe von Haus zu Haus, in eure Stuben und eure Herzen laut und feierlich hmein: „Glückseliges neues Jahrf" Es ist der alte, fromme, schöne Wunsch. Einen besseren, reicheren weiß niemand, auch ich nicht. Zwar seid ihr Menschenkinder, ihr suchenden, kreuztragenden Pilger des Lebens es ja schon gewöhnt, aus vielen, 'angen Jahren her, saß nicht jeder Wunsch sich erfüllt, daß nach dem Neumhrstag das Leben euch n vielen Sorgen und Mühen, Kämpfen und Lasten und Leiden wieder gerade so rauh und schwer bleibt, als zuvor. Doch höret: Da gerade setzt mein so volltönender Wunsch für euch ein, ich möchte euch nicht nur etwas wünschen, ich will euch helfen zur Verwirklichung meines Wunsches. Das ist ja doch meine ganze Aufgabe und das Ziel aller derer, die da Woche um Woche so treubesorgt für euch Leser und Leserinnen ihre Federn ansetzen und — nicht mit Tinte, sondern „mit Blut" schreiben, mit dem Herzblut ihrer heiligen Ueberzeugungen und ihrer Sorgen um eure Seelen, helfen wollen sie euch durch meine stillen sckpvarzen Lettern, helfen du-ch ernste Betrachtungen aus der Welt Gottes und ^.. durch fröhliche Erzählungen aus der Welt der Men- - scheu und des buntfarbenen Lebens, helfen, mmer wieder nur helfen, euch ermuntern und ermutigen,
s daß ihr die Wege Gottes und seiner heiligen Ge- x böte wandelt, die Gnaden der Erlösung Jesu >Ehr!sti und des Gottesreiches seiner Kirche eifrig stutzt, sie wollen euch manchen freundlichen $on- "Hrahl aus der Lichtwelt der Religion in das Grau des Alltags fallen lassen, auf daß ihr froh bleibt, und das Erdenleben immer im Licht- glanz dem oberen Gatteswelt anschauet. Das ist nicht Herzenswunsch für euch alle, alle in Stadt und Land, dam euch Woche um Woche getreulich beizustehen. Denn das heißt fürwahr an der Erfüllung des Neujahrswunsches mitarbeiten, auf daß er zur Wirklichkeit werde, hienieden schon, und einst in jener anderen Welt.
Nun habe ich euch schlicht und recht meinen $e- v gensnnnr^ zum neuen Jahr als treuer Freund
v eurer Seelen, eur-'- Familien, eures Lebens mit auf den Weg gegeben: mit Verlaub, wenn ihr es gestattet, so darf ich jetzt wohl auch für mich selbst einen IBim^ äußern? Es ist m noch die hl. Weihnachtszeit. wo alle, die gutenWillens sind,Wünsche äuhern dürfen und dabei hoffen können, Gewähr und Erfüllung zu finden. Mein Wunsch gilt auch eigentlich nicht ganz mir allein: vielmehr noch gilt er wiederum euch allen; denn ich, euer Bote, will doch Sonntag um Sonntag, das liebe lange Jahr hindurch, eben nur euch dienen, euch erfreuen, euch geistigerweise nützen, euch trösten, euch durch die eilenden raschen Jahre der Zeit zu den ewigen Jahren Gottes hinführen. Darum nun mein Wnn'ch, — er ist nicht unbescheiden:
Nehmt mich allzeit freudig und freundlich auf. Ich bin ja euer Sonntagsgast. Führet mich in die gute Stube. Gönnet mit etwas Zeit. Leset und überleget euch in aller Ruhe das, was auf meinen verschwiegenen Seiten steht, was da in die toten Lettern zwar gebannt ist, was aber doch so lebendig lebt und an eure Seelen pochen möchte. Schauet freudig und freundlich mich an, so oft ich leite und unaufdringlich bei euch anklopfe, und leget mich nicht utzwillig und gleichgültig beiseite, — so behandelt man doch feine Besucher nicht; und machet auch kein mürrisches, finsteres Gesicht, wenn einmal im Monat eine Hand sich zu euch ausstreckt, die einige Groschen einlammeln will, um meine Druckkosten zu begleichen; ihr wisset ja, heutzutage ist alles teuer, und man bekommt nichts umsonst, auch das Papier nicht.
Nehmet m^i auch jedes Mal mit YMgem Ernste auf, so w.e wenn euere Pfarrgeistlichen selber zu euch kommen; denn ich bin ja ihr Gehilfe, — bin auch ein Kaplan in eurer Pfarrei. Sie können heutigentages nicht allein ihre vielseitigen Aufgaben der Seelsorge in Kirche und Schule, in Häusern und Familien, in Vereinen und Versammlungen bewältigen. Darum brauchen und suchen sie sich Pfarrhelfer. So einer bin ich. Nehmet also mich freundlich auf, wie wenn euer Pfarrer oder eure Kapläne selber zu euch zu sprechen hätten. Auf dem Papier, mit den Federn und den Lettern der Druckerschwärze werden heute die schwersten und entscheidendsten Kämpfe des Geistes ausgefochten. Wir Zeitungen find auch Prediger auf hohen Kanzeln, und wir erreichen noch viele Tausende mehr, als wie der Prediger auf der Kanzel der Kirche. Denn wir sprechen zu euch durch den Lautsprecher einer vieltausendfältigen Auflage. Wir predigen auch jeden Tag. siebenmal in der Woche, während der Pfarrer
IKhresweNès.
Wieder ein Jahr entschwunden!
Glocken klangen von fern,
War es ein gutes, ein trübes, Bracht es dir Weh oder Liebes, Leg' es in Jesu Wunden, Leg' es ins Herz deines Herrn!
Siehe, dort lacht das neue, Hell wie der Morgenstern!
Wirds dich mit Rosen bedenken!
Wird es mit Dornen dich kränken?
Bete, befiehl es ins treue Liebreiche Herz deines Herrn!
Bringt es dir wonnige Rosen,
Hege sie freudig und gern,
Doch, wie ihr Duft dich mag kosen,
Trage die schönste der Rosen
Hin zu dem sündenlosen
Heiligsten Herzen des Herrn!
Bringt es dir stechende Dornen —
Ach die bleiben nicht fern!
Daß sie nicht Satanskörnlein
Werden, trage die Dörnlein
Hin zu dem schmerzerkornen Blutenden Herzen des Herrn!
Sprich: „O du rosenzartes, Dornenwund' Herz meines Herrn! Segne die Tage, die schönen,
Segne die Nächte voll dränen;
Holdes Geschick wie hartes, Segnest du's, trag' ich es gern!
Rauscht der Herbst um die Pfade Sinkt meines Lebens Stern — Dann meine letzte Stunde Leg' ich in deine Wunde,
‘ Leg' ich in deine Gnade,
Süßestes Herz meines Herrn!"
Enrica Handel-Mazzetti.
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nur einmal zu euch predigen kann; wir stillen Seiten bleiben geduldig auf eurem Tisch liegen und warten, warten, bis uns wieder einer aus eurer Familienschar ruft und auf unsere Predigt in einigen ruhigen Augenblicken uns zuhören will; wir warten geduldig, denn wir haben viel Zeit, — immer bis zum nächsten Sonntag. Leget uns aber nur nicht rasch und ganz auf die Seite, und wickelt nicht euer Strickgarn oder die Butterbrote eurer Kinder in unsere Bogen ein! Wir möchten gerne aufbewahrt sein, von Jahr zu Jahr, damit auch die Späteren noch in uns blättern und lesen könnten, und unsere Predigten auch dann noch vernähmen, wenn jene, die sie euch jetzt hier halten, schon längst tot sind, und ihre müden Hände längst gefaltet im Grabe ausruhen vom Dienste der Feder.
Nehmet mich gut auf, und helfet mir mit zu meiner Ausbreitung. Ich möchte gern weiter und weiter vordringen. In die letzte Familie hinein. Viele stnd's, die mich noch nicht kennen und regelmäßig sehen. Gerade zu diesen möchte ich. Sorget mit, daß im Jahre 1931 die bislang ver
schlossenen Türen mir aufgetan werden; dann tun sich auch durch mich noch mehr Herzenstüren dem guten großen Gott auf. Es ist ja nur zu wahr: ihr Katholiken habet es gut, vielleicht zu gut. Ihr habet Kirchen und Gottesdienste und Predigten in Fülle. Ihr habet es besser, als Hunderttausend« eurer Brüder in anderen Landesteilen. So ruhet nicht träge und lässig auf eurem ererbten Besitz. Bewahret und mehret eure Gnadenichätze. Suck-et apostolisch zu wirken unter den der Kirche Entfremdeten und Entfernten. Rufet sie zuruck- rufet sie mit meiner Stimme; brauchet mich als euren Boten und Herold Gottes an die Seelen. Das ist des Sonntagsblattes Neujahrswunsch und New- jahrsgruß.
Mit Gott fang au.
Bom guten alten Abraham a Sankt« Klara, (t 1709.)
Lauf und schnauf, daß du schwitzest wie ein Postklepper; schab und grab, daß dir die Händ hundert Blattern bekommen; treib und schreib, daß dir fast die gesamten Kräfte vergehen; wetz und hètz, daß dir der Lebensatem zu kurz wird, hau und blau, daß du allen notwendigen Schlaf bei« stits fetzest; stick und flick, daß dir kein Feierabend einfällt: rupf und klopf, daß dir auch der längs Tag zu kurz wird; laß und paß, daß dir auch ne Geduld die Schwindsucht bekommt: du w-rst gleichwohl nichts oder wenig erhalten, nichts oder wenig erwerben, nichts oder wenig erhaschen, wenn du deine Sach nicht mit Gott anfangest. Entgegen tust du Gott verehren, so wird dir Gott das Deinige vermehren. Schließ Gott nicht aus, !e= dann geht alles wohl im Haus. Ein Schiff ohne Ruder bist du, ein Vogel ohne Flügel bist du, ein Garten ohne Zaun bist du, ein Soldat ohne Waffen bist du, eine Speis ohne Salz bist du, ein Faß ohne Reif bist du, wenn du ohne Gott bist: fange demnach alles an in Gottes Namen, fobann wirst du auch alles enden in Gottes Namen. Es bleibt dabei:
Wer Gott verehret, Sein Glück vermehret.
Zur MAfèSK Stunde.
Line Silvefkergefchichte aus den Schweizer Bergen.
Von Ilse Franke.
Am Silvesterabend ging es im „Sternen" zu Tellflüh hoch her. Der neue, junge Wirt, Johann Krattinger von Bächlisbrunn, hielt einen luftigen Eröffnungstrunk
Der alte Wirt, Schmutz Jakob selig, hatte am falschen Ort sparsam sein wollen, hatte an Fett und Butter und Eiern gespart. Da war die Wirtschaft in Gant gekommen. Der Krattinger war gescheiter. Man mußte den Leuten etwas bieten. Das war noch nicht verschwendet. Das war erst das rechte Geschäft. Das zog die Gäste in Scharen herbei wie der Zucker die Fliegen.
Da gab es nun in der verräucherten Wirtsstube allerhand Kurzweil: Spielen um Weißbrot- zöpfe, Nußknacken mit Musikunterhaltung und Ku- ckenessen, und im Lotto konnte man Speckseiten und Schinken gewinnen. Was Wunder, daß aus dem ganzen Gau die Leute zufammenström 'en, daß die Fränklein sprangen und klangen und Bier und Wein in Strömen rannen, daß alle Tische klebrig waren vom vielen Anstoßen und Ausspritzen'
Der junge, blonde Wirt lehnte breitbeinig an der Tür. Er strahlte über das ganze bartlose, glänzende Gesicht, weil seine kluge Rechnung auf- gegangen war. Wohlwollend und zufrieden drehte er die runden Wurstfinger über dem behäbigen Wackelbäuchlein. Er erhoffte sich ein fettes Jahr nach dem verheißungsvollen Anfang.
Seine junge Hausfrau Maritheres stach auffallend gegen ihn ab. Sie war schön und ernst wie eine Bildertafel in der Kirche, stand hoch und schlank hinter dem tannenen Schanktisch und hantierte da mit ihren gelassenen, anmutigen Bewegungen, als sei ihre Seele irgendwo weit fort auf den weißen Bergen. Zwei saubere Kellnerinnen mit weißen Spitzenschürzen, die Annemei und Delfine, bedienten die Gäste. —
Unter dem ausgestopsten Stsinbockkopf mit dem mächtigen, gewundenen Hörnern saß ein Fremder im kurzhosigen, graugrünen Sportanzug, den man in Tellflüh noch nie gesehen hatte. Seine