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Ausgabe B. IWWMM

ft Elisabeth-Blatt

3,, Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 L-Pfennig 3 45 L-Pfennig (Zustellgebühr extra). Redaktionsschluß Montag. Anzetgen-Preise: Eolonetzelle tm Anzeigenteil 0,15 Goldmark. Loioneizelle tm Reklameteil 0.60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Äed. 0.10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer AettendruSere» in Fulda (ein.

» Drues und Verlag öer Fuldaer Ackiendruckerel. verlagsocl Fulda. ........

Sonntag, 4. Januar 1931.

WocheKkalender.

Sonntag, 4. Januar. Fest des hl. Namens Jesu.

Montag, 5. Jan. Vigil des Festes Epiphanie. Teles- phorus, Papst, Mart., t 139

Dienstag, 6. Jan. Fest der Erscheinung des Herrn. Kol­lekte für die Afrikanischen Missionen und für den Win­friedbund.

Mittwoch, 7. Jan. 2. Tag in der Oktav von Epiphanie. Donnerstag, 8. Jan. 3. Tag in der Oktav von Epiphanie. Freitag, 9. Jan. 4. Tag in der Oktav von Epiphanie.

Samstag, 10. Jan. 5. Tag in der Oktav von Epiphanie.

Fest des HS. Ramens Jesu.

Epistel. Apostelgeschichte 4, 812. / Die Kraft des

Namens Jesu.

In jenen Tagen sprach Jesus, vom heiligen Geist er­füllt:Ihr Vorsteher des Volkes und ihr Aeltesten, hö­ret! Wenn wir heute wegen einer Wohltat an einem kranken Manne darüber vernommen werden, durch wen er geheilt wurde, so sei euch allen und dem ganzen Volke Israel kund: Durch den Namen unteres Gerrit Jesus Christus von Nazareth, den ihr ans Kreuz ge­schlagen habt, den aber Gott von den Toten auferweckt hak: durch ihn steht dieser Mann gesund vor euch. Das ist der Stein, der von euch Bauleuten verworfen ward: er ist zum Eckstein geworden. In keinem andern ist Heil: denn kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir selig werden wollen."

Evangelium. Lukas, 3, 21. / Der Name Jesu.

In jener Zeit, als acht Tage vorüber waren und das Kindlein beschnitten werden sollte, ward ihm der Name Jesus gegeben. So hatte ihn der Engel schon benannt, noch bevor er im Mutterschohe empfangen war.

Ein grstzes Ereignis.

er Jammer der Zeit hat weit aus­geholt und mit lautem Schlag das Jahr des Heils ein tausend neun­hundert ein und dreißig angekündigt. Die Menschen horchen wieder auf und

bleiben einen Augenblick stehen auf ihrem Lebens­wege und lauschen dem Puls der Zeit und grei­fen dann wieder zum Wanderstab, um einer unbe­kannten Zukunft und dem sicheren Grab entgegen- zueilen.

Ich bin kein Prophet und kann nicht wissen, was dieses neue Jahr für mich und für dich und

für uns alle in seinem Schoße birgt, ob Auskom­men oder Not, Gesundheit oder Krankheit, Leben oder Tod. Ein großes Ereignis aber sehr ich hin­einragen in dieses neue Jahr Ein Jubiläum ist es, das für unser deutsches Vaterland, für hoch und nieder, für reich und arm, für Katholiken und Protestanten, für alle Stands und Konfessionen vom größten Interesse sein wird. Sieben Hundert Jahre sind es nämlich seit dem Tod einer heiligen, deutschen Frau und Mutter, der hl. Elisabeth, Landgräfin von Thüringen. Zur Zeit, als sie blühte und wirkte, wehte über unserm deutschen Vaterland die Fahne religiöser Einheit. Da war ein Glaube, eine Konfession, eine Kirche. Von der unseligen Glaubensspaltung späterer Jahrhun­derte hat man noch nichts gewußr. So dürfte das Jubeljahr der hl. Elisabeth ein Pfeiler sein zur Ueberbrückung konfessioneller Gegensätze. Elisa­beth war eine Frau von Stand und Rang, deren Schulter das Hermelin bedeckte, deren Haupt die Krone schmückte. Und doch war ihre Lebensfüh­rung von einer solch beispiellosen Bescheidenheit und Selbstbeschränkung, daß mancher Proletarier des heutigen Jahrhunderts sich dafür bedanken würde. So gehört Elisabeth allen Ständen an und darf von unserer klassenbewußten Zeit als Zei­chen der Versöhnung zwischen Bürgertum und Proletariat" begrüßt werden.

Es ist mir nun der Gedanke gekommen, zu die­sem Elisabethjubiläum ein Andenken zu stiften und ihr wechselvolles Leben in fortlaufenden Lesungen darzustellen. Vielleicht werden diese Zeilen dann und wann zu einem Sittenspiegel der damaligen und zu einer Gewissenserforschung der heutigen Zeit werden.

Geboren ist die hl. Elisabeth zu Preßburg, einer Stadt in Ungarn, schön gelegen an der blauen Donau, einer Stadt mit großen historischen Erin­nerungen, wo die Ungarischen Reichstage so oft sich versammelten, einer Stadt mit vielen Unste­ten, Klöstern und Gotteshäusern. Man schrieb das Jahr des Heils Taufend zweihundert und sieben, als Trompetenklänge droben von der königlichen Residenz die Geburt einer Prinzessin weithin ver­kündigten. Und wahrhaftig, diese Geburt teilte ein großes Ereignis sein. Ein Stern war damit aufgegangen im Ungarnland, der nicht nur über das Land des hl. Stephans, sondern auch über Thü­ringen, Deutschland und die ganze katholische Welt hinstrahlen sollte, ein Stern, zu dem die Fürsten

und die Völker, die Reichen und die Armen mit großer Ehrfurcht aufschauen sollten.

Auch in unserm Leben hat einmal dieses Stünd­lein geschlagen. Im Palast oder in der Hütte, in der Residenz oder in der Provinz, in der Stadt oder auf dem Lande ist einmal die Kunde erschol­len: Ein Sohn ist angekommen, eine Tochter wurde uns geschenkt. Vermittler unseres Lebens f-nb unsere Eltern gewesen, sowie die Drähte Vermitt­ler des elektrischen Lichtes, die Röhren Vermittler des Wassers sind. Urheber aber und letzte Quelle unseres Daseins ist Gott selber. Eine Wahrheit, die jedem Verstand einleuchtet, die bei allen Böl->^ kern und Religionen anerkannt ist. In kräftig^ ei" Worten hat ihr der hl. Paulus Ausdruck verL^^ hen, als er auf dem Areopag zu Athen vor einem gebildeten Publikum folgende Worte sprach:

Gott hat die Welt erschaffen und alles, was darin ist; er ist der Herr des Himmels und der Erde; er braucht zur Wohnung keine Tempel und zur Bedienung keine Menschenhände, da er selber alten Geschöpfen Leben gibt und Atem und alles."

Und dieses natürliche ist Wurzel und Funda­ment und Schlüssel des zeitlichen und ewigen Glücks. Darum müssen wir für unser Leben dank­bar sein sowohl dem lieben Gott als auch unsern Eltern, deren Gottes Weisheit sich bedient hat, uns das Leben zu schenken, zu erhalten und zu pfle­gen. Hätten wir nicht das Leben, könnten wir niemals Gott erkennen oder schauen oder lieben.

Doch nicht bloß einmal, sondern tausendmal hat uns der liebe Gott das Leben geschenkt. Denn jeden Tag fließt es aufs neue aus dem Born her göttlichen Allmacht und Güte. Gott ist es, der nicht nur das Leben spendet, sondern es auch er­hält, so lange er will. Unser ganzes Leben und jeder, auch der kleinste Abschnitt unseres Lebens, jeder Monat, jeder Tag, jede Minute sind Ge­schenke aus der Hand des Allgütigen. Gatt ist es ' auch, der uns dieses neue Jahr beschieden hat, während unzähligen andern, die vielleicht jünger sind als wir, der Lebensfaden bereits abge'chnitten wurde. Ob wir dieses Jahr bis zum Schluß durch­leben, das wissen wir nicht.

Eines aber dürfen wir nicht vergessen. Das Le­ben selbst kommt von Gott. Aber die Gestaltung des Lebenswandels ist zum großen Teil unsere eigene Arbeit. Wie ein Bildhauer aus einem Steinblock eine Engels- oder eine Teufelsfigur mei­ßeln kann, so können wir aus uns selber gute oder

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