Ksmmen Sie herein! Sie wollen gewiß — )n, ich We^ß nid)---" —
„Ja, wenn Sie etwas für mich hätten, irgend etwas Altes, Abvelegtes! Ich bin auf Wanderschaft halb nur das, was ich am Leibe trag, und das ist schlecht geworden."
Ein wenig später saß er in der kleinen Küche Fürwahr, dachte Mutter Lene, we sieht der aus! Keinen Mantel, Löcher in Aermeln und Hosenbein! Muß der frieren!"
„Seit einem Jahr bin ich unterwegs," erzählte er, mit Wohlbehagen den heißen Kastee tr nkend, den sie ihm vorgesetzt hatte. Heißen Kaffee und em großes Butterbrot in einer warmen Küche! Er taute langsam auf. „Hab keine Arbeit, schon lang n cht mehr. Bin auf der Suche, geh von Ort zu Ort, aber überall das gleiche Elend.' Muß halt we'- ter wandern. Nun sind die Schuh zerrissen uni: der Anzug schlecht. Da muß ich halt betteln. Gute Leut gibts immer noch."
Mutter Lene sah ben blonden Schopf an. Genau wie der Hannes, so blond. Hannes ging auch auf die Landstraße, damals, vor einem Jahr. Er hatte es satt, stempeln zu gehen. Er glaubte an das Glück, irgendwo in der Welt, wollte, wenn er es gefunden hätte, die Mutter zu sich holen. Nun wird er nimmer schreiben: Mutter, komm! Weit, weit fort liegt er auf dem Fr edhof in der fremden Stadt. Nur ein kleines Bündel kam von ihm zurück, ein kleines Bündel. Und ein Brief traf ein, daß er starb nach schwerem Feber. Der Hannes ihr Einziger.
Sie stand vor dem dunklen Kleiderschrank und öffnete mit zitternden Händen die knarrende Tür. Das Letzte von Hannes hing dar'n: sein Sonntagsanzug. Den hatte er damals zurückgelassen denn er war zu schade für die Landstraße. „Wenns mal nötig ist, schickst du ihn, Mutter!" Ja, nun hing er hier, ein wen'g nach Mottenpulver duftend
Sie trug ihn wie ein Heiligtum in d e Küche, wo der Blonde saß, der mit großen, verwunderten Augen aufschaute.
„Probiert ihn an!" sagte sie, aufs Nebenstübchen weisend. Sie hörte ihn emsig hantieren. Dann stand er vor ihr.
„Schade. Er ist zu groß. Er ist auch viel zu gut. Nein, damit tippeln?"
Mutter Lene prüfte sachlich. Die Hose war zu lang, auch b:e Aermel mußten ein Stück kürzer fein. Sonst ging es. Der Blonde war kleiner, aber nicht schmaler als Hannes. Sie kramte nach Nadel und Faden.
„Ich steck ihn ab und mach ihn passend bis ruhi Abend. Bin ja Näherin!" sagte sie. Und schon hast dien ihre Altfrauenhände. „So. Jetzt weiß ich Bescheid. Um sieben heute Abend ist er zum Abholen fertig."
Längst war sie wieder allein, längst richtete und nähte und bügelte sie. A^er immer sah sie dabei zwe' dankbare Augen und hörte eine Stimme: „Je, die Freud! Gibt das noch gute Menschen! Genau so war mein Mutterl. Ist schon lange tot. Die würd sich jetzt mit mir freun!"
Nun hing er auf dem Bügel, Hannes' Sonntagsanzug. Mutter Lene hats geschafft und nicht einmal vergessen. em Strohblümchen ins Knop'loch zu stecken Ein Paar alte Schuhe von Hannes und selbstgestrickte Strümpfe, die zurückkamen, stellte sie noch dazu.
Und dann sah man Mutter Lene in einer ganz wunderlich festlichen Stimmung in der kle'nen Küche schaffen. Es war ganz geheimnisvoll! Und es war genau wie früher, als sie noch ihren großen Jungen hatte und für ihn sorgen konnte. Heute, m't dem Sonntagsanzug, hatte sie ihre Mütterlichkeit wieder herausgekramt, dis solange einaesperrt gewesen war. Heut Abend kam ein blonder Jung^, und der faste einmal schön Weihnachten feiern, ure zu Haus. w'e beim Mutterl. Und sie wollte das Mu""rl sein.
Klingeling! ging die Schelle, als es schon dunkel war.
Der Blonde stand vor der Tür, hörte die schlurfenden Schritte und wurde empfangen wie früher daheim.
„Nun komm, Junge! Nun laß m'ch halt „Du" sagen, bin ja eine alte Frau, und heut wollen wir Weihnachten feiern. wenns auch nach dem Kalender erst morgen ist. Komm herein!"
Und dann war alles wie ein Wunder. Er durfte e n lange nicht mehr gesehenes heißes Fußbad nehmen. Dann stieg er in den neuen Anzug. Ei, wie der paßte, wie der wärmte! Wie wobl die weichen Strümpfe feinen Füßen taten! Und b:e Schuhe! Dicke Sohlen darunter!
Und dann war Weihnachten. Dann war wirklich Weihnachten. Da hatte das Mutterl im Stübchen den Tstch gedeckt, Teller bl nkten und w e es duftete! Wie es lockte auf feinem Teller, den das Mutterl beladen hatte mit Rotkohl, Kartoffeln und — Schweinebraten! Wahrhaftig, saftiger, dampfender, weihnachtlicher Schwe nebraten! Ein kleines Tannenbäumchen sah mit schimmernden Lichtchen in all die Herrlichkeiten.
. „So, Junge, nun bete und iß dich satt! Heut ist Feiertag!" lutz das Mutterl ein. Und es nahm and) selbst vom festlichen Essen, brachte aber vor freudiger Aufregung nicht tret herunter. Es war attes so wunder am heute. Der Junge aß langsam, beinahe andäch ig, wagte nicht, ein zweites Mal zu nehmen und leckte doch mit all feinen weißen Zähnen, als das Mutterl ihm den Teller wieder füllte. Es tut ja doch so gut, das Essen! Wird ihn noch wärmen, wenn er gle ch weiter wandert in die Heiliae Nacht hinaus bis ins nächste Dorf.
„Muß nun gehen, Mutterl. Aber das war ! bön! Das vergeß ich nie! Ich werd Euch schreiben. Und ich dank Euch tausendmal!"
D e sorgt d)en H mde wickelten schnell noch etwas ein: den Rest vom Weihnachtsbraten. „Nimm das mit, Junae! Das ist für unterwegs! Und nun behüt dich Gott!"
Das „Behüt dich Gott" ging noch mit 'hm, mütterlich gut, als er sännst wieder wanderte. Leise fiel der weiche Schnee. Der Sang der Glocken war verbellt. Einsam lag die Landstraße, leß sich messen von seinem rüstigen Schritt.
„War das schön!" seufzte das Mutterl noch lang nachher, schlurfte ins Stübchen zurück und räumte die Teller zusammen.
„Muß setzt spülen."
Und derweil das Wasser im Kessel singend heiß wurde, saß sie wartend 'm stillen Eckchen, sah draußen die Flocken tanzen und war heimlichen Herzens froh.
Noch nie hatte sie so schön Weihnachten gefeiert.
WshltakeN-
die nichts kosten. aber kostbar in den Augen Gottes find.
Ein freundlich Gesicht bei der Eintönigkeit des alltäglichen Dienstes.
Ein Wort der Anerkennung für das Gute des Nebenmenschen.
Ein kleiner Dienst, dem erwiesen, der uns unterworfen ist.
Ein Wort des Scherzes für die Lieblinge Gottes, die Kinder.
Ein warmer Händedruck für den, der traurig ist
Ein geduldiges Sprechen mit Ungeduldigen und Lästigen.
Ein Blick des Mitgefühls für den, der verborgenes Leid trägt.
Ein freundlicher Gruß für den kleinen Mann.
Ein Bekennen der eigenen Schwachheit.
Ein ehrliches Bekenntnis des begangenen Unrechts.
§ch§rz.
Petrus mit dem Himmelsschlüssel. Eine fromme Großmutter zeigte einst ihrer 6jährigen Enkelin ein Bild des heiligen Petrus mit den Worten: „Das ist Petrus mit dem Himmelsschlüssel." Das kleine Mädchen merkte sich dies, stellte sich bald darauf ans Fenster und sah mit unverwandtem Blick den Himmel an. Die Großmutter bemerkte es und fragte: „Warum schaust du den Himmel so aufmerksam an?" — „Liebe Großmutter," gab die Kleine zur Antwort, „ich suche das Schlüsselloch."
Woher kommt es, daß man die Schneider mit dem Ziegenbock vexiert? Im Jahre 1423 belagerte der Prager Hauptmann Hedwicka, der früher ein Schneider war, das feste Schloß Karlstein in Böhmen. Die Karlsteiner wollten dem Hauptmann, um ihn für sich zu gewinnen, ein Geschenk machen und schickten ihm einen gebratenen Ziegenbock. Der Hauptmann glaubte, die Burg sei noch im Uebersluß mit Lebensmitteln versehen und zog ab. Seit diesem Tage vexiert man die Schneider mit dem Ziegenbocke.
Ein tapferer General, dem in einer Schlacht ein Bein zerschmettert wurde, mußte dasselbe abnehmen las- len. — Nachdem er die Amputation mit großer Kaltblütigkeit erlagen hatte, sagte er zu seinem weinenden treuen Diener: „Spare deine Tränen, du Heuchler. Ich weiß, daß du innerlich froh bist, denn du brauchst jetzt nur einen Stiefel zu wichsen."
Kurzer Weg. An einem bayerischen Gebirgswege verunglückte ein Bauer mit seinem Fuhrwerk tödlich. — Zur Erinnerung daran ward eine Tafel an dieser Stelle angebracht, welche außer dem Namen des Verunglückten
diese Inschrift trägt: „Der Weg zur Ewigkeit ist n gar so weit, — Um 9 Uhr fuhr er fort, um 10 Uhr n er dort."
Zu einem General kam ein stämmiger Rekrut s nerat „Du bist doch kein Säufer, kein Schlemmer k Spieler, Bursche?" — Rekrut: „Nein, Herr Genera — General: „Aber du bist ein wackerer Kerl, der seu Branntwein vertragen kann?" — Rekrut: „Und ein Eimer volll"
Der gottlose Schriftsteller. Voltaire war sehr h lich. Eines Tages bat ihn eine ihm bekannte Dame e dringlich, mit in das Atelier eines Malers zu komm Als sie dort eintraten, sprach die Dame zum Mal Gerade so wie dieser. Sie verstehen mich." — Volle wußte nicht, was ihm geschah. Er ruhte nicht, bis Mater ihn _über das wunderliche Gebühren der De aufklärte. So erfuhr er von diesem, die Dame wüns< einen Satan gemalt zu haben und habe versprochen. i ein Muster hierfür zu bringen.
Dar anspruchsvolle Dienstag. Ein Bewohner , Haiti hatte einen Bedienten, der am ersten Diens nach feinem Dienstantritt seinen Herrn um einen Picr ansprach, da an diesem Tage sein Namenstag sei. t Herr gab ihm einen. Am folgenden Dienstage miet holte er dieselbe Bitte. Verwundert fragte der Hi wie es möglich sei, daß er schon wieder feinen Name tag feierte. „Ja, ich heiße Dienstag", entgegnete jer
Josephs
Bei der Fuldaer Aktiendruckerei gingen ein:
Ungenannt N. d. M 1.— Schmalnau Z. E. d. bl. Jud. Thad.u. d. hl.Th.v.K.Jesu 1- Hofbieber N. d. M. 2.— I. S., Dl. d. hl Ant u. Jud. Tbad. für Hilfe i. gr. Not 1.— Sickels N. d. M 1- Stöckels N. d M. -.50 Jirkenback N. b. M. 3- Ulmb-ck Dk.d. bl. Jos.u. b.
^MöAM^^MkMWM'I» ■■ WRI U FtlMW
-Pfennig.
bl. Jud. Tbad. i
Ungenannt Hl. I. b. i. e. L. Wüsten ack en N. d M.
Ungenannt
Lütter „
No'hemann „
Niederrode „
Dirlos
Ungenannt 3. E. b. hl. Jud.
Tbad. :
D etges N. d. M.
ficht er»
Fulda
»■
kranke verzaget ntchi
Ich behandle mit nachweislich guten Erfolgen c noch heilbaren Krankheiten, wie Lungen-, Mage Darm», Leber-, Nieren-, Blasen-, Herz-, Gemö leiden, epilept. Klümpfe, Rheuma, Ischias, Gall steine, offene Beine.
H. Loddenkemper, Heilkundiger, Ault
Ntesigerstr. 14 (Am Frauenberg.)
Sprechstunden: 9—12 und 2—4 Uhr. Samst und Sonntags keine Sprechstunden.
/ y\ Diplom-Optiker ^^ Lâeââ
Fulda, Steinweg 12
Achtung!
Achtung!
Mather- und Aufbewuhrungschrünl als Ersatz für gemauerte Räucherkammern. Grö
Platz- und Kostenersparnis.
Bestbewährtes System seit 35 Jahren.
Adam Böschen, Fulda, Sack
Telefon 490. Prospekte gratis.
^Me MiNec
geben ihren Kindern gerne die kräftigende, vitaminreiche, blutbildende
£eâec^qq- I Emulsion . I ia.™i’»-M«!M4i<w‘a^
^fe ZKUtdec
i nehmen diese Emul-
i sion gern, weil sie
von köstlichem Wohlgeschmack ist. Preis pro Flasche 1.50 Rm. aus der
LLâ ScfiWmt, FULDA, Marktstr. 14.
Witwer, laih., 49 Ja alt (Werkmeister) in gi gesicherter Stellung mit erwachs, beruflich teils Söhnen sucht zur Forts rung seines Haushalt ältere, solide
tzaushütterèr
von einwandfreiem Ruf l Vergangenheit. Gefl. Ang mit Lichtbild u. Angabe früh. Wirkungskreises ur Nr. 333 an die Gefchä tsstc
Trauerbildcht
in großer Auswahl liefert billigst
FuldaerÂßtiendrucket