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Sonntag, 14. Dezember 1930

40. Zahrg.

Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint leben Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 L-Vtennig B 45 R.-Pfennig (Zustellgebühr extra) Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Pretse: Colonelzette tm Anzeigenteil 0.15 Goldmark. EolonelzeU» «w Reklameteil 0.60 Goldmark, Bet Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Ged. 0.10 Goldmark. Bono extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens tm Besitz der Fuldaer Actiendruckeret in Fulda lern

— ■' ■ Druck und Verlag Der Fuldaer AcNendruckeret. veclagsor» Fulda. — >»»..

Wochenkalender.

zntag, 14. De;.. 3. Adventssonntag.

.„tag, 15. Dez. Oktav der Unbefl. Empfängnis, ns/ag, 16. Dez. Eusebius, Bischof, Mort, t 370. twoch, 17. Dez. Sturmius, Abt von Fulda, Bek. b 779. OuatembermitNooch.

merstag, 18. Dez. Vom Tage, itag, 19. Dez. Oualemberfreitag. nstog, 20. Dez. Quatembersamstag. Vigil vom hl. Apostel Thomas.

Dritter Adventssonntag.

Epistel. Philipper 4, 4—7. ngelium. Johannes 1, 19—28. Dec Herr ist da. in jener Zeit sandten die Juden von Jerusalem Prie- und Leviten zu Johannes mit der Frage: „Wer bu?" Er bekannte und leugnete nicht, sondern er be­te: „Ich bin nicht Christus." Da fragten sie ihn: ns bist du denn? Bist du Elias?" Er antwortete: „Ich es nicht." „Bist du der Prophet?" „Nein", entgeg- er. Da sprachen sie zu ihm: „Wer bist du denn? müssen doch denen, die uns gesandt haben, Antwort gen. Für wen gibst du dich selbst aus?" Er ant- iete: „Ich bin die Stimme des Rufers in der Wüste: 'itet den Weg des Herrn! wie der Prophet Jfaias gt hat." Die Abgesandten gehörten den Pharisäern Sie fragten ihn nun weiter: „Warum taufst du i, wenn du nicht Christus bist, nicht Elias und nicht Prophet?" Johannes erwiderte ihnen: „Ich taufe Wasser. In eurer Mitte aber steht der. den ihr : kennt, der nach mir kommt und mir doch voraus ist. bin nicht würdig, seine Schuhriemen zu lösen." Dies >ah zu Bethanie.i, jenseits des Jordan, wo Johannes te.

Ein Lautsprecher.

e ein Konzert am Radio oft aus fernen Landen zu uns gelangt und unser Ohr und Herz erfreut, so kommen zu uns qus uralten Zeiten und weiter Ferne die

mmen der Propheten. Wir tun gut, sagt der Petrus, wenn wir auf diese Stimmen, die an itlidifeit nichts zu wünschen übrig lassen, auf- cksam lauschen wie auf ein Li ht, das im Dunk­leuchtet, bis der Morgenstern aufgeht. Unter I Propheten redet aber einer wie ein Cautipre- c und verbreitet feine Botschaft in alle Lande, i kein Mensch und keine Seele seiner Botschaft «entziehen kann. Es ist der hl. Prophet Jfaias, ' der gelehrte Hieronymus „den Evangelisten" ter den Propheten nennt, weil er die künftigen 'Ne mit der Deutlichkeit eines Augenzeugen be­tet.

Leihen wir unser Ohr heute einige Augen- ke diesem Lautsprecher und führen wir die wich­ten Vorhersagungen des Propheten Jfaias zu erer geistlichen Erquickung uns zu Gemüt. Kerne lich-ere, keine nützlichere, keine passendere Be- litigung für die Tage des Advent. —

Ich beginne mit jenem Gebet, das Kern und Stern des ganzen Adven: ausmacht, das wie eine goldene Schnur durch diese ganze Zeit sich hin­durchzieht, ohne das unsere Adventliturgie wie eine Kirche wäre ohne Turm, und das vor bald drei Tausend Jahren zuerst aus der Brust des Pro­pheten Jfaias aufstieg und seitdem wie ein Schrei der ganzen Welt zum Himmel dringt:

„Rorate coeli desuper" = „Tauet, ihr Himmel, von oben, und die Wolken mögen regnen den Ge­rechten; die Erde tue sich auf und sprosse den Hei­land.« (Js. 45, 8.)

Eine weitere Weissagung ist die Geburt des Messias aus einer Jungfrau. Der gottlose König Achaz sollte von Gott ein Wunder erbitten als Zeichen, daß er den Sieg davon tragen würde über die Könige von Samaria und Syrien. Und als der König aus Mangel an Vertrauen diese Bitte verweigerte, verkündigte der Herr den Sohn der Jungfrau als Erlöser. „Der Herr redete zu Achaz und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom Herren deinem Gott, es sei in der Tiefe unten oder in der höhe oben. Und Achaz sprach: ich will kei­nes begehren und den Herrn nicht versuchen Da sprach Jsaias: höret also, Haus Davids! Ist es euch zu wenig, die Menschen zu ermüden, daß ihr auch meinen Gott ermüdet? Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: siehe, die Jung­frau wird empfangen und einen Sohn gebären, und sein Name wird genannt werden Emanuel. Milch und Honig wird er genießen, bis er ver­stehen wird, das Böse zu verwerfen und das Böse zu erwählen." (Js. 7, 10 ff.)

Als Kind wird der Messias, von der Jungfrau geboren, in diese Welt eintreten. Doch wird er mit aller Schwachheit übernatürliche Kräfte ver­neinen. Mensch und Gott zugleich wird der kom­mende Erlöser sein: „Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt und die Herrschaft ward gelegt auf seine Schultern; und nennen wird ma.n seinen Namen: Wunderbarer, Ratgeber, Gott, starker Held, Vater der Zukunft, Fürst des Frie­dens. Mehren wird sich sein Reich, und seines Friedens wird kein Ende sein. Auf dem Throne Davids und über seinem Reiche wird er thronen, um es zu stärken und zu festigen in Recht und Gerechtigkeit, seht und bis in Ewigkeit. Der Eifer des Herrn der Heerscharen wird dies vollbringen." (3f. 9, 6.) '

Köstliche Bilder von den Wundern, Gnaden und Früchten der Erlösung entwirft der Griffel des erleuchteten Propheten in folgenden Worten:

„Da freut sich die öde ungebahnte Wüste, und es frohlockt die Einöde und blüht wie eine Lilie. Sie sproßt und frohlockt und lobsingt in Freude; des Libanons Herrlichkeit wird ihr gegeben, die Schönheit des Karmel und Saron; man schaut die Herrlichkeit des Herrn, den Schmuck unseres Ech­tes. Stärket die blassen Hände und kräftiget die müden Knie. Saget den Kleinmütigen: fasset Mut

und verzaget nicht! Siehe, euer Gott bringt Rache und Vergeltung: Gott selbst wird kommen und euch erlösen. Dann öffnen sich der Blinden Augen, der Tauben Ohren tun sich auf; dann springt wie ein Hirsch der Lahme, und die Zunge des Stummen löst sich; denn in der Wüste brechen Gewässer her­vor, und Ströme in der Einöde; das dürre Land wird zum Teich, das dürstende Land zu Wasser­quellen. In den Lagern, wo vorher Schlangen wohnten, grünen Schils und Rohr. Da ist Pfad und Straße, die man heilige Straße nennt. Kein Unreiner wandelt darauf, und sie ist euch die rich­tige Straße, auf der selbst Einfältige nicht tm gehen. Dort wird kein Löwe sein und kein wildes Tier dahinziehen, und die Erlösten werden bar« auf wandeln Und die der Herr erlöst hat, kehren zurück und kommen nach Sion unter Lobgesang, und ewige Freude krönt ihr Haupt: Freude und Wonne werden sie erlangen, und fliehen werden Schmèrz und Seufzer." (Js. 36 und 39.)

Von der Sehnsucht des Propheten nach dem starken Gott Emanuel, dem hort Israels und der ganzen Welt, geben folgende Worte ein glanz­volles Zeugnis:

„An jenem Tage wird im Lande Juda dieses Lied gesungen werden- Der starke Wall unserer Stadl Sion ist der Heiland; er ist ihr zur Mauer und zur Vormauer geworden. Oeffnet die Tore, daß einziehe ein rechtschaffenes Volk, das Treue bewahrt. Der alte Irrtum ist verschwunden; du gibst Frieden, ja Frieden. Wir vertrauen auf dich. Vertraut auf den Herrn für ewige Zeiten, auf den Herrn, den starken Gott für immer. Denn er beugte die, so in der Höhe wohnten, die stolze Stadt erniedrigte er. Der Pfad des Gerechten ist ge­rade, eben die Bahn, die der Fromme betritt. Auf dem Weg deiner Gerichte, o Herr, erwarten wir dich. Nach deinem Namen und deinem Geschlecht verlangt uns. Meine Seele sehnt sich nach dir des Nachts; ja, ich wache mit suchendem Herzen schon am Morgen nach dir." (Js. 26. 1—14.) —

Oeffnet die Tore, daß einziebe ein rechtschaffe­nes Volk! Siehe, der Herr steht an der Türe deines Herzens und begehrte Einlaß. Freuen wir uns der herrlichen Verheißungen. Lauschen wir dem Lautspreckrer des Propheten Jsaias. hören wir auf feine Ermahnungen, welche die Kirche zu den ihrigen macht. Oestnen wir die Tore besonders durch Empfang der hl. Sakramente der Buße und des Altars, und wir werden als eine heilige Ge­meinde einziehen in die Halle der strahlenden Weihnacht.

Der Talpfarrer.

Die Eidesformel.

„Und er bekannte, und leugnete es nicht- und er bekannte: Ich bin nicht Christus!" — Die Wich­tigkeit der Aussage des hl. Johannes des Täufers erhellt aus dein Nachdruck, mit dem sie eingeleitet