Wochenkaiender.
ioiintaa, 30. Nov. 1. Adventssonntag. Konfag, 1. Dez. Andreas, Apostel (sonst 30. Nov.). Gedächtnis der Weihe des hl. Bonifatius, ienstag, 2. Dez. Bibiana, Jgfr., Mart., f 343. kittlvoch, 3. Dez. Franziskus Xaverius, Patron des Werkes der Glaubensverbreitung, t 1552. onnerstag, 4. Dez. Petrus Chrysologus, Kirchenlehrer, t 450. Barbara, Jgfr., Mart., t 233.
reitag, 5. Dez. Sola, Bek. Sabbas, Abt, t 532. Herz-Jesu-Freitag.
amstag, 6. Dez. Nikolaus, Bisch., Bek., f 328. Vigil von Unbefl. Empfängnis.
â Erster Sonntag im Advent.
Epistel. Römer 13, 11—14.
Evangelium. Lukas 21, 25—33. Die Wiederkunft Christi zum Gericht.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Es :rden Zeichen auftreten an der Sonne, am Mond, ib an den Sternen, und auf Erden wird eine gewal- e Bedrängnis unter den Völkern entstehen vor Rat- tgkeit ob des Brausens des Meeres und der Fluten, e Menschen werden vergehen vor banger Erwartung r Dinge, die über den ganzen Erdkreis kommen wer- ; n; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert :rden. Dann wird man den Menschensohn auf einer olke kommen sehen mit großer Macht und Herrlich- t. Wenn das anfängt einzutreten, dann schauet auf d erhebet eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe." Er sagte ihnen noch ein Gleichnis: „Betrachtet den igenbaum und alle andern Bäume. Wenn sie schon Acht ansetzen, dann wißt ihr, daß der Sommer nahe . So wisset auch, wenn ihr dies kommen seht, daß s Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch, die- ; Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles sich voll- ht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine orte werden nicht vergehen."
Porta Mgra.
ls ich vor einigen Jahren die Stadt Trier durchwanderte, kam ich auch zur „Porta Nigra", einem uralten, massiven Tor aus grau - schwarzem Stein. Daher der Name Porta Nigra
= schwarzes Tor. —
„ Ein solches schwarzes Tor ist in Wahrheit das öllentor, an das uns der Dichterfürst Dante führt nd auf das er die schauerlichen Worte schreibt: Durch mich gehts ein zur Stadt der Trauer, Durch mich gehts ein zum ewgen Schmerze.
Unglückliche, die ihr da durchgeht, Laßt alle Hoffnung ewig fahren. —
Als ich noch ein Knabe war, hörte ich meine ebe, längstverstorbene Mutter bisweilen schmerz- h seufzen: „O Jesu, schließ d' Höll zu!" Damit >t sich die Wahrheit vom Dasein einer Hölle tief meine Ueberzeugung eingegraben. Und als ich m zu Füßen der Professoren saß und als ich im riesterseminar die letzten Vorbereitungen traf
und endlich seit vielen Jahren die Seelsorge betrieb, hat sich da diese Ueberzeugung auch bewährt? Jawohl; diese Ueberzeugung' hat sich bewährt.
Es gibt eine Hölle. Was kann der Verstand dagegen vorbringen? Nichts. Im Gegenteil. Wenn Gottes Eigenschaften, wenn seine Allmacht, seine Weisheit, seine Güte, seine Barmherzigkeit und alle seine übrigen Vollkommenheiten ins unermeßliche gehen, sollte da allein seine Gerechtigkeit eine Ausnahme machen? Nein. Auch seine Gerechtigkeit wird und muß zu ihrem Rechte kommen. Und darum muß der Sünde, dieser unendlich großen Beleidigung der göttlichen Majestät, auch eine unendliche Genugtuultg geleistet werden in der ewigen Hölle.
Hat etwa die Hl. Schrift etwas einzuwenden gegen die Hölle? Ganz und gar nicht. Genau das Gegenteil. Ob ihr nun die Blätter des alten oder des neuen Bundes umschlaget, überall tritt uns die Wahrheit von der Höllenstrafe entgegen. So schreibt uns das Buch der Weisheit die steinerweichende Klage, welche die Verdammten im Angesicht der Auserwählten anstimmen:
„Diese sinds, die wir einst verlachten und mit schimpflichen Reden verhöhnten. Wir Toren hielten ihr Leben für Unsinn und ihr Ende für schimpflich. Siehe, wie sie nun unter die Kinder Gottes gezählt sind und ihr Erbe unter den Heiligen ist. So haben wir uns also verirrt vom Wege der Wahrheit, und das Lichl der Gerechtigkeit leuchtete uns nicht, und die Sonne der Erkenntnis ging uns nicht auf. Wir sind müde geworden aus dem Wege der Bosheit und wandelten harte Wege. Aber den Weg des Herrn kannten wir nicht. Was half uns der Stolz? Was nützte uns das Protzen mit dem Mammon? So ist die Sprache der Sup. der in der Hölle." (Weish. 5.)
Im Neuen Testamente aber trifft uns das Wort des Herrn wie ein Hammer auf das Haupt: „Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und diese werden aus seinem Reiche alle Aergernisse aufsammeln und alle, die da Unrecht tun, und werden sie in den Feuerofen werfen: dort wird Heulen und Zähneknirschen sein!" Und am Ende der Welt wird der Richter denen auf der linken das Urteil entgegenschleudern:
„Weichet von mir, ihr Verfluchten, ins ewige Feuer, welches dem Teufel und seinen Engeln bereitet worden ist." (Math. 25, 41.)
Wo bleibt aber, so werdet ihr vielleicht fragen, die göttliche Barmherzigkeit? Das will ich euch dar- tun mit der Lösung des hl. Lhrysostomus, jenes wortgewaltigen Bischofs von Konstantinopel: „Gott muß bei all seiner Güte auch Rechenschaft verlangen. Er wäre gar nicht gütig, wenn er sie nicht verlangte, und eben deshalb ist er gütig, weil er sie verlangt. Sage mir, wenn Gott keine Rechenschaft verlangen würde, wie könnte da die Menschheit noch bestehen? Würden wir nicht unter Bestien leben? Wenn trotz der Angst, trotz der Rechenschaft, trotz dem Gerichte, das uns bevorsteht,
wir einander ärger uns avffressen als die Fische im Meere, ärger uns gegenseitig berauben als Wölfe und Löwen: welche Verwirrung würde erst einreißen, wenn Gott nicht Rechenschaft verlangen würde und wir nicht von dieser Rechenschaft überzeugt wären?
Und daß dies wirklich sich so verhält, fährt der genannte Bischof weiter, das will ich dir am Betspiel eines einzigen Hauses zu beweisen suchen. Euch, die ihr Gesinde zu Hause habt, will ich dies klar machen. Denkt euch, die Dienstboten lehnen sich gegen die Herrschaft auf, fügen ihr körperliche Mißhandlungen zu, tragen alles aus dem Haufs, kehren das unterste zu oberst und gebärden sich wie Feinde — und die Herrschaft droht nicht, straft nicht, züchtigt nicht, sagt kein strenges Wort — wäre das noch Güte? Nein; ich behaupte, daß dies der höchste Grad von Grausamkeit wäre. Denn der Herr würde dadurch nicht bloß Weib und Kind preisgeben, sondern auch gestatten, daß auch die Dienstboten sich selbst zugrunde richten. Denn als Trunkenbolde, Schlemmer, zuchtlose, übermütige Menschen werden sie unvernünftiger als das Vieh. Ist das nun Güte, wenn man den Adel der Seele mit Füßen tritt unb sich und andere zugrunde gehen läßt? Und was rede ich von Dienstboten, die zum Betreten des Sündenweges ohnehin geneigt sind? Gesetzt, es hat jemand Kinder und läßt ihnen alles hingehen und straft sie niemals: was werden das für schlechte Leute! Wenn bei Menschen das Strafen ein Beweis von Güte ist, das Nichtstrafen aber ein Beweis von Grausamkett, wird es dann beim lieben Gott anders sein? Alw deshalb weil er gut ist, hat er die Hölle angezündet. Dadurch werden wir vom Bösen abgewarnt und zum Guten angespornt."
So der hl. Kirchenlehrer Chrysostomus. Was sagt ad-r das Leben selber dazu? Dafür ein einziges Beispiel. Ein Pfarrherr erzählte mir. daß er als Student in einer üppigen Stadt lebte und oft nahe daran war, alle Schranken der Sittlichkeit über Bord zu werfen. Nur der Gedanke an mente Mutter und an die ewige Hölle haben mich zurückgehalten! — Wohlan,, so mögen die heutigen Ädventsglocken die ernste Wahrheit von einem strafenden Gott uns in die Ohren rufen, daß uns die Lust der Sünde vergeht und wir niemals Bekanntschaft machen mit der Hölle. ,
Der Talpsarrer.
Schriftlesung.
Die Sehnsucht der Völker.
Tauet, ihr Himmel, von oben, Wolken regnet herab den Gerechten. Die Erde öffne sich und sprosse den Heiland hervor. Js. 45, 8.
O daß du die Himmel zerrissest und herabstis- gest! Js. 64, 1. r
Ich sehe ihn, aber noch fern. Ick) schaue ihn, aber nicht nahe. Ein Giern geht auf aus Jakob, ein Zepter erhebt sich in Israel. 4. Mos. 24, 17.