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hrte. Er erwartete für seine Arbeit ke'nen Lohn, men Dank. So lehrt es der Väter Beispiel; so rdert es die Zeit, so befiehlt es die Pflicht, pflegte zu sagen. Gern verwies er bei der Bekundung eser Lebensmaxime auf das Vorbild Wndthorsts.

Als Schöfer in den Badischen Landtag als Ab- ordneter eintrat, zog er dort alsbald das allge- eine Interesse auf seine Person. Denn er war der erfasser der unter dem DecknamenWaldmichel" m Zeit zu Zeit erscheinenden Flugschriften, worin die kulturkämpferischen Instinkte und Ueberlie- rungen in der badischen Regierung schonungslos nßelte. Hier sprach einer, der die Geschichte seines olkes genau kannte; einer, der für sich nichts er- fffte und nichts fürchtete. Die Schriften des Wald- tichels erregten damals bis in die höchsten Regro- en des badischen Staates Aufsehen und nervöse mgst. Wohl gab es in Schöfers eigenen Partei- ;eife damals manche, die l eber die sanfte Flöte lasen wollten, aber die Auffassung Schöfers erwies ith immer mehr als die durchschlagende und als die ichtige.

. [5 der Weltkrieg ausbrach, stellte Dr. Schöfer ch sofort als Militärgeistlicher zur Verfügung. Er mrde Feldgeistlicher und bald zum Divisionspfar- er der achten (badischen) Landwehrdivision an un= :rer südlichsten Front befördert. Doch erhielt er us blöder Abneigung gegen denSchwarzen" fei­en Sitz nicht am Orte des Divisionsstabes. Schöfer oar ja durch gute Behandlung nicht verwöhnt; er oar also nicht unglücklich über die gewollte Zurück- etzung. Wie er im Frieden stets zum Volke gehal- en hatte und sich als Diözesanpräses der kathol. öienstbotenvereine betätigt hatte, so zog es ihn wäh­rend des Krieges zu den einfachen Soldaten in chren Schützengräben und Unterständen, wo er die Mannschaften durch seine kernigen und volkstüm- ichen Predigten im Geiste und in der Sprache sei- ies Landsmannes Alban Stolz aufmunterte und väterlich betreute. Schließlich wurde er für seine Tätigkeit mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse aus- ;ezeichnet.

Das Größte hat Schöfer nach Kriegsende ge- eiftet, als er in die badische Heimat zurückgekehrt, üe Führung der Zentrumspartei übernahm, die mgestüme revolutionäre Bewegung rasch zum Stillstand brachte und den Aufbau des Staates auf emokratischer Grundlage sicherstellte. Jeder Spe- ulation unserer Feinde auf eine Absplitterung der rutschen Südwestecke trat er öffentlich mannhaft ntgegen und rief ihnen zu:Jetzt erst recht fest nd treu zum Reich!" Wie er selbst über die Auf- aben des neuen Staates und Reiches dachte, hat 'n seinem temperamentvoll geschriebenen Buche: Mit der alten Fahne in die neue Zeit", geschildert.

Nun ruht seine fleißige Feder, schweigt sein be- rdter Mund, und die alte Zentrumsfahne senkt sich ber seinem Grabe. Das Andenken an Prälat 'chofer wird von uns stets in hohen Ehren gehal- 'n werden. Sein Name, sein Vorbild werden in nseren Reihen noch lange in alter Kraft fort- »irken.

Ausland.

Ruhland.

Russische Blätter teilen mit, daß wieder zwei acholische Priester in Jekaterinodar erschossen wor-

^oden, auf dem die katholische Volksbewegung ufgebaut werde.

Der Führerring beschloß, die Gedanken des Referates und die Folgerungen aus der politischen !age für die junge katholische Bewegung als Zrunidthema der 2. Jahrestagung der K. J. D. orzuschlagen. Diese Tagung wird am 30. und £1. Januar in Haus Altenberg stattfinden.

Die Kot der arbeitslosen Zagend.

Viele zehntausende junger Menschen sind in Deutschland arbeitslos. Im Rheinland sind es allein 60 000 (im Alter zwischen 14 und 21 Jah- ^o). Eine furchtbare Zahl! Wer die Verhältnisse nnigermaßen kennt, der weiß, wie zerstörend und mtsütlichend auf die Dauer bei den meisten 3u= lendlichen die Arbeitslosigkeit wirkt. Um so grö- ler ist die Verpflichtung aller Verantwortlichen, zu «elfen und die Kräfte im jungen Arbeitslosen selbst mmer wieder zu wecken und emzusetzen. .

Ganz besonders ist die Hilfe für die Arbeits- osen den katholischen Jugendverbänden als großes >nd unabweisbares Werk der Bruderliebe aufge-

den sind. Es handelt sich um den Dekan der katho­lischen Patriarchie im Kubangebiet, Msgr. Roth, und den Pater Wolf. Die Verfolgung geht also in Rußland immer weiter. Wenn die Nachrichten über die Erschießung von Priestern in letzter Zeit seltener geworden sind, so ist dies deswegen, weil die Zensur die Verbreitung aller ähnlichen Nach­richten unterdrückt. Die sich über Rußland ausbrei­tende Nacht wird immer dunkler.

Bulgarien.

König Boris ist mit der ihm soeben angetrauten jungen Königin Johanna in Sofia, der Haupt­stadt Bulgariens, angekommen und mit beispiel­losem Jubel empfangen worden.

Bei der Ankunst waren umfangreiche Sicher­heitsmaßnahmen getroffen worden, sowohl an der Eisenbahn entlang, wie auch in der Hauptstadt selbst. Die bulgarische Polizei hatte schon seit meh­reren Tagen Information erhalten, wonach eine Gruppe Kommunisten, die aus Rußland gekommen war, ein Attentat auf das Königspaar plane. Des­halb war auf dem ganzen Wege vom Bahnhof zur Kathedrale und von 'dort nach dem königlichen Schloß ein dreifacher Kordon von Soldaten und Mitglieder patriotischer Verbände ausgestellt, so daß sich dem Hochzeitszuge kein Unbefugter nähern könnte. Sämtliche Fenster in den Straßen, durch die sich der Zug bewegte, mußten geschlossen gehal­ten werden. Alle Häuser dieser Straßen waren am Abend vorher von Polizeibeamten genau durch­sucht worden, um festzustellen, ob nicht in den aus die Straßen führenden Zimmern sich Fremde ein­quartiert hätten. Es ist wirklich kein Vergnügen, eine Krone zu tragen, wenn die gekrönten Häupter ständig so in Lebensgefahr sind.

Palästina.

Der weiteren Einwanderung von jüdischen Ko­lonisten in Palästina ist von der englischen Re- gierung ein starker Riegel vorgeschoben worden. Anlaß dazu gab die gewaltige Erregung der ara­bischen Bevölkerung Palästinas, die bekanntlich zu sehr lebhaften Unruhen und zur Ermordung einer ganzen Anzahl Juden geführt hat. Am 20. Okt veröffentlichte die engl. Regierung in Form eines Weißbuches eine wohlvorbereitete Darlegung ihrer Politik in Palästina. Sie schlug wie eine Bombe ins Lager der Zionisten ein. Als erste demonstra­tive Protestgeste trat Dr. Weizmann, der weltbe­kannte Zionistenführer, von der Leitung der jüdi­schen Agentur und der zionistischen Organisation zurück. Andere Kundgebungen ähnlichen Charak­ters folgten Tag auf Tag. Wenn man sich den Inhalt des englischen Weißbuches etwas näher an- sieht, wird man finden, daß die Zionisten allen Grund haben, über ihre Zukunftsaussichten in Pa­lästina besorgt zu sein. Grundlegend für die prak­tischen Maßnahmen, welche in der Erklärung ins Auge gefaßt sind, ist die Auslegung des Mandats- das England über Palästina übertragen worden ist. Sie tritt mit aller Entschiedenheit der Auffas­sung entgegen, daß der alles andere in den Hin­tergrund drängende Kern des Mandats die Errich­tung der jüdischen Heimstätte sei, der gegenüber dre Wahrung der Rechte der nichtjüdischen Bevölke­rungsteile nur sekundärer Natur sei. Diese Auffas­sung wird von der englischen Regierung als in vol­

tragen. Sie sind schon weithin daran, ihren ar­beitslosen Mitgliedern zu helfen. Es scheint uns aber jetzt notwendiger denn je, daß alles für eine umfassende und hochherzige Hilfe getan wird. In jedem verein der katholischen Mannes- und Frauenjugend sollen sich mit dem Präses ein paar Menschen zusammentun, die mit Tatkraft, Klug­heit, pädagogischem Geschick und hingebender Liebe dem Werk für die Arbeitslosen dienen. Sie packen alle Möglichkeiten des Hilfsdienstes und Bruderwerkes herzhaft an: persönliche Fühlung­nahme mit den Arbeitslosen ihres Vereins, ihre ständige Einbeziehung in sein Gemeinschaftsleben, Aufrechterhaltung des Zeitschriftenbezuges, Sprech­stunde beim Präses, Hausbesuch beim Arbeits­losen und seiner Familie. Sie halten das Ju­gendheim (auch sonst ein geeigneter Raum) auch tagsüber den jugendlichen Arbeitslosen geöffnet, vor allem am Nachmittag, sorgen dort für Tun und Unterhaltung, halten Führungen und Besich­tigungen, veranstalten Wanderungen, Turn- und Sportübungen, halten Heim-Nachmittage und ge­ben eine Tasse Kaffee und ein Butterbrot dazu. Gute Familien, der Mütterverein, der Frauen­bund sind sicher auch in unserer Stadt bereit, ab-

Lonnlag, den 9. November:

Bischöflich verordnete Kirchenkollekte für den Boni- fatiusverein.

Auf dem diesjährigen deutschen Katholikentag zu Münster sprach der Oberhirte des Tagungsortes Erzbischof Dr. Poggenburg in der Festversamm­lung des Bonifatiusvereins folgende Worte:

Mitbeten Mitopfern Mithelfen im Boni- fatiusverein

d. h. eine Dankesschuld abtragen an den hl. Bonifatius, der uns den hl. Glauben gebracht, für den hl. Glauben sein Leben geopfert hat;

d. h. eine Ehrenpflicht erfüllen als Mitglied der katholischen Kirche;

d. h. einer Liebespflicht genügen gegen be­drängte Glaubensgenossen;

d. h. echte Vaterlandsliebe weihevoll betätigen. Das Vaterland ist einmal groß und einig gewor­den durch das Werk des hl. Bonifatius. Keine größere Wohltat können wir ihm erweisen, als wenn wir das unsrige tun, damit Tausende von Söhnen und Töchtern des Volkes nicht der reli­giösen und sittlichen Verwahrlosung anheimfallen.

Dann wollen wir aber auch folgendes nicht ver­gessen: Indem mir bemüht sind, andere ihrem Glauben und der Kircl>e zu erhalten, festigen mir unsere eigene Verbindung mit der Kirche, und die Sterne des Glaubens leuchten uns um so Heller.

Die Spenden, Almosen und Gebete werden uns in der Diaspora dankbare Freunde und Fürbitter werben. Sie kehren als Himmelssegen auf unser eigenes Haupt und Leben zurück."

Wie alle Kundgebungen des Katholikentages wendet sich auch diese oberhiriliche Stimme an das ganze katholische Deutschland. Besonders freudigen Widerhall hat aber die Mahnung des H. H. Erz­bischofs von Münster in den Diasporadiözesen ge­funden, weil diese die Diaspora wie eine Wunde am eigenen Leibe spüren und den Bonifatiusverein als Lebensnotwendigkeit betrachten. Die Dankes­schuld gegen den hl. Bonifatius wird nirgendwo in Deutschland stärker empfunden als in der Diözese Fulda, die am Grabe unseres deutschen Glaubens­vaters Wache zu halten die Ehre hat. Der Dank, den wir dem hl. Bonifatius schulden, wird am besten dem Bonifatiusverein abgestattet, der das Erbe des Apostels der Deutschen zu hüten berufen ist. Möge sich niemand ohne Not am 9. November dem Bonifatlusopfer versagen.

lem Umfange irrig bezeichnet. Beide Verpflichtungen ständen gleichberechtigt nebeneinander. In diesem Zusammenhang stellt die Regierung mit Befriedi­gung fest,daß ihre Auffassung durch die Zustim­mung des Völkerbundsrats autoritativen Charak­ter erlangt hat".

In Uebereinstimmung mit dieser Darstellung der Rechtslage ist der Plan für die praktische Po­litik gestaltet worden, welche die Regierung künf­tig in Palästina verfolgen will. Im Mittelpunkt steht die These, daß die jüdische Einwanderung die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit Palästinas nicht überschreiten dürfe. Der Umfang des an­baufähigen Landes ist überschätzt, worden. Auf der anderen Seite ist die Lage der arabischen Fellahs immer prekärer geworden. Die arabische Bevölke-

wechselnd einen solchenArbeitslosen - Jugend- Kaffee" zu stiften!

Nicht minder wichtig als diese Arbeit und die­ses Werk aus und in der Gemeinschaft des Ver­eins, ist die Verbindung und Zusammenarbeit der Iugendvereinigungen mit dem Arbeitsamt und dem Jugendamt. Durch vernünftiges Zusammen­gehen, Veranstaltung von Kursen, gemeinsame Beratung kann hier viel gute Arbeit getan wer­den. Ein offenes Wort halten wir an dieser Stelle für notwendig: da und dort scheinen Ju­gendämter oder behördliche Jugendpfleger für alle jugendlichen Arbeitslosen interkonfessionell längere oder kürzere Wanderungen veranstalten zu wollen. Das ist in jeder Hinsicht unmöglich und nie Auf­gabe des Jugendamtes. Das ist Sache der Ju­gendvereinigung. Wir wissen auch, daß die Lei­tungen der großen katholischen Jugendverbände ein solches Vorgehen entschieden ablehnen. Was die Zusammenarbeit mit Arbeitsamt und Jugend­amt im einzelnen betrifft, so werden sich wohl falls noch nicht geschehen ist die katholischen Ju­gendvereinigungen mit ihren Verbandsleitungen in Verbindung setzen.

Wenn wir an dieser Stelle einiges über das