für die katholischen Gemeinden Kassels.
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wochentaleuder.
onnkag, 2. November. 21. Sonntag nach Pfingsten. ontag, 3. Nov., Gedächtnis Allerseelen, enstag, 4. Nov. Karl Borromäus, Erzbischof, f 1584. Vitalis u. Gen., Mart. ittlvoch, 5. Nov., Fest der Kirchweihe. nmerstag, 6. Nov., Reliquienfest.
eitag, 7. Nov. 7. Tag der Oktav von Allerheiligen. Herz-Jesu-Freitag. mistag, 8. Nov. Oktav von Allerheiligen. Vier gekrönte Bruder, Mart.
21. Sonntag nach Pfingsten.
Epistel. Epheser 6, 10—17.
angelium. Matthäus 18, 23—35. Das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht.
In jener Zeit trug Jesus seinen Jüngern folgendes üchnis vor: Das Himmelreich ist einem Könige gleich, mit seinen Knechten abrechnen wollte. Als er damit jann, brachte man ihm einen, der ihm zehntausend lente schuldig war. Da er nicht bezahlen konnte, befahl ' Herr, ihn und sein Weib und seine Kinder und sein izes Besitztum zu verkaufen, um damit die Schuld zu ;ai)len. Da warf sich der Knecht ihm zu Füßen und sie: „Hab Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen", r Herr erbarmte sich des Knechtes, gab ihn frei und ieß ihm die Schuld. Als aber der Knecht hinausging, f er einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare uldig war. Er packte und würgte ihn, indem er sprach: ezahle, was du schuldig bist." Da fiel der Mitknecht a zu Füßen und bat: „Hab Geduld mit mir, ich will alles bezahlen." Er aber wollte nicht, sondern ging 1 und ließ ihn in den Kerker werfen, bis seine Schuld >ahlt wäre. Als die Mitknechte sahen, was geschah, irden sie sehr betrübt. Sie gingen hin und meldeten ein Herrn alles, was sich zugetragen hatte. Da ließ : Herr ihn zu sich kommen und sprach zu ihm: „Du ssr Knecht! Ich habe dir die ganze Schuld erlassen, du mich gebeten hast. Hättest nicht auch du dich nes Mitknechtes erbarmen müssen, wie ich mich deiner lärmt habe?" Voll Zorn übergab ihn der Herr den 'iterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt hätte. So rd auch mein himmlischer Vater mit euch verfahren, -nn ihr nicht, ein jeder seinem Bruder, von Herzen rzeiht.
Die verkehrsreichste Brücke.
schwarzen Kleidern, mit nachdenk- lichen, ernsten Mienen sehe ich heute Scharen von Menschen zum Friedhof strömen. Tieferschüttert bleiben sie vor diesem und jenem geschmückten »rabhügel stehen, falten die Hände zu einem inni- Gebet, vergießen manche heiße Träne und keh- ir wieder zurück in ihr Haus und zu ihren An- 'hörigen.
Allerheiligen und Allerseelen ziehen die Mensen wieder in ihren geheimnisvollen Bann. Selbst r Ungläubige, der sich seines Unglaubens brüstet id mit Phrasen um sich wirft, als ob mit dem ode alles aus wäre, selbst Freidenker, die einge- iriebene Mitglieder des Freidenkerbundes sind,
werden in diesen Tagen erfaßt von der geheimnisvollen Macht eines anderen Lebens. Da bewahrheitet sich wieder das Wort des geistreichen Tertul- lian, daß die menschliche Seele von Natur aus christlich ist. —
Und welche Drücke verbindet uns denn mit dem dunklen Jenseits? Mit den Geheimnissen des anderen Lebens, mit den Seelen der Abgestorbenen? Die Brücke des Todes, welche unstreitig die verkehrsreichste der Welt ist. Denn alle ohne Ausnahme müssen ihren Weg über diese Brücke nehmen. Unverrückbar steht das Wort der hl. Schrift: es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben.“
Wahrhaftig, da gibt es keine Dispens, kein Privileg. Hätte nicht der Heiland ein solches Privileg in Anspruch nehmen dürfen? Ohne Zweifel. Denn er ist der Herr des Lebens. Und dennoch: Jesus hat sich freiwillig dem Tod unterworfen. Hätte nicht Maria, die Mutter Jesu, die nicht schuldig war, den Sold der Sünde zu zahlen, auf ein solches Privileg Anspruch gehabt? Ganz gewiß. Aber auch sie ist den Weg alles Fleisches gegangen. Auch das höchste Alter schützt nicht vor dem Tod. Adam wurde 930 Jahre alt, und er ist gestorben.
Enos ist 905 Jahre alt geworden — und er ist gestorben.
Dlalaleel ist 895 Jahre alt geworden — und er ist gestorben.
Jared ist 962 Jahre alt geworden — und er ist gestorben.
Malhusalem ist 969 Jahre alt geworden — und er ist gestorben. —
Auch die Reichen und Mächtigen haben keine Gewalt über den Tod. Was erzählt die hl. Schrift über Alexander, dem die Nachwelt den „Großen" nennt?" Alexander schlug Darius, den König der Perser und Meder. Er lieferte viele Schlachten, nahm alle festen Plätze und tötete die Könige der Erde. Er drang vor bis ans Ende der Welt, nahm mit stch die unendliche Beute der bezwungenen Völker, und die Erde schwieg vor ihm. Er hatte eine gewaltige Al acht und ein übergroßes Kriegsheer zusammengezogen, weshalb sein Herz sich erhob und hoffärtig wurde. Er hatte Völker, Länder und Könige in seine Gewalt gebracht, und sie wurden ihm tributpflichtig. Aber danach fiel er auf sein Lager und er merkte, daß er sterben werde. Da rief er feine vornehmen Diener, die mit ihm von Jugend an erzogen waren, und verteilte unttr sie das Reich, da er noch lebte. Und Alexander hatte zwölf Jahre regiert und er starb. (1 Mak. 1)
Was würde es Alexander nutzen, so viele Reiche erobert zu haben, wenn er selbst des Himmelreiches verlustig ging? Was nützte es ihn, da gelobt zu werden, wo er nicht mehr ist, und dort gepeinigt zu werden, wo er tatsächlich ist und sein wird in Ewigkeit? —
Für uns kommt die Brücke auch, kommt unfehlbar, Ob wir noch fern davon sind oder un
heimlich nahe? Wer kann das wissen? Nichts allerdings ist so sicher als der Tod. Und nichts ist gleichzeitig so unsicher als der Tod. Sicher ist die Tatsache. Unsicher aber ist die Zeit, der Ort, die Umstände. Interessant sind die Totentänze, die al- lerwärts in Kirchen und Kapellen gemalt sind. Da sieht man, wie der Tod einem Greis das Bündel abnimmt, wie er ein Mädchen beim Tanze überrascht, einen Priester vom Altare mitnimmt, einen Bauer vom Pfluge wegholt. Ueberaus lang dauert bei manchem der Marsch über die Brücke, da er Wochen, Monate, Jahre lang an Krankheit und Siechtum darniederliegt, bevor er reif ist für den Tod. Bei einem andern aber genügt ein kleiner Schritt, da ihm durch einen Blitzstrahl, durch ein Erdbeben, durch ein Unglück zu Auto, Motorrad, Eisenbahn oder Luftschiffahrt oder gar durch ein Verbrechen ein plötzliches Ende bereitet wird.
Ob es Krieg gibt oder nicht, ob wir in Deutschland zum Wohlstand aufsteigen oder nicht, ob wir einen strengen Winter bekommen oder nicht, ob eine Medizin hilft oder nicht, ob wir von dieser Krankheit genesen oder nicht — darüber können Zweifel bestehen. Ob wir aber sterben müssen oder nicht — darüber ist jeder Zweifel ausgeschlossen. Nur Verrückte können zweifeln, ob ste sterben müssen. Vernünftige Menschen wissen es aber aus Geschichte und fremder Erfahrung, daß gegen den Tod kein Kraut gewachsen ist.
Obwohl nun der Tod in uns sitzt wie der Apfel im Wurm, sind wir doch im Besitz des wahren Lebens, wenn wir uns als Christen an den Heiland halten. Es kommt die Stünde, spricht der Herr feierlich und jetzt ist sie da, in welcher die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben. (Joh. 5, 25.) Merke wohl, daß der Heiland nicht von der künftigen Auferstehung spricht. Er sagt ja: es kommt die Stunde und jetzt ist sie schon da. — Was wird da geschehen? Die Toten, welche die Stimme des Sohnes Gottes hören, werden leben. Wer sind wohl diese Toten? Wir alle, die wir zum Tod verurteilt sind, oder die wir durch schwere Sünde von unserm Gott getrennt sind. Was braucht es da, um augenblicklich wieder zu leben? Hören auf denSohn Gottes, hören auf den Heiland und feine Kirche.
Als der hl. Franz noch Herzog vonGandia war, mußte er an der Königin Isabella die Leichenschau vornehmen. Da prallte der Herzog zurück, als er den Moder und die Fäulnis sah und den entsetzlichen Geruch einatmete. Fahre wohl, Welt, rief er aus; ich will nur noch dem König dienen, der ewig lebt. So sprach er und sagte bald der Welt Lebewohl, hörte die Stimme Christi, gewann das ewige Leben. Wohlan, laßt uns alle, die wir jene Brücke des Todes noch zu passieren haben, auf Christus schauen, an Christus uns halten, feine Lehre glauben, feine Gebote beobachten, seinen Leib und sein Blut empfangen — und wir werden voll