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Sonklüg, 26. Stloher 1838

Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 K-Pfennig B 45 ZL-Pfenntg (Zustellgebühr extra) Redaktionsschluß Montag. Anzetgen-Pretse: Eolonelzetle im Anzeigenteil 0,15 Goldmark. Eolonelzelle im Rektaryeteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Osf.-Geb. 0.10 Goldmark. Porto e$tra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendrultere» in Fulda lein

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Ar. 43

fc, Wochenkalender.

onntag, 26. Ost. Fest unseres Herrn Jesus Christus des Königs. 20. Sonntag nach Pfingsten.

ontag, 27. Okt. Vigil der hl. Apostel Simon und Judas.

ienstag, 28. Okt. Simon und Judas Thaddäus, Apoft. ciilwoch, 29. Okt. Vom Tage.

onnerstag. 30. Okt. Vom Tage, reitag, 31. Okt. Vigil von Allerheiligen, amstag, 1. Nov. Allerheiligen.

20. Sonntag nach Pfingsten.

oangelium vom Feste des Königtumes Jesu Christi.

Jesu Antwort auf Malus' Frage.

(Joh. 18, 3337).

In jener Zeit sprach Pilatus zu Jesus:Bist du der nig der Juden?"

Jesus antwortete:Sagst du das aus dir selbst, oder den es dir andere über mich berichtet?"

Pilatus anwortete:Bin ich denn ein Jude? Dein lk und die Hohenpriester haben dich mir überliefert, le hast du getan?"

Jesus antwortete:Mein Reich ist nicht aus dieser It. Wäre mein Reich aus dieser Welt, dann würden hl meine Knechte gekämpft haben, daß ich nicht den )en überliefert worden wäre. Jetzt aber ist mein ch nicht daher."

Da sagte ihm Pilatus:Du bist also doch ein König?" Jesus antwortete:Du sagst recht, ich bin ein König. ;u bin ich geboren, und dazu bin ich in die Welt ge- :men, daß ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der ; der Wahrheit ist, hört meine Stimme".

ÄGÄsmget unserm âömg.

ls Nathanael zum erstenmal den Herrn sah und von ihm mit den Worten begrüßt wurde:Ein echter Israelit, an dem kein Falsch ist", stellte dieser verwundert die Frage:Woher kennst

mich?" Jesus antwortete:Bevor dich Philtp- > rief, als du unter dem Feigenbaum warst, ich dich." Da wußte sich Nathanael nicht mehr Reifen vor Staunest und ganz überwältigt von ' Größe des Herrn rief er aus:Meister, du der König von Israel."

König von Israel ist Christus, der Herr; f nicht bloß vom alten, sondern auch vom neuen, 'üeren und wahren Israel, König der Kirche ttes. König des alten und des neuen Bundes, nig der Zeit und Ewigkeit, König der Engel 5 .Menschen, König der Untertanen und bei rcher. Und heute, am letzten Sonntag des ober, feiern wir dieses großen Königs Fest. ) wenn feierlich die Glocken zum Gottesdienste nn wenn der Tempel mit den letzten Blumen Herbstes geschmückt ist, wenn manche Statue Heilandes mit einer Krone geziert ist und se­id dich fragt, was habt ihr denn heute für ein t? Dann wirst du mit Stolz und Freude sagen: Chrisikönigsfest.

Was ist denn die ganze Bibel anders als eine einzige Huldigung an Christus, den König des Weltalls? Schon im alten Bund gefällt fM) her Sohn Gottes in der Rolle des Königs.Ich bin zum König eingesetzt über Sion, Gottes heiliger Berg, um zu predigen fein Gebot", spricht Chri­stus durch den Mund des Königs David. Und wenn Zacharias das Volk Hinweisen will auf den kommenden Erlöser, ruft er aus:Tochter Sions, freue dich, siehe dein König kommt zu dir!"

Die Briefe der Apostel münden fast immer in einen Lobpreis Christi. So auch der zweite M- trusbrief, den wir seit einigen Wochen behandelt haben und mit dem wir heute passend den Ab­schluß machen. Hören wir die Mahnung, die der Apostelfürst uns zum Abschied mitzugeben hat:

Wachset in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. Ihm fei Ehre und Herrlichkeit jetzt und in alle Ewigkeit. Amen."

Da diese Worte lichtvoll sind wie Sonnenschein und einer weiteren Erklärung nicht bedürfen, so wollen wir darüber hinweggehen und lieber uns Rechenschaft geben, welche Huldigung wir Chri­stus, unserm König, leisten können und sollen. Und da dient mir als Motto die Mahnung des Psami- sten:Lobsinget unserm König!" Dreifach ist die­ser Lobgesang, im Gebet, im Lied und im Werk.

Lobsinget unserm König in Gebet. Wie unsern Ohren ein schönes Lied wohlgefällig ist, so gefällt dem lieben Gott und dem Heiland ein andächtiges Gebet. Denn was ist ein Gebet an­ders als eine Huldigung an Gott und den Hei­land? Eine Anerkennung seiner Macht, Herrlich­keit, Große, Güte und Liebe? Eine Anerkennung unserer Abhängigkeit, Sündhaftigkeit, Armseligkeit und Bedürftigkeit? Jedes Knie soll sich ja nach der Ueberzeugung des hl. Paulus vor dem Sohn Gottes beugen. Und siehe, der Sohn Gottes und der Menschensohn weilt nicht bloß über den Wol­ken zur Rechten des Vaters im Glanze der Engel, sondern auch in unserm katholischen Gotteshaus im Tabernakel unter Brotsgestalt im Zauberschein des ewigen Lichtlein. Dort wohne dem Gottes­dienst bei, dort mache deine Kniebeugung, dort höre die hl. Messe und du hast dem Christuskönig gehuldigt.

Lobsinget unserm König im Lied. Gut gesungen ist doppelt gebetet, sagt ein Sprichwort und sagt es mit Recht. Denn im Gesang wallt das Herz auf in Freude, Begeisterung und Liebe. Unsere heilige katholische Kirche hat den Gesang für den liturgischen Gottesdienst nicht bloß gestat­tet, sondern vorgeschrieben und angeordnet. Sin­gen muß beim hl. Opfer der Bischof und Priester, singen sollen beim hl. Opfer und bei den Andachten auch die Gläubigen, die Kinder und die Erwach­senen. die Gebildeten und das Volk, die Männer und die Frauen.' Ausdrücklich hat der Hl. Vater Papst Pius XI. seinen Wunsch und seinen Willen

dahin ausgesprochen, ha^ beim Gottesdienst das ganze Volk mitstngen soll. Am besten eignen sich für diesen Volksgesang der Choral und das ein­stimmige Lied. Bist du in den Kirchenchor ein­gestellt, so rechne es dir zur Ehre, die Proben gewissenhaft zu besuchen, deine Stimme zu Lobe Gottes erschallen zu lassen aber auch ein Leben zu führen, das mit dem Kirchendienst harmoniert. Bist du nicht im Kirchenchor, halte es nicht unter ""mer Würde. bei den allgemeinen Liedern de ns Stimme mit den Stimmen der Gläubigen zu ver­einigen zu einer gewaltigen Symphonie des gött­lichen Lobes. Einst hat König David vor der Bun­deslade gespielt und gesungen und sich durch den Spott der Michol nicht beirren lassen. Erkenne also auch deine Pflicht und deine Ehre, deine Stimme in den Dienst des göttlichen Lobes zu stel­len.

Lobsinget unserm König im IDerf. Aufwallt mein Herz von guter Rede, ich weihe meine Werke dem König, so hören wir den Psalmisten sprechen. Und welcheWerke" meint er wohl? Die Regie­rung des Landes, die Sorge für Gerechtigkeit, Friede und Wohlstand. Erfülle also auch du deine Skandespflichlen, mit Umsicht und mit möglichster Vollkommenheit. Als einst $. Ignatius. dèr Stif­ter der Gesellschaft Jesu ein Kloster visitierte, traf er einen Ordensmann, der seine Arbeit oberfläch­lich und nachlässig verrichtete. Für wen arbeitest du. mein Sohn, forschte mit durchdringendem Blick der Ordensvater. Für Gott, erwiderte der Ge­fragte. Schämen Sie stch. fuhr Ignatius fort, dem lieben Gott ein solches Pfuschwerk anzubieten! Es ruht nicht das Auge des Vaters, des Leh­rers, des Direktors auf dir und du glaubst, in dei­ner Arbeit nachlassen und bummeln zu dürfen! Welche Täuschung. Arbeite für Christus, den König, und du wirst auch bei der geringfügigsten Sachs Rekordarbeit leisten. Und dein Berufskreuz, dein Ehekreuz, dein Familienkreuz, dein Krankheitskreuz trage es mit Ausdauer, mit Mut und Geduld, trage es im Aufblick zum königlichen Kreuzträger, der da spricht:Nehmet mein Joch auf euch: denn süß ist mein Joch und meine Bürde ist leicht."

Der Talpfarrer.

König und Volk.

Gedanken zum Lhriskkönigsfest.

Alle Völker der Erde werden ihm dienen." (Isaias.)

Drei bedeutende Männer des letzten Jahrhun- öerts, Papst Leo XIII., der englische Kardinal Manning und der amerikanische Kardinal Gib­bons, haben unabhängig voneinander und doch übereinstimmend das Wort gesprochen:Die Zu­kunft gehört dem Volke." Was vor zwanzig und dreißig Jahren niemand geglaubt hätte, heute ist es Tatsache geworden. Ueberall Heht man Volks-