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Wochenkalender.

Sonntag, 28. Sept. 16. Sonntag nach Pfingsten. Lioba, 3gfr. und Aebtissin, f 780; Wenzeslaus, König, Mart., t 996.

Montag, 29. Sept. Fest des hl. Erzengels Michael.

Dienstag, 30. Sept. Hieronymus, Kirchenlehrer, f 420.

Mittwoch, 1. Oft. Remigius, Bischof, f 553.

Donnerstag, 2. Okt. Fest der hl. Schutzengel.

Freitag, 3. Okt. Theresia vom Kinde Jesu, f 1897. herz-Iesu-Freilag.

Samstag, 4. Okt. Franziskus von Assisi, Bek., f 1226.

16. Sonntag nach Pfingsten.

Epistel. Epheser 3, 1321.

Evangelium. Lukas 14, 111. Beim Gastmahl des

Pharisäers.

In jener Zeit ging Jesus an einem Sabbat in das Haus eines vornehmen Pharisäers speisen. Sie gaben genau auf ihn acht. Und siehe, vor ihm war ein Mann, der die Wassersucht hatte. Jesus fragte die Gesetzlehrer und Pharisäer:Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen?" ii^ie schwiegen. Da faßte er ihn an, heilte ihn und hieß !ihn von dannen gehen. Dann sprach er zu ihnen:Einem von euch fällt ein Esel oder ein Ochs in die Grube. Zieht er ihn nicht sofort heraus, auch an einem Sabbat?" Dar­auf konnten sie ihm nichts erwidern. Da er bemerkte, wie die Geladenen die ersten Plätze aussuchten, trug er ihnen ein Gleichnis vor:Wenn du zu einem Hoch­zeitmahle geladen bist, so setze dich nicht an den ersten Platz. Es könnte ja ein Vornehmerer als du von jenem geladen sein, und der, welcher dich und ihn geladen hat, könnte dann kommen und zu dir sagen: Mach diesem Platz. Dann mühtest du beschämt den letzten Platz ein­nehmen. Wenn du geladen bist, so geh und setze dich an den letzten Platz. Wenn dann dein Gastgeber kommt und dich auffordeâ Freund, rücke höher hinaufl so wird dir das zur Ehre gereichen vor allen, die mit zu Tische fitzen. Denn jeder, der sich erhöht, wird erniedrigt, und wer sich erniedrigt, wird erhöht werden".

Bärget von Bobglon oder von Jerusalem?

dem heutigen Sonntag des ' September nehmen wir Abschied 00n unserm liebgewonnen Pe- l^W^^^i trusbrief. Herzlich und packend wie der ganze Brief ist auch sein Schluß:

Durch Silvanus. den treuen Bruder, wie ich weiß, lasse ich diesen kurzen Brief an euch schrei­ten. Ich will euch darin beteuern und versichern, vaß die Gnade, in der ihr steht, die wahre Gnade Gottes ist. Es grüßt euch die mitauserwähtte Ge­meinde in Babylon und Markus, mein Sohn. Grüßt einander mit dem Kusse der Liebe. Friede sei mit euch allen in Christus Jesus. Amen." Silvanus war wohl ein Begleiter des hl. Pe­trus und Sekretär desselben, der den Brief wahr­scheinlich nicht bloß geschrieben, sondern auch über­bracht hat. Petrus spendet ihm doch das Lob eines treuen Bruders", In der Tat, wenn er

die große, gefahrvolle Reife von Rom nach dem Orient, zu den Gemeinden der Zerstreuung in Kleinasien gemacht hat aus Liebe zum Apostel und aus Liebe zu den Christen, dann mußte seine Treue von Gold sein.

Die Gnade, in der ihr steht, ist wahre Gnade. Das ist der Schluß und zugleich der Inhalt und die Zusammenfassung des ganzen Briefes. Was versteht aber der Apostelfürst unter der Gnade? Nichts anderes als den hl. katholischen Glauben, nichts anderes als das christliche Leben, nichts an­deres als die Gemeinschaft des Gottesdienstes und der Liebestätigkeit. Verharret in dieser Gnade, will der Apostel sagen. Sucht keine andere. Christus allein bietet euch die Wahrheit und das Leben. Christus allein bringt euch Versöhnung, Friede und ewige Glückseligkeit. Wie eitel und betrügerisch sind dagegen die Versprechungen der Philosophen, f--------- - ==^

Unsere Leser und Leserinnen

machen wir auf den heule beginnen­den Roman von Reim mich!

DerZudasvonhaldernach

besonders aufmerksam. Eine ergrei­fende Geschichte. Von Rümmer zu Rümmer wird Cure-Spannung wachsen.

Zum Quartalswechsel werbet eifrig für Euer Sonnlagsbiatl!

. .. der Sektenführer, der Politiker und Demagogen. Laßt euch von ihnen nicht fangen.

O, das ist eine große Weisheit, die Petrus den Gläubigen empfiehlt. Bis heute hat dieses Rezept seine Giltigkeit und ist nicht überholt. Darum hat auch der hl. Petrus nicht eine einzige Ermahnung, die sich auf den irdischen Wohlstand bezieh!. Und darin geht er mit dem hl. Paulus, mit den hl. Evangelisten, mit allen Schriftstellern des Neuen Testamentes, mit dem Heiland selber. Und wenn du auch das stärkste und neueste Vergrößerungsglas an den hl. Text setzest, nirgend findest du eine Anweisung zu einem vergnügten irdischen Leben. Sätze, mit denen heutzutage so manche Volksbe­glücker den Mund voll nehmen wie zum Beispiel: macht euch hier das Leben schön; kein Jenseits gibts, kein Wiedersehn. Oder: schlagt die Kapi­talisten, Fabrikanten und Bauern tot und eignet euch ihre Goldbestände und Ländereien an; macht den Juden den Garaus und bemächtigt euch ihrer Geldschränke; seid Herrenmenschen und tretet mit Füßen, was euren Gelüsten sich entgegensetzt. Solche Sätze findest du, wie gesagt, in der Bibel nirgends. Die ganze himmlische und christliche Weisheit ist vielmehr enthalten in den Worten des Herrn:

Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Ge­

rechtigkeit, und alles übrige zeitliche wird euch dazugegeben werden."

Werden aber diese Heilandsworte nicht von gar vielen Menschen wenigstens in der Praxis auf den Kopf gestellt? Suchet zuerst das Reich der Welt, hört man predigen, sucht Reichtum, lockert aller Fleischeslust die Zügel, opfert dem Bauch, so viel ihr könnt; werft das Joch der Arbeit und des Ge­horsams ab, so weit ihr könnt, fröhnet dem süßen Nichtstun und den Himmel überlasset den Spat­zen und den Nonnen. Siehe, das ist die Weis­heit des Teufels, die Weisheit der Hölle. Und da, wo man den Herrgott absetzt, schwingt der Teufel seine Knute. In Rußland läßt man Ge­treideschieber an die Wand stellen und knallt sie nieder. Warum gibt es da Getreideschieber? Weil man an keinen Herrgott glaubt. Warum hat man überhaupt Lust zum Getreideschieben? Weil der Hunger durch die Lande schleicht. Warum aber Hunger, wo so viel Land? Weil man nicht weiß, wozu man arbeiten soll für andere, nachdem es doch keinen Herrgott gibt. Wo der Teufel herrscht da herrschen Verbrechen, Laster, Krieg, Hungers­not, Mord und Totschlag. Das ist die Geißel der Gottlosigkeit im Diesseits. Im Jenseits aber ver­schlingt die Gottlosen die Hölle.

Ihr wißt, daß die Juden den Heiland ermor­det haben aus Furcht, ihres Reiches verlustig zu gehen. Wenn die Römer hören, sprachen sie, daß dieser Jesus s'ch als König ausgibt, werden sie kommen und unser Land wegnehmen. O ihr tö­richten Juden, ruft der hl. Augustinus aus. Aus Furcht, ein irdisches Reich zu verlieren, verliert ihr das ewige und das irdische, dazu!--

Es grüßt euch die mitauserwählte Gemeinde von Babylon. Hat vielleicht der hl. Petrus diesen Brief in Babylon geschrieben? Keineswegs. Viel­mehr ist es gewiß, daß er zur Zeit der Abfassung dieses Briefes seinen Wohnsitz in Rom hatte. Mit­hin ist es sonnenklar, daß er unter Babylon Rom versteht. Und warum nennt er Rom Babylon?. Vergleichsweise. Wegen der Größe, wegen der Pracht und Herrlichkeit, wegen der Berühmtheit, am meisten aber wegen der Gottlosigkeit und La­sterhaftigkeit.

Leben wir nicht vielfach auch in Babylon? Und dennoch : wir sollen nicht Bürger von Babylon, sondern Bürger von Jerusalem fein. Ob man Bür­ger der einen oder der anderen Stadt ist, das entscheidet die Liebe, schreibt der hl. Augustinus. Die Liebe zur Welt macht dich zum Bürger von Babylon, die Liebe zu Gott zum Bürger von. Jerusalem.

Seien wir also Bürger der Stadt Jerusalem^ Und wenn wir auch in der Großstadt oder mitten unter rauchenden Schloten oder unter Andersgläu­bigen oder Freidenkern in der Diaspora leben« was hindert uns, Bürger Jerusalems und Bürger des Himmels zu sein? Lebte nicht Roe mitten unter Gottlosen und war doch ein Kind Gottes?