Einzelbild herunterladen
 
  

heim rat Hugenberg ein Schreiben gerichtet, in dem er seinen Austritt aus der Deutschnationalen Volkspartei mit folgender Begründung erklärt:Durch die letzte Abstimmung im Reichstag bin ich zu der Ueberzeugung gekommen, daß ich Ihrer Führung nicht mehr zu folgen vermag. Die Gründe sind die gleichen, die ich Ihnen im engeren Kreise und nachher in der Fraktion auseinan- dergeseßt habe."

Fort von Hitler! Aus Karlsruhe wird berichtet, daß dort Masfenaustritte aus der Nationalsozialistischen Partei erfolgt seien. Zwei Versammlungen von Natio­nalisten in Mannheim und Heidelberg hätten sich für Gründung einerdeutsch-sozialen Nassenpartei" ausge­sprochen.

Aus Württemberg. Unter den deutschnationalen Abgeordneten, die Herrn Hugenberg den Rücken gekehrt haben, befinden sich auch die vier deutschnationalen Mit­glieder des verflossenen Reichstags aus Württemberg. Drei von ihnen waren die Kandidaten des württember- gischen Bauern- und Weingärtnerbundes. Einer (Ba­zille) war der Kandidat der 'Bürgerpartei. Für die Stimmung in den ehemals deutschnationalen Kreisen Württembergs ist ein Artikel von Interesse, den der deutschnationale Landtagsabgeordnete Dr. Hölscher im Ulmer Tagblatt veröffentlicht, in dem er u. a. folgendes ausführt:Die deutschnationale Volkspartei ist zerschla­gen, gründlich zerschlagen und wird in der seitherigen Zusammensetzung nicht wiederkehren. Der Trennungs­strich ist gezogen, und jeder Flickversuch wäre vergeblich und verderblich. Ein Verbleiben der württembergischen Bürgerpartei innerhalb der deutschnationalen Volks­partei so, wie sie unter Hugenbergs Leitung sich entwik- kelt, sich selbst vernichtet hat, kann unter keinen Umstän- ständen mehr in Frage kommen. Die württembergifchs Bürgerpartei muß jetzt ihre eigenen Wege gehen. Das allein wird ihre Wählerschaft verstehen.

Diphlherieerkrankung in einerSozialistischen Kin­republik". In dem Ferienlager derSozialistischen Kinderrepublik" am Priwall an der Lübecker Bucht, wo etwa 2000 Kinder in einem großen Zeltlager unter­gebracht sind, sind seit einigen Tagen mehrere Fälle von Diphtherie vorgekommen. Ein Mädchen ist bereits ge­storben. Die Krankheitsfälle haben ziemliche Beun­ruhigung hervorgerufen. Da die Lübecker zuständigen Aerzte im Zusammenhang mit der Calmette-Angelegen­heit suspendiert sind, ist eine Ärztekommission von Ber­lin nach Lübeck berufen worden, an deren Spitze Dr. Merck vom Reichsgesundheitsamt steht. Für Sonntag sind alle Besuche der Kinder aus Sicherheitsgründen ge­sperrt worden.

Griech^and.

Die griechische Kammer hat neulich ein Gesetz angenommen ,das alle orthodoxen Klöster, die keine besondere historische Bedeutung haben, unter­drückt. Die Verkündung dieses Gesetzes rief die heftigsten Proteste der interessierten Kreise hervor. Bei der Hundertjahrfeier der Unabhängigkeit Grie­chenlands begab sich eine Mönchskommission zum Ministerpräsidenten Venizelos und protestierte in heftigsten Formen. Dieser antwortete in strengem Ton, es sei sein fester Wille, die übergroße Zahl der vielgestaltigen Klöster einzuschränken, die sich allmählich in Stätten der Faulheit und der Un­tätigkeit verwandelt hätten. Die Negierung sei zu einer radikalen Reform der Klöster, die beste­hen blieben, entschlossen, um, wenn möglich, deren Insassen auf das Niveau des katholischen Klerus zu erheben und so instand zu setzen, alle die Dienste ihrem Lande zu leisten, die die katholischen Mönche und Priester der Welt schon geleistet hätten. Die­ses Urteil eines führenden Mannes in einem ortho­doxen Lande, der das Leben in den westlichen Ländern keimt, ist sehr bemerkenswert!

Rußland.

Es gibt kein Land auf der weiten Welt, wo Eheschließungen und Scheidungen so einfach voll­zogen werden wie in Sowjetrußland. Man geht zumSAGT", dem Sowjetrussifchen Standesamt, läßt sich in die Ehelisten eintragen und alles ist in Ordnung. Die ganze Prozedur dauert fünf Mi­nuten. Die Ehescheidung ist noch einfacher. Der Ehemann" oder dieEhefrau" erklären dem Be­amten, daß ste die Gemeinschaft nicht mehr auf­rechterhalten wollen, und ohne viel Umschweife streicht sie der Beamte aus den amtlichen Listen. Diese Prozedur dauert nur drei Minuten. Nun haben die Sowjetbehörden beschlossen, die bestehen­den Ehe- und Ehescheidungsformalitäten noch mehr zu vereinfachen. Personen, die geneigt sind, miteinander die Ehe einzugehen, werden es in

4 Huy. »Wiiy IJHV^H/ PWI VVHI4 //V44'Z7V registrieren zu lassen. Es genügt bereits, auf dem Postamt einen hierfür in. Frage kommenden Vor­druck auszufüllen, ihn dem Postbeamten einzu- händigen, der den Fragebogen mit einer besonderen Marke versieht, und die Ehe ist bereits geschlossen. Dasselbe gilt auch von Ehescheidungen. Die Ge­bühr für beideFälle" ist überaus niedrig gehal­ten, etwa eine Mark. Wahrhaftig, einfacher geht es nun wirklich nicht mehr!

Aegypten.

Daily Mail meldet über die Lage in Kairo: De Stadt gleicht einem bewaffneten Lager. Dis Waf- disten erklären, sie würden das Parlament stürmen und trotz des Verbotes der Regierung eine Sitzung abhalten. Die Regierung ist entschlossen, dies mit Waffengewalt zu verhindern. Seit den furchtbaren Ereignissen des Jahres 1919 ist die Lage niemals so beunruhigend gewesen. Bei den Gas- und Was­serwerken, am Parlamentsgebäude, den Eisenbahn­stationen und den Büros der wafdfeindlichen Blät­ter steht Militär in Bereitschaft. Man erwartet, daß die meisten Geschäfte schließen werden. Viele von ihnen haben ihre Räume verbarikadiert. Dem Korrespondenten zufolge suchen Agitatoren der Wafd-Partei die Polizei und die Truppen durch aufrührerische Propaganda zu beeinflussen. Bei verschiedenen Zusammenstößen kam es in dem auf­geregten Lande zu Schießereien mit einer ganzen Anzahl Toter.

Amerika.

Der Juni wird in der Newyorker Börsenge- schichte als einer der verlustreichsten Monate fort­leben. Nach Angaben des Newyorker Börsenvor­standes haben allein die Besitzer der amtlich no­tierten Aktien Kursverluste im Gesamtbetrags von 11,1 Milliarden Dollar oder rund 46,5 Milliarden Mark erlitten. Die Verluste werden aber noch we­sentlich höher, wenn man die nicht amtlich gehan­delten Aktien berücksichtigt. Zu den nicht notier­ten Papieren gehören beispielsweise fast alle Groß- bankaktien, deren Kurseinbußen ebenfalls viels Milliarden betragen.

Samoa-Jnssln.

Der Märisten-Bifchof Dernand, Apostolischer Vikar der Schiffer-Inseln, erwarb sich hohe Ver­dienste um den Frieden in Samoa, in dem er eine Friedenskonferenz zwischen den Einheimischen und neuseeländischen Regierungsvertretern herbeiführte, um dieMaubswsgung" (Selbstregierungsbewe- gung, die von blutigen Kämpfen begleitet war) zur Ruhe zu bringen. Die katholischen Kirchen­behörden hielten sich im Konflikt ganz neutral; als aber die Einheimischen sich weigerten, mit neusee­ländischen Beamten zu verhandeln, bewogen ft« katholische Missionare, zur Friedenskonferenz zu gehen. Der neuseeländische Premierminister hat jetzt an den Bischof von Apia ein Dankschreiben gerichtet für dieaußerordentlich wertvollen und hochgewerteten Dienste" in der Herbeiführung des Friedens.Es muß", so fährt der Vries fort, eine Quelle großer Genugtuung für Sie sein, zu wissen, daß die Verhandlungen, bei deren Zu­standekommen Sie so viel mitwirkten, einen glück­lichen Abschluß fanden. Von Sellen der Regie­rung habe ich Ihnen herzlich zu danken für das herrliche Werk, das Sie und Ihrs Kirche taten. Es ist meine und meiner Kollegen ernsteste Hoff­nung, daß das Gute, zu dem Sie so wertvolle Hilfe leisteten, fortdauern möge, und daß dauernd Friede, Glück und Wohlstand auf Samoa herrsche". Der Brief ist unterzeichnet von Joseph War, Pre­mierminister von Neuseeland.

Japan.

Ein ungeheuerer Seefturm (Taifun) hat die Küstenstriche Japans und Koreas heimgesucht und furchtbaren Schaden angerichtet. Nach Berichten aus Tokio fielen der Sturmkatastrophe in Süd- Japan hunderte von Menschenleben zum Opfer. Ein Dorf von 300 Einwohnern wurde durch einen Erdrutsch verschüttet. Die Präfektur von Fukuoka meldet daß 11 Personen getötet und 88 verletzt wurden. 21 Personen werden vermißt. Taufend Häuser wurden zerstört und zehntausende be­schädigt.

In Nagasaki und Umgebung, wo der Sturm eine Höchstgeschwindigkeit von 112 Stundenmeilen erreicht hat, sind tausende von Personen obdachlos. Ueber hundert Personen wurden getötet.

Man befürchtet, daß sehr viele Menschen aus der See verunglückt sind. Acht Küsten schiffe unt)

83 Motorschiffe sind gesunken. Die Eisenbahn Linien wurden ernst beschädigt.

Nach Berichten aus Tokio hat die ganze Insel Kiuschiu unter dem Taifun schwer gelitten. Der Ee- samtschaden erreicht schätzungsweise eine Höhe von 50 Millionen RM. Bis jetzt sind 70 Tote, über 700 Verletzte und über 100 Vermißte festgestellt» 4 000 Häuser wurden zerstört und mehr als 13 00g! beschädigt. 100 Schiffe sind gesunken.

An der Ostküste Koreas sind bei dem Taifun 58 Personen getötet worden, 83 werden vermißt. Von 90 Fischdampfern mit mehr als 500 Mann Be­satzung liegen keine Nachrichten vor.

*

Nicht nur in den europäischen Ländern, son­dern auch in Japan erregt eine außergewöhnlich hohe Selbstmordziffer größte Besorgnis. Nach der letzten Statistik der Polizeibehörde in Tokio betrug die Zahl der Selbstmorde innerhalb der Tokioer Polizeipräfektur im Jahre 1929: 1657, d. h. vier auf einen Tag; und zwar 964 Männer und 693 Frauen. Was die verschiedenen Ursachen betrifft, so wurden 396 durch Krankheit veranlaßt, 146 durch häusliches Elend und Zwist mit Verwandten, 113 durch wirtschaftliche Not, 91 durch verschmähte Liebe und 79 durch unglückliche Liebe. Bemerkens­wert ist, daß von den 91 verschmähten Liebenden 34 männlichen Gesckstechts und 57 weiblichen Ge­schlechts waren, unter den 79 unglücklich Liebenden 36 Männer und 43 Frauen. Was das Alter be­trifft, so waren 425 der Selbstmörder zwischen 21 und 25 Jahre alt, und 231 zwischen 26 und 30 Jah­ren.

Eingegangen. Ein Berliner führt einen Amerikaner durch die Stadt, der dauernd Vergleiche mit Amerika anstellt, die zu ungunsten Berlins ausfallen. Beim An­blick eines großen roten Hauses sagte der Amerikaner überlegen:Solche Häuser haben wir viel in Amerika/ Det jlob ick", platzt der Berliner los,bet is nemmlich n Irrenhaus." 3

Er weiß Bescheid. Vater, zu seinem unartigen Sohn: Was soll ich nun mit dir an fangen? Soll ich dich gleich gehörig verhauen?" Sohn:Frage doch nicht erst, Vater, du tust es ja doch!" I

Das Jagdergebnis.Nun, Herr Dimpfl, haben Su endlich den Sechzehnender angefchossen?"Den nicht aber einen Wochenenden"

Mißverständnis. Zwei Herren sitzen an einem im Kaffeehaus, und der Hund des einen liegt zu Fäßer des anderen.Nehmen Sie doch ihren Hund hier weg ich fühle schon, daß Flöhe an meinen Beinen herum kriechen." Darauf sagt der andere zu seinem Hund ,^Komm her, Flockl, Der Herr hat Flöhe."

Politik. Sanguiniker:Wissen Sie, was Bismart sagen würde, wenn er heute noch lebte?" Phlegmatiker Er würde sagen: Ich will meine Ruhe haben; ich bu heute einhundertfünfzehn Jahre alt."

Rache ist süß. Heiratsvermittler:Die sechs Wochen die ich im Gefängnis gesessen bin, werde ich mein LeS tag nicht vergessen." Bekannter:Hat man Sie dort si schlecht behandelt?" Heiratsvernrittler:Na und ob! Ds Gefängniswärter war ein Mann, der durch mich fein | Frau 'tennengelernt hatte."

Lebt Jesus noch? Ist Jesus Gott? Erscheinung? Jesu, besonders in neuer Zeit, von Dr. Robert Slimfd Zweite vermehrte Auflage. (Drittes und viertes Tm send.) Herausgegeben von Pfarrer E. Klimfch in Lien- Amlach (Ost-Tirol). Mit kirchlicher Druckgenehmigun! 8. (4, 256 Seiten). Broschiert Mb. 4.. Verlagsar stalt vorm. G. I. Manz in Regensburg. In dieß stark vermehrten Neuauflage wird auch der in all, Welt berühmt gewordenen und viel besprochenen Seh rin von Konnersreuth ein ganzes Kapitel gewidme Der Verfasser will die Torheit derjenigen erweisen, d das Dasein Jesu leugnen, und weiterhin zeigt er do trefflich, auf welche Weise Jesus noch immer unter ur lebt: nämlich in seiner Persönlichkeit, seinem Beispn seiner Lehre, feinen Verheißungen, die sich Tag um Tc erfüllen, in Herzensfrieden und Gnadenwirkungen.

Aus gotigcschenkter Fülle. Gedanken aus bi Schriften des Kirchenvaters St. Augustinus. Ausg wählt und übertragen von Dr. theol. P. Wuniba Roetzer O. S. B. Preis geb. 3,50 Mark. Verlag M Hueber in München. Gerne greift man im Jubelja des größten Kirchenvaters nach dieser Sammlung ko barer Gedankenperlen. Nach leitenden Gesichtspunkt geordnet, wirken die gesammelten Zitate packend ui überzeugend auf den Leser. Wir hoffen, unseren § fern manche dieser Aussprüche des großen Augustin vorlegen zu können.