die Kinder der Heiligen" leben sollen? — So sehr non den nervösen Menschen der Stadt den Sonn-
in der Natur gönnt, so sehr muß man ihnen ^er auch den Ruhetag des Sonntags retten. Ist er Sonntag noch Ruhetag, dieser Tag der Hetze ind Ausgelassenheit, des Alkohols und des unge- emmten Vergnügens! Was nützt es da schließ- ich, diesem Sonntag am Morgen ein christliches Räntelchen umzuhängen, wenn er im übrigen »eidnischer Ausgelassenheit preisgegeben ist?
Sonntag ist's. Er soll ein Tag der Besinnung ein, den im Leben stehenden Menschen ist eine Ztunde der Besinnung bitter notwendig. Das Sonntagsblatt will ein Ruf an die Seelen der Diensten sein; es soll als Bote der Kirche seinen Leg in die Familien und Häuser finden und ge- ört werden. Geht es dem Sonntagsblatt wie dem -amen des Wortes Gottes, der zertreten und er- tüft wird? Das Sonntagsblatt will Samen Gottes msstreuen. Ihr Väter' und Mütter, sorgt dafür, lafc es in euren Familien auch gelesen, daß seine Stimme nicht überhört wird im tauten Lärm der Strafte.
Der alte Sünder.
Etwas aus dem Leben des heiligen Vinzenz (Fest am 19. 3uli.)
Vinzenz kam später zu einem reichen Grasen londy, um dessen drei Söhne zu erziehen und Li unterrichten. Wenn nun die Familie im Som- rer auf ihren Gütern war, so benutzte Vinzenz iese Gelegenheit, die Leute auf dem Dorf zu be- chren und zu ermahnen und besuchte besonders ern die Kranken. Da wurde ihm einmal ein lote geschickt, er möge einen alten kranken Bauern leicht hören; derselbe habe Verlangen nach dem änzenz. Der Mann hatte immer als guter Christ ^gölten, weil er gehörig in die Kirche und zu m heiligen Sakramenten gegangen war.
Wie auf Eingebung Gottes redet Vinzenz dem ranken zu, er solle nicht eine gewöhnliche Beicht biegen von der letzten her, sondern eine General- ücht über das ganze Leben. Dieser Rat hat den lenschen, der nach drei Tagen starb, vor der vigen Verdammnis gerettet. Es stellte sich näm- ch heraus, daß der alte Mann in allen seinen uferen Beichten mehrere Todsünden absichtlich erschwiegen hatte, weil er sich schämte, seinem farrer sie zu beichten. Als er es endlich über das erz und die Zunge gebracht hatte, die abscheuliche linde durch das Bekenntnis auszuspeien, so war • reumütig und umgekehrt, so daß er selber vor iberen Leuten erklärte: „Ohne diese Generalbeicht äre ich ewig verdammt; denn ich habe mir vor- •r nicht getraut, alle schweren Sünden zu beich- ri."
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Wenn Gott verlangen würde: Wer eine schwere ände getan hat, bekommt Verzeihung unter der edingung, daß er sich alle Zähne ausreißen, die mge abschneiden, die Augen ausstechen und in ses Ohr einen Nagel einschlagen, Hände und ße abhauen läßt, weil er mit diesen Werkzeu- 1 seines Körpers den Schöpfer beleidigt hat: is wollten wir machen? Wer vernünftig ist, sie: ich will diese Qualen mir antun, als f^r ine Sünden in alle Ewigkeit einst die höllischen alen auszustehen.
Allein Gott handelt mit dem Sündex unend- ) gütiger; er verlangt statt allerlei Marter nur, Ö der Mensch die Sünden reumütig dem Prie- c bekenne, welcher ihm dann in der Gewalt risti die Lossprechung erteilt. Denn der Hei- ld hat zu den Aposteln und chren Nachfolgern 1 rechtmäßig geweihten Priestern, gesagt: „Wem ' die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben." er nun diese leichte Bedingung nicht erfüllen Iß, der zeigt damit, daß er keine wahre Reue - und Gottes Anordnung verachtet. Ein solch glückseliger Mensch verschmäht die Rettung von Sünde, er nimmt nicht teil am Erlösungs- Christi und verfällt nach dem Tod der schreck- -en Vergeltung der göttlichen Gerechtigkeit. — °&er beichtet und wissentlich eine schwere nde verschweigt, weil er sich schämt, sie zu sagen, begeht eine Ruchlosigkeit gegen das Sakra- nt der Buße, indem er den Priester betrügt; 5 ist noch viel ärger als gar nicht beichten. Er t aus dem Beichtstuhl mit allen Sünden, welche bisher gehabt, und noch einer neuen, einem re« ofen Verbrechen, das vielleicht schwerer ist als feine übrigen Sünden.
Am Rande des höllischen Abgrundes, wenige Tage vor der Stunde des Todes und Gerichtes, wurde also der alte Mann noch gerettet für alle Ewigkeit durch nichts anderes als durch die Generalbeichte. Dieses Ereignis brachte den Vinzenz zu dem Entschluß, er wolle s?ch Mühe geben, die Leute zu Generalbeichten zu bringen. Er fing in einem Dorf damit an, von dem Nutzen und der Notwendigkeit der Generalbeicht zu predigen, und wie man eine solche zustande bringe. Diese Predigt war von Gott so gesegnet, daß alle Zuhörer sich bewegen ließen, eine Generalbeicht abzulegen.
Da erkannte Vinzenz, daß innerhalb der katholischen Kirche es kein kostbareres Werk für Priester gebe, als Missionen halten, das heißt den Leuten die Grundwahrheiten der Religion predigen, sie zur Erkenntnis und Reue ihrer Sünden erwecken, sie zu einer aufrichtigen Beichte bringen.
Eifer am Tisch des Herrn.
Ach, daß man doch so immer wieder dies und das zu sagen und zu klagen hat! Gewiß, ein Eiser um die christlichsten Güter, das ist etwas Herrliches Und wenn man so Leute sieht, die allsonntags zur heiligen Kommunion gehen, dann freut man sich schier mit den Englein um die Wette. Und doch und doch — es gibt solche Leute, die allsonntags kommunizieren und die die merkwürdige Eigenschaft haben, zu drängen und zu stoßen und zu schieben, um nur schnell an die Kommunionbank zu kommen, und da kann man im Eifer so rücksichtslos werden, daß man seinem Nachbar in die Hacken und auf die Zehen tritt und ihn gar bitterböse anlugt, just als stände man aus dem Wochenmarkt. Was ist das doch häßlich! Und ich möchte solche Frauen, die es so gar nicht abwarten können, vor den anderen an den Tisch des Herrn zu kommen, einmal geschwind beiseite nehmen und daran erinnern, wieviel Zeit hernach vor der Kirchtür für die Sonntagsunterhaltung ist--Und wie kann man nur zum Tisch des Herrn gehen wollen — mit einem Anstoß und einem Drängen und gar nach jenem bitterbösen Blick auf jenen, der ein halbes Schrittchen vor einem steht — dächten wir doch immer wieder daran, daß der Herr all dieses sieht, allen unseren Herzenseifer und ebenso gut all die großen und kleinen Rücksichtslosigkeiten, die wir jenen Nächsten zufügen, von denen gerade es als von Brüdern und Schwestern gesprochen hat.
Bewahren wir unseren Eifer im religiösen Leben — aber vergessen wir nicht, daß wir auch damit Pflichten gegen alle haben, die gleich uns ihren Eifer bezeigen. Ist es schon auf dem Wochenmarkt nicht schön, zu drängen und zu stoßen, und zeigt man damit, wie weit, weit entfernt man von jener Demut Mariens ist, wieviel mehr noch, wenn man auf dem Wege zur Kommunionbank so tut, als hätte man das Vorrecht, nur ja die Erste zu sein.
Gehen wir oft zum Tisch des Herrn, unserer eigenen Seele zulieb, aber gehen wir bescheiden, geduldig wartend und mit der Demut im Herzen und dem Blick innerer Freude, eifern wir um die Wette bei den hl. Kommunionen, nicht aber wer die erste an der Kommunionbank — ei nein, wer die letzte ist.--
Bad oder Sumpf?
Im Verlag „Katholische Tat" Köln, Görreshaus ist eine Broschüre erschienen, die „Tatsachen und Bilder aus dem Strandbad von heute" bietet. Die Broschüre nennt sich „Strandbad, ist's wirklich so schlimm?" Ausdrücklich ist in der Broschüre Nachdruck oder auch nur auszugsweise Benutzung ohne besondere Erlaubnis des Verlages verboten. Aber auch ohne dieses Verbot würde man in einer Familienzeitschrift, wie die unfrige, von dem hier angesammelten Material nur widerstrebend Gebrauch machen.
Denn Material, umfangreiches, erschreckendes Material, nicht nur Forderungen werden hier vorgesetzt. Und dieses Material ist eine hinreichende Begründung für die Forderungen, die erhoben werden. Die Mehrzahl unserer Leser hat wahrscheinlich keine Gelegenheit, das, was sich heute „Strandbadleben" nennt, aus eigener Anschauung kennenzulernen, und so erklärt sich vielleicht auch die Meinung, die man selbst bei Katholiken hören konnte, der bekannte Erlaß der rheinischen Bischöse gegen die Badeunsitten sei möglicherweise übertrieben und werde den Verhältnissen nicht gerecht. Wer aber das in der Broschüre angesammelte Material
auf sich wirken läßt, der weiß, daß sie nicht ohne Grundlagen gesprochen haben, ja er gibt sich der leisen Hoffnung hin, daß sich auf dieses Material hin so etwas wie eine gemeinsame Front aller verantwortungsbewußten Leute ergeben könnte.
Denn, was da aufgezeigt und mit Tatsachen belegt ist, hat mit Weltanschauung und Partei nichts mehr zu tun. Hier handelt es sich einfach um Dinge, über die keine Partei, etwa irgend welchem „Standpunkte" zuliebe, ihren schützenden Schild halten kann. Ob nun Christen, Sozialisten oder Kommunisten, schließlich ist es dasselbe Material, mit dem wir alle arbeiten müssen, und niemand hat ein Interesse daran, dieses Material, nämlich die Masse des Volkes, versumpfen zu lassen. Gewiß gibt es in Rußland Fanatiker, die aus Prinzip die Sittlichkeit zugrunde richten, um einen vermeintlichen Stützpfeiler des Kapitalismus zu stürzen. Aber zu diesem Harakiri halten wir denn doch auch den fanatischsten Sowjetschwärmer bei uns zu vernünftig.
Eine Gefahr besteht allerdings auch bei uns, die nämlich, daß man aus Schikane unvernünftig wird, und diese Gefahr besteht nicht nur bei den Kommunisten und Sozialisten, sondern auch, und nicht weniger, bei anderen „freisinnigen" Leuten. Weil und wenn „der Klerikalismus" für eine notwendige Maßnahme eintritt, dann mag sie noch so unvernünftig sein, sie wird abgelehnt, um ,.der Reaktion" oder, wie der Liberalismus sich ausdrückt, dem „Dunkelmännertum" keinen Vorschub zu leisten. An dieser geistigen Verkrampfung ist tatsächlich schon manche vernünftige Ueberlegung gescheitert, und manche, eigentlich selbstverständliche Zusammenarbeit unmöglich geworden. Wenn der Chinese sich an seinem Feinde fürchterlich rächen will, so hängt er sich an dessen Türe auf, um der feindlichen Seele den Weg in das Paradies zu versperren. Wie man aber hört, haben 'elbst die Chinesen diese Methode inzwischen aufgegeben, und wir sind doch keine Chinesen! Sollten wir dann nicht endlich auch von ihren Methoden abrücken?
Glücklicherweise gibt die Broschüre niemanden Anlaß, von Fanatismus zu reden. Die Begründungen, die sie gibt, zeugen von vollem Verständnis für die Zeitnotwendigkeiten, und die „Mindestforderungen", die sie stellt, könnten unter vernünftigen Leuten leicht eine Verhandlungsbasis abgeben. Auch von diesem Standpunkte werden wir uns damit abfinden, lieber eine einigermaßen tragbare Lösung zu erreichen, hinter der dann auch die ganze Volksmeinung steht, als daß die heutigen, unhaltbaren Zustände aus Mangel an einer Einigung weiterbestehen bleiben. An einigen Zentimetern Tuch darf diese Einigung nicht scheitern! Wenigstens der Versuch muß gemacht werden. Bleiben dann die andern blind und verstockt — nun, dann haben sie auch die Alleinverantwortung zu tragen!
In der „Kölnischen Volkszeitung" schreibt Wilhelm Spael zu der Broschüre über das Badeunwesen und einer zweiten, „Sittlichkeit und Badewesen", die Prälat Mausbach im gleichen Verlag herausbringt, die beherzigenswerten Worte: „Es handelt sich nicht nur um den Kampf gegen die Unsittlichkeit, sondern um einen Kampf für das Sittliche, für die Rehabilitierung des Keuschen in dem Sinne Ehrfurcht vor dem Leiblichen. Der Leib ist eine Art Monstranz, in der Christus lebt. Bei dem Kampf um Familie und katholische Körperkultur wird man also nicht nur fragen dürfen, was wehrt die Angriffe ab, sondern: wie treten die positiven Werte der Familie und Ehe wieder ins Bewußtsein? Wer das nicht einsieht, wird selbst in den Kauf nehmen, daß seine persönliche Freiheit in dem einen oder anderen Punkte beschnitten wird." Bis tief in die Reihen anderer Lager wird man sich diesen Erkenntnisien anschließen, wenn auch mit anderer Begründung. Besonders in den Reihen der aufgeschlossenen Jugend, mag sie in einem Lager stehen, wie sie will, wehrt man sich gegen das Schlagwort von der „sexuellen Not" und wünscht nicht mehr den Leib und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt der Diskussion gestellt. Man will wieder Ideale sehen, für die sich der Kampf lohnt. Sich in diesem Kampfe an die Spitz« stellen, ist durchaus zeitgemäß. Die beiden Broschüren, von denen oben die Rede ist, helfen in dankenswerter Weise, den Kampf zu bestreiten. Ihre weitere Verbreitung ist dringend zu wünschen. Sie wirken als geistiges Bad nach dery Sumpf, den sie schildern.