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Wochsmtalen-sr.

onnlag, 13. Juli. 5. Sonntag nach Pfingsten. Ana- cletus .Papst, Mort., f 9..

Sontag, 14. Juli. Bonaventura, Kirchenlehrer, t 1274. uenstag, 15. Juli. Heinrich II., Kaiser, t 1024.

Mittwoch", 16. Juli. Maria vom Berge Karmel (Ska- pulierfest).

onnerstag, 17. Juli. Alexius, Bek., f 417.

reitag, 18. Juli. Kamillus von Lellis, Bek., t 1614. Symphorosa, Mart., 2. Jhrhr.

amstug, 19. Juli. Vincenz von Paul, Stifter der Lazaristen und Vincentinerinnen, f 1660.

Muster Sonntag nach Pfingsten.

Epistel. 1. Petrus 3, 815.

vaugeNum. Matthäus 5, 2024. Die Gerechtigkeit des Neuen Bundes.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Kenn eure Gerechtigkeit nicht vollkommener sein wird 's die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, so wer- .'t ihr in das Himmelreich nicht eingehen. Ihr habt .'hört, daß zu den Alten gesagt worden ist:Du sollst icht töten"; wer aber tötet, soll dem Gerichte verfallen ch aber sage euch: Wer seinem Bruder zürnt, soll dem erichte verfallen. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Verfluchter!", soll dem Hohen Rate verfallen. Und er zu ihm sagt:Du Gottloser", soll dem Feuer der ölle verfallen. Wenn du also deine Gabe zum Altare fingst und dich dort erinnerst, daß dein Bruder etwas ider dich hat, so laß deine Gabe dort vor dem Altare id geh zuvor hin und versöhne dich mit deinem Vru- r; dann komm und opfere deine Gabe."

Anweisung zu einer schweren Kunst.

Kunst aller Künste nennt der Papst Gregorius die Kunst der Erziehung. W Täglich siehst du dich als Vater, Mut- ter, Lehrer, Priester, Oberer in die . Notwendigkeit versetzt, in dieser hwersten aller Künste dich zu versuchen. Da hätte :r Apostelfürst Petrus seine Sache gewiß unvock- nnftien gemacht und in seinem Brief eine schme-z- â^e Lücke gelassen, hätte er sich über die Kunst ab r Künste ausgeschwiegen. Das hat er aber zum ulen Glücke nicht getan. Im Gegenteil, er hat ine Anweisung zu dieser schweren Kunst feinem Hiere enwerleibt, eine kurze, bündige, herzliche, eiche e*ne erleuchtete, gewichtige, inhalr- Seien wir nun, die wir diese Zeilen lesen, Er- leher oder Zöglinge, vernehmen wir alle mit der eichen Ehrfurcht und Lernbegierde diese Aposto- sche Anweisung. r

'Ae Nellessen unter euch ermahne ich als ihr iitattester und als Zeuge der Leiden Christi, wie ach als Milgenosfe der Herrlichkeit, die offenbar ' erden soll: weidet die Herde Gottes, die euch an iktraut.ist, und tragt für sie Sorge, nicht aus

Zwang, sondern gern nach Gottes Willen; nicht aus schnöder Gewinnsucht, sondern mit Lust und Liebe; seid nicht Gewaltherrscher über eure Spren­gel, sondern Vorbilder der Herde von Herzen. Wenn dann der oberste Hirt erscheint, werdet ihr die unverwclkliche Krone der Herrlichkeit empfan­gen.

Zwei Anspielungen gebraucht der hl. Petrus an der Spitze seiner Lehre. Zuerst spielt er an aus das Leiden Christi.Ich ermahne euch als Zeuge der Leiden Christi". Weshalb diese Anspielung? Um die Eltern und Erzieher vor einer schweren Täuschung zu bewahren, als sei das Erzieheramt eine Annehmlichkeit, ein Ruhepolster, eine Rose ahne Dornen. Vor allem, will der hl. Petrus -a^ gen, dürft ihr Erzieher nicht vergessen, daß der erste und beste und unübertroffene Erzieher der Heiland ist. In welchem Gleichnis hat er sich aber als Erlöser und Erzieher vorgestellt?Ich bin", spricht er,der gute Hirt unb gebe mein Leben für meine Schafe". In diese Fußtapfen, christliche Eltern und Erzieher, müßt ihr e.ntreten. Eure Erziehertätigkeit müßt ihr auffassen als eine Hin­gabe und Aufopferung für eure Kinder und Zög­linge.

Die zweite Anspielung ist die Uebertragung des Hirtenamtes an Petrus. Welchen Ausdruck ge­braucht denn Petrus für die Erziehertätigkeit'? Weidet die Herde". Sind das nicht just dieselben Worte, die Petrus aus dem Munde des Meisters vernommen hat? Simon, sprach der Herr zu Petrus, liebst du mich? Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebe.Weide meine Lämmer". Simon, liebst du mich? Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebe.Weide meine Lämmer". Simon, liebst du mich? Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebe. ..Weide meine Schafe". Mir kommt es vor,- als hätten dem guten Petrus diese Worte seines Mei­sters noch in den Ohren geklungen, als er diese pädagogische Instruktion niederschrieb. Unwillkür­lich ist in seine Zeilen das Wort und der Aus­druckweidet" hineingeflossen.

Weidet die Herde Gottes. Auch das ist ein be­herzigenswerter pädagogischer Wink. Bedenket, ihr Erzieher, will Petrus sagen, daß eure Kinder und Zöglinge nicht euer Eigentum sind. Nein; Gottes Eigentum sind sie. Ihr seid bloß Verwalter dieses Eigentums. Ihr sollt diese Kinder wie anvertraute Güter und Schätze sorgfältig hegen und pflegen und dem Eigentümer, d-m lieben Gott, mit Gewinn, im Schmuck der Tugenden und guten Werke wie­der zurückgeben.

Nicht aus Zwang. Gibt es ja Eltern und Erzie­her, die ihre Tätigkeit nur auffassen alsver­dammte Pflicht und Schuldigkeit". Das ist ver­kehrt, sagt uns der hl. Petrus; von Zwang oder Last sollt ihr gar nicht reden. Wie grundverkehrt wäre es also, wenn die Eltern sagen würden: wenn nur ihr Kinder uns aus den Augen wäret;

wenn wir lieber gar keine Kinder hätten; mit euch hat man nur Lasten und Unmuße und Verdrieß­lichkeit und Aerger! O ihr Eltern, seht ihr nicht, daß ihr mit solchen Reden die Sache noch schlim­mer macht? Daß ihr eure Kinder verbittert und ihr Herz verhärtet, daß sie gar nicht mehr auf euch hören? ---

Nicht aus Gewinnsucht. Petrus hat Lehrer, Geistliche, Bischöfe vor Augen, die von der Kirche, von Gemeinde oder Staat ihren Gehalt beziehen. Daran ist nichts zu tadeln. Denn wer beruflich in der Erziehung tätig ist, soll daraus auch seinen Lebenunterhalt ziehen. Mietlinge sind aber jene, die nur wegen des Gehaltes ihre Lehr- und Erzie- Hertätigkeit ausüben. Denen das Geld und das Gehalt und das bequeme Leben die Hauptsache sind, die Kinder aber, die Schüler und Zöglinge, deren Fortschritt, Tugend und Glück Luft und Ne­bensache!

Nicht Gewalthaber. Lest das heutige Evange­lium. Warnt nicht der Heiland vor Beschimpfung und Beleidigung? Und diese Dinge sollen ganz be­sonders im Werke der Erziehung ausgemerzt sein. Mit Schimpiworten, mit Ohrfeigen, Fußtritten, Schlägen kannst du allenfalls einen Hund dressie­ren, aber kein Kind erziehen. Selbstverständlich dürfen, zumal bei den jüngern Kindern, auch kör­perliche Strafen in Anwendung kommen. Aber nur ausnahmsweise. Nur im Notfall. Wer immer und regelmäßig zu solchen Ausflüchten die Zuflucht nimmt, ist ein Löwenbändiger, aber kein Erzieher. Solche Erziehungskunst geht darum früher oder später in die Brüche. Nicht Beschimpfung und Miß­handlung, sondern Belehrung, Ermahnung, Vor­beugung, Zurechtweisung im Geist der Sanftmut und Geduld, auch bisweilen Lob und Anerkennung seien die Leitsterne des Erziehers. Vor allem aber jener unvergleichliche Zauberstab, das gute Bei­spiel.

Darum:Seid Vorbilder der Herde". Hier laßt mich statt grauer Theorie eine Geschichte einflechten von der Macht des Beispiels. Ein Mann zog, wie der selige Don Bosco erzählt, mit einem Kasten über Feld. Unterwegs übernachtete er auf freiem Feld unter einem Baum, auf dem Affen nächtig» ten. Bevor aber der Mann sich niederlegte, ent­nahm er seinem Kasten eine Haube und setzte sich dieselbe als Schutz gegen die Feuchtigkeit auf das Haupt. Er hatte in dem Kasten noch eine Menge solcher Hauben, die er verkaufen wollte. Als nun der Krämer den Schlaf des Gerechten schlief, stieg die ganze Sippschaft der Affen, einer na h dem andern, vom Baume nieder, entnahm ebenfalls aus dem offenen Kasten eine Haube und setzte sich die­selbe auf den Kopf. So schlief die ganze Affen­gelellschaft in jener Nacht mit einer Schlafhauve. Wie nun der Kaufmann erwachte und den Kasten öffnete, gewahrte er zu seinem Schrecken den Ver­lust. Weh mir, sprach er, ich bin ausgeraubt, ich