Ausgabe B
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Sonntag, 6. Zull 1930
Nr. 27
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Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassel«
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Wochenkalender.
nntag, 6. Juli. 4. Sonntag nach Pfingsten. Ged. der Ott av des Festes der Apostel Petrus und Paulus, mtag, 7.. Juli Cyrillus und Methodius, Apostel der Slaven t. 9. Jahrh. Willibald, Bischof, Bek. + 781. nstag, 8. Juli. Kilian und Gen., Mart., f 689 Elisabeth, Königin von Portugal, t 1335.
ttwoch, 9. Juli. Uebertragung der Gebeine des heil. Bonifatius.
nnerstag, 10. Juli. Sieben Brüder, Sühne der Heil. ^Felizitas, t 150.
itag 11. Juli. Pius I., Papst, Mart., t 157. instag, 12. Juli Johannes Gualbertus, Abt., t 1073. Nabor und Felix, Mart.
4. Sonntag nach Pfingsten.
Epistel. Römer 8, 18—23.
mngklium. Lukas 5, 1—11. Der reiche Fisch'
In jener Zeit drängte sich das Volk an Jesus i,.. .„ das Wort Gottes zu hören. Er stand am See Gc- ireth. Da sah er zwei Boote am Ufer liegen: die her waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Er 1 in eines der Boote, das dem Simon gehörte, und ihn, ein wenig vom Lande abzustoßen. Dann ? er sich und lehrte das Volk vom Boote aus. Als eine Rede beendet hatte, sprach er zu Simon: ,Fayr ms auf die hohe See und werfet eure Netze zum !ge aus!" .Meister", entgegnete ihm Simon „die ;e Nacht haben wir gearbeitet und nichts gefangen, r auf dein Wort hin will ich das Netz auswerfen." taten es und fingen eine so große Menge Fische, ihr Netz zu zerreißen drohte. Da winkten sie ihren ihrten im anderen Boote, sie möchten kommen und n helfen. Diese kamen, und sie füllten beide Boote, aß sie beinahe versanken. Als Simon Petrus das fiel er Jesus zu Füßen und rief aus: „Herr, geh >eg von mir, ich bin ein sündiger Mensch!" Denn men hatte ihn und alle feine Gefährten ergriffen »es Fischfanges, den sie gemacht hatten; ebenso auch Jakobus unb Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten waren. Doch Jesus sprach zu ■ on: „Fürchte dich nicht! Von nun an sollst du scheu fangen". Dann zogen sie die Boote ans Land, eßen alles und folgten ihm nach.
Nur keine Enttäuschung.
Erinnerungen, die wir heute be- gehen, am 18. Juni, wo ich diese Le- swrg für euch niederschreibe, sind mir 'ÜlO^ Wegweiser zum Thema. Die erste Q^h^ Erinnerung gilt heute dem hl. Kir- chenlehrer Ephrem, dem Syrer. Aus m beredten Hiunb nehme ich folgenden Aus- "Der hebe Gott macht es mit den Men-
1 ^'^ oln -opfer oder Goldschmied, her je nach begenuand, der gebrannt werden *o(I, den starrer oder schwächer heizt. So schickt er größere occr geringere Leiden seinen Aus- phen je nach der größeren oder geringeren t deren der einzelne fähig ist."
gilt dem Märtyrerpoar
1 115 und Warzellmnus, deren Gedächtnis eben
falls auf den heutigen Tag fällt. Die Kirche ist ja so reich an Heiligen, daß es an Tagen fehlt, sie alle zu feiern. Als nun diese beiden Männer wegen ihres standhaften Bekenntnisses von den Henkersknechten an einen Pfahl gebunden wurden, mit angenagelten Füßen, da sprach der Richter Fabianus zu ihnen: „Seid doch vern .nftig, ihr Unglücklichen, und befreit euch selbst von diesen Qualen; ihr braucht nur den Göttern zu opfern, und sofort seid ihr frei." — Doch was erwidern unsere mutigen Glaubensgenossen? „Niemals haben wir so vortrefflich gespeist als heute, wo wir gewürdigt werden, um Christi willen diese Kleinigkeit zu leiden."--
Da bin ich mitten im Thema:
„Nur keine Enttäuschung!"
Keine Enttäuschung, sage ich, wenn ein Kreuz an die Türe klopft. Das ist die Lehre, die uns St. Petrus gibt an der Stelle seines Briefes, die heute uns beschäftigen soll. Vernehmet seine Worte:
„Geliebte, laßt euch durch die Feuerprobe, dic ihr durchmacht, nicht befremden, als ob euch etwas Seltsames widerführe. Freut euch vielmehr, daß ihr an Christi Leiden keilhabt, damit ihr auch bei der Offenbarung feiner Herrlichkeit euch freuen und frohlocken könnt. Selig seid ihr, wenn ihr um des Ramens Christi willen geschmäht werdet; denn dann ruht der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gott tes, auf euch. Riemand von euch habe deshalb zu leiden, weil er etwa ein Hierher, ein Dieb. ein Verbrecher oder ein Aufrührer geworden ist. hol aber einer als Christ zu leiden, so schäme er sich dessen nicht, sondern preise Gott ob dieses Ramans. Denn die Zeit ist da, daß das Gericht beim Hause Gottes anfängt. Beginnt es aber zuerst bei uns, was wird das Ende derer sein, die dem Evangelium nicht gehorchen? Wenn der Gerechte kaum gerettet wird, wo wird der Gottlose, der Sünder, bleiben? Darum sollen jene, die nach dem Wii len Gottes Leiden erdulden, durch tugendhaftes Leben ihre Seele dem getreuen Schöpfer anbefoh- len." 1. Pe. 4, 12—19.
Vor welchem Mißgriff warnt also der hl. Petrus? Vor der Enttäuschung. Zu welcher Gestn- nung feuert er uns an? Zur Freudigkeit im Leiden. Da muß ich freilich, liebe Seele, zum voraus bemerken, daß du vor den Worten eines Petru- die Segel streichen mußt; daß du alles irdische Denken pensionieren mußt; daß du zu einer überirdischen, übernatürlichen, mystischen Höhe aufsteigen mußt. St. Petrus will eben aus Weltkindern Gotteskinder modeln Ich habe mich taufen lassen, ich bin ein Christ geworden, ich habe der Welt und ihren Lüsten den Rücken gekehrt, ich habe nach dem Willen und dem Beispiel Jesu gelebt. Was soll ich also noch fürchten? Muß es mir da nicht gut gehen? Muß mir da nicht jedes Leid erspart werden? Ganz im Gegenteil, erwidert der hl. Petrus. Auf Widerstände, auf Verfolgungen, Anfechtungen. Beschimpfungen^ auf schwere Leiden
mußt du dich gefaßt machen. Wenn also Trübsale wirklich kommen, darf keine Enttäuschung, keine Verwunderung, kein Befremden sich auf deinem Gesichte spiegeln oder in deiner Seele Platz greifen. Im Gegenteil soll. et ihr euch wundern, w:nn ihr ein gottgefälliges, ein tugendhaftes, ein weltabgewandtes Leben führt, und der Teufel euch in Ruhe läßt.
Welche Beweise stellt Petrus auf für seine Behauptung? Nur einen einzigen. Und der genügt. Der ist durchschlagend: das Beispiel Christi, des Heilandes. An seinen Leiden teilnehmen, ist Schicksal und Pflicht jeden Christen. Macht sich nicht der Soldat eine Ehre daraus, mit den Offizieren und Generalen die Gefahren und Wunden zu teilen? Sind es nicht die Tapfersten, die man an die Front stellt? Die Mutigen? Die Helden?
Petrus macht noch aufmerksam auf den Lohn her Leiden. Kein anderer ist es als der Lohn Christi. Christus selbst, seine Herrlichkeit, feine Anschauung, sein Besitz wird unser Lohn sein durch die ganze Ewigkeit, wenn wir für seinen Namen, für seine Ehre großes oder kleines gelitten Haven.
Mackst aber der hl. Petrus nicht noch eine beschämende Anspielung? Mir wenigstens will es so scheinen. „Das Gericht", sagt er, „muß beim Hause Gottes den Anfang machen." Was ist mit diesen dunklen Worten gemeint? Das haus Gottes sind wir, die Christen, die Katholiken, Gottes Lieblinge. Nun sind wir auf dem rechten Weg, den guten Petrus zu verstehen Selbst über die Guten, will er sagen, selbst über die besten, selbst über die Heiligen wird ein Gericht ergehen. Denn vor Gott, dem Allreinen, Allheiligen, wer ist da gerecht? Wer kann da trostlos ausgehen? Wer kann ohne Buße den Weg zum Himmel finden? So opfert denn eure Prüfungen und Leiden auf als Buße für eure Sünden. Mängel, Nachlässigkei-- ten und Fehler. Das wird eure Reinigung, das wird eure Läuterung, das wird euer Feg euer Din. Die Gottlosen aber, die Ungläubigen, die Gaher= haften, die Chriüenoerfo'ger wird ein schweres Strafgericht, wird die ewige Verdammn s erwarten So verstehen wir das Gebel des hl. Augutti- nus, das er beim Tode feiner heben Mutter Monika zu Gott emporlandte: „Wehe dem Menschen, auch wenn er lobenswert lebt, wenn du, o Sot\ ohne Barmherzigkeit über ihn richtest Da du aber die Sünden der Menschen nicht allzustreng durck- hechelst, so dürfen wir hoffen, dereinst einen Ort der Nachsicht bei dir zu finden." So trinke denn, lieber Christ, wieder neuen Lebens- und Leidens- mut. Der Talpfarrer.
Menschenfifcher.
Zum Evangelium des vierten Sonntags nach Pfingsten.
Seltsames Wort des Herrn an Petrus: „Von nun an sollst du Menschen fangen!" Und seltsam der vom Eoanaelüteu mit in wunderbarer An-