ben aus Gottes Hand entgegennehmen und m ■ unsern Mitmenschen redlich teilen. Wer aoer über seine Gaben sich hochmütig aufblaht, der '<!. >o e 5t Augustin bemerkt, „ein Dieb und Raul er
Der Talpfarrer.
Zum Jeske der Apostelfürslen.
Petrus und Paulus, die „Kirchensäulen", sind im Bewußtsein der kirchlichen Ueberlieferung zur Einheit verschmolzen. Darum ihr gemeinscunev Hochfest, darum kein Gedächtnistag Petri, an dem die Kirche nicht auch des hl. Paulus gedachte, unu umgekehrt. Bis ein Todestag, ein Grab sie vereinte, wirkten sie im gleichen Geiste für das Got- tesreich, im Geiste jenes Christus, der sie beide berief, den armen ungebildeten Fischer von Gem- sareth, mit dem erst nicht immer klugen, aber doch trotz gelegentlicher Verirrung goldtreuen Elser, dem zagmütigen und doch so liebeeifrigen Herzen; und Paulus, den hochgebildeten, aber durch und durch christusfeindlichen Pharisäerschäler, den Feuergeist im schwachen Körper. Beide nimmt die liebevolle Vorsehung des Herrn in die harte Schule des Leides und selbst der Sünde. Petrus muß durch die klägliche Verleugnung seines ihm doch so lieben Meisters Selbsterkenntnis und Demut lernen, um demütiger Träger der höchsten Gewalt im Reiche Gottes auf Erden werden zu können. Paulus muß als Saulus Christus und seine Betreuen verfolgen, um, wenn ihn erst der Strahl der Gnade auf dem Damaskuswege niedergewvr- sen hat, aufzustehen als Christi getreuester Knecht und Herold, um aus dem Bewußtsein seiner Verschuldung immer wieder neuen Antrieb zu schöpfen auf seinen Apostelpfaden, die ihn weiter und rastloser umtreiben als irgend einen aus den Zwölfen.
Sie sind dann trotz der gleichen Aufgabe nicht allzuoft zusammengekommen, die beiden Säulenapostel; Paulus und die Apostelgeschichte sprechen von einer Zusammenkunft in Jerusalem, beim Apostelkonzil, das die Sendung des Heidenapostels auch amtlich bestätigt; dann von jener anderen in Antiochien, bei der jener Streit zwischen ihnen aus- getragen wurde, den die nichtkatholische Kritik so viel mißdeutet hat, der aber im Grunde nur ein Zeugnis ist für die aufrechte Männerart Pauli und die einsichtig gewordene Demut des Oberhauptes der jungen Kirche. Jedenfalls bieten die Ouellen nicht die geringste Andeutung dafür, daß dadurch die Einmütigkeit zwischen den Apostelfürsten eine dauernde Trübung erfahren hätte. Wie Petrus von Paulus, so schreibt Paulus von Petrus in s^aen Briefen mit höchster Anerkennung.
Wir kennen die späteren Lebenswege beider zu wenig, um zu wissen, wo und wann sie sich wieder kreuzen. Indes Paulus das römische Weltreich bis zu den Säulen des Herkules durchwanderte, scheint Petrus erst im heiligen Lande, dann lange in Antiochien, dem ersten Zentrum der langen Christenheit, gewirkt zu haben. Er steht scheinbar ruhiger am Steuer des Schiffleins, das durch Pauli rastlosen Arbeitseifer Antrieb auf An- Ineb erfährt, aber beide am gottgewollten Plane, der Steuermann und sein bester Ruderer.
Erst der Tod hat dann nach heute wohl un- ezweifelter Ueberlieferung die beiden wiederum in Rom zusammengeführt. So dingt ihr Leben für Christus aus im machtvollsten aller Akkorde, dem Zeugnis ihres Blutes und Lebens für Christus den Herrn. '
„Heilige sterben nicht, schon gar nicht Petrus unb Paulus. Petrus der Fels ragt in die Welt- Anü^d'r "chere Hort christlicher Einheit und christlichen Glaubens, er hat Christi Wort dafür J?&er mOt von den Wogen wegge'vült werden kann. Aber auch des hl. Paulus Feuerqeist ist n.e erloschen in der Kirche Christi. In ihm wurde die junge Kirche zurechtgeschmiedet, nicht als ob
£rcie ungläubige Kritik will, ihr erst von Shi9ChOlt ^^" - der stammt allein Don Christus dem Herrn, in dessen Geist Paulus wirkte wie fein andrer - aber er formte lungen Gemeinden und erfüllte die Schar der steubekehrten mit jenem apostolischen Anariffs- geiste, der sie trotz der verzweifelten Gegenweh' -^.dentums zum Siege des Kreuzes führte.
Petri und Pauli, der Apostelfür- zum Kamuke und zur Erbest für Christus und seine Kirche aufaerufeo. Die Treue zu dem Nachfolger Petri in Rom, dem Juljrer und Steuermann, weist den Weg und ver
bürgt den sicheren Rückhalt katholischer Glaubens- einheit und Gnadenführung. In ihrer Hut muß das Feuer Pauli in jedem von uns aufarennen, jener Geist verzehrender Christusliebe, der un- bekümmert um alle Hemmung allen alles zu rver- den strebt, um alle für Christus zu gewinnen.
Was haben Sie Päpste überhaupt geleistet?
Wenn ich von den Wohltaten des Papsttums an die Menschheit sprechen soll, weiß ich nicht, wo orangen und aufhören. Mußte ich sie meder- chreiben und schildern, ich schriebe eine große Bibliothek zusammen. Nur einige Linien kann ich zeichnen: . .., . „
Das Papsttum rettete in drelhunderiahngem Ringen die Gewissensfreiheit des Einzelmenschen vor der Tyrannei der Staatsgewalt. Dreißig Päpste starben dafür den Martyrertod.
Das Papsttum rettete Christi Lehre vor stdem Irrtum. Die Jrrlehrer prallten am Felsen Petri
Die Päpste schickten die frohe Botschaft Christi zu den germanischen Völkern. Ihre Mönche wur
Maria Heimsuchung.
Zum Fest am 2. 3uli. von Luise Hensel.
O Jungfrau, welch ein sel'ger Gruß Erfüllt dein Herz mit Freude! Wie eilt dein leichtbeschwingter Fuß Hin über blüh'nde Heide!
Es duftet süß der Thymian, Gestreift von deinem Saume. Die Blumen seh'n dich wonnig an; Wie rauicht's im Palmenbaume!
Leicht eilst du über Bergeskamm, Die Andacht gibt dir Schwingen Die lieben Vögel wonnesam Die schönsten Lieder singen. —
O nimm mich mit, o Jungfrau rein, Will dir dein Bündlein tragen;
Will fromm auch und andächtig fein, Kein einzig Mörtlein sagen. —
Da steht im Abendschein das Haus Drin waltet Fried' und Segen Die greife Freundin schaut heraus Und eilt dir froh entgegen.
Ihr Gruß tönt dir wie Engelsgruß, Der noch im Herzen klinget.
Demütig sinkt sie dir zu Fuß,
Den
Und Das Die Der
zärtlich sie umschlinget.
hell erschallt dein Hochgesang, höchste aller Lieder;
Himmel lauschen seinem Klang, Erdball hallt ihn wider.
den nicht nur Bringer des Heils, sondern auch tausend Jahre lang Pioniere und Vorwärtsbeweger der Kultur.
Das Papsttum rettete Christi Weltkirche vor dem Auseinanderfall in viele Einzelkirchen. Ohne Papst wäre, wie Hettinger sagt, die große universale, alle Völker umspannende Weltkirche zerbröckelt in Nationalkirchen, die nur noch ein Werk- ^eug sind in der Hand der Gewalthaber, von den Völkern verachtet, von Christi Geist verlassen ohne Würde und ohne Macht.
Die Päpste retteten Christentum und Kultur von den zermalmenden Massen wilder Germanen, Hunnen, Mongolen, Araber, Türken. Ohne ^apfc ^uur nnißten wir von Roms und Griechenlands hoher Kultur so gut wie nichts
Die Päpste retteten Christi Kirche vor der Ansaugung durch die weltliche Macht. Für die Freiheit der Kirche starb Gregor VII. m der Verbannung.
1Ä ^n Träger hoher Kultur. Sie ynd die Gründer der alten Universitäten, auch der deuticyen, und Förderer der Künste. '
stielen die Kleinen vor den Gro- s'e fürstlichen Taugenichtsen ^^bwlssen geschärft und sie gebannt.
Pupste haben Familie und Ehe beschützt, mochte auch ein Heinrich VIII. von England sich
aufbäumen und sein ganzes Land von der Rmfje 4 lo^Die? Päpste haben ihre Stimme für den Arbeitsmann gegen den ausbeuterischen Kapitalismus erhoben. Denke an den großen Arbeiterpapft Leo XIII.
Die Päpste haben zwischen den streitenden Völkern eine glänzende Friedensmission erfüllt. Dessen waren wir Zeuge.
Die Päpste waren die großen Wohltäter der Armen und Kranken und Verlassenen. Das Heer ihrer karitativen Anstalten ist unübersehbar.
Die Päpste sind in Zeiten der Autoritätslosigkeit der Hort der Autorität. I. Klug.
Ein nar— '"'.scher Konvertit über die katholische Kirche.
Der norwegische Gelehrte, der Konvertit Prof. Lars Eskeland, erhielt vor kurzem wegen feiner Verdienste um die Wis ? schäft eine hohe staatliche Auszeichnung. Bei der Feste, auf dem ihm die Auszeichnung übergeben wurde, erklärte er unter anderem: „Einer der Gründe, warum ich ein Katholik geworden bin, ist der, daß ich nicht länger in einer Kirche verbleiben konnte, in der man die Person Christi zum Gegenstand der Auseinandersetzungen macht. Was ich in der Kirche suche, das ist der Friede. Und ich fand nur eine Kirche auf Erden, die mir diesen Frieden gibt, nämlich die Kirche, die eben 1900 Jahre hindurch besteht. In dieser Kirche wird nicht diskutiert. Und ein zweiter Grund, der mich bewog, war der, daß ich die Verzeihung meiner Sünden erlangen kann."
Die alte Pilgerin.
Von K. M. Tüshaus.
Irgendwo im fränkischen Land muß sie wohnen! In einem Dorf am Main, in einem Markt an der Saale vielleicht oder in einem stillen Flecken des Pegnitztales — sie mag auch im Spessart daheim sein, im schönen Steigerwald oder in der fränkischen Schweiz: ich weiß es nicht.
Aber ich weiß, daß sie eine Fränkin war, eine fränkische Bäuerin in der alten, anheimelnden Tracht, eine Frau aus meiner Heimat. Ich wußte nicht mehr zu sagen, wie unterschiedlich sxh die Frauen der einzelnen Frankengaue kleideten; denn ich hatte nur kleine, flüchtige Kindererinnerungen über die Heimat im Herzen aufbewahrt. Aber das farbenfeine, charakteristische Frankenkleid im allgemeinen war meinem Mädchensmn doch eingeprägt geblieben.
Und jetzt, nach Jahren des Fernseins, nach einer langen Reise aus dem heißen Süden Italiens herauf nach Rom gepilgert — kniete ich in einer Loggia des Vatikans plötzlich neben der alten Frau, die wohl gleich mir und vielen Hunderten mit seligem Herzklopfen auf das Kommen des Heiligen Vaters wartete.
Ich kannte sie nicht. Ich kenne sie heute noch nicht. Ich habe auch nicht mit ihr gesprochen. Was hätten wir auch miteinander reden sollen, da die gleiche Freude uns stumm machte!
Ob die alte Pilgerin wohl heute noch daran denkt? Ob sie nicht noch heute die Freudrntränen zu spüren meint, die ihr damals über die Wangen liefen, als der Papst vor ihr stehen blieb?
Irgendwo im fränkischen Land mußt du wohnen, Mütterchen! Irgendwo sitzt du vielleicht sinnend in den Ostertagen und hast die Hände im Schoß gefaltet: „ . . . ja, damals in Rom!"
Jedes Jahr, wenn diese Zeit kommt, wenn die vielen mächtigen Romerinnerungen das Herz bisweilen gefangen nehmen — dann steigt aus all dem Schönen, Herrlichen, das stille Bild der alten Pilgerin vor mir auf.
3n der langen Marmorloggia mit den hohen Zensiern nahm sie sich fast aus wie ein kleines Wunder . . . wie ein schlichtes Bild in einem roftbaren Rahmen. Ein Stück tiefer, opferstarker deutscher Frömmigkeit hatte sie mit ihrer ungebeugten, kleinen, festlichen Person hereingetragen in die leuchtende, weltberühmte Galerie des Va-
n5, Eine verschaffte, versorgte Mutter war in ihr wohl den weiten Weg gewandert über die •oerge zur heiligen Stadt, mit mühsam ersparten Pfennigen vielleicht, vielleicht mit den Wünschen eines ganzen Dorfes oder unterm verwunderten Kops schütteln der eigenen Familie.
Ob sie wohl daheim je bis in die nächste Sladt gekommen war? Und da hatte sie nun) in den