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SormlU, 22. Znm 1930

Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 «.-Pfennig B 45 «.-Pfennig (Zustellgebühr extra) Redaktionsschluß Montag. Anzetgen-Preise: Tolonelzeile tw Anzeigenteil 0,15 Goldmark. Lolonelzetle im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bet Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Ged. 0,10 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetlendruckerei in Fulda sein.

—----Druck und Verlag der Fuldaer AcNendrucksrel. Verlagsort Fnida ——.

WochenkesSender.

an tag, 22. Juni. Sonntag i. d. Fronleichnamsoktav. Paulinus, Bek., f 431.

ntag, 23. Juni. 5. Tag der Oktav von Fronleichnam. Bigil d. hl. Johannes des Täufers.

nstag, 24. Juni. Fest der Geburt des hl. Johannes des Täufers.

itmoch, 25 Juni. 7. Tag der Oktav v. Fronleichnam. Wilhelm, Abt, Bek., f 1142.

inerstag, 26. Juni. Oktav von Fronleichnam. Jo­hannes und Paulus, Mart., t 362.

'tag, 27 Juni. Fest des hl. Herzens 3 efu.

nstag, 28. Juni. Jrenaeus, Bischof, Mart., t 202. Bigil von Peter und Paul.

2. Sonntag nach Pfingsten.

Epistel. 1. Johannes 3, 13—18.

ngdium. Lukas 14, 16—24. Das Gleichnis vom großen Gastmahl.

in jener Zeit trug Jesus den Pharisäern folgendes chnis oor: „Ein Mann veranstaltete ein großes mahl und lud viele dazu ein. Als die Stunde des 'les gekommen war, sandte er seinen Knecht aus ließ den Geladenen sagen, sie möchten kommen, stehe bereit. Da fügen alle insgesamt an, sich zu huldigen. Der erste sagte zu ihm: „Ick) habe ein >gut gekauft und muß hingehen und es besichtigen, bitte dich, sieh mich als entschuldigt an!" Ein ‘am P sagte: „Ich habe fünf Ochsen gekauft und gehe sie zu prüfen. Ich bitte dich, sieh mich als entschnt- an". Ein dritter sagte: „Ich habe mir eine Frau mmen und kann deshalb nicht kommen". Der Knecht zurück und berichtete dies seinem Herrn. Da ward Hausvater zornig und sprach zu seinem Knechte: schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der t und hole die Bettler und Krüppel, die Blinden Lahmen herein!" Der Knecht meldete: „Herr, es kschehen, wie du befohlen hast. Aber es ist noch da". Da sprach der Herr zum Knechte: „Geh hin­auf die Landwege und an die Zäune und dränge hereinzukommen, damit mein Haus voll werdet" age euch aber, von jenen Männern, die geladen n, soll keiner von meinem Mahle kosten."

Eine siegreiche Waffe.

großes Getümmel und Gewimmel am Fuße des vatikanischen Hügels, heute St. Peter und die Citta di . Elkano sich ausdehnt. Nero selbst

oer blutdürstige Tiger, der allmächtige 'l mit der Krone auf dem Haupt, thront auf " Lohten Platz Inmitten der lärmenden, iden . -enge ein Jude, der alle Aufmerksam- auf sich 31 0^- $5 ist der hl. Pekrus. dessen i'ken wir am 29. ds. Mts. festlich beoelen. chen Kampf hat er gekämpft in seinem Leben- och ber größte steht ihm heute bevor: der derhafte, schmachvolle, entsetzliche Tod am k Doch eine Waffe hilft ihm zum Siea. Gedanke an seinen Meister: ist er nicht auch Missetäter behandelt worden, der doch an Rein- den Glanz der Sonne verdunkelte? Ist er

nicht freiwillig am Schmachholz des Kreuzes ge­storben, vor dem doch die Engel ihre Knie beugen? Drum Mut, meine Seele, spricht er zu sich selber, der Tyrann soll mich nicht zittern sehen; mein Meister ist mir vorangegangen: ich will ihm nach­folgen, und die Krone ist mir gewiß!---

Siehst du die blanke Waffe, die dem Apostel zum Sieg verholfen hat? Der Gedanke an Christus, sein Streng, sein Leiden, seine Auferstehung und Glorie. Ist es da ein Wunder, wenn Petrus, der die Kraft des Kreuzes aus eigener Erfahrung kennen gelernt, auch andere diese Waffe zu er­greifen lehrt? Wohlan, so vernimm seine Lehre aus dem ersten seiner Briefe, Kapitel 4.

Weil Christus dem Fleische nach gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit den gleichen Gedanken. Denn wer dem Fleische nach leidet, hat mit der Sünde gebrochen. Er wird die noch übrige Zeit seines leiblichen Lebens nicht mehr im Dienste menschlicher Gelüste, sondern nach Gottes Willen verbringen. Lange genug habt ihr in der ver­gangenen Zeit den Willen der Heiden ausgeführt und in Ausschweifungen, Lüsten, in Trunkenheit, Schmausereien, Zechgelagen und in freventlichem Götzendienste dahingelebt. Es befremdet sie nun. daß ihr das zügellose, ausschweifende Treiben nicht mehr milmacht, und deswegen lästern sie euch. Aber sie werden dem Rechenschaft geben müssen, der be­reit steht, die Lebendigen und die Toten zu richten. Dazu ward ja auch den Toten das Evangelium verkündigt: Wögen sie auch nach Wenschenweise dem Leibe nach gerichtet sein, so sollen sie doch durch Gotteskraft im Geiste fortleben." (Petrus 4,1—7).

Zwei Feinde gilt es hauptsächlich zu über­winden. Einer von innen und einer von außen. Von innen wütet die böse Begierlichkeit, von außen der Verfolger. Versetze dich in die Zeit und in die Verhältnisse der Christen, welche die Zeitge­nossen des hl. Petrus waren. Sie rekrutierten sich zum Teil aus ehemaligen Juden, zum Teil aus ehemaligen Heiden. Es scheint, daß er an dieser Stelle hauptsächlich die Heiden im Auge hat. Denn die Erinnerung an die ehemaligen Ausschwei­fungen, Lüste, Trunkenheit, Schmausereien, Zech­gelage und Götzendienste sind eine unverblümt- Anspielung auf das Treiben der Heiden. Nun kannst du dir denken, wie es im Fleische dieser ehemaligen Heiden gewütet haben muß. Haben sie aber nicht die Taufe erhalten? Sind die nicht Kinder Gottes geworden? Wurde nicht der Satan ans ihnen hinausgeworfen? Gewiß. Aber die Taufe, wenn sie auch die Sünde tilgt, läßt noch den Funken der Sünde, den Zunder der Sünde, die Anlage zur Sünde, die Begierde zur Sünde, die Lust zur Sünde, die Lockung zur Sünde — das alles läßt sie als traurige Reste zurück. Glaubst du nicht, daß jenen Heiden das frühere Treiben, dem sie sich ungestört hingegeben hatten, wieder eingefallen ist? Daß es in ihnen bisweilen ge­

juckt und gezuckt hat, die Begierde abzukühlen, sich wieder der Unzucht und den Zechgelagen zu wid­men und das Gift des Götzendienstes in sich hinein­zutrinken?

Welche Waffe gibt ihnen nun Petrus an die Hand, über diese Angriffe zu siegen? Das Kreuz.' Waffnet euch mit dem Gedanken an Christus, der im Fleisch gelitten hat. Stellt euch vor seine Ge­stalt, wie er am Kreuze hängt, zermartert, zer­schunden, zerschlagen, alle seine Glieder eine Beute des Schmerzes und der Dual. Wenn Christus seine Glieder so abgetötet, wenn er statt der Lust unzählige Schmerzen erwählt hat, werdet ihr bann nicht den Anprall des Fleisches aushalten und den Forderungen der Begierlichkeit ein unerbittliches Nein entgegensetzen?

Auch vielen Spott mußten wohl diese Heiden-. Christen ertragen. Du kannst es dir von selbst den­ken, Petrus aber sagt es ausdrücklich: Mit Be­fremden werden sie euch anschauen. Als Narren und Toren werden sie euch verzollen und sagen: Seid ihr wohl verrückt geworden, ein schönes, be­hagliches Leben aufzugeben und euch das Joch Christi aufzuladen? Und was hilft gegen diesen Spott? Wieder das Kreuz. Denn auch Christus ertrug den Spott feiner Feinde, ohne sich darum zu kümmern.

Der zweite Feind ist der Verfolger. Man wird euch um des Glaubens willen schlagen, schinden und töten. Auch da hilft wieder das Kreuz. Denn auch Christus wurde wegen seiner Ueberzeugung, wegen seines Gehormms gegen den Vater ans Kreuz geschlagen. Aber Christus ist zum Leden zurückgekehrt, siegreich zum Himmel aufgestiegen und sitzt zur Rechten des Vaters, wo die Engel, Machte und Gewalten ihm untertan sind.

Diesen Christus habt im Sinn, und ihr werdet stark bleiben. Nehmen euch die Feinde selbst das irdische Leben, ihr werdet euch darüber wegsetzen in Erwartung eines besseren, ewigen Lebens.

Sind das nicht wahrhaft goldene Lehren! Lehren, nicht bloß für die Zeitgenossen des Apostel-, fürsten, sondern auch für die Christen von heute?i Ist nicht das Kreuz die beste Waffe gegen bi< Einflüsterungen des Fleisches und gegen allen: Spott der Welt? Probiere es nur mit dem Ge­danken an den gekreuzigten Heiland, und du wirst die Kraft des uralten Spruches an dir erfahren:' siehe das kreuz des Herrn; fliehet, ihr feindlichen Mächte! — Der Talpfarrer.

Die Vermißten»

Unsere Tabernakel werden Tag für Tag ge­öffnet; der Tisch des Herrn ist stets gedeckt; die Einladung ergeht an alle Christenmenschen, — aber wie viele muß der eucharistische Heiland ver­missen! Der Sakramentenempfana ist für das religiöse Leben von ausschlaggebender Bedeutung. Ist die Eucharistie der Mittelpunkt unseres Glau­bens und die Seele unseres Gottesdienstes, so ist