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Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 ».-Pfennig B 45 ».-Pfennig (Zustellgebühr extra), Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Preise: Colonelzette im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzelle im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei tv Fulda len.

. - - ©rud and Verlag der Fuldaer Actiendruckerei. Verlagsort Fulda.

Wochenkalender.

nlag, 15. Juni. Fest der a l l e rh e i l i g st e n )reifaltigkeit. Quartals * Kollekte ür das Priesterseminar.

:tag, 16. Juni. Vom Tage.

istag, 17. Juni. Vom Tage.

rood), 18. Jun.. Ephraem, Diakon, Kirchenlehrer, 378.

uerstag, 19. Juni. F r o n le i ch n a m sf e st.

rag, 20. Juni. 2. Tag der Oktav von Fronleich- am. Silverius, Papst, Mart., t 539.

istag, 21. Juni. 3. Tag der Oktav von Fronleich- Aloisius von Gonzaga, Bek. f 1591.

st der heiligsten Dreifaltigkeit

Epistel. Römer 11, 3336.

»gelium. Matthäus 28, 1820. Das Geheimnis der heiligsten Dreifaltigkeit.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:Mir lle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden, im gehet hin und lehret alle Völker. Taufet sie im en des Vaters und des Sohnes und des Heiligen es, und lehret sie alles halten, was ich euch geboten . Und seht, ich bin bei euch alle Tage bis zum ! der Welt."

»Seid Nachahmer Gottes."

Bei Gelegenheit des Eucharistischen Weltkongresses in Karthago machten wir einen Ausflug nach Hippo, wo vor 15 Hundert Jahren der große Augustin Bischof gewesen war. We- Minuten von ben Häusern entfernt wälzt das r feine blauen Fluten. Hier wird sich jene ühe Episode zugetragen haben, die für das ige Fest der hl. Dreifaltigkeit wie gewünscht nt. Es wandelte nämlich eines Tages bei e Lehrer von Hippo am Meeresstrand und efte sich in das Geheimnis von einem Gott rei Personen. So viel er aber auch philwo- ren und spintisieren mochte, es war ihin öglich, das Geheimnis mit seinem Verstaube fassen und zu durchdringen. Plötzlich be­te der Bischof ein Kind, das am Meecesufer piekn schien. Es hatte in den Boden ein gebohrt und schüttete mit einer Muschel Was- iits dem Meer in das vod). Aufmerksam be­tete Augustin das kindliche Spiel. Dann trat u dem vermeintlichen Knaben und sprach in Kind, was machst uu da?Das Meer as Loch gießen", erwiderte das Kind.- d sprach der große Denker:Aber das ft du ja nicht: denn das Meer ist viel zu und das Loch ist viel zu klein."Ebenso w.'- uermagft du das Geheimnis von einem Gott rei personell mit beinern Verstand zu er- n Denn dieses Gehe »m s ist viel zu groß,

dein Verstand aber viel zu klein." Sprachs und verschwand. War es wohl ein Engel, der dem Kirchenlehrer diese herrliche Belehrung gab?

Nein: begreifen sollen wir die hl. Dreifaltig­keit nicht. Wohl aber nachahmen. Nicht die All­macht, denn da versagen unsre Kräfte. Wohl aber die Liebe. Denn du vermagst wohl nicht, ein Haus mit nichts aus dem Boden zu stamp­fen. Du vermagst es nicht, dem Winde und dem Wetter zu gebieten. Aber es steht im Bereiche deiner natürlichen und christlichen Kräfte, alle deine Angehörigen zu erbauen durch Liebe und mit dem Sonnenschein einer frohen, guten, ge­fälligen Laune alle zu erfreuen. Dann bist du aber ein Nachahmer Gottes. Denn Gott ist die Liebe. Es liebt der Vater den Sohn unb den hl. Geist: es liebt der Sohn den Vater unb den hl. Geist. Es liebt der hl. Geist den Vater und den Sohn. Von Ewigkeit zu Ewigkeit sind die heiligen göttlichen Personen miteinander ver­bunden durch eine erhabene, unbegrenzte unb un­beschreibliche Liebe.Seib also Nachahmer Got­tes und wandelt in der Liebe!"

Besonders soll diese Liebe gepflegt und kul­tiviert werden im Schoße der christlichen Familie zwischen Vater und Mutter, zwischen Mann und Frau, lind da kommen wir nun in der Behand­lung des ersten Petrusbriefes an feine Aposto­lische Mahnung an die Eheleute. Vernehmet sie, besonders ihr Eltern, mit willigem Gemüt und lernbegieriger Aufmerksamkeit:

Ihr Frauen, seid euren Märnaer« untertan. Dann werden solche, die dem Worte nicht gehor­chen. durch den Wandel der Frauen auch ohne Wort gewonnen werden, wenn sie euren gottes­fürchtigen. züchtigen Wandel sehen. Euer Schmuck sei nicht äußerlich, nicht haargcflscht. Anlegen von Goldgeschmeiden und Anziehen von prächtigen Kleidern, sondern es sei der innerliche Mensch mit dem unvergänglichen Schmuck eines sanften, ruhi­gen Gemütes-, das hat Wert vor Gott. So haben sich einst auch die hl. Frauen, die ihre Hoffnung auf Gott setzten, geschmückt; sie waren ihren Wan­nern untertan. So gehorchte Sara dem Abraham und nannte ihnHerr"; deren Töchter seid ihr. wenn ihr einen rechtschaffenen Wandel führt und euch vor keiner Drohung lürchtet.

So seid auch ihr Wanner verständig im Ver­kehr mit euren Frauen als dem schwächeren Teile. Erweiset ihnen Achtung; denn sie find Witerben der Gnade des Lebens. So wird eurem Gebeie nichts hinderlich fein." 1 pe. 2, 18--

An wen wendet sich also Petrus an erster Stelle? An die Frauen. Warum wohl? Weil von ihnen der gute Geist in her Familie abhängt. Möge selbst ein Mann in einer Familie streitsüch­tig, zocnsüchtig, trunksüchtig und gottlos fein, es kann doch wahrer Friede herrschen in der Familie, und es kann trotzdem die Kindererziehung ge­deihen, wenn nur wenigstens die Frau in der

Gottesfurcht, im Gottvertrauen, in der Treue und Sanftmut sich auszeichnet. So lese ich von der hl. Anna Taigl, daß sie einen aufbrausenden Mann an ihrer Seite hatte. Doch Anna war die Güte selber. Auch war ihr Mann bei all ihren Sorgen immer der erste. Ich glaube, so erzählte der Mann, sie hätte mir die schmutzigen Stiefel von den Füßen gezogen, wenn ich es geduldet hätte. Eine andere Frau, die eine reiche Gräfin war, Elisabeth mit Namen, hatte einen Verschwen­der und Ehebrecher zum Gemahl. Die Verwandten rieten der Frau, sich doch von einem solchen Lüst­ling scheiden zu lassen. Doch sie war zur Schei­dungsklage nicht zu bewegen. Was tat sie aber? Sie fuhr fort in Geduld unb Großmut gegen ihren Mann, verrichtete für ihn insgeheim Werke der Barmherzigkeit und Buße. Unb was geschah? Als die Frau gestorben war, kam dem Verblen­deten die Einsicht; er bewunderte seine Frau und bekehrte sich.

Welche Tugenden erwartet Petrus von den Frauen? Als erste dieUntertänigkeit", den Ge­horsam. Ganz unmodern, höre ich da manche sa­gen oder denken. Doch nein. Nicht unmoberm sondern eine Forderung der Natur und ein Ge­bot Gottes. Sodann Gottesfurcht, Einfachheit der Kleidung, Sanftmut. Wer eine solche Frau zum Weibe hat, dieser Mann, diese Familie ist glück­lich zu preisen!

Und der Mann? Wird ihm vom Apostel bier Mahnung geschenkt? Keineswegs. Als gewiegter Psycholog begnügt sich aber Petrus mit einer kurzen Mahnung. Denn der Mann will nicht viel vorgepredigt haben. Und bei dieser kurzen Mahnung appelliert der Apostelfürst in erster Linie an den verstand. Weiß er doch, daß mit dem Manne alles anzufangen ist, wenn er es ein­malkapiert" bat, wenn er sich davon überzeugt hat. Was sagt also Petrus? Der Mann soll verständig" sein. Er soll wissen, daß die Frau das schwächere Gefäß" ist Darum Rücksicht und Nachsicht üben. Nicht den Pascha und Tyrannen hervorkehren, sondern den Freund, den Vater und Berater. In einem aber ist die Frau dem Manne gleich. Sie istWiterbe der Gnade des Lebens". Also ein Himmel, eine Krone, eine Seligkeit für beide. Und das Gebet, das gemeinsame Gebet, soll zwischen Mann und Frau geübt und prak­tiziert werden. Sowohl das private zu Hause, also gemeinsames Morgen- und Abendgebet, Tisch­gebet; als auch das öffentliche, wie Besuch des Gottesdienstes, Empfang der hl. Kommunion. So dürfen wir uns berufen auf das Wort des Herrn:

Wenn Zwei aus euch eins find auf Erden in irgend einer Bitte, so wird es ihnen von mei­nem himmlischen Vater zuteil werden. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen."---

Der Talpfarrer.