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Wochenkalender.

onniag, 8. Juni. Hochheiliges Pfingstfest, lontag, 9. Juni. Pfingstmontag.

ienstag, 10. Juni. Pfingftbienstag. Margarete, Witwe, t 1093,

titüvoch, 11. Juni. Bon der Pfingstottan. Barnabas, Apostel, f 70. Quatember.

onnerstag, 12. Juni. Von der Oktav. Johannes von St. Facundo, Bek., f 1479. Basilides und Gen., Mart.

rr-^g, 13. Juni. Bon der Oktav. Antonius von Pa­dua, Bek., t 1231. Felâcula, Jgfr.., Mart. Quatbr. amstag, 14. Juni. Von der Oktav. Basilius d. Gr., Kirchenlehrer, f 379. Quatember.

Pfingstsonntag.

Epistel. Apostelgeschichte 2, 1—11.

-angelium. Iohannes 14, 23—31. Die Pfingstgabe

des Herrn.

In jenen Tagen sprach Jesus zu seinen Jüngern: 3er mich liebt, wird mein Wort bewahren, und mein tee wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen ) Wohnung bei ihm nehmen-. Wer mich nicht liebt, «whrt meine Worte nicht. Das Wort aber, das ihr ort habt, ist nicht mein, sondern des Vaters Wort, mich gesandt har. Dies habe ich euch gesagt, solange noch bei euch weilte. Der Tröster aber, der Heilige ist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der d euch alles lehren und euch an alles erinnern, was euch gesagt habe. Den Frieden hinterlasse ich euch, in’n Frieden gebe ich euch. Euer Herz ängstige sich )t und zage nicht! Ihr habt gehört, daß ich euch -gl habe: „Ich gehe hin und komme wieder zu euch." nn ihr mich liebtet, wurdet ihr euch freuen, daß ich 1 Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. on jetzt habe ich es euch gesagt, ehe es eintritt, damit glaubt, wenn es geschieht. Ich werde nicht mehr viel euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, hat an mir nichts; aber die Welt soll erkennen, daß den Vater liebe und so handle, wie mir der Vater getragen hat."

4ne mitzachkske GmWsfZmchZ. enn ein Obstbaum statt Aepfel oder Birnen pure Goldstücke und echte Perlen abmersen würde, so wa­ren diese Schätze doch nur San'd und Staub gegenüber den Gaben Heiligen Geistes, die vom Himmel niederfielen ersten Pfingstfest, dessen Gedächtnis wir heute rn. Aber nicht bloß damals vor 1900 Jahren uicht bloß den Aposteln und den Jüngern ', allen Christen ohne Unterschied werden die ^n des Heiligen Geistes mitgeteilt.

5s sind nicht weniger als 12 Geistesgaben, die hl. Apostel Paulus im Briefe an die Galater ählt: „Die Frucht des Geistes ist Liebe, Friede, ude; Geduld, Milde, Güte; Langmut, Sanft- - Treue; Mäßigkeit, Enthaltsamkeit, Keusch- Gal. 5, 22

Pflücken wir aus diesem geistlichen Strauß als einzige Blume die unscheinbare, vielfach mißachtete Tugend der Geduld. Betrachten wir sie im Lichte des hl. Petrus, der sie uns ans Herz legt mit folgenden Worten:

„Ihr Knechte, seid euren Herren in Furcht un­tertan, nicht allein den gütigen und milden, son­dern auch den launenhaften. Denn das ist Gnade wenn einer aus Gewissenhaftigkeit gegen Gott das Leid trägt, das ihm ungerecht zugefügt wird. Was für ein Ruhm wäre das, wenn ihr für eure Ver­gehungen Schläge erduldetet? Wenn ihr aber Leid erduldet, obschon ihr Gutes tut, das ist Gnade bei Gott. Dazu seid ihr ja berufen. Auch Christus hat für euch gelitten und Hal euch ein Bei­spiel gegeben, daß ihr in seine Fußstapfen tretet. Er hat keine Sünde getan und in seinem Wunde fand sich kein Trug. Er ließ sich schmähen und schmähte nicht wieder; er litt, aber er drohte nicht, sondern stellte seine Sache dem anheim, der gerecht richtet. Er trug unsere Sünden an seinem Leib auf das Kreuzesholz hinauf, damit wir der Sünde absterben und der Gerechtigkeit leben. Durch feine Wunden wurden wir geheilt." 1. Petr. 2, 18—25.

Beachte, wie der hl. Petrus zunächst mit dem Gehorsam beginnt. Denke dir den Fall, es würde bei einem Gebäude einem Stein einfallen, seinen Platz zu verlassen und zu sagen: warum soll ich immer unten liegen und eine solche Last von Steinen tragen> — Das ganze Haus würde zusammenfallsn, unb auch der rebellische Stein würde in die Trümmer ver­wickelt werden. So ging es in einer Familie, einer Gemeinschaft, in Staat und Kirche, wenn die Menschen ihre Rolle vertauschen, ihre Dienste versagen und den Gehorsam aufkündigen würden. Es geht alles drunter und drüber, und die Re- bellen würden schließlich den Schaden selber tra­gen. Darum kommen der hl. Petrus wie auch die anderen Apostel und die Bischöfe und Missio­nare und alle wahren Freunde des Volkes immer wieder auf den Gehorsam zurück. Halte es also nicht unter deiner Würde, eine dienende Rolle im Leben einzunehmen. Vergiß aber nicht, daß auch diejenigen, denen du Gehorsam entgegen bringst, wieder einen Anderen über sich haben, dem sie Gehorsam schulden und daß alle dem König der Könige Rechenschaft ablegen müssen.

Gerne würde ich Gott gehorchen, sagst du viel­leicht. Aber dieser Vater, dieser Chef, dieser Di­rektor, dieser Präsident, oder wie immer der Titel deines Vorgesetzten lauten mag, — ich sehe an ihm so viel Menschliches, so viele Fehler und Män­gel, und da wird mir der Gehorsam zur Qual. Da weise ich dich hin auf das Beispiel des hl. Aloisius, dessen Gedächtnis wir am 21. ds. Mts. begehen. Der Gehorsam, den man einem unvcli kommenen Vorgesetzten ertveijt, ist vor Gott wert­voller, pflegte er zu sagen.

Auf geradem Wege führt uns nun St. Petrus vom Gehorsam zur Geduld. Wieso? Petrus, der

ja zuvor ein Weltmann war, kannte sich aus in der Welt. Er lveiß, daß es viele unangenehme Vorgesetzte gibt, welche ihre Untergebenen mal­trätieren und schikanieren. Was sagt er darum?, „Seid untertan nicht bloß den gütigen und mil­den Herren, sondern auch den launenhaften." Da­zu gehört offenbar viel Geduld. Ueberdies denke zurück an die Zeit des hl. Petrus, wo er zu An­tiochien und Rom das Evangelium verkündigt hat. Was mußte Petrus da erleben? Daß man die Christen in den Kerker warf, quälte und tötete. Mochten fèe auch die besten Staatsbürger sein und die Gesetze der Casaren noch so treu erfüllen — sie wurden verfolgt wie das Wild bei einer Treib­jagd. Glaubst du nicht, daß dazu Geduld gehörte, um solches Unrecht zu ertragen. So empfahl Pe­trus den Christen seiner Zeit die vorzügliche Arznei bet Geduld. Denn, so ist ungefähr sein Gedanken­gang: wenn ihr in den Kerker geworfen werdet als Diebe ober Räuber, das ist kein Ruhm. Wenn ihr aber in den Kerker geworfen werdet als ehr­liche brave Menschen, das ist Ruhm, das ist Voll­kommenheit Das ist auch Nachfolge Christi. Dazu seid ihr ja Christen, um die Beispiele des Herrn nochzuahmen: Er hat in Geduld und Schweigen die schrecklichsten Verleumdungen und den schmach­vollsten Tod auf sich genommen. — —

Wohlan! Waffnen auch mir uns mit Geduld. Es ist keine kleine und auch keine leichte Tugend, wie manche wähnen. Sie ist eine große Tugend, welche die Menschen zur Vollkommenheit führt. Ge­duld üben bei Verfolgungen und Ungerechtigkeiten ist größer als Tote auferwecken, sagt der hl. Chrysostomus. Rufe auch den Heiligen Geist an, den reichen Spender aller Gnaden und Tugenden. Er kann auch dir/Geduld verleihen und sie dir immer mehr vervollkommnen, so daß du mit jener tapferen Frau ausrufen kannst: Herr, vermehre die Leiden, vermehre aber auch die Geduld.

Und kann man nicht auch die Geduld in die Phalanr der katholischen Aktion einstellen? Ganz gewiß. Denn die Geduld hat schon manchem ab­gestandenen Christen die Augen geöffnet und ihn aus rechte Wege gebracht. Dazu ein Beispiel: „Zu Stockholm lag ein Soldat im Spitale, wo barmher­zige Schwestern bedienten. Er verlangte ein ge­sottenes Ei. Als es ihm eine Schwester brachte, wies er es zurück, mit den Worten: „Zu hart. Die Nonne entfernte sich und kam nach einer Weile wieder, indem sie ihm ein anderes Ei auftrug. Der Kranke wies auch dieses zurück, indem er sprach: „Zu weich." Ohne eine Miene zu verziehen, eilte die Schwester zum dritten Male davon, brachte nach einer Weile ein Gefäß mit kochendem Was­ser und sprach: „Hier haben Sie alles, was Sie brauchen. Machen Sie sich das Ei zurecht ganz nach Ihrem Belieben." Der mürrische Mensch, der bis jetzt jeden religiösen Trost zurückgewiesen hatte, blickte die Schwester betroffen an und sprach: „Holen Sie mir einen Geistlichen! Ich will mich mit Gott aussöhnen. Jetzt begreife ich es, daß ein