für die katholischen Gemeinden Kassels
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Druck and Verlag der Fuldaer Acliendruckerei. Verlagsorl Fulda.
Wochenkalender.
uiitag, 1. Juni. Sonntag in der Oktav von Christi Himmelfahrt. Beginn des Herz-Jesu-Mo- nats. Heute Quartalskollekte für den Bonifatiusverein.
mtag, 2. Juni. 5. Tag in der Oktav von Christi Himmelfahrt. Marcellinus u. Gen., Mart.
mstag, 3. Juni. 6. Tag in der Oktav von Christi Himmelfahrt.
ttwoch, 4. Juni. Franziskus Caracciolo, Bek., i 1608.
nnerslag. 5. Juni. Bonifatius, 1. Apostel Deutschlands, Mar t., t 754.
»tag, 6. Juni. Norbert, Erzbischof, Bek., t 1134. Herz-Jesu-Freitag.
mstag, 7. Juni. Vigil des Pfingfestes. Eobanus u. Gen., Mart.
»echster Sonntag nach Ostern.
Epistel: 1 Petrus 4, 7—11.
mgelium. Johannes 15, 26—16, 4. Jüngerzeugnis und Jüngerlos.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Wenn Tröster kommt, den ich euch vom Vater senden de, der Geist der Wahrheit, der vom Vater aus- t, so wird er Zeugnis von mir geben, weil ihr von sang bei mir seid. Dies habe ich zu euch gesagt da- ihr nicht irre werdet. Man wird euch aus den "gegen ausschließen: ja es kommt die Stunde, da r, der euch tötet, glaubt, Gott einen Dienst zu er- ■en. So werden sie gegen euch verfahren, weil sie den Vater noch mich kennen. Aber ich habe das ) gesagt, damit ihr end) daran erinnert, wenn eure kommt, daß ich es end) gesagt habe.'
Volk GEss»
dem Herrn ein neues Lied, Allelnia!
Denn wunderbares hat er getan, Allelnia!
Diesen poetischen Erguß der ende lese ich im Introitus des heutigen Soun- i5- Und mein Auge überfliegt den Kalender der ?me und ich finde Grund und Ursache großer feiern wir ja am fünften des Monats l hl. Bonifatius, bessert Andenken wie ein Strom »zreude durch die deutschen Gaue sich ergießt. I ^5 ia ^em Allerhöchsten gefallen, uns von i Fesseln abscheulichen Götzenwahns zu befreien ö uns in das Reich des wahren Gottes zu ver- en, in das Reich des Lichtes, der Wahrheit und ade. Wer ist aber der Mann gewesen, der sich williges Werkzeug der göttlichen Vorsehung gab, um dieses große Werk einer Völkerbekeh- ig zu bewerkstelligen? Eben der hl. Bonifatius, 8 Apostel Deutschlands.
Wenn nun tausend Rädchen ordnungslos um- lregen würden, würde in Ewigkeit keine Uhr aus: und wenn hunderttausend Steine un
geordnet auf einem Haufen liegen würden, könnten sie niemals ein Haus bilden. Aehnlich ist es mit den Christen. Wären sie nicht durch ein Band der Eintracht zu einem Ganzen geordnet, sonnten sie nie eine dauernde Gemeinschaft, könnten sie nie eine lebenskräftige Kirche bilden. In weitschauender Weisheit ist es nun gerade Bonifatius gewesen, der das Prinzip der Gliederung, der Bindung, der Sammlung, der Organisation in die junge Schar der deutschen Katholiken gelegt har. Wie ein weiser Baumeister hat er die Kirche Deutschlands gegründet und sie mit dem Fundamente in Rom wie mit eisernen Klammern für immer verbunden. Nicht weniger als dreimal ist Bonifatius im Zentrum der Kirche, in Rom, gewesen und hat sich mit dem Stellvertreter Christi besprochen und beraten, hat von ihm Weisungen und Segen entgegengenommen. So ist Deutschland durch die Güte der göttlichen Gnade und durch die Vermittlung des hl. Bonifatius ein auserwähltes Volk, ein Volk Gottes geworden.
Von diesem Volk, von seiner Würde und sei- NM Pflichten bringt der erste Petrusbrief folgende Beschreibung:
„Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliger Stamm, ein zu eigen erworbenes Volk; ihr sollt die Wundertaten dessen verkünden, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Lichte berufen hat. Einst wart ihr ein Nichtoolk, jetzt aber seid ihr ein Volk Gottes; einst fandet ihr kein Erbarmen, jetzt aber habt ihr Erbarmen gefunden. Enthaltet euch nun der fleischlichen Lüste. Führt einen rechtschaffenen Wandel unter den Heiden. Dann werden sie, die euch jetzt als Uebeltäter verleumden, eure guten Werke sehen und Gott preisen am Tage der Heimsuchung. Seid um des Herrn willen jeder menschlichen Obrigkeit untertan. Denn bas ist der Wille Gottes, daß ihr durch einen rechtschaffenen Wandel die Unwissenheit törichter Menschen zum Schweigen bringt."----
Herrliche Ermahnungen aus dem Munde des Apostelfürsten, den Gott zum Fundament der Kirche gemacht hat.
Was nun ein Volk Gottes vor allem nötig hat, das ist eben der Geist der Zusammengehörigkeit und das Streben nach Vollkommenheit, nach wahrer Heiligkeit. Das Wesen der katholischen Kirche ist die Einheit; daher die Forderung des Gehorsams, die Petrus so oft erhebt.
„Auf ihrer Einheit, auf der Unter- und Ueber- ordnung, auf ihrer organisierten Geschlossenheit rriht die Kraft der katholischen Kirche. Das feste Gefüge der katholischen Kirche, die Zucht, der Gehorsam, ist wie eine elektrische Kette, die sich vom Papst bis zum letzten Meßdiener hinzieht. Die Anschauung, daß jeder einzelne Mensch über Gott und die Welt entscheiden solle, ist eine atomistische Moral, die Moral ohne Hirten. Sie führt zum Unsinn jenes Engländers, dem keine der bestehen
den Kirchen zusagte und der sich darum selbst eine Kirche baute und in derselben auf der Kanzel stch selber predigte", schreibt der Rembrandtdeutsche.
Pflegen wir also als gute Katholiken ben Geist der Einheit. Merzen wir alles trennende hinweg. Wie Kletten wollen wir hängen an Priestern, Bischöfen und am Papst.
Und nicht bloß die Einheit, auch die Heiligkeit gehört zu unsern Prinzipien. Bonifatius wollte eine hl. Kirche stiften, eine Gemeinschaft guter, heiliger Menschen. Wenn wir als Katholiken ein Leben führen, das mit der Moral im Widerspruch steht, wenn wir als Diebe ober Ehebrecher oder Betrüger dastehen, so werden wir die Tore der Kirche schließen und den Mund der Lästerer weit öffnen. Seht da, wird es heißen, seht da diese Katholiken. Tun sich immer so viel zu gut auf ihre Kirche und führen ein so liederliches Leben?' Solche Vorwürfe fallen wie Keulenschlüge auf den Rücken unserer heiligen Mutter, der Kirche. Was sagt aber unser Gewährsmann, der hl. Petrus?
„Wir sollen durch einen rechtschaffenen Wandel die Unwissenheit törichter Menschen zum Schweigen bringen."
Ja, die Unwissenheit. Sehen ja manche An« bersgläubige uns Katholiken für Menschen und Staatsbürger zweiter Sorte an. Zur Zeit des hl. Petrus aber hat man den Katholiken die schwärzesten Verbrechen in die Schuhe geschoben. Beweisen wir durch unsern „Wandel", daß wir gute Menschen sind, ehrliche, wahrhafte, sittenreine, hilfreiche. So werden mir den Andersgläubigen Achtung abnötigen und die Tore der Kirche weit offnem Unserer Brüder aber, die in der Diaspora leben und einen schweren Stand haben, wollen wir in Gebeten und Almosen öfter gedenken.
Der Talpfarrer.
Bereit sein ist alles.
Zum Evangelium des 6. Sonntags nach Osterik.
Christus der Herr hat in jenen ergeifenben 2lb^ schiedsruden beim letzten Abendmahle, denen die Evangelien der letzten Sonntage wie auch das heutige entnommen sind, mit betonter Schürfe immer wieder seine Jünger darauf hingewiesen, daß sie um des Zeugnisses für seine Wahrheit willen schwersten Kümpfen unb Verfolgungen entgegengingen. Menn je eine Prophezeiung, so hat sich diese in der Geschichte der Kirche bestätigt, von den« ersten Zeiten der jungen Kirche an, da der hohe Rat die Apostel um Christi willen mit Ruten streichen ließ, und der römischen Cäsaren mit ihren blutigen Christenverfolgungen bis in die jüngsten Tage hinein. Immer wieder wird eben jene Welt, die den Vater nicht lernten will, und Christus, seinen Sohn, gegen jene aufstehen, die seiner Wahrheit Zeugnis geben.
Es ist für jeden, der Augen hat zu sehen, keine Frage, daß wir uns augenblicklich »lieber in einem