WochenkalsnÄer.
ninfag, 13. April. Palmsonntag. Hermenegild, Mart., t 585.
antag, 14. April. Vom Tage. Justinus, Mart., -;■ '163. Tiburtius u. Gen., Mart., v 229.
enstag, 15. April. Vom Tage.
ittwoch, 16. April. Vom Tage.
miierstag, 17. April. Gründonnerstag.
eitag, 18. April. Karfreitag.
mstag, 19. April. Karsamstag.
PaSmssnn-sg.
Epistel. Philipper 2, 5—11.
Evangelium. Matthäus 21, 1—9. Jesu Einzug in Jerusalem.
In jener Zeit näherte sich Jesus Jerusalem und tam h Bethphage am Oelbergè. Da entsandte er zwei seinen Jüngern mit dem Auftrage: „Geht in den ifen, der vor euch liegt. Alsbald werdet ihr eine lin angebunden finden und ein Füllen dabei. Bindet los und bringt sie mir. Wenn euch jemand dar- r zur Rede stellt, so sagt: „Der Herr bedarf ihrer," sogleich wird man sie freigeben. Dies alles ist ge- )en, damit das Wort beim Propheten in Erfüllung »: „Sagt der Tochter Sion: Siehe, dein König int zu dir in Sanftmut, er fitzt auf einem Esel, auf m Füllen, dem Jungen eines Lasttieres. Die Jün- gingen hin und taten, wie Jesus ihnen befohlen e. ötf brachten die Eselin lind das Füllen herbei, m ihre Kleider auf sie und ließen ihn daraufsitzen, r viele aus dem Volke breiteten ihre Kleider auf Weg hin. andere schnitten Zweige von den Bäumen streuten sie auf den Weg. Die Bolksscharen, die vorauszogen und die ihm nachfolgten, riefen mit »r Stimme: „Hüsanna dein Sohne Davids! Hach- H, der da kommt im Ramen des lyerrn!"
Die Hochschule am Wege.
!ln einem schönen Erdenflecken traf ich ein kreuz und las auf dessen S'amm die vielsagende ; hrift: ■ '
Wandrer, willst du sch men Gottes <5pur, So schau von hier n die Natur.
Doch, willstdu ihn noch größer jehn — So bleib vor diesem Kreuze stehn!---
Hute, am Palmsonntag, an den Toren der hl. voche, erhebt die hl. Kirche die Kreuzesfahne, Symbol der Niederlage und des Sieges, und über die ganze Erde hin das Lied erschallen:
„Des Königs Banner wallt hervor, Das hl. Kreuz glänzt hoch empor."
ms Kreuz, die „Hochschule am Wege". Eine Hochschule. Nicht bloß für Studierte und Aka- "er. Auch für den Landmann, den Arbeiter, Gewerbetreibenden, den Mann aus dem Boik. Hochschule für jeden Bildungsgrad, für jedes liebt, jedes Alter, jede Nation. Volkshoch- 1 ohne Honorar, ohne Hörsal, ohne Reklame.
Das Kreuz eine Hochschule der Wissenschaft. Die höchste Wissenschaft ist die von Gott. Eine Bildung ohne Gott ist Barbarei, sagt ein moderner Denker. Das Kreuz lehrt göttliche Wissenschaft, zeigt Gottes Größe, Majestät und Herrlichkeit; Gottes Ehre mußte wieder hergestellt werden durch die unerhörtesten Leiden und den qualvollsten Tod : 'es Gottessohnes. Gottes unendliche Barmherzig- if. Nicht unerbittlich, nicht grausam hat sich Gott i -egen uns Sünder gezeigt. Er hat uns die Hand der Versöhnung entgegengestreckt und im Blute seines einzigen Sohnes die Sünden der ganzen Welt abaewafchen. Gottes Liebe. Denn „io sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn hingab." Gott leidet für den Menschen, der Schöpfer für das Geschöpf, die llmchuld für den Schuldigen.
Das Kreuz lehrt auch die Wissenschaft vom Menschen. Von seinem Wert in Gottes Augen. Die Seele ist der Edelstein, den wir durch die Sünde in den Schmutz geworfen haben. Der Sohn Go les ist vorn Himmel herabgestiegen, hat sich hinabgebeugt in den Schmutz, Öen Edelstein von allem Unflat gereinigt und in neuern Glanze dargestellr. Vom Kreuzesstamm leuchtet in düsterer Pracht die Bosheit und Abscheulichkeit der Sünde. Sie ist ja der Henker unseres Heilandes. „Um unserer Sünden willen ist er verwundet, um unserer Missetaten willen zerschlagen; unseres Friedens wegen liegt die Züchtigung auf ihm, und durch seine Wunden werden ivir geheilt." —
Vom Kreuz lernen wir wahre Bildung. Keiirs bloße Verstandes-Bildung, die nur aufbläht. Nicht einseitige Bereicherung des Wissens, sondern Vsr- ebelung des Willens, des Charakters. Verschönerung, Verklärung, Heiligung der Seele. Das Kreuz ist mehr als ein ganzer Band Afzetik, ist eine Schule der Tugend und Vollkommenheit. Das Kreuz lehrt die Krone aller Tugenden, die Liebs zu Gott. „Lasset uns Gott lieben, denn Gott hat uns zuerst geliebt." Das Kreuz lehrt Nächstenliebe. Ist es nicht ein passendes Symbol, wenn Pfleger und Pflegerinnen im- Spital, auf dem Schlachtfelde und zu Hause ein Kreuz in ihrer Tracht haben? Im Namen des getreusten Heilandes werden heroische Werke der Barmherzigkeit getan. Am Kreuzes- stamm wächst auch jene Edelblüte christlicher Caritas ,die Versöhnlichkeit. Müssen wir nicht einander alles verzeihen, wenn Christus für alle gestorben ist? Wenn Christus am Kreuze für seine Henker und Peiniger gebetet hat? An einem Karfreitag ist's gewesen, wo der edle Gualberk dem Manne begegnete, der seinen Bruder ermordet hatte. Schon zieht Gualbert wütend den Dolch gegen den Mörder seines Bruders. Da sinkt dieser in die Knie, formt die Arme kreuzweise übereinander und bittet im Namen des Gekreuzigten um sein Leben. Da ist der Wütende entwaffnet, umarmt seines Bruders Mörder, schenkt ihm das Leben und nimmt ihn zum Bruder an. Möge bie'er Gedanke in der ganzen
Christenheit zünden. Möge die Ostersonne kein Volk gegen Volk, keinen Bruder gegen Bruder erblicken, sondern auf eine Erde niederscheinen, auf welcher der Friede wohnt.
Das Kreuz lehrt auch das Grundprinzip des Christenwandels, die Ueberwindung. Und das schon durch seine Gestalt. Eine wagerechte Linie, durch- schnitten von einer senkrechten gibt ein Kreuz. So müssen wir auch durch manche Laune, manche Begierde, manchen Wunsch einen Strich machen. t t t Wir müssen nein sagen, wo die Natur ja sagen möchte, und müssen ja sagen, wo unsere Natur nein sagen möchte. Das ist die Ueberwindung, von welcher unser Heiland sagt: „Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst." Wie viele nein und wie viele ja mußt du also sprechen vom Morgen bis zum Abend und vom Abend bis zum Morgen, wenn du in den Fußtapfen des Gekreuzigten wandeln willst.
Das Kreuz ist auch eine Schmiede der Geduld. Trotz der Möglichkeit, die ihm durch seine Allmachr gegeben war, weigerte sich der Heiland, nom Kreuz herabzusteigen, obwohl er dadurch sein Leideil hätte verkürzen können. Halten wir am Kreuze aus, am Kreuz des Berufes. unserer Arbeit oder Arbeitslosigkeit, unserer Entbehrungen, unserer Prüfungen, unserer Krankheiten, so lange es nötig ist. Tragen wir das Kreuz mit Jesus zusammen wie Simon von Cyrene. Ich habe drei Nägel, lagt ein Heiliger, an die ich alles Kreuz hänge. Und wer kennt nicht die hl. Lidwina, deren Alidenken wir am 14. ds. Mts. begehen? Fürst und dreißig Jahre trug sie ihre schauderhafte Krankheit. Durch die Betrachtung des leidenden Heilandes wurde ihr aber das Kreuz allmählich mß, so daß fèe sprach: „Wenn ich mein Kreuz durch ein einziges Ave Maria wegbsten könnte, ich würde dieses „Ge- grüßet" nicht beten."
Jetzt verstehen wir den „Nembrandtdeutschen", wenn er in seinem neuesten Buche schreibt: „Ein Kruzifix am Wege nannte ich schon vor acht Jahren die einzige Wahrheit, die wert ist, gewußt zu werden."
Jetzt verstehen wir ben hl. Apostel Paulus, meine er ausruft: „Ich hatte mir vorgenommen, nichts anderes zu wißen als Jesus und zwar den Gekreuzigten." (1. Kor. 2,2).
Der T a l p f a r l e r.
Entscheidung!
Zum Eoang-lium des Palmsonntags.
Muß das eine Aufregung gewesen sein in Jerusalem an jenem ersten Wochentage der Paschawoche, als durch die Straßen der heiligen Stadt das Hoionna tönte und die Voltsscharen palmenschwingend sich um das Reittier des Heilandes drängten. Immer hatte er sich den Volksscharcn entzogen, wenn sie in ihrer Begeisterung über eines seiner großen Wunder ihn „zum Könige" machen