WJW
Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 K-Pfennlg B 45 L-Pfennig (Zustellgebühr extra) Redaktionsschluß Montag. Anzetgen-Preije: Tolonelzeile tm Anzeigenteil 0,15 Goldmark. Lolonelzelle tm Reklameteil 0,60 Goldmark. Bet Wiederholung Rabatt. Auskunft und Oss.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda sein.
-......- Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckeret. Verlagsort Fulda. - ——
Wochenkalender
nnlag, 6. April, mtag, 7. April.
:nstag, 8. April. ittwoch, 9. April.
Passionssonntag.
Vom Tage.
Vom Tage.
Vom Tage.
nnerstag, 10. April. Vom Tage. eitcg, 11. April. Fest der 7 Schmerzen imstag, 12. April. Vom Tage.
Passionssonnkag.
Mariä.
Epistel. Hebräer 9, 11—15.
langdium. Johannes 8, 46—59. Jesus inmitten seiner Feinde.
In jener Zeit sprach Jesus zu den Scharen der Juli „Wer von euch kann mich einer Sünde überführen? mn ich euch die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir ht? Wer aus Gott ist, hört auf Gottes Wort; hr -t nicht darauf, weil ihr nicht aus Gott seid." Die den entgegneten ihm: „Sagen wir nicht mit Recht: I bist ein Samariter und hast einen bösen Geist?" us erwiderte: „Ich habe keinen bösen Geist; ich ehre inen Vater, ihr dagegen entehrt mich. Ich bin aber ht auf meine Ehre bedacht; es ist einer, der auf sie lacht ist und Gericht hält. Wahrlich, wahrlich, ich ie euch, wenn jemand mein Wort bewahrt, wird er 1 Tod nicht schauen in Ewigkeit." Da sprachen die den. „Nun erkennen wir, daß du einen bösen Geist t Abraham ist gestorben und die Propheten, und sagst: „Wenn jemand meine Worte bewahrt, wird
den Tod in Ewigkeit nicht kosten.
Bist du etwa
ißer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? ch die Propheten sind gestorben. Was machst du aus selbst?" Jesus entgegnete: „Wollte ich mich selbst en, so wäre meine Ehre nichts, mein Barer ist es, • mich ehrt. Ihr nennt ihn euren Gott und doch int ihr ihn nicht. Ich aber kenne ihn; und wollte ich ien, ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner, ichwie ihr Aber ich kenne ihn und bewahre sein »rt Abraham, euer Vater, jubelte, daß er meinen g sehen wollte. Er sah ihn und freute sich." Da ,ten die Juden zu ihm: „Du bist noch nicht fünfzig hre alt und willst Abraham gesehen haben?" Jesus viderte ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: e Abraham ward, bin ich." Da b den sie Steine f, um nach ihm zu werfen. Jesus aber verbarg sich d ging aus dem Tempel hinweg.
Das letzte Reklungshool
UNb
uns
aie bittere Passion unseres Herrn Heilandes Jesus Christus legt die Kirche von heute an nachdrücklich ans Herz. Dorum „Passions-Sonn- âMMtag-. Darum „Passions-Zeit". Des rrn Leiden lesen in den Evangelien, es beschauen i Kreuz, an Bildern, an den Stationen, es in fih rarbeiten durch fromme Betrachtung, das alles d empfehlenswerte Hebungen. Es aber an Leib d Seele gleichsam verspüren und mitmachen, - ist hie Krone der Andacht zum Reihen Cbnsti.
Dazu gehören freiwillige Abtötungen, Strengheiten und überhaupt Werke der Butze, welche für das zeitliche und ewige Heil so förderlich sind. Ja, die Buße, welche das Stiefkind der Religion geworden ist; die Buße, die so manche am liebsten aus dem Wörterbuch streichen möchten; die Buße, die notwendiger ist als das Salz zum Brot; die Buße, die oft das einzige Rettungsbrett ist im Schiffbruch der Sünde. —
Und da stoßen wir gerade zur rechten Zeit im Verlauf unserer Apostelgeschichte auf einen Schiffbruch, bei dem einige wertlose Bretter und Planken vielen zur Rettung geworden sind. „Nach langer, banger Nacht wurde es endlich heller Tag Zwar erkannten die Schlffsleute das Land nicht, wohl aber bemerkten sie eine Bucht mit einem flachen Strande; an den gedachten sie das Schilf hinzutreiben. Sie machten also die Anker los und ließen sie ins Meer fallen; zugleich lösten sie die Riemen von den Steuerrudern, stellten das Vordersegel nach dem Wind und steuerten dem Srande zu. Dabei gerieten fee auf eine Landzunge und ließen das Schiff stranden. Das Vorderteil bohrte sich ein und blieb unbeweglich, während das Hinterteil durch den Anprall der Wogen zerschellt wurde. Die Soldaten hatten die Absicht, die Gefangenen zu töten, damit keiner durch Schwimmen entkomme. Allein der Hauptmann wollte Paulus retten und hinderte sie am Vorhaben. Er gab Befehl, die schwimmen könnten, sollten zuerst hinausspringen und ans Land zu kommen suchen. Die übrigen retteten sich teils auf Brettern, teils auf dem Rük- ken von einigen Schiffsleuten. So wurden alle ans Land gerettet."---
Schiffbruch der Sünde haben wir alle erlitten. Unter uns gähnt fchimpfl.che Verstoßung und ewiges Feuer. Zu welcher Rettung sollen wir da greifen?
Das einzige Rettungsbrett ist die Buße. Oder können wir etwa ein zweites Mal getauft werden u. auf so leichtem Wege in den Himmel kommen? Nein. Ausdrücklich und für immer ist die „Wiedertaufe" als Verirrung und Ketzerei gebrandmarkt und verworfen. Es gibt aber noch eine anders Tarife der Buße, und ein anderes Wasser, das Tränenwasser. Denn „die Bußtränen sind auch eine Art Taufe", schreibt der hl. Abt Bernhard, „und weil das Sakrament der Taufe nicht wiederholt werden kann, so müssen wir, da wir der Reinigung so oft bedürfen, uns durch Bußtränen gleichsam selbst imebertaufen und ab waschen. Bei jener Xante wurde das Wasser von außen, bei dieser wird es von innen genommen."
Ganz und gar stimmt dieser Gedanke überein mit dem Aus sprach unseres Heilandes, den ich kürzlich über einem Beichtstuhl geschrieben sah:
„Wenn ihr nicht Buße tut, werde! ihr alle mifpinnnhpr uiCtnnhp aeftett.“
Ueber dem Beichtstuhl? Ja, und damit berühre id) schon den Nerv des Bußgeschäftes. Damit habe ich jenes Sakrament genannt, bei dem die Beicht eine so große Rolle spielt, jenes Sakrament, in welchem die Buße auswächst und kristallisiert: das Sakrament der Buße. Urb welches find denn die einzelnen Akte dieses gnadenreichen Sakramentes? Der aufrichtige Schmerz über die Sünden, das vollständige Bekenntnis derselben vor dem Stellvertreter Gottes, dem Priester, der entschiedene Wille die Sünden, wenigstens die schweren, samt der freiwilligen nächsten Gelegenheit zu meiden und ein gottgefälliges Leben zu führen. Als Belohnung empfängst bu die Nachlassung aller Sünden und einen Frieden des Herzens, der dem Pfalm:- sten die Worte entlockt: „Selig der Mensch, dem Gott die Missetaten nachgelassen und dessen Schuld er bedeckt hat."
Der wahre Bußgeist wird uns noch zu andern Uebungen antreiben: zu Heinen Abtötungen ir Speise und Trank, Abtötung der Augen, der Ohren, der Zunge, der Nerven; Ueberwindung der Bequemlichkeit, der Aufgeregtheit, der Sinnlichkeit Von außerordentlichen Bußübungen, als da sind Geißelstreiche und Cilicium, ganz zu schweigen.
Jeder Bußfertige wird Gottes Barmherzigkeit an sich erfahren nach den Worten des hl. Jsaias „Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Böse wicht seine Gedanken, und er kehre zurück zum Herrii, und er wird sich erbarmen, zurück zu unserm Gott, der bereit ist zum Verzeihen."
Groß und bewundernswert ist die Vußgepn- nung so mancher gelben der Vor- und der Jetztzeit. So hat sich der Kapuziner-Pater Ignatius in der Pflege der Brasilianischen Aussätzigen selbst den unheilbaren Aussatz zugezogen, an dem er nun einem langsamen, qualvollen Ende entgegensieht Sein letzter Brief an seinen Ordensgeneral lautet:
„Ich befinde mich immer in meiner Hütte, allein mit Gott. Meine Zeit verbringe ich mit Beten, Büßen und Verkosten der Leiden meiner schrecklichen Krankheit. Ich versuche, trotz allem den armen Leuten, die mich umgeben und mir wohlwollen, zu nützen. Ich lese die hl. Messe und lehre sie, Gottes Lob zu singen. Ihre Entblößung von allem ist außerordentlich groß, besonders in diesem Jahre, wo es wegen Regenmangels keine Ernte gab. Sie haben weder Eßen noch Kleidung. Ich hätte Ihnen gern mehr geschrieben, wenn meine armen Finger wollten. Aber das Leiden hat sie bald ganz zerfressen. Meine Beine sind im selben Zustand. Gottes hl. Wille geschehe." —
Ist das nicht ein heroischer Bußgeist, der sich noch aufzehrt in der Liebe zu Gott und im Dienste an den leidenden Brüdern? Gerade diese letzteren Dienste, die Werke der Karitas bilden einen weiteren Zweia am Baume her Bube Golt bm^r <>re