Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.
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WscherrkaleKder.
onnlag, 23. Mär;. 3. Sonntag in der Fastenzeit. lontag, 24. März. Gabriel. Erzengel. lenstag, 23. März. Mariä Verkündigung. littlvoch, 26. März. Vom Tage. onnerstag, 27. März. Johannes Damascsnus, Kirchenlehrer. reitag, 28. März. Johannes von Kupiftran, Bek. ainstag. 29. März. Vom Tage .
Dritter Fastensonntag.
Epistel. Epheser 5, 1—9.
-angelium. Lukas 11, 14—28. Austreibung eines stummen Teufels.
In jener Zeit trieb Jesus einen Teufel aus, der mm war. Nachdem er den Teufel ausgetrieben hatte, »ete der Stumme. Die Volksscharen staunten darüber nige alter von ihnen sagten: „Durch Beelzebub, den iführer der Teufel, treibt er die Teufel aus." Andere Men ihn auf die Probe stellen und verlangten von n eia Zeichen vom Himmel. Er aber kannte ihre danken und sprach zu ihnen: „Jedes Reich, das in I selbst uneins, zerfällt, und ein Haus stürzt über s a:iders. Wenn nun der Satan mit sich selbst uneins wie soll da sein Reich bestehen? Ihr sagt ja, ich ibe die Teufel durch Beelzebub aus. Wenn ich durch elzebub die Teufel austreibe, durch wen treiben dann e Söhne sie aus? Sie werden darum eure Richter i Wenn ich aber durch den Finger Gottes dis Teu- austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch ge« amen. Wenn ein Starker bewaffnet feine Burg be° cht, so ist sein Besitz in Sicherheit. Wenn aber ein irterer ihn überfällt und überwindet, so nimmt er i die ganze Waffenrüstung, auf die jener sich ver° L unb verteilt, was er bei ihm erbeutet hat. Wer 't m't mir ist der ist wider mich; wer nicht mit mir tmelt, der zerstreut. Wenn der unreine Geist aus 1 Mensclien ausgefahren ist, schweift er durch öde ppen und sucht sich eine Ruhestätte. Weil er aber re findet, sagt er „Ich will in mein Haus zurück- ren, aus bem ich ausgezogen bin." Wenn er kommt "t er es gekehrt und geschmückt. Dann geht er h-n 1 holt noch sieben andere Geister, die schlimmer sind er. Sie ziehen ein und wohnen darin. Und die en Dinge eines solchen Menschen werden ärger als ersten Während er noch redete, erhob eine Frau dem Volke ihre Stimme und sprach zu ihm: „Selig Lew der dich getragen, und die Brust, die dich ge- U„ >>at! Er aber sprach: „Viel mehr noch selig, die Wort Gottes Horen und es befolgen!"
Verbotener Eingang?
B-ute Morgen habe ich einer Religions- Prüfung auf dem Lande beigewohnt Die acht Sengkerten kamen aufs Tapet. Der Hs'.r Katechet stellte an die Kinder die Frage, weshalb denn der Heiland so viele „Seligkeiten", 'o viele „Wege zum Himmel" vertun- und geöffnet habe. Daß alle Gelegenheit w. fM> einen Weg herauszusuchen, der gerade
ihrem Geschmack entspricht, antwortete eines "der Kinder.
Acht Wege.zähle ich. Hub welches ist denn der dritte darunter? „Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden." Was für eine Trauer meint denn unser göttlicher Heiland? Nicht bie Trauer um das in der Inflation hingeschmolzene Vermögen; nicht die Trauer um verlorenes Geld und Gut, verlorene Gesundheit oder Freundschaft. Die Trauer um die Sünde hat der Heiland im Auge, eine Trauer, die sich nicht in einem leeren, düsteren Schmerz, nicht in einem trägen, dumpfen Dahinbrüten, nicht in einem lendenlahmen, bequemen Fatalismus verliert, die vielmehr in Werken der Buße sich auswirkt.
Fast tritt es mir aber jcheiilen, als ob die Menschen vor diesen Weg eine Warnungstafel gesteckt hätten mit der Inschrift:
„Verbotener Eingang."
Ich muß aber der Wahrheit gemäß feststellen, daß dieser Weg keineswegs zu den verbotenen gehört — im Gegenteil Wer darauf nicht wandeln will, wird unfehlbar fein letztes Ziel verfehlen. Denn also spricht der Mund der ewigen Wahrheit'
„Breit ist der Weg und weit das Tor, das zum Verderben führt; und viele finds, die darauf wandeln. Aber eng ist der Weg und schmal die Pforrs, die zürn Leben führt; und wenige sinds, die da hindurchgehen."
Ja, die Buße, die Buße! Sie scheint uns mo- dernen Menschen hart und unbequem und ungangbar. Menschen, die sich freiwillig einen Genuß versagen, werden ausgelacht als Narren und Toren — oder man betrachtet sie als Reliquien einer alten, längstvergangenen Zeit.
In dieser heiligen Fastenzeit, in der wir noch nicht ganz die Mitte erreicht haben, will uns nun unsere hl. Mutter, die Kirche, diese beste Auslege- rin der Absichten unseres Heilandes, die Buße wieder mundgerecht machen. Höre ihre Worte im Dreviergebet:
„Gekommen Hnd jetzt für uns die Tage der Buße zum Loskauf von den Sünden, zur Rettung der Seelen."
Hat nicht unsere Kirche mit dieser Einladung beit Heiland richtig verstanden? Was sagt denn schon sein Vorläufer Sankt Johannes? Höre seine Worte, die er am Ufer des Jordan mit saurer Stimme erschallen ließ: „Bringt würdige Früchte der Buße". Und der Heiland selbst? Hat er uns von der Buße dispensiert? Trotz all seiner Milde und Nachsicht hat er das nicht getan. Genau das Gegenteil. Kürzlich habe »ch an einem Beichtstuhl die Worte des Heilands gelesen: „Wenn ihr nicht Buße lut, *o werdet ihr alle miteinander zugrunde- qehen." Und welches war denn seine Frohbotschaft, die er als Herold seines Vaters an die Welt ergehen ließ? Hat er etwa gesagt: „Ein freies Leben sollt ihr von nun an führen, ein bequemes, ein behagliches, ein müheloses, ein an Genüssen überrei
ches, ein entnervtes, ein verzuckertes, ein raup «- getränktes? Auf keinen Fall hat der Heiland jemals etwas von einer solchen Lehre verlauten lassen. Seine Frohbotschaft hat fürwahr einen ganz andern Sinn und Inhalt:
„Tut Buße", spricht der Herr, „denn das Himmelreich ist nahe."
Dieses Wort steht bis heute in der Bibel und gilt auch für uns Kinder des 20. Jahrhunderts.
Damit es aber nicht scheine, als ob ich den hl. Paulus heute auf die Seile schiebe, will ich seine Lebensgeschichte an Hand des biblischen Berichtes roeiterfpinnen und dabei wird es uns aufleuchten, daß auch Paulus, dieser so moderne, dieser so erleuchtete Mann, an dem keine Spur von Muckertum oder Rückständigkeit zu vermerken ist, daß auch Paulus die Buße als beu sichersten, zuverlässigsten Weg zum Himmel bestens empfohlen hat.
Paulus hielt nämlich vor dem König Agrippa eine lange, eindringliche Verteidigungsrede, worin er umständlich von feiner wunderbaren Bekehrung Meldung tut. „Gegen die himmlische Erscheinung durfte ich doch nicht ungehorsam sein. Und so predigte ich zuerst den Bewohnern von Damaskus und Jerusalem, dann im ganzen Lande Judäa, endlich unter den Heiden,
„sie sollten Buße tun und sich zu Golt bekehren und würdige Früchte der Buße verrichten." —
Siehst du, wie der Bußprediger Johannes und der Apostel Paulus und ihr Herr und Meister Christus einig gehen im Verlangen nach Buße?
Zunächst verstehe ich unter Buße gewisse innere Akte: Abwendung von der Kreatur, vom Geschöpf, von der Sünde, oom Sündenreiz; Hinkehr zu Gott, Beschämung, Reue, Schmerz, Bekenntnis, Entschluß der Besserung. Ohne Reue von feiten des Sünders ist Verzeihung undenkbar. Weil wir als Menschen aber nicht bloß einen Geist, sondern auch einen Körper haben, darum muß die innere Buße naturnotwendig sich in äußeren Werken und Uebungen auswirken, die pflichtgemäß oder freiwillig übernommen werden. Ich nenne Beschränkungen M Essen, im Reden, im Sehen. Ich nenne Verzicht auf Zigarren, Alkohol, Süßigkeiten. Ich nenn- Nachtwachen, Geißelung, Bußgürtel. Zu den Wer* ken der Abtötung gesellen sich Werke der Frömmigkeit: heilige Messe, Kreuzweg, Rosenkranz, Bußpsalmen, Fastenandachl, Fastenpredtgt. Vor allem auch der Empfang des Buh-Sakrameules. in welchem die Seele vor dem Stellvertreter Gottes sich verdemütigt und offenbart. Auch die Werke der Karitas können als Bußwerke betrachtet und ausgeopfert werden. Darum das „Fasten-Almosen."
Wohlan, der Weg ist geöffnet, die Pforte ist ausgeschlossen. „Des Himmels Pforten find aufge- 'chloffen durch das Fasten und die Abtötung". Mag die Buße schwer sein rMe Marmorstein und bitter wie Wermutstropfen und hart wie Stahlplatten, sie bringt uns Gottes Verzeihung, seine Gnaden und des Himmels Süßigkeit. Mit dem hl. Petru»