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Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 ».-Pfennig B 45 L-Vlennlg (Zustellgebühr extra). Redaktionsschluß Montag. Anzetgen-Preise: Tolonelzetle tm Anzeigenteil 0,15 Goldmark. Loloneizelle tm Reklameteil 0,60 Goldmark. Bet Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto epra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendruckeret in Fulda fe a

Druck und Verlag der Fuldaer KcHendrutfereL Verlagsort Fulda.

Wochenkalender.

Sonntag, 9. März, 1. Fcstensonntag. Franziska Ro­mana, Witwe, f 1440.

Montag, 10. März. Vierzig Märtyrer von Seboste.

Dienstag, 11. März. Vom Tage.

Mittwoch, 12. März. Gregor I., der Große, Kirchen­lehrer, Papst, st 604. Quatember, nitiwoch.

Donnerstag, 13. März. Vom Tage.

Freitag, 14. März. Quatemberfreitag.

Samstag, 15. März. Clemens Maria Hofbauer, Bek., t 1820. Ouatemberfamstag.

Erster Fastenfonnlag.

Epistel. 2. Korinther 6, 110.

Evangelium. Matthäus 4, 111. Die Versuchung Christi.

In jener Zeit wurde Jesus vom Geiste in die Wüste geführt, um vom Teufel versucht zu werden. Als er vier­zig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Da trat der Versucher an ihn heran und sprach:Wenn du der Sohn Gottes bist, so befiehl, daß diese Steine da zu Brot werden." Er gab ihm zur Antwort:Es steht geschrieben:Nicht vom Brot allein lebt der Mensch, son­dern von jedem Worte, daß aus dem Munde Gottes kommt."Dann nahm ihn der Teufel mit in die Heilige Stadt, stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm:Wenn du der Sohn Gottes bist, so stürze dich hmab. Es steht ja geschrieben: Deinetwegen hat er seinen Engeln befohlen: Sie sollen dich auf ihren Hän­den tragen, damit du deinen Fuß an keinen Stein sto­ßest." Jesus entgegnete ihm:Cs steht geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht verfügen!" So- bann nahm ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg, zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herr­lichkeit und sprach zu ihm:Dies alles will ich dir ge­ben, wenn du niederfällst und mich anbetest." Da sprach Jesus zu ihm:Hinweg, oatan! Es steht geschrieben: Den Herrn deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen!" Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, Engel kamen herbei und dienten ihm.

Ein gerechter Tribut.

staunt ist, wie der hl. Bischof Kemigius an Weihnachten des Jahres 496 oem Frankenkönig Chlodwig die hl. Tawe spendete mit den Worten:Beuge, stolzer Sygambrer, dein Haupt!" Auch du wirst als guter Christ am AfchermUt-

roou) bem Haupt in Demut gebeugt haben, als dir der Priester die geweihte Asche aufleote und dir razu d>e ernste Ermahnung gab: ^Gedenke, o Jremm, daß du Staub bist und wieder zu Staub werden wirst.

Niid steh das ist der schmerzliche, aber ge- ifajee iibtir, den wir alle an den Herrn des Him­mels und der Erde zu entrichten haben: der Tod!

Religiöse, glaubensstarke Menschen haben ji-h mit diesem Gedanken während ihres Lebens oft auseinander gesetzt und waren stets bereit, ihren Tribut willig zu zahlen. Unter ihnen steht als einer der vordersten der hl. Apostel Paulus Ver­

folgen wir heute seine Lebensschicksale eine Sprosse weiter und wir werden emen starken, todbereiten Mann kennen lernen.

Das letztemal haben wir unsern Paulus ver­lassen, wie er den Felix mit seiner sauberen Ehe­hälfte in Schrecken setzte durch den Himveis auf das Gericht. Noch zwei Jahre wurde nun der Prozeß hingeschleppt, bis Felix einen Nachfolger erhielt in dem Statthalter Porciüs Festus. Dieser begab sich zunächst nach Jerusalem, wo alsbald die Juden in Audienz erschienen, um den Statthalter zu bitten, den Paulus nach Jerusalem zu transportieren. Aus dem Wege hätten sie dann dem Paulus aufgelau­ert, um ihn endlich aus dem Leben zu schaffen Festus wollte aber nichts daran wissen und sprach- Paulus bleibt in Casare«; ich selbst werde bald dahin zurückkehren. Dann mögen die Ankläger mit mir ziehen und ihre Beschwerden an den Mann bringen."

In der Tat kehrte Festus bald nach Cäsarea zu- rück und hielt Gerichtstag. Als nun Paulus vor- geführt wurde, umringten ihn die Juden von Je­rusalem wie ein Schwarm Bremsen und brachen viele und schwere Anklagen gegen ihn vor, die üe ober nicht beweisen konnten. Paulus dagegen sagte zu seiner Verteidigung:Weder gegen das jüdische Gesetz noch gegen den Tempel noch gegen den Kaiser habe ich mich irgendwie verfehlt."

Festus wollte die Juden zum Dank verpflichten und stellte darum an Paulus die Frage:Willst du nach Jerusalem hinaufgehen und dich dort in dieser Sache vor mir verantworten?" Paulus »r- widerte:Ich stehe vor dem Richterstuhi des Kai­sers; da habe ich mich zu verantworten. Den Ju­den habe ich nichts zuleide getan, wie du selber ganz gut weißt. Bin ich tm Unrecht und habe ich ein todeswürdiges Verbrechen begangen, so wei­gere ich mich nicht zu sterben. Sind aber die Kla­gen, die sie gegen mich Vorbringen, haltlos, io dar? niemand mich ihnen auslietern. Ich lege Berufung an den Kaiser ein.

Hierauf besprach sich Festus mit seinem Betrat und gab dann die Entscheidung:Du hast Beru­fung an den Kaiser eingelegt; m o sollst du zum Kaiser gehen." Apg. 25.---

Ich weigere mich nicht zu sterben", sagte der hl. Paulus. Er wußte, daß er sein Leben zum Lehen erhalten hat vom Schöpfer. Jeden Augen­blick war er bereit, sein Leben wie eine gerechte Schuld bem Schöpfer zurückzugeben.

Ich weigere mich nicht zu sterben. Ja, der Gedanke an den Tod ist immer mit dem Apostel umgegangen.Täglich sterbe ich", versichert er m seinen Briefen. Und als der Augenblick gekommen war, entrichtete er mit Ergebung, mit Bereitw't- liokeit, ja mit Freuden seine Schuld. War ja für ihn der Tod ein gewinnbringender Tausch.Chri­stus ist mein Leben, Sterben mein Gewinn", ruft er aus.

Ich weigere mich nicht zu sterben. Dieser Ge­danke soll auch uns in Fleisch und Blut übergehen.

Als Kinder Adams haben wir alle den Tod wie eine Schuld zu zahlen. Denn so spricht der Herr zu Adam:Im Schweiße deines Angesichtes sollst bu dein Brot essen, bis du zur Erde wiederkehrst, von der du genommen bist."

Wo in aller Welt ist eine Kreatur, die sich die­ser Schtild entziehen kann? Ob nun einer mit dem Bettelstab durch die Lande zieht oder den Bischofs­stab in der Hand trägt, ob einer hinter dem Pflugs schreitet oder die sausende Maschine bedient; ob einer als Totengräber dir Leichname versorgt ober als Arzt die Kranken heilt; ob einer als Sport- mann die Welt in Erstaunen setzt oder an der Schwindsucht darniederliegt die Schuld des To­des müssen alle bezahlen. Und zwar ist diese Schuld eine rein persönliche. Dieser grausame unb unerbittliche Gerichtsvollzieher Tod begnügt sich nicht bamit, das Haus, die Möbel oder Kleider zu pfänden, nein, das Leben selber beschlagnahmt er und nimmt es fort mit Gewalt. Und keiner kann einen Freund, eine Gattin, einen Ehemann, ein Kind zur Stellvertretung dem Tode anbieten. Du selbst bist bem Tode verfallen. Den Leib bet«, tet der Tod ins kühle Grab. Die Seele aber stellt er vor Gottes Gericht. Dennes ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, und darnach kommt das Gericht." Für den Leib ist es gleichgültig, in tvel« chem Zustand er dem Grab übergeben wird. Dis Seele aber muß rein vor ihren Herrn und Schöpfer treten. Darum verlangt der Tod eine Vorberei­tung durch ein gutes Leben. Den Tod, feine Stunde und feine Umstände, hast du nicht in der Hand Aber du hast das Leben in der Hand, sagt Sankt Augustin; und es steht in deiner Möglichkeit, ein Leben jm führen, das eine Vorbereitung ist zu inern guten Tod. In gemnden und kranken Ta­gen sei des Todes eingedenk. Die Krankheit ist manchmal noch eine letzte Galgenfrist. Am 24. Mai 1923 starb der spanische Staatsmann Emilis Castello, der sein ganzes Leben lang mit allen Kräs« ten gegen Kirche und Papsttum kämpfte. Als aber eine schwere Krankheit ein letzte und er dem Tod ins Auge sah, ließ er den Pfarrer des Ortes kam.« men, versöhnte sich mit der Kirche und mit Gott und empfing die hl. Sakramente. Ja, es iftjvahr, was der Philosoph Balmes sagt:Auf dem Todes» bett hört der Unglaube auf, bequem zu sein und er fängt an, schauerlich zu werden!"

Der schmerzhafte Rosenkranz.

Das erste Gesetz.

Fastenzeit! Wieder wandert vor unserm qeis fügen Auge das göttliche Opferlamm seinen Schmer­zensweg. Und das Erlöserleiden des Heilandes ist etwas so Heiliges und Einzigartiges, daß wir er nur betend, betrachtend erwägen und ergründen sollen. Deshalb hat die Kirche uns jenes Gebet geschenkt, das wir denschmerzhaften Rosenkranz nennen. Mit diesem Gebote durchwandern wir bi#,