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Wochentalender.

Sonntag, 16. Febr. Sonntag Septuagestma

Montag. 17. Febr. Vom Tage.

Dienstag, 18 Febr. Simeon, Bisch., Mart., f 105.

Mittwoch, 19. Febr. Vom Tage.

Donnerstag, 20. Febr. Vom Tage.

Freitag, 21. Febr. Vom Tage.

Sanistag, 22. Febr. Stuhlfeier St. Petri zu Antiochien.

Sonntag Septuagestma.

Epistel. 1. Korinther 9, 2410. 5.

Evangelium. Matthäus 20, 116. Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg.

3n jener Zeit trug Jesus seinen Jüngern folgendes Gleichnis vor:Das Himmelreich gleicht einem Haus­vater, ber frühmorgens ausging, um Arbeiter für fer­nen Weinberg zu dingen Er einigte sich mit den Ar­beitern auf einen Tagelohn von einem Denar und schickte sie in seinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wieder aus, sah andere müßig auf dem Markte stehen und sagte zu ihnen:Gehet auch ihr in meinen Wein­berge ich will euch geben, was recht ist." Um die sechste und neunte Stunde ging er abermals aus, und machte es ebenso. Als er um die elfte Stunde ausgmz. fand er wieder andere dastehen. Er fragte sie:Das stellt ihr hier den ganzen Tag müßig?" Sie ant­worteten:Es hat uns niemand gedungen" Er erwiderte ihnen:Geht auch ihr in meinen Weinberg". Als es Abend geworden war, sagte der Herr des Wein­bergs zu seinem Verwalter:Rufe die Arbeiter und zahle ihnen den Lohn aus, von dem letzten angefangen bis zu den ersten." Es kamen nun die, welche um die elfte Stunde gekommen waren, und empfingen je einen Denar. Als aber die ersten kamen, glaubten sie mehr zu erhalten; aber auch sie empfingen je einen Denar. Da sie ihn empfingen, murrten sie wieder den Haus­vater und sagten:Die Letzten da haben nur eine ein» ZM Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichge­stellt. uns, die wir die Last und Hitze des Tages ge­tragen haben."Freund," erwiderte er einem von ih­nen,ich tu dir nicht unrecht. Bist du nicht auf einen Denar mit mir einig geworden? Nimm also, was dein ist und geh! Ich will aber diesem letzten ebensoviel ge- l^n wie dir. Oder darf ich nicht tun, was ich will? dein Auge neidisch, weil ich gut bin?"So werden die Letzten die Ersten und die E'sten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, wenige aber auserwählt."

Vierzig Mörder.

mmer verwickelter werden die Geschicke des hl. Apostels Paulus, des Helden der Apostelgeschichte. Immer heißer entbrennt sein Kampf mit den Fein­den! immer glorreicher wirdderSiea;

»mmer zahlreicher werden die Edelsteine, die er sei­ner Krone einverleibt.

Kaum war Paulus mit knapper Not dem Tod entgangen, als ihn die Juden nach der großen Verteidigungsrede tn Stucke reißen wollten; kaum hatte er mit lettener Geistesgegenwart die Gechel- preiche abgewandt, die ein Grausamer Beamter

ihm zu applizieren willens war da öffnete sich un­ter seinen Füßen ein neuer Abgrund, sein Leben zu verschlingen, hätte nicht das Auge der göttlichen Vorsehung über ihm gewacht.

Vierzig und mehr Juden verschworen sich, niâps zu essen und nichts zu trinken, bis pe den verhaß­ten Paulus umgebracht hätten. Da erfüllte sich dos Wort des Herrn an seine Apostel:Es kommt die Zeit, da man glauben wird, Gott einen Gefallen zu tun, wenn man euch tötet!" Und ebenso erfüllte sich aber das Wort der Schrift:Gott wird zuschanden machen die An­schläge der Gottlosen." Der Neffe des hl. Paulus hörte nämlich von dem Komplott und machte den, Befehlshaber davon Mitteilung. Dieser ließ zwe- seiner Hauptleute kommen und gab ihnen den Be­fehl:

Haltet von der 3. Nachtstunde an zwei Hun­dert Fußsoldaten bereit zum Marsch nach Cäsaren, dazu siebzig Reiter und zwei Hundert Lanzenträ- ger. Auch Reittiere sollen sie bereitstellen und den Paulus wohlbehalten zum Statthalter Felix brin­gen."

Welch blinder Eifer der Juden! Einen Schwur leisten sie. Was ist denn ein Schwur? Eine An­rufung Gottes zur Bekräftigung, daß man sein Versprechen halten wolle. Und was haben sie denn versprochen? Einen Menschen umzubringen ohne Untersuchung, ohne Richterspruch-, einen Menschen, der nur die Ehre Gottes und das ewige Hell der Seelen im Auge hatte. War dieses Versprechen, war dieser Schwur nicht eine Gotteslästerung? Ein Faustschlag in Gottes Angesicht? Ein Spott auf 'eine Allwissenheit /inb Helligkeit? Eine Heraus­forderung seiner Strafgerichte?

Hüten wir uns oor leichtsinnigen Gelübden und Schwüren! Haben mir etwas Gutes gelobt, beei­len wir uns, es zu erfüllen. Hätten wir aber das Unglück gehabt, etwas schlechtes zu versprechen oder zu geloben, so wäre es keine Pflicht, es zu galten, vielmehr eine Sünde. Eine Pflicht wäre es aber, solche Versprechungen über Bord zu werfen.

Nicht essen und nicht trinken wollen biete ver ruchten, rabiaten Männer, bis sie den Paulus er­ledigt hätten. Sie verketten also ihr Versprechen, ihren Schwur mit einer Verwünschung, mit eme* Selbstverwünschung. Wir wollen verflucht mb verdammt sein, sagen sie gleichsam, und wir .rol­len den Hungertod sterben, wenn wir dieses Ver­sprechen nicht halten. Kein Bissen soll über unsre Lippen kommen, bevor wir unsern Durst am Blute Pauli gestillt haben. Entsetzliches Versprechen! Entsetzliche Verwünschung. So sehr verblendet der Haß. So stumpf macht die Leidenschaft. Zwar ist ihr schrecklicher Anschlag vereitelt worden. Trotz­dem ist ihr Anschlag ein Mord gewesen. Trotzdem inb alle vierzig vor Gott Mörder gewesen. Denn Gott schaut auf den Willen; auf den guten, aber auch auf den bösen Willen. Darum auch die Ver­sicherung des Heilandes:Wenn jemand ein Weib.

mit Begierde ansieht, hat er schon die Ehe gebro­chen."

Seht ihr nun, mit welcher Sorgfalt wir wachen müssen über die Regungen der Begierlichkeit? DeL Zornes? Der Rachsucht? Des Neides? Der Mißgunst? Der Wollust? Hören wir also aus den Lautsprecher des Gewissens und lassen ihn nicht übertönen durch den Lärm der Leidenschaft, durch das Getöse der schlechten Beispiele, durch die Ein- flüsterung gottloser Ratgeber. Bleiben wir immer auf dem geraden Wege/ Was hats zu sagen, wenn jemand gegen uns wütet, falls wir nur unserer Pflicht, den Forderungen des Gewissens, den Vor­schriften unseres Standes, den Geboten unteres Gottes treu bleiben. Sind nicht die Anschläge bie» «er gottlosen Juden dem Paulus zum Heile gewoc« den? Hat er nicht den Siegeskranz um seine Stirne gewunden? Ist er nicht wie ein Triumphator, ja wie ein König oder Kaiscl mit einer BedeEung von 470 Soldaten durch die Lande geleitet wor­den? Ist nicht alle Welt auf den Apostel aufmerk­sam geworden? Mußte nicht die römische Staats­maschine im Dienste des Apostels arbeiten? Kam er nicht zu einer billigen und dazu sicheren Reis nach Cäsarea und nach Rom! Wie ein Niederm lag dieser Erfahrungen Hingt das Wort dieses näm* 'ichen Apostels:

Denen, die Gott lieben, gereichen alle Dingt zum besten!"

Noch ein Schlußgedanke. Wenn wir auch bi» Anschläge der Juden verwerfen und verurie- en, eines müssen wir doch bewundern ihren Eifer. Sie sind bereit, selbst den Hungertod zu erleiden, Und das für eine schlechte Sache. Was mein' ihr, wenn wir Kw^oliken einen solchen, ja auch nur die Hälfte des Ellers hätten für die gute Sache. Für die Sache Gottes, für die Sache der Religion, für die Sache der Kirche, für die Sache der Ehr­lichkeit, der Wahrhaftigkeit, der Gerechtigkeit, der Wohltätigkeit, der öffentlichen Sittlichkeit. Wenn wir uns zur Vertretung der göttlichen Interesien zusammenschließsn würden wie ein Mann! Das wärekatholische Aktion", aber nicht bloß in Wort und Phrase, sondern in Tat und Wahrheit.

Der Talpfarrer.

Hier bin ich nicht am rechten Orf«

Der selige Don Bosco wurde von einer Familie, die ihm sehr viele und große Wohltaten zukommen ließ, zu einer Abendgesellschaft etngeladen. Un* gern folgte er, ging aber schließlich doch, um semi Wohltäter nicht zu kränken.

Als er in das Haus hineinkam, empfinget', ihn Diener, führten ihn zum Festsaale, wo auch Mjon der Herr und die Dame des Hauses ihn in Empfang nehmen wollten. Don Bosco aber drehte sich um und sagte-Hier bin uh nicht am richtigen Orte« Ich muß mich geirrt haben."