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Indien.

Ser Erzbischof von Verapoly, Angelo Perez, ein Karmeliter, äußerte sich gelegentlich eines Be­suches in Rom wie folgt über den südindischen Katholizismus.

Wahrlich, die Stunde Indiens ist gekommen. Tausende betteln förmlich um die Taufe und war­ten auf Priester. In meinem Gebiete gibt es Orte, wo die Bevölkerung seit Jahren auf die Auf­nahme in die Kirche wartet. Ich erinnere mich eines Dorfes, wo die gesamte Bevölkerung fünf Jahre auf den christlichen Unterricht wartete. Ich habe gezögert, ihnen den Unterricht zu geben, bis ich einen Priester damit beauftragen konnte. Denn ich fürchte, sie fallen mir sonst bald ab. Schließ­lich wurde ihre Bitte so inständig, daß ich alle tau­fen lieh. Priester, Priester, und wieder Priester! Das ist die dringende Not des Indien von heute. Die Welt muß wissen und sich vor Augen führen, daß Indien, in dem ich jetzt 24 Jahre lebe, ein modernes Land ist. Der Katholizismus hat dort schon mächtige Fortschritte gemacht. Der Travan- corestaat in meinem Gebiet hat schon mehr als 20 Prozent Katholiken, während sonst in ganz In­dien von 100 Einwohnern nur einer katholisch ist. In der Stadt Ernakulam, wo der Sitz des Erz­bischofs ist, zählen die Katholiken 50 Prozent der Bevölkerung. Der Staat Cochin hat noch eine stär­kere katholische Bevölkerung als Travankore. Mit Enthusiasmus muß ich sprechen vom katholischen Universitätskolleg für Mädchen, das von einhelmi- schen Karmeliterinnen geleitet ist. Die Erziehung des weiblichen Geschlechtes ist eins von 3nbiene größten Problemen. Daher ist der Einfluß dieser Schule groß. In meiner Diözese, die eine Be­völkerung von 2 X 350 000 Seelen hat, wohnen 125 818 Angehörige des lateinischen Ritus. Die syromalsbarifchen Katholiken, die eine eigene Hierarchie besitzen, zählen sogar fast 500 000 An­gehörige. Neben 31 europäischen Patres arbeiten hier schon 14 einheimische Karmeüter und 50 Weltpriester indischen Geblütes. 54 bereiten sich auf das Priestertum vor. Die Karmeliterinnen zählen 7 Klöster in der Diözese."

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Gandhi, diegroße Seele" (Mahatma) Indiens, hat den Briten schon viele Dienste geleistet, er hat z. B. 985 000 Mann seiner Landsleute im Welt­kriege gegen Deutschland marschieren lassen. Der fällige großindifche Aufstand, welcher den Indern die Freiheit bringen sollte, unterblieb. England versprach den Indiern eine Verfassung. Dieses Versprechen blieb nach dem Weltkriege ' unerfüllt. Ghandi übernahm 1921 die Leitung der indischen Aufslandsbeweguug, machte jedoch keinen Gebrauch von der ungeheuren Macht in seinen Händen. Wie lange noch rvird Ghandi seine England freundliche Stellung bewahren? Eine freie Verfassung für Indien wird von seinen Landsleuten mit aller Macht erstrebt. Ghandi sann sich diesen Wünschen nicht langer verfließen Nahru, der Vorsitzende des Allindischen Kongresses, und Ghandi sind 'infol­gedessen übereingekommen, den Briten für die Ein­leitung einer indischen Homerule den 1. Januar 1930 als letzten äußersten Zeitpunkt zu stellen. Flodn^

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Der Dompropst an der Kölner Metropolitan­kathedrale, Prälat Dr. Arnold Middendorf ist am 5.3a= nuar im Herrn entschlafen. Dompropst Middendorf war ain 4. April 1867 zu Freren (Kreis Lingen) in Han­nover geboren. Im November des ersten Kriegsjabres wurde er als Militäroberpfarrer für Belgien nach Brüs­sel berufen und im Februar 1915 zum Feldoberpfarrer für den westlichen Kriegsschauplatz bestellt. In dieser verantwortungsreichen Stellung hat sich Prälat Dr. Mid­dendorf vor allem die Organisation der Feldseelsorge an­gelegen sein lassen. 1917 wurde Prälat Dr. Midden- dors als Nachfolger des Prälaten Dr. Berlage zum Dompropst in Köln ernannt. In all seinen Aemtern hat der Verewigte eine hingebende, kluge und erfolg- reise Wirksamkeit ^ffaltet. Als Dompropst hat er na- mentlich der kirr ;.n Kunst ein tätiges Interesse ge= schenkt und er war wiederholt Leiter der Tagungen des Vereins zur Pflege der christlichen Kunst. Die Be­schaffung der neuen St. Petersglocke im Kölner Dom, deren Vorgängerin im Krieg geopfert werden mußte' ist in erster Linie fein Verdienst. Sonntag abend 6.30 läutete sie das Dreikönigenfest ein, das der ver­blichene Dompropst immer mit besonderen Feierlichkeiten

umgab. So wurde das Festgeläute zur Totenklage für den Hüter der Reliquien der hl. Dreikönige.

Trier. Nach dem Stand vom 1. Dezember 1929 sind im ganzen Bistum Trier in 61 Dekanaten 838 selb­ständige Seelsorgobezirke, nämlich 804 Pfarreien und 34 Bitarien bezw. Exposituren (Kuratien) vorhanden. Die kleinste Pfarrei zählt 112, die größte, Saarbrücken-St Joseph, 20 000 Seelen. 379 Pfarreien haben eine See­lenzahl von unter 1000, 424 zwischen 1000 und 5000, 3 6 zwischen 5 und 10 000, 9 über 10 000 Seelen. 4 Pfarreien haben Smurltanpfarrkirchen. Die Zahl der Priester im Bistum beträgt 1275 sowie 32 Seminarprie­ster. In der Pfarrfeelsorge sind 1045 Priester beschäf­tigt. Die übrigen sind in höheren Lehranstalten, Klö­stern und sonstigen Anstalten, beurlaubt oder emeritierte Geistliche. Priester aus anderen Diözesen sind 34 in un­serem Bistum tätig. An Orden und Kongregationen sind in der Diözese vorhanden 16 Priestergenossenschaf­ten in 28 Häusern mit etwa 280 Priestern; 4 Brüderge­nossenschaften in 21 Häusern; 29 weibliche Ordensgenos­senschasten in 280 Häusern.

Paderborn. Generalvikar Professor Dr. Dr. Ro­senberg ist an den Folgen einer schweren Herzkrankheit gestorben. Er war 1865 in Olpe im Sauerland gebo­ren. Da die Paderborner Bischöfliche Akademie wegen des Kulturkampfes damals noch geschlossen war, ging er zur Universität Münster, die damals noch Akademie war. In Dortmund betätigte sich Professor Rosenberg nicht nur in der Seelsorge und im Lehramt, sondern nahm auch großen Anteil am öffentlichen und am katholischen Vereinsleben. In der Zentrumspartei war er an her­vorragender Stelle tätig. Er war Vertrauensmann der katholischen Arbeiterschaft und der Christlichen Gewerk­schaften, für deren Anerkennung und Berechtigung er sich stets nachdrücklich eingesetzt hat. Kurz nach Ausbruch des Krieges veröffentlichte er die Schrift:Die falschen Anklagen französischer Katholiken gegen Deutschland", die nicht nur in Deutschland, sondern auch im Auslande viel gelesen wurde. Der Inhalt dieser Schrift wurde in das große SammelwerkDer deutsche Krieg urti der Katholizismus" übernommen. Auch gab Professor Ro­senberg die Predigten und Ansprachen an französische Kriegsgefangene heraus und hielt selbst den französischen Gefangenen Predigten. Im Jahre 1916 wurde Pro­fessor Rosenberg in das Domkapitel berufen. Als Bi­schof Dr. Kaspar Klein Oberhirt der Diözese wurde, er­nannte er ihn zu seinem ersten Mitarbeiter, zum Gene­ralvikar. Auch in diesem neuen hohen Amt war Pro­fessor Rosenberg das Muster der Pflichttreue und Ar­beitsfreudigkeit. Er hat seine Aufgabe als Generalvikar der dem Gebiet nach größten deutschen Diözese mit gro­ßem Geschick gemeistert. Daneben fand er noch Zeit zur Betätigung im öffentlichen Leben und zeigte großes Interesse für die cheologische und philosophische Wissen­schaft. Generalvikar Rosenberg zeichnete sich durch gro­ßes Pflichtbewußtsein, bewundernswerten Fleiß, lie­benswürdigen Charakter und ein stets freundliches We­sen aus. Er war zeitlebens ein Mann des Volkes.

Paderborn. Nach dem Verzeichnis des Klerus der Diözese Paderborn für das Jahr 1930 hat das Bistum 70 Dekanate mit 630 Pfarreien rind 266 Filialen mit eigenem Geistlichen. Im westfälischen Anteil sind 486 Pfarreien nebst 192 Filialen, auf dem überwiegend ka­tholischen Eichsfelde 74 Pfarreien nebst 13 Filialen, in der sächsisch-thüringischen Diaspora 69 Pfarreien mit 61 Filialen. Das größte Dekanat ist Dortmund mit 33 Pfarreien, 7 Filialen und 224 095 Katholiken. Diele Großstadt hat also mehr Katholiken als das ganze Bis­tum Hildesheim. Eine kleine Besserung bezüglich des Priestermangels im Bistum ist festzustellen. Dennoch können auch jetzt noch manche Seelsorgsstellen nicht besetzt werden. Die Seelenzahl der Diözese beträgt in run­der Summe 1 762 000. Wenn demnächst im Laufe des Jahres Paderborn zum Erzbistum erhoben wird, ver­liert es das Eichsfeld und den Bezirk Erfurt, im ganzen 92 Pfarreien mit 15 Filialen und etwa 130 000 Seelen, die dann bekanntlich zum Bistum Fulda kom­men.

Braunschweig. Der braunschweigische Justizminister Sievers hat in den einzelnen Gemeinden, in denen kein Amtsgericht vorhanden ist, die Verwaltungen aufgefor­dert, ein besonderes Zimmer zur Verfügung zu stellen, zu beleuchten, zu heizen und zu reinigen, in dem ein Be­amter des Amtsgerichts sich aufhalten kann, um Kir­chenaustrittserklärungen entgegenzunehmen. Eine Ge­meinde des Kreises Wolfenbüttel hat das Ersuchen ab­gelehnt, da-, für derartige Zwecke bei der schlechten Fi­nanzlage der Gemeinde kein Geld vorhanden sei.

Die Hausmission der Redemptoristen in Alm, die erste in Württemberg und die zweite in Süddeutschland Mannheim hielt die erste hat volle 6 Wochen gedauert. Das WortHausmission" rührt daher, weil nicht bloß in den Kirchen 114 Predigten gehalten wurden, sondern bei

3000 Familien in ihren Häusern zwecks religiöser Aus» spräche besucht wurden. Die katholischen Familien zeigten sich hocherfreut, viele linksstehende sehr erbittert, diebes­seren" liberalen Kreise verschlossen. Dagegen nahmen speziell die Armen die Glaubensboten mit offenen Armen freudigst auf.

Rußland. Am hl. Abend schlichen sich große Bau­ernscharen aus Rußland durch die russischen Grenzwa­chen hindurch auf polnisches Gebiet, um sich da am Got­tesdienst beteiligen zu können. Sie erzählten den pol­nischen Grenzwachen von den furchtbaren Verfolgungen ihrer Geistlichkeit und der gewaltsamen Unterdrückung jeglicher gottesdienstlicher Feiern. Eine Reihe Geistlicher ist wieder verhaftet, andere hingerichtet worden. In den 2 letzten Monaten wurden 340 christliche Kirchen, 63 jü­dische Synagogen und 18 türkische Moscheen geschlossen. Und doch gibt es auch in Deutschland eine Menge Leute, die lieber den Bolschewismus im Reiche als einen Auf­schwung der kathol. Kirche sehen würden.

Irland. Es kann nun als sicher gelten, daß der eucha- ristische Kongreß 1932 in Dublin abgehalten wird. Der päpstliche Vertreter Erzbischof Pisani war von den Eman­zipationsfeierlichkeiten, insbesondere von der Riesende­monstration im Phönix-Park, an der eine halbe Million Menschen teiinahmen, so begeistert, daß die Kandidatur Irlands des Erfolges gewiß war. Der eucharistische Kon­greß fällt mit der 15. Zentenarfeier der Ankunft des iri­schen Nationalapostels, des hl. Patrick, zusammen.

Spanien. Ein Jesuit erhält die goldene Arbeitsme­daille. Auf das Gesuch von 6000 Arbeitern hat die spa­nische Regierung dem Pater Perez del Pulgar, S. I., einem berühmten Elektrologen, die goldene Arbeitsme­daille verliehen.

Afrika. Der Heilige Stuhl hat vor zwei Jahren den Bischof Hinsley, Rektor des englischen Kollegs in Rom, nach Afrika entsandt, um sämtliche katholische Missionen in den englischen Kolonien Afrikas zu visitieren. Bischof Hinley ist jetzt zurückkehrt, nachdem er 33 kirchliche Be­zirke durchwandert und im ganzen einen Weg von 80 000 Kilometer zurückgelegt hat. UeberaU, so berichtet er, fin­det man bei den Negern Afrikas einen starken Zug zur katholischen Kirche. Aber alle diese Völker sind im Gä­rungszustand und es ist jetzt der gegebene Augenblick für die katholische Kirche, sich ihrer anzunehmen. Sonst wer­den sie im Materialismus ganz untergehen. Auch der Islam, die protestantischen Missionen und der Bolsche­wismus, arbeiten eifrig an der Eroberung Afrikas.

Brasilien. Ein Riesenstandbild Jesu Christi soll auf einem 700 Meter hohen Hügel der Stadt Rio de Ja­neiro in Brasilien errichtet werden. Man ist zur Zeit mit der Fundamentierung des Sockels beschäftigt. Das Standbild ist ein Gegenstück zu dem Christus des Anden­gebirges, der auf der Grenze von Chile und Argentinien als Zeichen des ewigen Friedens zwischen diesen beiden Länden errichtet worden ist. Der Größe und Bedeutung nach wird das Standbild den Vergleich mit der Freiheits­statue im Hafen von Newyork aushalten können. Die Figur allein ist nicht weniger als 40 Meter hoch. Mit dem Sockel wird sie sich mehr als 150 Meter hoch auf demZuckerhut", dem vorerwähnten Hügel erheben. Die ausgestreckten Arme des Standbildes werden eine Reich­weite von mehr als vierzig Meter besitzen. Die Figur wird man meilenweit vom Land und vom Meere aus sehen können. Die Kosten in Höhe von 3 Millionen Mark werden durch die Einwohnerschaft der Stadt aufgebracht.

Mexiko. Das Regierungssekretariat hat ein neues Rundschreiben erlassen, das den Schismatikern befiehlt, die noch in ihrem Besitze sich befindenden Kirchen den katholischen Geistlichen zu übergeben. Die neue Aktion des Staatssekretariats soll bei den Schismatikern, die nach der Versöhnung ihre Kirchen noch nicht aufgegeben ha­ben ,dem Wunsche der Regierung Achtung verschaffen, daß den Katholiken wieder alle ihre Kirchengebüulichkei- ten zurückerstattet werden. Das an alle Gouverneure ge­sandte Rundschreiben befiehlt diesen, sofort zur Heb er gäbe zu schreiten. Nur jene Schismatiker, die bereits vor Ausbruch des Religionskrieges im Besitz der Kirchen wa­ren, dürfen diese behalten; da aber keine katholische Kirche in jener Zeit im Besitze der Schismatiker war, läuft das Rundschreiben darauf hinaus, den Abtrünnigen alle Kir­chen zu nehmen.

Togo. In Gidji feierte man mit großer Pracht die Krönung des Prinzen Agbano zum König. 41 Fürsten aus ganz Togo, selbst von der Goldküste her waren bei der großartigen Feier anwesend. Der junge König äst ein eifriger Katholik. So fielen denn bei dieser tiönungs» feier die verschiedenen gräßlichen, heidnischen Gebräuche weg: das Hinschlachten der Sklaven, das wüste Treiben usw., das sich ost durch mehrere Wochen hinzog. An ihre Stelle trat nun das heilige Meßopfer, das die Feier- lichkeiten einleitete, um den Segen und die Huld des Königs der Könige auf die Person des jungen Herrschers herab zu flehen.