ltsfchusen. Sie haben nur das Vorfchsagsrecht. Der ,trtsbeamte kann die Anstellung verweigern oder wi- rufen, wenn die Unterrichtsmethoden des vorgeschla- ien Priesters „nicht auf pädagogischer Höhe" stehen, ;r wenn sein Charakter keinen günstigen Einfluß auf Kinder erwarten läßt, wenn er beispielsweise zu eifrig und die katholische Kirche als die allein wahre ver-. idet. So kommt es häufig vor, daß der emzige Prie- r in einem Dorf keinen Religionsunterricht erteilen rf und ein weltlicher Lehrer, vielleicht gar ein Serbe ne Stelle einnimmt.
Die Schüler der Staatsschulen dürfen keine katholk- en Zeitschriften beziehen, weder religiöse, wie den rz-Jesu-Sendboten und Missionsblätter, noch wisfen- oftliche.
Nur staatlich vorgeschriebene Schulbücher finb gestat- ■ Die Handbücher der Geschichte sind voll von qeyäs- en Bemerkungen. So schreibt die von der Regierung * ivkohlene Geschichte des Altertums von Danilo Vu- üc, die übrigens auch obszöne Bilder enthält, im nne Harnacks gegen die Gottheit Christi. Die Ge- 'chte der Serben, Kroaten und Slowenen von (9o6re- Die, die für die Volksschule vorgeschrieben ist -^nnt n Katholizismus den Feind der jugoslawischen Einheit 'b verherrlicht den Apostaten Trüber als National- lden. D?e Geschichte des Mittelalters von Vulooic- -ric. die fast allein im Gebrauch ist, enthält Dutzende ,n Verleumdungen gegen die katholische Kirche. Die tkolische Presse muß sich jeder Kritik dieser Lehrbücher übalten.
Die Presse untersteht strengster staatlicher Zensur. Sie w mcht über die kirchliche Union, nicht gegen den Pro- stantismus oder Mischehen, vor allem nicht gegen die reimaurerei schreiben. Wenn ein katholisches Blatt nmal das Wort Jude statt Israelit gebraucht wird es verdruckt. Dagegen find den nichtkatholischen Blättern le Angriffe auf Papst und Kirche erlaubt: Die Päpste itten stets die politische Weltherrschaft erstrebt: sie seien rantwortlich für die Trennung der Kirchen: sie hätten e Christenheit zu den unseligen Kreuzzügen aufgehetzt; e Gegenpäpste seien immer noch die besten gewesen.
Die Regierung hat die ausgezeichnete katholische Ju- ndvereknigung „Oro" unterdrückt, und als sich die Ju- Sl nd sofort wieder unter dem Namen „Kreuzfahrer" mmelte, wurde der ehemalige Vorsitzende der Orao gengengesetzt und 12 Tage lang mißhandelt. Es ist auch zeichnend, daß die kleine von einigen abgefallenen oatischen Priestern gestiftete Sekte der „Altkatholiken" auffälliger Weise von der Regierung begünstigt wird. Die Freimaurerei von Belgrad, die von dèr fran- sischen Loge ihre Befehle empfängt, hat diesen Kultur- mvf ins Werk gesetzt. General Zivkovic, der Präsi- nt des Kabinetts, das im Namen des Königs die Dik- tur ausübt, ist Freimaurer von hohem Rang. Man eiß. daß die serbische Regierung vor keinem Mittel wückschreckte, um den jugoslawischen Staat zu begrün- 'n und zu festigen. Wie sie sich ihrer politischen Feinde rtledigte (und den Mörder des Erzherzogs Ferdinand nd feiner Gemahlin durch eine Gedenktafel in Serajewo -rherrlichtef, so wird sie auch gegenüber den Katholiken im äußersten Mittel greifen, wenn sie es für nötig hält, s ist leider in Deutschland zu wenig bekannt geworden, iß eine serbische Behörde am 13. Oktober 1929 den ranziskanerpater Gjekov durch zwei Gendarmen erließen ließ, weil er die wegen ihres Glaubens bedräng- n latbolüchen Albaner in Südserbien in Tchutz nahm.
Es ist gut, daß die deutschen Katholiken erfahren, as in Jugoslawien vorfleht. Das katholische kroatische olk aber darf unserer aufrichtigen Teilnahme versichert
WeiMW Lesung im Msrseelennwual.
Auf dem November ruht die ernste besinnl-che -timmung des Allerseelentages. Gewiß, wir sind om Besuch der Toten in der düsteren Gräberstadt eimgekehrt in den Lärm des Alltags mit feinen reist so irdischen Aufgaben, vielleicht ins Gewühl er Großstadt mit ihrem Autolärm und betäuben- en Verkehr und den grellen Lichtreklamen, die lum den Nachthimmel über uns mit seinen Steren erkennen lassen. Aber, wenn uns der Aller- ^elentag und der Besuch am Kirchhof mcht eine eine gewohnheitsmäßige Gedankenlosigkeit gewe- n ist, so muß doch eine gewisse Nachdenklichkeit, ine Einkehrstimmung geblieben sein. Was die ^oten dadraußen sind, wirst auch du selber sein. Schon bald vielleicht
^5 kann nur heilsam sein, diesen ernsten „Noembergedanken" noch eine Weile nachzugehen. In nserem heute oft so überhastetem Lebenstempo ergossen wir ja nur zu oft der Mahnung der Leisen: „In allem, o Mensch, gedenke deiner letzen Dinge, und du wirst nicht sündigen tn Ewigst " So man gerade in diesen Tagen der er- eute Hinweis auf einige Schriften angebracht sein, ie. wenn auch schon vor einiger Zeit erstmalig rschienen, auch heute noch die volle Aktualität besten. die den Ewigkeitsfraoen gebührt.
Wir nennen zuerst Professor Engelbert Krebs'. Was kein Auge gesehen", Die Ewigkeithoffnun- ,en h^ Kirche. * Es enthält schlicht und ansprechend
eine Darlegung alles dessen, was erleuchtete Vernunft und Offenbarung über das „Drüben" uns zu sagen haben. Es ist ja nicht so, daß „nach drüben die Aussicht uns verrammt wäre", wenns auch der alte Lügner Mephisto uns immer wieder einreden oder in dem Wust okkultistischer Faseleien uns vernebeln mochte. Und es ist ein tröstliches und erhebendes Wissen um diese Dinge, das uns der Glaube gibt, das vom Himmel und selbst das von der Hölle.
So recht für den Allerseelenmonat geschaffen ist auch des verewigten Bischofs von Rotlenburg Paul Wilhelm Kepplers „Die Armenseelenpredigt". Zwar ist ^3 zunächst als Hilfsbuch für den Prediger und Seelsorger bestimmt. Aber auch der Laie wird es mit großem Gewinn und Genuß lesen. Das Schicksal der armen Seelen, so freudig und doch auch wieder so voll Leid und Hilfsbedürfrig- keit, ist ja auch unter nächstes Schicksal; unsicht- bare und doch so feste Fäden verbinden uns mit dieser „Kirche der Leidenden", die unsere Bruder und Schwestern sind. Und es ist nichts Geringes, daß gerade wir berufen und imstande sind, ihnen zu helfen, ihre Schuld abzuzahlen und ihre Aufnahme in die Kirche der Triumphierenden, nach der sie in heiliger Sehnsucht verlangen, zu beschleunigen.
Noch ein Einzelbild aus der gewaltigen Liturgie des To'enoffiziums sei hier mitgenannt. Dr. Nikolaus Gihrs schöne Erklärung der gewaltigen Totenieguenz, des „Dies irae". ' Wir kennen sie alle, diese furchtbar und schreckvoll dröhnende und dann wieder so ergreifend und trostvoll ausklingende Weise; aber es verlohnt sich, an Hand dieses Büchleins ihren tiefen Gedankengehalt durchzukosten. (Die genannten Bücher sind bei Herder u. Co., Freiburg i. Br. erschienen).
Die letzte Stunde.
Von Joseph Kamp.
An der Landstraße, hmter dem Dorfe, wurde ein großes Elektrizitätswerk gebaut. Die Arbeit schritt rüstig voran, besonders, seit der Bauunternehmer außer seinen eigenen Leuten noch eine Anzahl auswärtiger Arbeiter eingesetzt hatte. In einigen Wochen sollte der Bau schlüsselfertig sein.
Den alten biederen Leuten des Bauunternehmers, die im Dorfe ansässig waren und schon viele Jahre bei ihrem Brotherrn in Arbeit standen, behagten die von auswärts zugezogenen Hilfskräfte nicht mehr. Es waren Burkchtn darunter, die ihr Maul reichlich weit aufriffen, und die Dorfmaurer fühlten, daß sie nicht mehr unter sich waren. Besonders einer von den Kerken, in Handlanger, tat llL --» Gemeinheiten und Schnoddrigkeiten rühme» ÄPn^r.
Der graubärtige, gutmütige Polier Wessel schien taube Ohren zu haben, er sah über alle Großtuerei der Burschen mit weiten Augen weg. Aber die Arbeitskollegen aus dem Dorfe zwinkerten sich heimlich zu. Sie hatten längst an Blick und Geste ihres geschätzten Poliers gemerkt, daß er auf den geeigneten Augenblick wartete, um den jungen Flegeln vorteilhaft einen Denkzettel zu geben.
Eines Nachmittags saßen alle vespernd am Straßengraben mit der Kaffeebüchse in der Hand. Die fremden Zunftbrüder führten, wie immer, das große Wort. Plötzlich ließ sich vom Dorfe her ein feines Klingen vernehmen. In weißem Chorrock &m ein Priester die Landstraße herauf, um einen Kranken die heilige Wegzehrung zu bringen. Vor ihm her schritt der Mesner mit brennender Laterne und klingendem Glöcklein.
Kaum hatten die Fremden den Geistlichen erspäht, da ging es los. Spottworte fielen, und zynische Randglossen wurden gewechselt, bei denen sich der junge Handlanger besonders hervortat. Als der Priester an ihnen vorüberschritt, nahmen die Dorfmaurer ihre Mützen vom Kopf, knieten an der Straße nieder und bekannten mit einem Kreuzzeichen ihren Glauben. Darüber gab es ein schallendes Gelächter, mit dem der junge Handlanger „die frommen Betbrüder" verspottete. „Himmel und Kreuz!" grinste er, „da Zind wir in diesem dummen Bauernkaff aber in eine nette Gesellschaft geraten!"
Ehe er sich versah, flog ihn eine derbe Maulschelle an den Kopf, die für ihn von so beschämender Wirkung war, daß seine eigenen Kameraden schadenfroh auflachten. Der alte Polier Wessel hatte das gekonnt.
Mit grimmigem Gesicht stand er vor dem Handlanger und brüllte ihn an: „Du grüner Flegel! Willst alte ehrenhafte Kollegen verspotten? — Bist viel zu feige um es denen nachzutun! — Du grüner Junge! — Mußt erst mal mein Alter haben, um mitreden zu können!"
„Ich will eine Geschichte erzählen, die mir in jungen Jahren passiert ist und die euch vielleicht interessiert", wandte er sich dann den anderen zu.
„Als ich noch ein so junger Kerl wie dieser da war", fing er an, „es sind schon bald vierzig Jahre darüber ver» gangen, da hatte ich einen treuen Arbeilskollegen Wir beschlossen, zusammen auf die Wanderschaft zu gehen. Wie gesagt, so getan Auf Schusters Rappen pilgerten mir los- kamen bis Wien; walzten von da über Salz» bürg, München, Ulm, den Rhein herauf nach Wefttaten. So oft uns das Geld ausging, suchten wir uns 'ür einige Tage Arbeit, um darauf mit vollem Säckel meist r» zuwandern. Wir lernten viel, hatten manches unvergeßliche Erlebnis und nahmen für das spätere Leben eine Menge Erfahrungen in uns auf. Das gemeinsame Schicksal knüpfte die Bande unserer Freundschaft fester als zuvor, wir hielten in Not und Gefahr wie Brüder zusammen.
Aber — als wir von Hause fortzogen, waren wir unverdorben; und da mir ein halbes Jahr hinter uns hatten, waren mir zwar nicht zu Verbrechern geworden, aber zu den Taugenichtsen, die zu allen Flegeleien fähig sind, durften wir uns doch rechnen. Den Glauben hatten mir allmählich über Bord geworfen, als wir merkten, daß die Arbeitskollegen sich über unsere religiösen Gewohnheiten belustigten. Bald standen wir den anderen um nichts nach, wir spotteten feste mit, wo es sich nur eben traf, pfiffen Priester aus der Straße aus trieben Ulk mit Ordensleuten und dachten Wunders, was wir jetzt für tüchtige Kerle wären.
So kamen wir an die holländische Grenze, wo sich uns für längere Zeit Arbeit bot.
Eines Abends kamen wir mit Zechkumpanen zusammen, die sich uns in der Trunkenheit als Schmuggler zu erkennen gaben. Sie glaubten, in uns geeignete Helfer zu finden und prahlten groß von ihrem goldenen Ueber» fhisse, den ihnen ihr Geschäft einbrächte. Durch unseren weiteren Verkehr mit ihnen wurden wir in alle Schliche und Finessen eingeweiht
Bald hatte uns die Leidenschaft des unredlichen Gewerbes auch gepackt, und keine Woche verging, wo mir nicht unser Glück versuchten. Nicht lange, so kannten wir jeden Schmugglertrick und -weg und wurden von Fall zu Fall verwegener. Die redliche Arbeit behagte uns nicht mehr, über Tag lagen wir faulenzend in den Kneipen herum, und bei Nacht schlichen wir mit unseren zollpflichtigen Waren über die Grenze.
Lange ging alles gut
Aber da kam eine stürmische, regennasse Novembernacht.
Ein „großes Ding" sollte gedreht werden. Glückte es uns, so hatten wir auf lange hinaus genug.
Wie immer, schien auch alles gut gehen zu wollen, nur noch einige hundert Meter, so durften wir uns in Sicherheit wissen.
Es mochte gegen zwei Uhr nachts sein. Vorher hatte es in Strömen geregnet, wir waren naß bis auf die Haut.
Da — plötzlich knackt es im Gehölz. Wir fahren jäh zusammen und stehen steif still. Blitzschnell flammt hinter uns ein Lichtkegel auf. Ein Befehlsruf. aus dem Un» terholz kommend, macht unser Blut erstarren.
Und dann kamen Schritte näher. Dem lähmenden Schreck, der uns im ersten Moment erfaßt hatte, folgte ein einziger Gedanke: „Fliehen!" Wir rannten atemkeuchend, stolperten, sprangen auf und rannten — rannten! Hinter uns her die Polizeibeamten der Zollstation. Unserer Last hatten wir uns längst entledigt. Hier ging es um unser Leben, denn da wir auf wiederholten Anruf nicht stehen blieben, schossen die Verfolger scharf.
Ich nahm meinen Weg in wirren Zickzackwindungen, und nach langen fürchterlichen Augenblicken fühlte ich mich in Sicherheit. Hörte noch eine Zeitlang die Hetzjagd der Verfolger hinter meinem Freund her der weniger Glück zu haben schien, sich seinen Häschern zu entziehen. Schüsse knallten noch.
Endlich aber wurde es ruhig. Nur der Wind lag rauschend in den Bäumen, daß die Aeste stöhnten, und schwarze Wolkenlappen jagten wie riesige Raubtiere über den Wald hin.
Wie lange ich noch tauschen!) gestanden haben mag, weiß ich nicht, jedenfalls vermochte ich mich nur unter Aufbietung meiner ganzen Energie von der Starrheit, die meine, Glieder steift hielt, zu lösen. Ich überlegte und kam zu dem Entschluß unseren Schleichweg aufzusuchen, weil es mir am wahrscheinlichsten imien, dort auf den Freund zu stoßen.
Da — nach einer auten Viertelstunde, höre i ar mir auf dem Wege schwaches Röcheln. Einen Augenblick stehe ich lauschend still Und höre es wieder! Wahn» sinnige Angst erfaßt mich; ich stürze den Weg voran und stoße nach wenigen Minuten auf den Freund. Seinen Häschern ist er entwischt, aber eine Kugel hat ihn getroffen. Von einem Schwächeanfall niedergedrückt, kniet er auf dem Boden im Heidekraut, hält mit beiden Händen eine junge Kiefer umklammert, um den Oberkörper zu stützen. Als ich mich zu ihm niederbeuge,