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durch diese Zeit der Glauben;.- und Sittenlosigkeit, nach den Idealen der Patrone der Jugend. Eine schwere Auf­gabe harrt des neuen Jugendpräses. Herrn Kaplan Nüd- ling und alle Mitglieder begleitet der Wunsch, daß der Verein unter dem jetzigen Führer blühe und gedeihe zum Wohle und Heile der Jugend und ihrer unsterblichen See­len. Auf die Einführung des Herrn Kaplan Nüdling folgte ein Vortrag des Herrn Dr. König aus Kassel über die jetzige politische Lage und die sich hieraus erge­benden Aufgaben der kath. Jugend.

Jubiläums -Wallfahrt der Eichsfelder und Fuldaer zum Gnadenorte des heiligen Blutes in Walldürn.

Unsere hl. Kirche feierte am 1. Juli das Fest des kost­baren Blutes. Jetzt, nachdem sich in der Natur alles in schönsten Fülle entwickelt hat, jetzt, wo die Blütenpracht fast unermeßlich, blutrote und weiße Rosen übervoll ihre Sträucher bedecken! In dieser Zeit feiert die Kirche das Fest des kostbaren, rosenroten Blutes unseres Erlösers. Durch dieses Fest will uns die Kirche erinnern, daß wir gerade jetzt an den Preis unserer Erlösung, an das für uns vergossene heilige Blut denken sollen. Trotz aller irdischen Prachtentfaltung soll uns zum Bewußtsein kommen, daß wir alle für eine noch größere Prachtent­faltung, in höchster Seligkeit im ewigen Leben bestimmt sind. Das kostbare Blut hat uns zu diesem Zwecke erkauft. Dieser Lösepreis ist so hoch und so erhaben, daß wir zu jeder Zeit an diese Großtat des Allerhöchsten denken müßten. Dem himmlischen Vater sollen wir das für uns vergossene Blut aufopfern. Immer und jeder­zeit. Auch in den Tagen, wo man seinen Erlöser und Schöpfer leicht vergißt wenn es uns gut geht. Bei der hl. Warüllung während der hl. Meße haben wir täglich Gelegenheit, das wahre hl. Blut zu verehren. Große Heilige, so der hl. Paulus, der hl. Augustinus, der hl. Bernhard waren besondereVerehrer des kostbaren Blutes. Zu Förderung dieser Andacht entwickelten sie großen Eifer. Dadurch entstanden schon in frühester Zeit Bruderschaften des kostbaren Blutes, z. B. im 13. Jahrhundert in Ravena, in England, in Frankreich und in Spanien. Ordensgenoffenschaften, die ihre Hauptauf­gabe in der Verehrung des kostbaren Blutes erblickten, vildeten sich, z. B. der geistliche Ritterorden der M- demptoristen vom hl. Blute in Mantua und die Bern­hardinerinnen vom kostbaren Blute in Paris. Noch heute ist die vom Bischof von Terracina, Franz Alber­tini, an der Kirche San Nikola in Carcers zu Rom ge­gründeteErzbruderschaft vom kostbaren Blute" sehr verbreitet, besonders im Eichsfelder und Fuldaer Lande. Sehr viele Landsleute haben sich im Laufe der Jahre in diese schönen Erzbruderschasten aufnehmen lassen. Zweck derselben ist, die Verehrung des kostbaren Blutes zu fördern und zu verbreiten. Gleichzeitig aber wollen die Mitglieder dieser Erzbruderschaft dem deutschen Hei-, ligtum des hl. Blutes, dem Gnadenorte Walldürn, wo vor 600 Jahren das hl. Blut sichtbar während der hl. Messe auf das Korporale geflossen ist, neue Freunde zu- führen, eingedenk des Gelübdes der Vorfahren in der Pestzeit 1682-83, die damals die Verehrung des kostbaren Blutes durch Ausübung dieser Wallfahrt gelobten. Nach­weisbar, feit 1706, ist auch alljährlich dieser Büßgang ausgeführt worden.

Auch in diesem Jahre hatte sich eine große An­zahl Eichsfelder an f dem Hülfensbergs eingefunden, um diese Wallfahrt gemeinsam mit den Pilgern des Fuldaer Landes zu unter­nehmen. Von Geismar ging die Fahrt nach Fulda. Die Wallfahrt begann am 14. Juni mit einer erhebenden Feier in der Heilig-Gei stkirche zu Fulda. Recht erbauende Worte richtete Herr Pfarrer Rübsam an die Pilgerschaft. Nach dem hl. Segen begann der Abmarsch. Erhebend war es, daß eine Musikkapelle die schönen Wallfahrtslieder begleitete. Das Erstaunen aller Pilger steigerte sich jedoch, als sie hörten, daß die 7 Mann starke Kapelle zu Fuß bis nach Walldürn mit­gehen wollte. Zur Ehre dieser Männer muß es gesagt werden: Hochachtung vor einem solchen Geiste! Keinen Pfennig Entgelt nur zur Ehre Gottes haben sie von früh bis spät bis hin nach Walldürn tagelang ihre Weisen erklingen lassen, außer ihren schweren Instru­menten auch noch ihr Reisegepäck im Rucksack tragend. Gott wird es ihnen lohnen.

In Brückenau feierlicher Einzug mit Abholung durch die hochw. Geistlichkeit, begleitet von Kreuz und Fahnen. Feierlicher Gottesdienst! Unvergeßlich die Ansprache auf der Freitreppe der Kirche und dann der Abmarsch. Alle Kirchenbesucher ziehen mit bis vor die Stadt. Dann die erhebenden Feiern an den unterwegs berührten Gna denortsn, (Frauenberg - Volkersberg, Maria Steinthal und besonders in Maria-Grünthal). Diese Eindrücke werden allen Teilnehmern der Wallfahrt noch lange Zeit in Erinnerung bleiben. Die Reise selbst war be­günstigt vom schönsten sonnigen Wetter ohne Regen. Singend und betend wurden die herrlichen Gaue des Frankenlandes durchzogen. Rhön, Spessart und Oden­wald waren stumme Zeugen der andächtigen Pilger­schaar, die zum Lobe und Preis des kostbaren Blutes über Berge und durch fruchtbare Täler dahin des Weges wallfahrte. Am Tage vor dem Fronleichnamsfest wurde Walldürn erreicht. Nach festlichem Empfang dop der Stadt durch den Hochw. Herrn Geistl. Rat zog dir 342 Personen zählende Prozession unter dem Geläut aller Glocken in den Gnadenort ein. Zunächst ging der Wlg

zum Heiligtum des heiligen Blutes. Wie staunten da besonders die älteren Wallfahrer, als sie das ersehnte Ziel der Wallfahrt betraten. Aus Anlaß des 600jähr. Jubiläums der Wallfahrt ist die Kirche innen neu her­gerichtet. Nicht sattsehen kann sich da das Auge an all der Schönheit und Zierde. Am Hochaltar wird zunächst der hl. Segen erteilt. Dann zieht die Pilgerschar zum hl. Blutaltar. Wie innig und andächtig wird hier ge­betet! Rührend schon der Anblick! Väter mit ihren Söhnen, Mütter mit ihren Töchtern, Greise, Jungfrauen und junge Männer, besonders zahlreich die Jünglinge sie liegen auf den Knien und flehen mit ausgespannten Armen zum heiligen Blute um Hilfe und Segen in den verschiedensten Anliegen des Leibes und der Seele. Einer solchen Beterschar kann der Himmel nicht widerstehen! Immer wieder erschallt der Pilger Gruß:Sei gegrüßt o hl. Blut, komm uns und den armen Seelen zugut". Das Auge voll Tränen das Herz ist so weich hier fühlt der Mensch die Gottesnähe. Die tagelange Reise mit täglichem Empfang der heiligen Kommunion ist ja eine schöne Vorbereitung und so ist es erklärlich, daß hier am Ziele der Reise die rechten Töne des Herzens sind, die hinauf zum Throne des barmherzigen Gottes bringen sollen. Am Gnadenorte selbst steht jedem Pilger die Zeit frei zur Verfügung. Die Stunden, die am Gnadenorte verbracht werden, werden auch nutzbringend für das Heil der Seele verwendet. Eine große Anzahl der Pilger benutzte die günstige Gelegenheit zur Ab­legung einer Generalbeichte.

Gegen Abend ist eine schöne Feier für unsere Wall­fahrer bei der Lourdesgrotte. Nach einmal erschallen die Wallfahrtslieder:Gott Vater schau auf deine Kinder", Maria wir dich grüßen o Maria hilf" undSei ge­grüßt im Himmelsgarten"! Es ist mir, als hätten die sonst so vertrauten schönen Lieder einen viel herzlicheren Inhalt und eine lieblichere, himmlische Melodie! Ist es unsere Musikkapelle, die so wundervoll begleitet, oder ist es die Andacht am Gnadenorte?

Am Fronleichnamsfest selbst ist um 6 Uhr ein feier­liches Hochamt für die Eichsfelder und Fuldaer Wall-, fahren Nach demselben gehen alle, ohne Ausnahme, zum Tische des Herrn. Dann Kaffeetrinken. Anschlies­send Levitenamt mit Predigt für alle Wallfahrer. Nach diesem Fronleichnamsproze'ssion. Das hl. Blut wird unter einem besonderen Traghimmel von zwei Geistli­chen durch die Stadt getragen. Wir gehen hinter unse­rer Pilgerfahne. Kunstvolle Altäre sind errichtet. Herr­liche Gesänge erschallen. Eigenartig berührt uns, daß die Evangelien in deutscher Sprache gesungen werden. (Freiburger Ritus.) Nach der Rückkehr zum Gottes­haus dürfen wir das hl. Blut küssen. Um 11.30 Uhr ist Abschiedsandacht. Rührend die Abschiedsgebete. Alsdann noch der Segen mit dem Allerheiligsten. Dann beginnt der Abmarsch zum Bahnhof mit dem Lieds: Großer Gott wir loben dich." Die Geistlichkeit beglei­tet uns. Am Bahnhof hält unser Vorsteher eine herz­lich gehaltene Abschiedsrede. Mit dem Gruße:Gelobt sei Jesus Christus" wird die Wallfahrt beendet. Die Heimreise geht mit der Bahn über Miltenberg und Ha­nau.

Aufruf der thüringischen Zenkrumspartei.

ZsnèrumSWZHlsr und -Mählerinnsn des Wahlkreisss 12 (Eichsfeld und Thüringen) ;

In fdjiwtffer Krisenzeft hat der Reichstag ver­sagt.

In hartem Ringen gegen die Interessenpolitik Links und Rechts hat die Zentrumspartej sich be­müht, dem Verfall der Reichsfinanzen zu steuern.

Wir wollten die Gesundung von Wirtschaft, Staat und Volk.

Das Zentrum war in den Kämpfen der letzten Monate allein der ruhende Pol in der Erscheinun­gen Flucht.

Stellt Euch geschlossen hinter diejenigen, die den Mut zur Verantwortung gehabt haben.

Die Zentrumswählerschaft hat ihren Führern bei dem, was sie im Interesse des ganzen Vaterlan­des tun mußten, treue Gefolgschaft geleistet und wird es auch in Zukunft tun.

Niemals haben wir vor einem schwereren Kampfe gestanden, niemals war er aber auch staatspolilifcher bedeutsamer.

Die Zentrumspartei hat für eine gute Sache ge­kämpft und zieht in den Wahlkampf mit der Pa­roleFür die staatserhaltende Arbeit Brünings."

Den Kampf, den wir zu führen haben, werden wir nicht defensiv führen, sondern wir werden die Offensive ergreifen.

Unsere Fahne ist die Fahne aller Volksgenos­sen, bei denen Sachlichke it und Vernunft herrschen.

Unser Kampf gilt allen Kräften der Zersetzung und Zerstörung, gilt dem Radikalismus Rechts und Links.

Unser Kampf gilt der rücksichtslosen Parteiherr­schaft, die Parteiwohl über das Volkswohl stellt.

Allen Pilgern wird diese Jubiläums-Wallfahrt un­vergeßlich bleiben. Mögen sich die Segnungen bei Wallfahrt darin auswirken, daß die Verehrung des kost­baren Blutes sich weiter ausbreitet zum Segen für uni lere Familien und unser armes Vaterland. Möge aber Gott auch weiterhin Männer berufen, die so warmher­zig und uneigennützig diese wirklich schöne und erbau­ende Wallfahrt ordnen und leiten. Gott lohne es ihnen allen.

Das heilige Blut möge aber feiner Pilgerschaft und allen seinen Verehrern stets Mut und Kraft geben, da­mit alle jene Gnaden erlangen, die wir benötigen, um unseren irdischen Pilgerpfad so treu und rechtschaffen ausfuhren zu können, daß wir einst auf ewig der An­schauung Gottes in der ewigen Heimat würdig werden. In diesem Sinne allen unsern Pilgergruß:Sei uns gegrüßt, o heiliges Blut komm uns und den armen Seelen zu gut!"

Unsittliche Reheu.

Bist du in einer Gesellschaft, in der unsittliche Reden geführt werden, dann setze alle Menschen­furcht beiseite und wehre dich.

Sage nur nicht gleich: Ich kann gar nichts da­gegen machen. Gewiß kannst du nicht immer durch Vorhaltungen oder Beschwerden diese schmutzigen Menschen zum Schweigen bringen. Aber eines kannst du immer: Niemals Neugierde oder In­teresse zeigen, niemals Beisall zollen, auch nicht mit einem Lächeln deines Mundes oder einem Blick deiner Augen. Tust du das, bleibt in deinem Ant­litz immer eiserne Ruhe und stolze Verachtung des Schmutzes ausgeprägt, so fühlen sich die andern doch beschämt und verstummen. Die Reinheit übt eben eine imponierende und zwingende Macht aus, aber nur dann, wenn sie ganz und fest ist. Ge-, rade hier macht jede Halbheit nur lächerl'ch.

Ehre dem jungen Menschen, der sich her1 Schlammflut der Ünsittlichkeit entgegenstellt und vielleicht vielen Halt und Rettung bietet, ohne daß er es selbst ahnt. Mehr als einmal hat die Festig­keit und Charakterstärke eines einzigen in ein gan­zes Bureau oder eine ganze Werkstätte einen an- ' deren Ton hineingebracht.Der Nordwind ver­scheucht den Regen und ein finsteres Gesicht die böse Zunge." (Spr. 25. 23.)

Könn, Sei stark!

Milde Gaben. i

Kindheit-Jesu u. Schutzengeiverein: Schule Schmalnau » 22 Mk.; Maberzell 9 Mk.; Schule Johannesberg 21 Mk.; z Ffm.-Seckbach mit Bergen-Enkheim 30.59 Mk.; Schule» Kirchhasel 19 Mk.; Züntersbach 16 Mk.; Bremen b. Geisa i 2.40 Mk.; Bieber 35.20 Mk.; Bad Orb 50 Mk.

Wähler und Wählerinnen! Der Zenkrumsturm^ bedeutet Ruhe und Sicherheit, Ordnung und Auf-W bau, Tatkraft und Pflichterfüllung.

Der Kampf wird hart werden.

Zenkrumswähler! Männer und Frauen! Fest müssen wir uns deshalb zusammenschließen.

Es ist in diesem harten Ringen Pflicht aller > Zentrumsanhänger, unsere Front zu stärken.

Wo noch kein Zusammenschluß der Zentrums- ] Wählerschaft besteht, muß umgehend und mit allen j Kräften der enge feste Zusammenschluß, die Orga- nisation durchgèführk werden

Wir fordern alle Orksgruppenleiler und Ver- » trauensleute auf, den zur Stärkung unserer | Kampffront erforderlichen Zusammenschluß der 1 Zentrumswählerschaft sofort im Laufe der nächsten 1 Tage durchzuführen. I

An die Zentrumswählerschaft ergeht der Ruf: |

Herein in die Reihen der Parlei! Stärkt die 1 Schlagkraft dec Partei. die für Eure Ideen und 1 Ideale kämpft und streitet.

Keiner darf abseits stehen!

Jeder tue in diesem schweren Kampfe seine Pflicht gegenüber der Partei.

Euch voran weht die alle sturmerprobte Zen- I krumsfahne, die Fahne, die Euch noch immer zum 1 Siege geführt hat.

Schart Luch fest um das Banner der Väter!

Nun auf zum Kampf, nun auf zum Gefecht!

Mit dem Kampfruf:

Für Wahrheit, Freiheit und Rechtt