Einzelbild herunterladen
 

Dem Kirch». Ämlsblatt vom 27.2.30.

öfliches Hirtenwort zur Religions- Verfolgung in Ruhland.

liebte Diözesanen!

■ habt bereits von den namenlosen Leiden von denen die Christen in dem weiten Ge- ^es russischen Reiches heimgesucht sind. Dort ;toon seit Jahren ein unerbittlicher Kampf das C h r i st e n t u m geführt. Sonn- und >e sind abgeschafsi. Die Kirchen werden nach ach für den Gottesdienst geschlossen und für je Zwecke verwandt. Seit Beginn der russi- lievolution wurden, wie aus amtlichen Ver- ichunaen festgestellt worden ist, 11 Bischöfe, Kriester und über 7000 Mönche und Nonnen lotteriges Urteil dem Tode überliefert. Im schmachten gegenwärtig 48 Bischöfe, 3700 er und über 8000 Mönche und Nonnen.

er man begnügt sich nicht damit, das Chri- m zu verfolgen.' Der Kampf geht gegen alle on. gegen den Gottesglauben über- Kinder und Jugendliche führt man dem ne der „streitbaren Gottlosen", d. h. den Gottes- zu und vergiftet ihre Seelen. Die religions- ruebung läßt ein Verbrechertum heranwach- Die Ehe hat den Charakter der Unauflöslick- id Heiligkeit verloren. Die Frau ist recht- worden und die Familie tief gesunken, gen diese Greuel hat der Vater der Chri- i Papst Pius XI. vor kurzem laut und ein- äch seine Stimme erhoben. Am kommenden les hl. Joseph wird er über dem Grabe des trus das heilige Meßopfer Gott darbringen ihne und Abbitte für so schwere Beleidigun- ütes und für das Heil so vieler hart geprüft elen.

h dem ausdrücklichen Wunsch des Heiligen sollen die Katholiken der ganzen Welt an Gebetskreuzzug teilnehmen.

;cm ich Euch dazu einlade, weife ich darauf ß das Jahr 1930 mit einem Mittwoch, dem rehrung des hl. Joleph besonders geweihten tage begonnen hat und mit einem Mittwoch Das gegenwärtige Jahr steht so gewlffer- unter seinem besonderen Schutz. Darum wir mit dem Hl. Vater vereint vertrauens- hen und das große und ernste Anliegen der en Fürsprache des heiligen Joseph empfeh-

besonderen ordne ich hiermit an:

Während der ganzen heiligen Fastenzeit ist Sonntagen nach der Predigt, an den Werl­rach der üblichen Verlesung des Tagesevan- ) das „Allgemeine Gebet für die verfolgte»!

1 in Ruhland" zu verrichten.

In den drei Tage/, vor dem Feste des bi. und an diesem selbst sind die Andacklen n ausgesetzten Allerheiligsten in dieser Mei- u halten.

ferner wollen die Gläubigen öfters in die- liegen die hl. Meise und die hl. Kommunion rn.

Ind) in den Familien möge gemeinsam für folgten Christen in Rußland gebetet werden, pfehle besonders die Litanei zum hl. Joseph, gen die Gebete, die wir im Verein mit bem n Vater und der gesamten Christenheit âum l emporsenden, das baldige Ende der ent 'i Heimsuchung der grausamen Christen- und nsverfolgung in Rußland erstehen.

l d a, den 24. Februar 1930.

t Joseph Damian, Bischof.

Karitasopferwoche.

e l i e b t e Diözesanen!

Sonntag Quinzuaaesima, am letzten Sonn- ch der Fastenzeit, läßt uns die Kirche in 'istel der Sonntag^messe die erhebenden des hl. Paulus aus dem ersten Korinther- über die Liebe mitteilen. Darnit sagt sie

uns, daß wir mit dem Heilande zu Ostern keine geistige Auferstehung feiern können, wenn uns die Fastenzeit nicht in der Beobachtung des Grund­gesetzes des Christentums vertieft und befestigt hat, der christlichen Nächstenliebe. Wie in den vergangenen Jahren, so ist es deshalb auch in diesem Jahre für mich eine wohltuende Pflicht, die allgemeine Kollekte des Karitasverbandes Euch dringlich zu empfehlen. Es erübrigt sch, Euch die allgemeine Not der Zeit zu zeichnen; von Jahr zu Jahr haben wir auf Besserung gehofft, aber die Not ist größer geworden; sie ist allein schon durch ihre anhaltende Dauer tiefgreifender und drücken­der geworden. So bitte ich benn auch in diesem Jahre für Eure notleidenden Brüder, für die Ar­men, die unfähig sind, für sich selbst zu sorgen, für das große Heer derer, welche die wirtschaft­liche Notlage und der Krieg mit seinen Folgen arm gemacht hat. Sie werden ihre Not umso mehr empfinden, als sie vorher bessere Tage gesehen haben, ober die Arbeits- und Erwerbslosigkeit sie auch seelisch zermürbt hat. Ich bitte insbesondere für unsere Kinderheime und Waisenanstalten, weil die Zahl der Kinder, welche dort durch die öf­fentliche Wohlfahrtspflege unterhalten werden, zu- rückgegangen ist, und die Anstalten, wenn sie er­halten werden sollen, auf die Gaben der freien Liebestätigkeit jetzt mehr angewiesen sind. Denkt an die Liebe des Heilandes, der für unser Heil sich geopfert hat bis zum Tode des Kreuzes und uns zuruft: „Liebet einander, wie ich euch geliebt habe. Niemand hat eine größere Liebe als der. welcher sein Leben hingibt für die Seinen." (Joh. 15, 13.) Bringt für Eure armen Mitbrüder in der heiligen Fastenzeit ein Opfer der Liebe; den» die wahre Liebe ist gütig und zu jeber.i Opfer bereit.

Fulda, den 26. Februar 1930.

t Joseph Damian, Bischof.

Die Haussaminlung soll durch besonders be­stellte Sammler, die mit pfarramtlicher Bescheini­gung versehen sind, in der Woche vom 9. bis 16. März abgehalten werden. Die Kirchenkollekte fin- dt am Sonntag, dein 9. März, statt. Die Hälfte der gesammelten Gaben verbleibt für die Armen­bedürfnisse der einzelnen Gemeinden. Die andere Hälfte der Sammlung «ff bis zum 25. März dem Karitasverband für die Diözese Fulda zu überwei­sen. Sie dient zum Pflichtbeiträge an den allge­meiner» Karitasverband und für die allgemeinen Armenbedürfnisse der Diözese, insbesondere zur Unterstützung unserer Kinderanstalten.

Volkstrauertag.

Der zweite Fastensonntag, 16. März d. I., wird als allgemeiner Volkstrauertag dem Andenken der Toten, die im Weltkrieg ihr Leber» für das Vater­land geopfert haben, gewidmet sein. Deshalb ist, wie in ben Vorjahren, an diesem Tage beim Harrptgottesdienst öffentlich zu beten. Je nach den örtlichen Verhältnissen möge mittags um 12 Uhr ein viertelstündiges Trauer- geläute veranstaltet werden. Dern kirchlichen Gedenktag für die Kriegsopfer im November soll hierdurch kein Eintrag geschehen.

Personalien.

Anweisung erhielten mit Wirkung vom 1. März d. J. 1) Pastor Joseph Klüber in Langen­schwarz als Pastor in Kirchhain, 2) Kaplan Peter Kräuter in Hilders als Pastor in Langenschwarz.

Ehrendomherr Geistlicher Rat Dr. Konrad Weber, Pfarrer a. D. in Marburg a. L. wurde zum Ritter des Heiligen Grabes ernannt.

Dom Diözefan-Älerus. Der katholische Re­ligionslehrer am Kasseler Wilhelms - Gym­nasium , Prof. Dr. Weber, der sich zur Erholung mehrere Wochen im Süden aufgehal­

ten hat, wurde auf der Heimreise von einer schwe­ren Furunkulose befallen und mußte sich in Re­gensburg ins Krankenhaus begeben. Dort trat eine bösartige Gesichtsrose zu der Furunkulose hinzu, 'o daß der Patient in Lebensgefahr schwebte. Inzwischen soll tm Befinden des Kranke» eine leichte Besserung eingetreten sein.

Das Gebet am Volkstrauertag.

(Ausschneiden und aufheben!)

„Ewiger, allmächtiger Gott, Du Endziel und Hoffnung aller geistigen Wesen, Du Beherrscher der Lebendigen und Toten! Vor Deinem Ange­sichte erscheinen wir heute und gedenken in Dank­barkeit und Treue aller Kämpfer und Opfer, welche der große Weltkrieg von uns hinweggerissen hat. Selbstlos und liebevoll sind sie für das Va­terland eingeftanben und haben für die Rettung unserer Heimat ihr Blut und Leben hingegeben'. Gehorsam gegen Dein heiliges Gebot haben sie in christlicher Nächstenliebe sich für ihre Brüder ge­opfert und im Vertrauen auf Dich alles dahinge- geben. Erhöre heute unser Gebet, das wir, im Geiste mit ihnen vereint, Dir für sie barbringen und gewähre ihnen in Deiner ewigen Vatergute den Lohn Deiner m»ldre»chen Erbarmung. Ver­zeihe ihnen in väterlicher Barmherzigkeit, was sie in menschlicher Schwäche gefehlt haben, und in Deiner Gerechtigkeit und Treue vergilt ihnen alles, was sie Gutes getan, gewollt und ersehnt haben. Voll Trauer gedenken wir ihrer, die in der Blüre der Jahre von uns hinweggerafft wurden. Gib uns den süßen Trost der Hoffnung, daß Du ihnen im Reiche Deiner Herrlichkeit ersetzest, was sie unsretwegen verloren haben. Sei ein Schützer ihrer Witwen und Waisen, ein Helfer ihrer Eltern und Angehörigen, sei Du Führer und Leiter unseres Vaterlandes in Not und Heimsuchung. Wie Du aber sie mit ben ewigen Gütern belohnst, so laß auch unsere Herzen mit aller Macht nach dem Ewi­gen trachten. Flöße uns einen tiefen Abscheu ge­gen alle Sünde ein. Erhalte in uns ben Geist der Buße. Bewahre uns vor der Verirrung sinnlicher Lüste, vor unwürdiger Vergnügungssucht und al­ler Knechtung schmählicher Leidenschaften. Ueber ben Gräbern der Hunderttausende von Kriegs­opfern soll nicht der Taumel der Sünde und die Gottesvergessenheit herrschen, sondern Tugend und Edelsinn, Gottesfurcht und ernste Heiligung, die der Auferstehung entgegenharrt, zu der Du die Ge­fallene»» einst auferwecken wirft. Um dies bitten wir unter Anrufung der allerseligsten Jungfrau Maria, aller Schutzengel der Gefallenen, des hci- ligen Bonifatius und unsrer Patrone, Dich o himinlifcher Vater und Jesum Christum, Deinen eingeborenen Sohn, im Heiligen Gerste als Kinder Deiner Heiligen Kirche in Demut und festem Glau­ben". Amen.

Fulda. Das Katholiken-Komitee be­schloß, im Laufe des März-Monats auch in Fulda eine Protest Versammlung gegen d i e russische Christen - und Glaubensve r- folgung abzuhalten. Anschließend befaßte sich das Katholiken-Komitee mit einer Reihe aktueller, das öffentliche Leben Fuldas betreffenden Fragen. Im Zusammenhang mit der Kunbgebung des Hl. Vaters zur Jugendfrage und Jugenderziehung wurden auch die Forderungen der Katholikei» über die Hochhaltung der christlichen Sitte im öffentlichen Leben besprochen. Es wurde zum Ausdruck gebracht, daß mit allen zur Verfügung stehender» Mitteln, namentlich auch durch die Presfe als bem Organ der öffentlichen Meinung, ben die gute Sitte gefährdenden Bestre­bungen entgegengearbeitet werden müsse. Die dem Katholiken-Komitee angeschlossene»» 52 Ver« eine werden mit allem Nachdruck dafür eintreten#