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Des Goldschmieds Töchterlein.

Was Frau Sage über die Zerstörung der Hayner­burg berrchiet.

Von Hermann M o l l h u s.

Stolz erhebt die Haynerburg ihr stattliches Haupt über die Häuser von Aitmollhusen. hoch- adlige Insassen bewohnen die prunkenden Kemna­ten. Durch mäd)hge Grenzsteine innerhalb des Burgbezirks find die verwandten Häuser von Wei­densehe, Ammern, Körner, Reitelnheim und Top- pelstein räumlich voneinander geschieden. Haus- fehde herrscht unter den Ganerben; und im angren­zenden Städtlein gibt's genug des amüsanten Ge­sprächsstoffes ob des Zwistes der vornehmen Gan- erben. Das erregt den Ingrimm der feudalen Burginsassen, zumal in letzter Zeit des Oefteren Klage geführt worden, daß Herber Witz und Spott manchen der Junker in Schenken und am Gassen empfangen habe. Der von Hagen scheint ein be­sonderer Dorn im Auge achtbarer Bürger und Bauersleute zu sein. Wie kokett er daher schreitet bunt Straßen und Gasten! Wie zynisch sein- cheln gegen die, die in ehrbarer Weise sich mit schwieligen Händen abplagen bei Tag und bei Tag! Nicht umsonst ist er zum beißenden Spott ehrsamer Bürger geworden. Nicht unbemerkt hat er's er­fahren müssen; doch die Gegenrechnung hat er gar schnell den Städtern überreicht, als er am gestrigen Morgen beim Jagen mit Mutwillen die Feldfrüchte zerritt, die Bürger- und Bauernschweiß in harter Fron geschaffen. Da hat er's aber gründlich ou hören bekommen, als er am Spätnachmittag des­selben Tages sich erdreistete und dem biedern Mei­ster Adam, seines Zeichens Goldschmiedemeister in der Eörmarstraße, einen geschäftlichen Besuch ab- staitete. CF;n Goldringelein luchte er, das schönste, das des Meisters Geschick hervorgezaubert. Da hatte der Goldschmied alle Liebenswürdigkeit ver­gessen, und noch nie ist dem Ritter eine solch Epistel ans Ohr gedrungen, wie in dieser Stunde. Den Meister freut's, daß seine Red' so erfolgreich; doch weit gefehlt! Nicht die Vorwürfe sind's, die den Ritter bewegen; nein, darüber weiß er sich turm­hoch erhaben. Ist er nicht Adel von Kopf bis zu Fuß!? Und wer ist er, der sich erlaubt, ihm un­feine Worte entgegenzuschleudern? Ist er Nichten gewöhnlicher Sterblicher, der nicht im Geringsten einen Burgeingesessenen beleidigen kann?! Er hat die Worte des Meisters nicht alle vernommen; des Goldschmieds Töchterlein, das beim Kauf gugeger gewesen, hat's ihm angetan. In wilder Leiden­schaft ist er entbrannt, und in gar betörender Weise versucht er, dem Mägdelein Ringlein und Halsgeschmeide als Liebesunterpfand angubiehm. Da ist er aber an die richtige Adresse gelangt. Mit flammender Entrüstung weist das Iüngserlem Im Aufdringling ab, und des Me'sters unsanfte Fäuste besorgen das übrige. Der als Wüstling im S:ädt- lein bekannte, ist wie ein verformter durchs Stadt­tor geschlichen; so etwas war ihm noch nicht pas­siert hinter starken Burgmauern sitzt her finster Grollende und spinnt Pläne der Rache in ingrim­migem Zorn.---

Dem Meister und 'einen 7 Söhnen sind die dunklen Pläne nicht unbekannt geblieben. Si' wissen, daß ein G^er Ausschau hält, ein edles Wüb bei erster, bester Gelegenheit zu schlagen. Im ge Heimen Familienrat ist Abwehr ersonnen. 23 m

Vater und Brüdern weiß sich das Goldschmiedtöch­terlein gar wohl bewacht und behütet.---

Monde sind seitdem vergangen. Der von Ha­gen ist nicht mehr gesehen; verstummt ist auch der Bürger witzelndes Gered. Da horch! Wimmert nicht die Sturmglocke von Allerheiligen? Feuer ist in der Felchtaer Straße ausgebrochen. Blutror färbt f^ch der graue Abendhimmel. Da ruft's stür­misch zur rettenden Tat. Wie da die braven Bür­ger eilen! Feuereimer fliegen von Hand zu Hand. Gießbäche stürzen aus Männersäusten in züngelnde Gluten. Donnernde Stimmen rufen zur Mitarbeit.

(Schluß folgt.)

Aus dem Dekanat Erfurt.

Herr Pfarrer Otto von Melchendorf wurde durch den hochwürdigen Herrn Bischof Klein-Paderborn zum Pfarrer an der St. Martini-Kirche in Erfurt ernannt. Der Hochw. Herr, geboren am 16. März 1869 in Ham­burg, früher Pfarrvikar in Himmighausen am Teuto­burgerwalde, wurde am 26. Juli 1922 durch Herrn De- finitor Dr. A. Herzberg (Herr Propst und Dechant Feldkamm war wenige Tage vorher gestorben) in sein Amt als Pfarrer von Melchendorf und Dittelstadt ein- aeführt. Seine ersten Jahre brachten ein reiches Ar­beitsfeld. 1923 wurde die Verbindung der 1. kathol. Lehranstalt mit "Uer- und Orgänistenamte aus­gehoben. Die vermö'^ns-e^tl^'en 1 .usetnanberfeMu i« gen wurden in vornehm-sachlicher Weise ohne Reibun­gen erledigt. Dann wurden die durch Krieg und Not­zeit verbliebenen Anschauungen und Verbesserungen in der Kirche nachgeholt. Besonders hervorzuheben ist die Ersetzung der durch den Krieg verschlungenen Pro­spektpfeifen der Orgel durch neue und die Anlage einer erneuten Blasebalges. Die Standesvereine (Männer- Jünglings-, Jungfrauen- und Müttervereine) standen bald in hoher Blüte. Der Jugendverein wurde zu ei­ner Elitetruppe, die durch straffe Zucht und erbauliches religiöses Leben der Gemeinde ein mitreißendes Vor­bild gab. Besondere Erwähnung verdient es, mit wel­cher Meisterschaft Herr Pfarrer Otto die Jugend in der dramatischen Kunst unterwies Die Theateraufführui- gen des Jugendvereins Melchendorf-Dittelstadt fanden weithin große Beachtung. Auch der Kirchenchor der Ge­meinde erfreute sich der liebevollen Pflege seines Plär­rers. Um in unserer Diaspora den schulentlassenen Kin­dern auch einen der Konfirmation der evangelischen Gemeinde entsprechenden Feiertag zu geben führte Pfarrer Otto die Entlassungsfeier ein. die alljährlich am Palmsonntag-Nachmittag stattfand. Auch b-e Aus­nahme in die Jungfrauenkongregation wurde alljährlich feierlichst gestaltet Beide Gemeinden, Melchendorf und Dittelstadt, erhielten in den Jahren seiner Wirksamkeit neue Geläute, die beide unter großen Feierlichkeiten e:n= geweiht und ihrer erhabenen Bestimmung übergeb-n wurden. Am Dreifaltigke'tssonntage 1927 erfolgte die Fahnenweihe des kath Jugendvereins Melchendorf- Dittelstadt. Unter das Banner geschart, wird der Ver­ein auch in Zukunft dem Wege folgen, den Pfarrer Otto den Verein unentwegt führte. Ein unvergängliches Denkmal aber fetzte sich der scheidende Herr durch tue Gründung der Schwesternstation Maria-fnlk Er hat oft genug gesehen, wie die Kleinsten so wenig unter Aufsicht waren, weil die Eltern tagsüber entweder auf dem Felde ober in den Fabriken von Erfurt ihrer har­ten Arbeit nachgehen mußten. Er ergriff darum gern die Gelegenheit, als die hochselige Frau Tbekla Eisen­huth ihr Vermögen für die Gründung einer Schwestern­station bereitstellte Am 2. November 1928 konnte d>e Zierliche Einführung bre-cr Schwestern erfolgen die aus der S-bwesternniederlassung Petersberg b Fulda zu uns kamen. Da die Räumlichkeiten für die Sviel- unb Nähschule zu eng sind hat Pfarrer Otto durch vier­zehntägige Hauskollekten schon wieder 1500 Mark ge- ivart. die zu einem künftigen Neubau verwendet wer­den können! So ist Pfarrer Otto in rastlosem Eifer

in seinen Gemeinden tätig gewesen und in den 71 ren wurde wertvollste Aufbau-Arbeit geleistet, der Herr der Ernte den eifrigen Seelsorger fi Mühe reichlich segnen! Für seinen neuen Wirkun aber wünschen wir dem hochwürdigen Herrn noct Jahre fruchtbarster Arbeit und reichsten Gotte Auch nach der Trennung wird ihm seine Gemeir treues Andenken bewahren! Ad multos annos!

Aus der Reimst

Eichsseldische Rundschau. Geismar. Am 1., . 1 3. Februar findet im hiesigen Jugendheim ein bauernkursus statt. Unter großer Beteiligung Georg Hübenthal zu Grabe getragen. Leines Kaufmann Friedrich Orlob feierte mit seiner 6 Euphrosine geborene Dietrich die goldene Hochz- W a ch st e d t. In der Schulzengasse brach nach Schadenfeuer aus, das sich rasend schnell ausbreite auf die Wirtschaftsgebäude des Landwirts Lin Witwe Karl Günther und des Landwirts Heinrich kel Übergriff. Trotz des sofortigen Eingreife Feuerwehr erstickten infolge der starken Rauche lung 2 Pferde und 3 Rinder; auch das gesamte: gel kam in den Flammen um. Gunkle hatte ei wenigen Tagen wertvolle Maschinen gekauft, di nicht versichert waren und mit allen anderen 1 restlos zu Grunde gingen. Ueber die Brandursa, gen keinerlei Nachrichten über die EntktehungS! des Feuers vor. heiligen st ad t. Zimir ster Johann Gutbier feierte seinen 75. Geburtst Lehrer i. R. Heinrich Heinemann, gebürtig am terba, der langjährige verdienstvolle Organist der städter Kirche' ist 80jährig gestorben, nachdem - 10 Jah-en sein goldenes Lehrerjubiläum b konnte. In der eichskeldischen Kaliindustrie si Verhältnisse wieder einmal recht besorgniserr auf den verschiedenen Gewerkschaften wurden ' letzten Tagen mehrfach größere Arbeiterentlas vörgenommen. Bodenrode. In der Woche wurde hier eine heilige Mission abgehalt Kirchworbis. Der Bergmann Alois Seebot in dem Schacht verunglückt war. ist an den Folg ner schweren Verletzungen gestorben Frett e^ Die Eheleute Andreas Rühling feierten in körpc und geistiger Rüstigkeit ihre goldene Hochzeit l e n b o r n. Die Eheleute Karl Wand und Fra liane geborene Kaufmann begingen die goldenen geitsfeter. Beuren Ein neues Kinderheu Altersheim wurde hier eröffnet Ren gel Unser Altarist Anton Hamel der eine ganze Rei derer Ehrenämter bekleidet, ist 70 Jahre alt gew Großtöpfer Der Gemeindediener Joseph' der sich abends gesund und munter zu Bett gelegt: wurde tot in seinem Bett gefunden. W e st h a Auch in unserer Gemeinde wurde eine heilige I abgehalten Kirchworbis Zwischen 5 rode und Breitenworbis ist der Dachdecker Oskai bert mit seinem Motorrad verunglückt. Hei l i st a d t. Lehrer Heinemann ist unter großer Betei beerdigt worden. Großtöpfer Der Kun morift und Tischlermeister Christian Kohl 'st 70 einer schweren Krankheit erlegen. Groß > off. Die Eheleute Eduard Schreiber und Id Anna geborene Herwig feierten ihre goldene stc Hundeshagen. Auch hier wurde eine I Mission abgehalten Silberhausen. Lar und Handelsmann Bernard Meinhardt feierte m ner Ehefrau Eleonore geborene Meinhardt die g Hochzeit. Lengenfeld unterm Stein Ebeleute Heinrich Hosbach begingen die goldene zeit.

............Ulli ! W I» " * '"' ---------- Zuschriften und Gericht- sind zu richten an

Lehrer C Walter, Rasdorf