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Fulda kamen sie, um tettzunehmen an dem Festtage der neuen Mitglieder der Kolpingsfamilie und ihnen mii dem alten Gesellengruße freudig die Hand zu drücken und sie als Kolpingsbrüder herzlich in der großen Kolpingsfa- milie willkommen zu heißen.

Schon am Samstagabend hatte der Gesellen Präses Kuratus Preis seine Gesellen um sich geschart in Form der gewohnten Arbeitsgemeinschaft. Der rührige Diözesansenior K s i e n s i k wußte, mit dem Gedanken und dem Werk Kolpings innig vertraut, dieser Arbeitsge­meinschaft idealen Inhalt, zielbewußte Leitung zu geben.

Ein herrlicher Sonntagmorgen sah die Gemeinde und die wackere Kolpingsschar in der neuen, schönen Kirche, durch die sich die Hainzeller Bevölkerung in markanter Weise ein Denkmal der Opferfreudigkeit gesetzt hat. Vor dem Hochaltar zu beiden Seiten die Kolpingsbanner, in den Bänken die wackeren Kolpingsbrüder von Nah und Fern, eine Familie im Geiste Christi, die dem feierlichen Hochamt mit Andacht und Erbauung folgte. Die Messe von Schubert, vom Gesangverein Hainzell klangschön vor­getragen, wußte die andachtsvolle Stimmung in edler, schöner Art zu vertiefen. Die Festpredigt hielt der hochw. Herr Diözesanpräfes Becker von Fulda, der in klarer, verständnisvoller Weise die neuzeitlichen Aufgaben des Gesellenvereins kennzeichnete. Seine Ausführungen klan­gen aus in einem Appell an alle feine ihm unterstellten Kolpingssöhne, jeder nach Kräften mitzuhelfen an der Er­neuerung und Wiederbelebung der menschlichen Gesell­schaft getreu dem Papstportomnia instaurnre in Chri­sto alles erneuern in Christo". Erhebend war es an­zuschauen, wie in männlicher, kerniger Glauvensfestigkeit alle Kolpingssöhne zur Kommunionbank traten, um aus den Händen des Gesellenpräses den göttlichen Heiland zu empfangen. 61 aktive und inaktive Glieder zählte die neue Schar des Gesellenvereins Hainzell, die sich an der Kom­munionbank Kraft und Gnade holte für die edlen und hohen Aufgaben, denen sie sich als Kolpingssöhne gegen­übersehen. Am Nachmittag fanden sich alle zur Andacht zu Ehren Christus des Königs ein,' die in liebevollster Weise durch die Gesangsabteilung des Kath. Gesellenver- eins Fulda verschönt wurde.

Lachender blauer Himmel und heiterer Frühlingsson- nenschein begünstigte die im Anschluß an die Andacht stattgefundene Huldigung vor der Kirche, wo in Girlanden und Fähnchen verziert, die von Gönnern des Vereins gestiftete Büste Adolf Kolpings Aufstellung ge­sunden hatte, zu beiden Seiten flankiert von Fahnen und K-Bannern der vertretenen Vereine. Dank an dieser Stelle den Gönnern des Äereins für die herrliche Kolpingsbüste und das Banner. In begeisterter, überzeugender Weise wußte der Diözesansenior Ksiensik über Kolping und sein Werk zu sprechen. Seine Ansprache klang aus "in ein Treuegelöbnis zu Kolping und in der Bitte um feine Fürsprache an Gottes Throne. Freudig stimmten alle ein in das LiedKolpings Grab", das diesen schönen Festakt vor der Kirche würdig beschloß.

Welcher innigen, allseitigen Teilnahme der junge Ge- sellenoerein sich im Orte erfreut, bewies die stattliche An­zahl der Anwesenden im GasthauseBrell", wo der Saal nicht alle fassen konnte. Der Gesellenpräses Kuratus Preis entbot allen Herzl. Willkomm und brachte den Dank zu Gott zum Ausdruck, der einen schönen Tao der Gemeinde beschert habe. Stehend wurde das Kolpings- lied gesungen .worauf Pfarrer Hillenbrand, Ehren­mitglied des kath. Gesellenvereins Fulda, das Wort er­griff, um sich in humorvoller Art und Weise als aller- ältester Kolpingsbrüder und jüngster Gesellenpräses der Diözese den Anwesenden vorzustellen. Er wußte seine weiteren Ausführungen so auf das Volksempfinden ein­zustellen, daß eine Lachsalve die andere ablöste, wenn er eine der selbfterlebten köstlichen Episoden so lebensgetreu im Volkston schilderte. Sein Motto mag gelautet ha­ben:Ernst mit Scherz trifft das Herz" und so kam auch der Ernst hervor, als er dem SchlagwortKath Aktion" konkreten Inhalt gab und den Kolpingssöhnen erklärte, daß sie alle kath. Aktion trieben, indem sie im Geiste Kol­pings Träger und Kämpfer, Wiedererneuerer und Beleber im Geiste Christi der kath. Kirche seien. In seiner eigenen humorvollen Art leitete er nun über zum gemütlichen Teil, der alle Kräfte der Kolpingssöhne am Werk sah. Sangesvorträge unter der bewährten Leitung des Herrn Ebert, Theaterstücke der Gesellen der Kolpingsgruppe im Herz-Jesu-Heim, die mit ihrem werten Vizepräses, dem Ehrw. Br. Vorsteher Franziskus anwesend wa­ren, Kuplets von Kolpingsföhnen, musikalische Vorträge von den Gesellen der Kolpingsgruppe im Herz-Jesu Heim wechselten ab. Freudig, freiwillig und uneigennützig stell­ten sich alle Kolpingssöhne in den Dienst der Sache, alle Sonderinteressen beiseite lassend. Ihr Kolpingssöhne, wacker hat jeder nach seinen Kräften zu dem harmonischen Verlauf beigetragen, und wenn die Hainzeller Männer­welt in dem Bewußtsein sich einig war. daß sie eine der­artig von familiärem, brüderlichem, christlichem Geist ge­tragene Feier noch nicht in diesem Ausmaße erlebt habe, so ist das Euer Verdienst.

Herzlichen Dank und Vergelts Gott der Hainzeller Einwohnerschaft und den Kolpingsföhnen, die in ihrer Opferfreudigkeit und Nächstenliebe sich in so liebenswürdi­ger Weise der auswärtigen Kolpingssöhne angenommen haben. Und Ihr wackeren Kolpingssöhne in Hainzell, seid alle und bleibt Schützer und Hüter der Kolpingsidee, die jetzt ihren Einzug in Euer Dorf gehalten hat, wahret, kämpft und helft mit an den hohen Aufgaben, die die Zeit an uns stellt im Geiste Kolpings, seid durchdrungen, dann seid ihr Hüter, Schützer, Fördrcre der kath. Kirche, Wiedererneuerer der kath. Familie zum Segen eurer Ge-

meinbe und des gesamten Deutschen Volkes:Gott segne das ehrbare Handwerk"!

Bad Orb. In aller Stille feierten am 27. d M die Eheleute Schreinermeister Ferdinand Wolf und Frau Therese geb. Engel ihre goldene Hochzeit. Beide Jubilare erfreuen sich trotz ihres hohen Alters einer staunenswerten körperlichen und geistigen Rüstig­keit, sodaß der Jubilar in der Schreinerwerkstatt seines Sohnes mit Rat und Tat noch mitarbeiten kann, wah­rend die Jubilarin weise waltet im häuslichen Kreils. Im Laufe des Festtages gratulierten die Behörden des Kreises u. der Stadt, auch der Hochw. Herr Bischof von Fulda ließ durch den Ortspfarrer feinen Glückwunsch aussprechen und das Bild der hl. Familie überreichen. Möge dem allgemein geschätzten Jubelpaare in gleicher Rüstigkeit das diamantene Jubiläum beschieden sein!

Bad Orb. Wie bereits mehrfach berichtet, war seit langem geplant, die Bad Order Kleinbahn von Wäch­tersbach über Bad Orb durch den Jossagrund nach Par­tenstein zu verlängern. Die Weiterführung der Bahn sollte eine Zubringerlinie für die Reichsbahnstrecken Frankfurt Bebra einerseits und Frank- s u r tW ürzburg andrerseits bilden. Mit der Bahn sollte der Fremdenverkehr im Spessart behoben und der Waldwirtschaft und der Holzverwertung des Spessarts gedient werden. Der verstorbene Sanitätsrat Dr. Lcherf, Bad Orb, hatte sich um das Projekt besonders verdient gemacht. Die Aussichten auf die Verwirkli­chung des Projektes waren bisher gut. Sowohl der bayerische als auch der preußische Staat hatten volle Unterstützung zugesagt. Nun wurde aber in mehrfachen Verhandlungen unter Hinzuziehung aller interessierter Vertreter festgestellt, daß mit dieser Bahnlinie zurzeit nicht nur keine Rentabilität zu erzielen sei, sondern daß man von vornherein mit einem großen, jährlichen Defizit rechnen müsse. Unter diesen Umständen wurde allseits anerkannt, daß in unserer Zeit schwerster wirt­schaftlicher Not weder Reich noch Länder und Gemein­den der Ausführung des Projektes ihre Unterstützung leihen könnten, sondern daß bessere Verhältnisse abge- martet werden müssen. Der Arbeitsausschuß wird da­her zunächst prüfen, ob das Projekt abgeändert oder ob es auf andere Weise so gestaltet werden kann, daß es in Bezug auf Rentabilität den notwendigen Voraus­setzungen entspricht.

Salmünster (Kreis Schlüchtern). Ein treuer Leser desBonifatiusboten" feierte am 28. Januar seinen 7 6. Geburtstag. Es ist der Landwirt und Schrei- nermeister Lorenz Wolf. In voller Rüstigkeit arbeitet er im Sommer noch auf dem Felde und daneben Tag um Tag fleißig in seiner Schreinerwerkstätte. Seit 1904 bediente er das Glockengeläute der kathol. Kirche mit vorbildlicher Pünktlichkeit. Die alte Turmuhr, sein Schmerzenskind, ging stets genau richtig, und wenn er auch die fast 100 Stufen bis zum Turm täglich dreimal steigen mußte. Die Pünktlichkeit und der Schneid eines alten Husaren (er diente 187578 bei den 13er Husaren!) waren ihm zur zweiten Natur geworden. Herr Wolf war von 1911 bis 1918 Stadtverordneter. Auch im Kirchenvorstande hat er gewirkt. DenBonifatiusboten" liest er seit seiner Gründung. Täglich und sei der Wintermorgen noch so hart sieht man den Frühauf­steher Wolf, den jetzt die Elektrizität vom Glockenläuten befreit hat, als einen der ersten Kirchenbesucher So'che Vorbilder braucht die heutige Zeit! Möge der Herrgott dem wackeren Manne, der in langen Jahren zu Gottes Ehre und des Nächsten Erbauung gewirkt hat, einen weiteren sonnigen Lebensabend bescheren.

Gelnhausen. Auch die diesjährige öffentliche Ver­anstaltung des hiesigen Katholischen Kirchen­chores ist, wie berufene Fachkritiker berich­teten, als ein glänzender Erfolg zu verzeichnen. Durch seine hochstehenden Leistungen, erinnert sei nur an die vorjährige Lortzing'sche volkstümliche OperDer Waffen­schmied", hat sich der zielstrebige Chor, unter Leitung des Herrn Lehrers M o ck in der hiesigen Diaspora und über die Grenzen Gelnhausens hinaus eine treue An­hängerschaft gesichert. Diesmal war mit viel Eifer und Fleiß die Mielke'sche OperetteWaldvöglein" einstud>ert worden, die am vergangenen Sonntag abend vor aus- verkaustem Hause über die Bühne der großen Turn­halle ging. Der außerordentliche Beifall, der häufig die Handlung selbst stürmisch unterbrach, bewies, daß das Publikum förmlich mitgerissen ward.

Aus dem Dekanat Amöneburg. Einen vollen Er­folg brachten dem Volksverein eine Reihe im De­kanat abgehaltene, gut ausgebaute Verfammlunge.: so in -möneburg, wo Pfarrer Mans und Kaplan B ü cb e l sprachen, ferner in Momberg und Neu - st a d t M. W. B., wo Landessekretär Dr. Obe r st a l- l e r aus Frankfurt referierte.

Fritzlar. Am Sonntag hatten die Zöglinge des Schülerheims der Marianistenbrüder St. Bonifatius zum ersten Theaterabend in den Festsaal des Schülerheims Einladungen ergehen lassen. Der Besuch aus der Bürgerschaft war recht zahlreich. Zur Auffüh­rung gelangteDer Drachenkampf", ein Märchen für Jung und Alt in 4 Akten von Wohlauf. Die Aufführung war für das Schülerheim ein voller Erfolg.

Fritzlar. Der flüchtige Friedrich Hofmann aus Fritzlar, der dieser Tage seinen Vater erschossen hat. konnte Mittwoch Abend in Ungedanken bei seinen

Schwiegereltern von Landjagereiveamten verhaftet w vrv

Steinau a. d. Str. Die Betriebsweihe der Sc fenfabrik Victor Wolf G. m. b. H. fand in ( genwart einer stattlichen Gästeschar und der Vertrc des Werkes und der Behörden statt. Der Betrieb schäftigt jetzt 230 Arbeiter und Angestellte und über! Reisende.

Neustadt. Kirchenvorstandswahl. Die W zum K i r ch e n v o r st a n d am 19. Januar ergab gendes Resultat: Zu wählen waren 8 Kandidaten i 2 Ersatzmänner. Wahlberechtigt waren 1150 Per nen. Gewählt haben 550 Personen. Hiervon ent len auf 4 Kandidaten der Partei Biecker je 276 St men, die somit mit einer Stimme Mehrheit in den S chenvorstand gewählt sind. Alle übrigen Kandidaten b ben knapp hinter der nötigen Stimmenmehrheit zu: und es muß nochmals zur Wahl (Stichwahl) der r lichen 4 Kandidaten geschritten werden. Die 8 Biecker wäre glatt mit einer Stimme Mehrheit gewi worden, wenn nicht auf einem Stimmzettel die T treter der Arbeiterschaft gestrichen, die Vertreter Bauernschaft aber stehen geblieben waren. Die auf ordentlich starke Beteiligung erklärt sich lediglich < den Partei-Gegenströmungen der Gemeinde-Wah! über deren Giltigkeit der Bezirksausschuß demnä zu entscheiden hat. Es wäre sonst nicht denkbar, ; sich für die Kirchenwahlen Leute leidenschaftlich inte fieren, welche Jahre lang die Kirche nicht mehr be ten haben. Bei der Feststellung des Wahlresultates i die Freude der Sieger sehr gedämpft. Selbst Herr B ker hatte große Mühe, seinen Anhängern begreiflich machen, daß nach dem geltenden Wahlrechte an Feststellung des Wahlvorstandes nichts zu ändern Am Tage vor der Kirchen-Vorstandswahl erschien der hier neu aufgetauchten Neustädter Zeitung, eir vollständig farblosen Blatt, das feine Abonnenten in konfessionell gemischten Gegend von Neustadt und I gebung sucht, einEingesandt", worin der anom Verfasser an der Christmette in Neustadt starke Kr übte und besonders den Organisten im Gegensatz zu nem Vorgänger herabzusetzen suchte. Nachdem der C sender bekannt geworden ist, hat sich herausgestellt, i derselbe die Christmette gar nicht gesehen hat. Pfarrgeistlichkeit, sowie die gesamte Lehrerschaft, e schließlich des Organisten der ev. Gemeinde haben energisch gegen des Angreifers niedrige Gesinnung wehrt und es dürfte sowohl dem A lschreiber i vor allem dem verantwortlichen Schriftleiter die 1 vergangen sein, für die Zukunft ähnliche Proben Ute rischen Könnens abzulegen.

Marburg a. d. £. Die städtischen Körperschaften ben beschlossen, auch im Jahre 1930 die MarbUL Festspiele zu veranstalten und die Aufführungen a Voraussicht nach am 1. Pfingstfeiertag (8. Juni) bec nen zu lassen. Im Spielplan sindJedermann".k von Berlichingen" undDer Kaufmann von Venet vorgesehen.

Weimar. In einer Versammlung des V o l Vereins am 19. Januar wußte P. Wolfgang O. M. neue Begeisterung für die Missionen zu wecken, von Dechant Breitung angesagte Sammlung er 70 Rm. Der St. Agnesverein betätigte feine 9 sionsgesinnung durch Anfertigung von Näharbe für die afrikanischen Missionen. Eine reichhaltige A stellung gab. Zeugnis vom opferfrohen Wirken des Agnesvereins.

Einen ehrenden Nachruf für den t Karrer W finden wir in Nr. 2 des KasselerR a i f f e i s e nb o vom 23. Januar 1930:

Am 5. Januar 1930 starb in Würzburg, wo er seit dem 1. Oktober vorigen Jahres im Ruhestande la im fast vollendeten 61. Lebensjahr Pfarrer Johar Pfeifer, zuletzt Pfarrer in Wirtheim, Kreis Gelnhau

Als wir erst vor wenigen Wochen anläßlich fe' Abschiedes vom Hessenland mit Dank seiner Verdis um unsere Sache an dieser Stelle gedachten, ahnten nicht, daß es ein Abschied für immer werden so Trauernd stehen die hessischen Raiffeisen-Männer b an seinem frischen Grabe, das er in seinem gelie! Schwarzbach gefunden hat, wo er zehn Jahre lang Seelsorger einer sieben größere und acht kleinere schäften umfassenden Pfarrei unermüdlich und mit hem Erfolge wirkte Wir alle, ohne Unterschied Konfession, hatten unsere Helle Freude an bis Manne, der eine in tiefster Seele positive Natur Freund des Friedens und darum ein echter Raiffei Mann war. , ,

Was er uns bedeutete, dafür mögen hier die W stehen, die ihm Verbandsanwalt Schüler am 9. Januar bei Niederlegung eines Kranzes an nem Grabe nachrief:

Es ist mir ein herzliches Bedürfnis, so stark ' meine Zeit in Anspruch genommen ist, dem teueren schlafenen, um dessen Grab wir hier versammelt l die letzte Ehre zu erweisen und diesen Kranz hier derzulegen. Er trägt die Inschrift:

Ihrem unvergeßlichen Freunde» Förderer, die dankbare Kurhess, Raiffeisen-Organisation!

Wie es bie Inschrift sagt. ist der Heimgegangene sächlich ein Freund -ein treuer Freund, ein Fort»