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Heimatglück.

Ein guter Mensch hat seine Heimat lieb, Da draußen mag ihm alles blühn und winken, 9-Jtog eine ganze Welt ihm auch zu Füßen sinken; Er ist nur reich, wenn ihm die Heimat blieb I /< In ihrem Frieden birgt er gern sein Haupt Und sinnt gern desssen, was das Kind geglaubt, Gehofft, geliebt, geträumt, gespielt Und was des Jünglings Herz zerwühlt, Hier in der Heimat erst erfüllt sich's ganz, Umspielet traumverloren seine Stirn im Glanz' Denn, aus dem altbekannten Stamm entsprossen, Lacht ihm der Jugend Frohsinn, hingegossen Auf Feld und Trift. Und unter grünen Linden Glaubt er die alten Freunde noch zu finden Und hängt mit Wehmut und Vergnügen An ihren wohlbekannten, alten Zügen, Bis ihn ihr Blick verwirrt, verwundert streift, Und er die blasse Wirklichkeit begreift Sie, die ihn liebten, sind wohl längst dahin; Jedoch die Geister dieser Teuren schweben Um ihn, ja, seine Toten leben Hier in der Heimat treu in seinem Sinn. Gar oft wird er die müden Schritte lenken Zu ihren Gräbern hin und ihrer Lieb' gedenken, Und wenn auf ihren Kreuzen ruht sein Blick, Ist er im Land der Sel'gen. Heimatglück!

Johannes Feldmann, Geismar.

Rumänisches Erlebnis.

Geschichten aus dem drangvollen Leben eines Anderen.

Erzählt von Dr. Hanns M. Walter- Orb.

ll.

Eines Nachts hörte ein Posten plötzlich im Vor­feld ein verdächtiges Geräusch. Ein breiter dunkler Schatten schien sich zu bewegen. Eine feindliche Patrouille? Lautlos ping der Mann in Anschlag, zielte sorgfältig und schoß in die Richtung, wo er den Feind Dermalste. Der Schuß krachte knallend in die Stille! Sein Echo rollte bullernd zwischen die Berge, alarmierte die Gräben. Sofort stand die Kompanie in Bereitschaft, äugte stundenlang nach den Angreifern. Nichts geschah. Andern Tags zog man ein ausgewachsenes Wildschwein in den Graben. Jubelnd empfing man den Schwarzrock und hieß den totenFeinL" herzlich Willkommen. Der Posten war wider Willen und Wissen ein Jäger St. Hubertus' geworden. Es regnete begeisterte Lobreden auf sein unschuldiges Haupt und ein Kochgeschirr zierte am Mittag das größte und saftige Stück des unverhofften Wild bratens. Wo der Mann sich zeigte an diesem Tag, grüßten ihn fröhliche Zurufe:Maidmanns Heil'" Und in der 5. Kompagnie gab's ein lustiges Schlachtest

Dann Hoffen die Tage w'eder eine Meile sah ergebnislos dahin. Die Kompanie wurde eine einzige Familie. deren strenge Mutter der ah- gedienteSpieß". deren jugendlicher und ost viel milderer Vater unser Leutnant war. Cs war eine fast ergebnislose Zeit, Lie die Leute im Erinnern an die mörberifchen Tage der vergangenen Wochen oder an die ^euerhöllen des Westens als reine- Paradies priesen.

Aber dann oeaab sich Außerordentliches, das Mannschaft und Fahrer in Atem hielt. Erst selt­same Befehle: Auf den Feind darf nur noch in Notwebr geschossen werden' Jede feindliche Hand­lungsweise if* nach Möglichkeit zu vermeiden!--- Wirklich, in den Stellungen der Deutschen wurde

es jetzt ganz still. Man erlebte nun Tage in die­sem Frontabschnitt, die an eine friedliche Som­merfrische stark erinnerten oder vielmehr in An­betracht der verschneiten Berge an einen Winter- kurort. Nur die Hotels fehlten und das Leuchten fröhlicher bunter Kleider. Mehr noch vermißte man Vater und Mutter, Weib und Kind oder Schwester, Braut und Bruder. Aber die blieben weit so weit. Bangten gerade jetzt vielleicht unnütz in heißer Sorge um die auf den Bergen Transsylvaniens---Oder die Gedanken gin­gen über das Land hinüber zur Westfront, wo ein Bruder sich unter der prasselnden Feuertrommel von tausend Geschützen in die Falten französischer Erde barg, sich in den Boden wühlte wie ein Wurm, um der Wut und dem Wahnsinn dort oben zu entfliehen! Weit wanderten die Gedan­ken weit weit in die Heimat zu den brenenden Fronten nach Frankreich und Rußland.

Eines Tages kam unvermutet ein großes Auf­gebot hoher und höchster Offiziere nach vorn. Ausgerechnet in die Stellung der 5. Kompanie! So geschah es, daß unser Leutnant Dinge erfuhr die dem übrigen Frontabschnitt wahrscheinlich ein Geheimnis blieben Iiis auf den heutigen Tag. Es mrrßte sich bei dem hohen Besuch um ganz bedeut­same Geschehnisse handeln, daß sich sogar der Kom­mandeur der Heeresgruppe darunter befand. Bei 'hm sah man noch den Divisionär, den Brigadier den Obersten sowie den Major des Regiments und andere mehr. Zuletzt aber zwei hohe fremde Of­fiziere in rumänischer Uniform! Es verlautete, daß die beiden Rumänen der Oberst Stourdza und 'ein Adjutant feien. Frau Fama flüsterte, Stourdza sei der Schwiegersohn Peter Carys, des großen Deutschenfreundes in Rumänien,, der leider ver­geblich seinen Einfluß für den Frieden mit den Mittelmächten eingesetzt hatte. Das deutschfreund­liche Verhalten des Obersten schien jedenfalls fenes Gerücht zu bestätigen. Stourdzas Name blieb aber stir die Folae bei den Deutschen für immer mit d-s fen Vergeshänaen verbunden, an deren Höhen sich die fyla-nden Ereignisse absvielten.

Oberst Stourdza war Kommandant der aegen- überliege"den rumänischen Infanteriedivision ge­wesen. Erst vor wenigen Taaen war er mit sei­nem Adjutanten zu den Deutschen überaelausen Nun stand er hier im Kreise der hohen Offiziere ^es früheren Feindes und redete eindringlich aus sie ein. Seine Stimme klang halblaut und schien 'ich an jeden Einzelnen zu wenden, trotzdem er die Worte niemals an einen bestimmten Zubörer rich­tete. Unabhängig bingen die dunklen Augen des Reimers an den Stellungen der Seinen' brühen ienfeits der Schlucht. Lange sprach der Rumäne ^eine Worte hinterließen tiefen Eindruck bei den Deutschen, da sie den Stempel der Wahrheit zu tragen schienen. Das offene Wesen des Sprechers die sympathische Erscheinung, die freie Rede ver- Härfte dies Empfinden noch. Wog man solche äußerlichen Zeichen unter den obwaltenden Um­ständen auch vorsichtig und mißtrauisch genug ge­geneinander ab. so neigte man doch dazu, dem Be­acht des fremden Obersten Glauben zu schenken Sein Adjutant stand neben ihm und konnte sich trotz der gebotenen Zurückhaltung des Untergebe­nen noch der temperamentvollen Art der Orien­talen nicht enthalten, die markantesten Stellen be« Vortrags durch vielsagende Ge^en zu unterstrei- $etL (Fortsetzung folgt.,

Aus dem Dekanat Erfurt.

In der Brunnenkirche in Erfurt hielt der hochwür» dige Dominikanerpater Emanuel aus Warburg Exer­zitien für die vor der Entlassung stehenden Schultinüer ab. 70 Knaben und 58 Mädchen nahmen daran teil. Die innere Erneuerung und Stärkung für den bevor­stehenden Ernst des Lebens erfuhr noch eine Steige­rung zu tiefster Ergriffenheit durch den Tod eines lie­ben Mitschülers, der am Mittwoch der kühlen Erde über­geben wurde. Auch in diesem Jahre erging eine Ein­ladung des Ursulinenklosters an das katholische Erfurt zu einer stimmungsvollen Adventsfeier. Das Schüler- orchester führte mit feinem Verständnis u. a. dasAve Maria" von Gounod,O Sanctissima", dieSerabende" auf. Die Leiterin der Sprechchöre, Främem Schom- burgh, ließ die in geschmackvolle Pilgergewänder gehüll­ten 80 Schülerinnen aus dem Saal, mitten durch das Volk hindurch, zur Bühne schreiten. Zur Aufführung gelangte das hinreißende Stimmungsgemälde: Wanderer zum Licht. Sehr fein ausgedachl war es, daß jede Stimme in bestimmter symbolischer Farbengewandung erschien. Wie sehr vermochten diese jungen lichlgläu- bigen Menschen in allen Herzen ungestilltes Advents- sehnen und kinderselige Weihnachtshoffnung zu erwecken.

Am 3. Adventssonntage sang rote seit 10 Jahren der Engelbrecht'sche Madrigal-Chor seine Weihnachts-Mo­tette in der Predigerkirche Außer Chorwerken des 15. und 16. Jahrhunderts wurden zum erstenmale selten ge­sungene Chöre aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts geboten. Herr Professor Wetz leistete wie immer hervor­ragendes. Die erste offizielle Weihnachtsfeier hielt in dem mit Tannengrün, Kerzen und Flaggen reichge- schmückten Festiaal des Hauses Kossenhaschen der Fmt- tenbund Deutscher Frauen ab. Nach weihnachtssrom- men Gesangoorrrägen der Konzertsängerm-Jllgen-P.ohl erzählte Helene Schomburgk verschiedene Märchen von der dicken guten Kaffeekanne, dem kleinen Weihnachts­baum und dem kletterlustigen Tips Eine Lotterie braßte einen namhaften Betrag, der den Wohlfahrtseinrichtun­gen des Vereins überwiesen wurde.

Eichsfeldische Rundschau. H e i l i a e n st a d t: Un­ser Landsmann Robert Nels, ein geistlicher Studienrat, hat einen prächtigen Eichsfelder Roman aus der Zeit der Glaubenskämpfs erscheinen lassen unter dem Titel Ser Sämann von Kurmainz". Beuren: Aus eine dreißigjährige Tätigkeit als Zurichrerin in der Zigar- renfabrik von Müller u. Martens kann Maria Eckbardt von hier zurückblicken. Außer einem Geldgeschenk der Firma erhielt sie die Bronzene Medaille der Handels­kammer. Ecklingerode: Der Landwirt Joseph Klingebiel, ein Veteran von 1866=71, konnte seinen R5. Geburtstag begehen. Lengenfeld unterm Stein: In dem hiesigen Erholungsheim der Schwestern finden Exerzitien statt am Abend des zweiten Weihnachtslages bis zum Morgen des 29. Dezember für Jungfrauen und vom 30. Dezember bis 2. Januar für Jungmänner und für Männer vom 36 Januar. Die für Frauen finden in der nächsten Zeit statt. Geismar: Jung- iobrer Paul Schmahl, der sich in seiner einjährigen die­sigen Wirksamkeit sehr beliebt gemacht hatte, ist einer Kriegsverletzung, deren neuerliche Operation notwendig geworden war, in Erfurt erlegen. @r war eine abge­klärte Persönlichkeit und berechtigte zu den schönsten Hoffnungen. R. i. p. Ferna: Am vergangenen Sonntag begann hier eine hl Mission. WorbiL: Sanitätsrat Dr. Heinemann, der hier feit Jahrzehnten verdienstvoll wirkte, ist einem längeren Leiden erlegen. Die große Teilnahme an seinem letzten Gange bew-es die Liebe und Anhänglichkeit, die er sich erworben hatte. Der Verkehrsverein läßt vor der Apsis der Piarr- kirche auch in diesem Jahre einen Weihnachtsbaum für alle zerrichren. Vom Eichsfelde: In nahezu allen Ge­meinden fanden die Schulzenwahlen statt, die in den meisten Fällen ein- Wiederwahl der [eitbe1" führenden Personen zeitigten.