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Sonntag, 29. Dezember |929
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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-Pfennig B 45 ».-Pfennig (Zustellgebühr extra)
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hat er dasselbe verwaltet. Solch ein Arbeitsjubiläum macht Eindruck selbst in unserer schnellebigen, ftüri -K 'en Zeit. Auf dieses Jubiläum wollen wir Katholiken am Jahresschluß nochmals unsere Aufmerksamkeit lenken.
Ehre fei Golk in der Höhe. Das ist die Krone und die Frucht eines jeden hl. Meßopfers. Und wie oft hat denn der Hl. Vater während seines 50- jährigen Priestertums das hl. Meßopfer gefeiert? Rechne einen Augenblick nach und du findest die runde Zahl von 18 000! Darauf schaut jetzt der hohe Jubelpriester mit Freude und Dankbarkeit zurück. Das Mark des Priestertums ist ja das hl. Meßopfer. In jedem dieser 18.000 Meßopfer har Pius der heiligsten Dreifaltigkeit Ehre, Anbetung. Huldigung, Lob, Sühne und die Anliegen der ganzen streitenden und leidenden Kirche zu Füßen gelegt. Ein einziges Meßopfer bringt der heiligsten Dreifaltigkeit ein größeres Maß von Lob und Ehre als alle Gebete und Lobgejänge der Menschen und Engel zusammen! Und welch hohe Auffassung hat doch der Stellvertreter Christi von der hl. Messe. Wenn jdjon Laien und Priester der untersten Ordnung die hl. Messe so hochschätzen, welche Hochschätzung, Liebe und Begeisterung wird erst der oberste Hohepriester dem hl. Meßopfer entgegenbringen. Ich habe das Glück gehabt, unsern Vater P>us in einer Kapelle des Vatikans Messe lesen zu sehen. Immer noch erinnere ich mich mit großer Freude dieses Schauspiels. Ich kann euch versichern, da war dochzede Bewegung, jede Zeremonie, jede Miene, jedes Gebet, jeder Zoll des Körpers Ehrfurcht, Liebe und Sammlung.
Und hat nicht unser Pius in den Jahren feines Papsttums die Ehre Gottes auch in den Heidenmissionen zu fördern gesucht? In aller Erinnerung ist ja noch die großartige Missions - Ausstellung, die auch ich besucht und mit wachsendem Staunen besichtigt habe. Und wer kennt nicht die Sorgen des Hl. Vaters für das Wachstum des Reiches Gottes? Haben wir es nicht aus seiner Missions- Enzyklika gehört, daß „sein Herz keine Ruhe hat" bei dem Gedanken, ein Tausend Millionen Heiden auf der Welt ;u wissen? Ist es nicht herzergreifend, wie der Hl. Vater die Priester und die Laien für das Missionswerk zu begeistern sucht? Die Geschichte wird dem elften Pius einmal das Zeugnis ausstellen, daß er in der Reihe der Mrs- ionspäpste an der Spitze marschierte.
Doch was nützt uns das Aufblühen des Glaubens in Heidenländern, wenn mitten in Christenlanden, wenn mitten in Europa, wenn zwischen den Domen unserer Städte und den Kirchen unserer Gemeinden ein neues Heidentum heranwächst, das vom Glauben nur noch den Namen hat, in seiner Kultur aber und in seinen Sitten die Greuel des alten Heidentums wiederholt und sogar übertrifft? Darum richtet der Hl. Vater sein Augenmerk auf die Vertiefung und Erneuerung des
Wochenkalender.
Sonntag, 29. Dez. Sonnlag in der Oktav von Weihnachten. Thomas von Bècket, Bisch., Mart., f 1170.
Montag, 30. Dez. 6. Tag der Weihnachtsoktav. Dienstag, 31. Dez. Silvester, Papst, Bek., t 336. Mittwoch, 1. Jan. Fest der Beschneidung des Herrn (Neujahrstag).
Donnerstag, 2. Ian. Oktavtag des hl. Stephanus.
Freitag, 3. Jan. Oktavtag des hl. Apostels Johannes Herz-Jelu-Freitag.
Samstag, 4. Jan. Oktavtag der hl. Unschuldige Kinder.
Sonntag nach Weihnachten.
Epistel. Galater 4, 1—7.
Evangelium. Lukas 2, 33—40. Simeon und Anna.
In jener Zeit waren Joseph und Maria, die Mutter Jesu, voll Verwunderung über das, was von ihm gejagt wurde. Simeon pries sie selig. Dann sprach er zu gJlaria. seiner Mutter: „Siehe, dieser ist bestimmt zum Fall und zur Auferstehung vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem man widersprechen wird. Und auch deine Seele wird ein Schwert durchdringen, auf daß tre Gedanken vieler Herzen offenbar werden." Da war auch eine Prophetin, Anna, die Tochter Phanuels, aus dem Stamme Äser. Sie war hochbetagt: nach ihrem Jungfrauenstande hatte sie sieden Jahre mit ihrem Manne gelebt und nun war sie nahezu vierundachtzig Jahre Witwe. Sie ging nimmer vom Tempel und diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Auch sie fand sich zur gleichen Stunde ein, pries den Herrn und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Israels harrten. Nachdem sie alles nach dem Gesetze des Herrn erfüllt hatten, kehrten sie nach Galiläa in ihre Vaterstadt Nazareth zurück Das Kind wuchs heran und erstarkte: es war voll Weisheit, und Gottes Wohlgefallen ruhte auf ihm.
Das WeihNachksecho im Munde des PriesterjubUars auf Pekei Stuhl.
^e sei Gokk in der Höhe, und Friede den Menschen aus Erden, die eines guten Willens sind." So scholl es vom Himmel nieder in der hl. Weihnacht.
„Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede den Menschen auf Erden". So schallt es als Echo von der Erde empor zu den Gestirnen und zum Thron des dreimal heiligen Gottes.
Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede den Menschen auf Erden. Das war oder sollte wenigstens fein der Inhalt unseres Lebens im Jahr dès Heils 1929, dem nach zwei Tagen die Totenglocke läuten wird.
Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede den Menschen auf Erden. Das war auch der Inhalt des ganzen Lebens und besonders des Priester- lebens unseres Hl. Dalers. Fünfzig lange Jahre
Glaubensgeistes unter den Katholiken. Hast du etwas gehört von der „katholischen Aktion?" Nichts anderes ist sie und nicht anderes soll sie sein als daß wir alle wieder „Vollchristen" und „Vollkatholiken" werden in der Gesinnung und Tat, im privaten und öffentlichen Leben. Auch sollen wir andere, die wir auf das Faulbett der Gleichgiltigkeit oder Abgestorbenheit hingestreckt finden, durch unser Beispiel, unser Gebet, unsere Opfer, unseren Zuspruch und unser Bemühen wieder als fruchtbare Zweige in den Baum der Kirche einzufügen suchen. Das ist katholische Aktion, zu der auch du deinen Mann stellen sollst ohne viel Geräusch und Aufsehen. So beförderst du in Gemeinschaft mit dem Hl. Vater die Ehre Gottes.
Ehre fei Gott in der Höhe — und Friede den Menschen auf Erden. Der Hl. Vater ist persönlich im Besitze dieses Friedens, der „alle Begriffe übersteigt". Denn er besteht in der Freundschaft Gottes und in einem guten Gewissen. Der Hl. Vater möchte aber die Palme des Friedens allen reichen, den Einzelpersonen, den Familien, den Völkern, den Staaten. Und von dieser Friedensliebe hat der Hl. Vater einen Beweis gegeben, der die Welt aufhorchen ließ. Seit der Bresche an der Porta Pia i. 3. 1870 waren die amtlichen Beziehungen zwischen Vatikan und Quirinal, zwischen dem Hl. Stuhl und dem Königreich Italien abgeschnitten. Zunfchen König und Papst war eine Entfremdung, eine Spannung eingetreten, die auf die ganze Kirche einen unheilvollen Einfluß auswirkte. Viele Heilversuche an der „Römischen Frage" sind unternommen worden. Alles umsonst. Da hat sich die göttliche Vorsehung unseren Papst als Werkzeug des Friedens ausèrsehen. Mit kräftiger Hand bat Pius den „Gordischen Knoten" einfach zerhauen, hat ein großes Opfer gebracht, hat auf den „Kirchenstaat" hochherzig Verzicht geleistet und nur einen Miniaturstaat als Rest der alten Herrlichkeit und als Unterpfand der Souveränität und Unabhängigkeit sich vorbehalten. Der Papst hat sich das Wort des Psalmisten zum Motto ge« nommen: „Suche den Frieden und jage ihm nach." Und als Gegengabe ging dem Hl. Vater das Morgenrot der Freiheit auf, wie einst dem hl. Petrus, als ihm durch Engslshand die Pforte des Kerkers geöffnet wurde.
Die ganze Welt huldigt nun dem Priesterjubilar auf dem Stuhle Petri. Auch die deutsche Regierung hat ihren Glückwunsch ausgesprochen und dem H. Vater ein Geschenk überreicht, das aus 500 Stücken eines Services besteht von hohem Wert und künstlerischer Qualität. Schenke du dem Hl. Vater ein Herz voll Liebe, Anhänglichkeit und Treue. Einst hat der englische Kanzler Thomas Morus aus Liebe zum Papst die Freundschaft seines Königs verscherzt und fein Haupt unter das Fallbeil gelegt. Bringen auch wir für den Papst rgmd ein Opfer, und wäre es auch nur ein