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Nr. 49

Zonntaa, 8 Dezember ^929

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Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-Pfennig 3 45 R.-Pfennig (Zustellgebühr extra) Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Preise: Tolonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark. Colonelzeile (m Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Osj.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckere» in Fulda sein.

Druck und Bering der Fuldaer Ackiendruckcret. Berlnßsort Fulda.

59. Zahrg. *

Robert von Frankreich sah, daß sein Reich durch innere Kämpfe und Bürgerkriege hart mitgenom­men wurde. Da begab er sich ins Gebet und flehte zu Gott mit nassen Augen um Erleuchtung und Hilfe. Da ist ihm der Herr erschienen und hat ihm die Lösung gegeben mit den Worten:

Roberte, pacem in regno non habebis, donec blasphemias et crimina notrio exstirpaveris. Robert, du wirst keinen Frieden in deinem Reich bekommen, bis du die Gotteslästerung und noto­rischen Verbrechen ausgetilgt."

Es hat den Anschein, als hätte unser geistrei­cher Augustinerpater Abraham dieses Bild dem Propheten Jsaias abgelauscht. Das letztemal ha­ben wir bei diesem Propheten gelernt, welch ein großes Unrecht die Sünde ist gegen den Herrgott und was für ein schwarzer Undank gegen unsern himmlischen Wohltäter. Heute wollen wir uns abermals zu den Füßen dieses erleuchteten Pro­pheten niedersetzen und das schreckliche Bild be-

Missions-

Gebeès- und

Werbe-Tag

am S.DezsmSer

mm Hl. Dâr für die ganze katholische Welt

Mgeordnek.«--..........................

trachten, das er durch Gottes Erleuchtung von der Sünde entwirft.

Weh dem sündigen Volk, dem schwer mit Missetat belasteten Volk, dem boshaften Geschlechte, den lasterhaften Söhnen j Sie haben den Herrn verlassen, den Heiligen Israels gelästert, sind rück­lings abgewichen.

Wohin soll ich euch noch schlagen, spricht der Herr, wenn ihr Sünde auf Sünde häufet? Das ganze Haupt ist krank, das ganze Herz betrübt.

Von derFußsohle bis zum Scheitel ist nichts jundes an ihm, sondern Wunden und Striemen, ohe Beulen, nicht verbunden, nicht mit Heilmit­teln versehen, nicht mit Del gelindert.

Euer Land ist vermißtet, eure Städte sind mit Feuer verbrannt, eure Gegend fressen Fremde vor euren Augen. Die Tochter Sion steht verlassen wie ein Schattendach, wie eine Hütte tm Kürbis- acker, wie eine Stadt, die verheert ist. Hätte der Herr der Heerscharen uns nicht einen Samen übrig- gelassen wir wären geworden wie Sodoma und Gomorrha. Opfert mir hinfort kein vergebliches Opfer mehr; das Rauchwerk ist mir ein Greuel,

WochsnkaleRÄer.

Sonntag, 8. Dez. 2. Adventssonntag. Fest der Un­befleckten Empfängnis Mariä. Kol­lekte für den Franziskus-Xaverius- M i s s i o n s v o r ei n.

Montag, 9. Dez. 2. Tag der Oktav von U. Cmps.

Dien.stag. 10. Dez. 3. Tag der Oktav von U. Cmp Melchiadss, Papst, Mart., f 314.

Mittwoch, 11. Dez. Damasus I., Bek., Papst, f 348.

Donnerstag. 12. Dez. 5. Tag der Oktav von Unbefl.

Empfängnis

Freitag, 13. Dez. Lucia, Jgfr., Mart., t 304.

Samstag. 14. Dez. 7 Tag der Oktav von U. Empf.

ZM etter Sonntag im Adssnk.

Epistel. Römer 15,413.

Evangelium. Matthäus 11,210. Die Gesandtschaft des Täufers.

In jener Zeit hörte Johannes im Kerker vom Wir­ken Christi. Da entsandte er zwei von seinen Jüngern und ließ ihn fragen:Bist du es, der da kommen soll, oder haben wir einen andern zu erwarten?" Jesus antwortete ihnen:Gehet hin und berichtet Johannes, was ihr gehört und gesehen habt: Blinde sehen, Lahme gehen. Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote fte= hen auf, Armen wird die frohe Botschaft verkündet. Wohl dem, der an mir nicht irre wird!" Als jene weg- gingen, sprach Jesus zu den Volksscharen von Johannes: Wozu seid ihr in die Wüste hinausgezogen? Ein Schilfrohr zu sehen, das vom Winde hin und her be­wegt wird? Oder, wozu seid ihr hinausgezogen? Einen Menschen zu sehen in weichlichen Kleidern?' Seht, die da weichliche Kleider tragen, sind an den Höfen der Könige Wozu seid ihr also hinausgezogen? Einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch, mehr als einen Propheten. Denn dieser ist es, von dem geschrieben steht:Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, auf daß er einen Weg vor dir bereite."

Zwei grzZudverschLehSne VMsr.

geistvolle, populäre Abraham a

kM)

D^âMW die saftigen Worte ins Stammbuch: Was ist die Sünde anders als ein garstiges, abscheuliches Bildnis, _ "v^^^ welches unser böser, verkehrter Wille verfertigt? Und in dieser wilden Gestalt findet der Sünder sein einziges Wohlgefallen und vergnügliches Lachen. Aber merkt wohl: Auf die­ses Lachen folgt bald ein Krachen, auf diese Freud foigt bald ein Leid auf diese Lust folgt bald die Unlust. Das Lachen wird mit Schmerz sich mischen, und knapp an die Freude grenzt die Trauer." Die «nnde trägt die Straf auf dem Buckel wie die «stenden Handwerksbürschel ihre Ranzen. Die «und rind ihre Straf' sind von einer einzigen Jfauer umfangen: die Sünde und die Strafe sind fft.etne Kette gebunden; und wo die Sünde zu uit ist, allda sink auch die Straf zu Tisch. König

die Neumonde, Sabbate und andern Feste kann ich nimmer dulden, eure Versammlungen sind un­gerecht. Eure Feste und Neumonde haßt meine Seele; sie sind mir beschwerlich und mühsam zu tragen.

Und wenn ihr auch eure Hände ausbreitet, so wende ich doch mein Angesicht von euch ab; und wenn ihr auch viel betet, so will ichs doch nicht er­hören: denn eure Hände sind voll Blut.

Waschet, reinigt euch, tut eure bösen Gedan­ken von meinen Augen.

Höret auf, verkehrt zu handeln.

Lernet Gutes tun: suchet, was recht ist; kommt zu Hilfe dem Unterdrückten, schaffet Recht der Waise, beschirmet die Witwe.

Alsdann kommet und rechnet mit mir, spricht der Herr. Wenn eure Sünden wie Scharlach wä­ren, sollen sie weiß werden wie Schnee; und wenn sie rot wie Purpur wären, sollen sie weiß wer­den wie Wolle."

O welch schreckliches Bild malt uns der Pro­phet in den obigen Worten. Es ist das Bild des einzelnen Sünders und der sündigen Menschheit überhaupt. Ein Bild zum Erbarmen, ein Bild zum Steinerweichen. Der Sünder gleicht einem Aussätzigen, an dessen Leib kein heiler Fleck mehr ist. Es ist schier kein Plätzchen mehr da, das nicht entstellt und verwüstet wäre. Die Sünde ist eben nicht bloß ein Unrecht gegen Gott, sondern auch durch dessen gerechte Schickung ein Unglück für den Sünder selber, fein einziges, sein größtes Un­glück. Der Sünder ist sein eigener Henker. Alle, die Sünde und Unrecht tun, sagt der Heiland, sind Todfeinde ihres Glückes. Und der hl. Chrysosto- mus schreibt:Der Sünder unzertrennlicher Be­gleiter ist das Unglück." Und wenn der Sündèr hartnäckig auf diesem Geleise weiterfährt, so ist die Endstation die ewige Verwerfung, die ewige Verdammnis, der Pfuhl der Hölle. Das ist das eine Bild.

Welches ist aber das andere? Ein ungemein liebliches; genau das Gegenstück des ersten. Die Sirdje hält es uns heute zu unserer Freude und u unserm Trost vor die glücklichen Augen. Cs t das Bild der Sündenlosen, der Makellosen, der Unbefleckten, der Immaculata. Da ist keine Spur der Verwüstung durch die Sünde, da ist nicht ein­mal der Makel der Erbsünde; da ist alles Licht und Pracht und Schönheit und Reichtum und Ehre. Toto pulchra es Maria ganz schön bist du, Maria, und der Makel der Erbsünde ist nicht an dir!"

Ohn Sünd' bist du empfangen, Wie uns der Glaube lehrt, Und von der falschen Schlangen Bist blieben unversehrt.

O Jungfrau koiüch und rein, Kein Lob auf dieser Erde Kann deiner würdig sein.--- Und wie können wir nun diese beiden so ent­gegengesetzten, so grundverschiedenen Bilder mit