Spende von 2000 Mar! zugeflossen ist, war Gegenstand einer Untersuchung, die man in demselben Augenblick einleitete, als die Beschuldigung bekannt wurde." Da- mit ist zugegeben, daß der Deutschnationale Landesver- banb Berlin tatsächlich wenigstens 2000 Mark von den Sklareks angenommen hat. Bei dieser Sachlage scheinen gerade die Deutschnationalen die geeigneten Leute ju sein, an der Bekämpfung der Sklarekkorruption mitzuwirken.
Die Bayerische Boitspartei hielt dieser Tage ihren Landesparteitag in München ab. Als Vertreter des Zentrums nahmen teil: Von der Reichstagssraktion Abg. Dr. Bell, vom preußischen Landtag Abg. Heß, aus Württemberg Minister Beyerle, aus Baden Abg. Duffner. In den Ansprachen dieser Gäste kam der Wunsch nach Wiedervereinigung der Bayr. Volkspartei mit dem Zentrum lebhaft zum Ausdruck. Der Landesparteitag behandelte vor allem die Frage „Reich und Länder". Die Forderung auf Erhaltung des Föderativstaates fand nachhaltige Zustimmung.
Das Ergebnis des Volksbegehrens „Freiheit-gesetz" ist jetzt amtlich auf 4135 300 Stimmen festgestellt worden, das sind 10.02 Prozent der Wahlberechtigten. Wäre das' Ergebnis unter 10 Prozent geblieben, so wäre das „Freiheitsgesetz" schon im ersten Anlauf gefallen. Aber wegen der 0.02 Prozent darüber geht die Angelegenheit jetzt an den Reichstag, der natürlich die Hugenbergerei ablehnt. Dann folgt der Volksentscheid, voraussichtlich am 22. Dezember.
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Clemenceau, genannt der „Tiger", langjähriger französischer Ministerpräsident, ist am 24. November im Alter von 88 Jahren in Paris gestorben. Ursprünglich Arzt, hat er als Politiker eine führende Rolls gespielt. Er war einer der heftigsten Feinde Deutschlands und einer der ausgesprochensten Vertreter des Revanche-Gedankens (Revanche — Rache, Wiedervergeltung für die Wegnahme Elsaß-Lothringens 1870). Als man 1917 in Frankreich anfing, kriegsmüde zu werden, übernahm der alte Mann nochmals das Ministerpräsidium und das Kriegsministerium; war unermüdlich für die Fortführung des Krieges tätig und blieb es, bis der Sieg errrungen war.
Amerika.
Auf der Tagung des amerikanischen Katholikenbundes in Baltimore wurde festgestellt, daß heute von 8 Millionen Negern über 10 Jahre nur 4 828151 gegen Entgelt beschäftigt sind, und nur 1,7 Prozent in aner- . kannten Berufen. Die Emanzipation der Neger, die vor ungefähr 70 Jahren einsetzte, steht also sozusagen nur auf dem Papier. Sozial und wirtschaftlich ist der Neger auch heute noch Sklave. Er ist nicht nur aus Klubs, Lokalen, Verkehrsmitteln und Vergnügungsstätten verbannt, sondern häufig auch aus den Kirchen der Weißen. Der Durchschnittsprotestant würde einfach die Kirche verlassen, wenn er einen Neger in seiner Nähe sitzen sähe. Im protestantischen Süden herrscht fast noch überall das Lynchgesetz. Der auffallende Gegensatz in der Behandlung der Neger zwischen den protestantischen Vereinigten Staaten und dem katholischen Latein-Amerika, den Macaulay bereits vor 80 Jahren feststellte, besteht auch heute noch fast unverändert. In katholischen Ländern kann man unter den Negern Kaufleute Richter, Aerzte finden. Ihre Aufnahme in religiöse Orden ist keine Seltenheit mehr. Es ist durchaus nicht- Ungewöhnliches, daß ein Weißer vor einem schwarzen Priester kniet, seine Sünden beichtet und von ihm di, Absolution empfängt; es ist nichts Ungewöhnliches, das ein schwarzer Priester die hl. Kommunion einer Ge- meinde von Weißen austeilt. In Staaten wie Georgie und Südkarolina würde ein solcher Anblick einen Auf- ruhr veranlassen.
Mexiko.
Mit lobenswertem Eifer nutzen die mexikanischer Katholiken die kürzlich vom Präsidenten Portes Gil zugunsten der Kirche erlassenen Verfügungen aus. Du „Liga zum Schutz der Glaubensfreiheit", die in der letzten 3 Jahren so erfolgreich tätig war, um die katholische Aktion zu festigen, bemüht sich jetzt, einen Volksentscheid zustande zu bringen, und die Lage ist in Augenblick derartig, daß die Hoffnung auf einen Erfolg dieser Aktion durchaus gerechtfertigt. erscheint. Nich vur haben sich die Beziehungen zwischen Kirche unt Staat seit kurzem bedeutend gebessert, sondern auch du öffentliche Meinung hat ihre Gefühle in zahlreichen Gesuchen um Abschaffung der religionsfeindlichen Gesetz, _ zum Ausdruck Lebracht, die der Regierung mit Hundert
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