Anschaffung einer Fahne ermöglicht. Am Donnerstag den 21 Nov. wurde der feierliche WciheaN vollzogen. Ein stattlicher Festzug, angeführt von Reitern, begleitet von Ehrenjungfrauen unter ■ starker Beteiligung der ortsansässigen Vereine mit ihren Fahnen und der be= nachbarten Bauernvereine leitete die Veranstaltung ein. Unter den schneidigen Marschweisen her Feuerwehr- kapelle Hünfeld bewegte sich der Zug durch das Dorf zuni Flach'schen Saale, der im neuen Gewände und reich mit grünen Wimpeln und Erntekränzen geschmückt, den Teilnehmern den Aufenthalt heimisch machte. Der Vorsitzende, Landwirt Joseph Flach gab in seiner Begrüßungsansprache seiner Freude über den starken Besuch Ausdruck. Er begrüßte insbesondere den Generalsekretär des Kurhessischen Bauernvereins, Herrn Dr.. Mösenfechtel, Fulda, Herrn Landwirtschaftsrat Hahn, Bebra, Herrn Geschäftsführer Dipl.-Kfm. Schüler-Hun- feld und als Vertreter des benachbarten Seifner Amtes Herm Geschäftsführer Schuchert. Herzlich willkommen hieß er vor allem auch die benachbarten Bauernvereine Setzelbach. Treischfeld und Großentaft, die z. T. vollständig erschienen waren. Entschuldigt hatten sich wegen dienstlicher Verhinderung Herr Landrat Ludwig und Herr Lanüwirtschaftsrat Hügel. Der Präsident des Kurhefsischen Bauernvereins, Landwirt Sondergeld, Hofbieber und Herr Kommunallanütagsabgeordneter Rektor Sondergeld, Hünfeld waren wegen Todes- bezw. Krankheitsfalles am Erscheinen verhindert. Herr Flach wies dann auf die Bedeutung der Fahne als symbolisches Zeichen der Einigkeit hin. Er betonte insbesondere, daß der Bauernverein Rasdorf gewillt fei, mit feiner ganzen Kraft an der Verwirklichung der idealen Grundsätze des Bauernvereins mitzuarbeiten und gab der Hoffnuno Ausdruck, daß es bald gelingen möge, durch einmütiges Zusammenhalten aller Bauern, die schwere Notzeit zu überwinden. Lebhaften Widerhall fanden die Worte des Vorsitzenden im Herzen der Zuhörer, wie es der stark einsetzende Beifall bewies. Nachdem der Gesangverein Cäcilia-Rasdorf das Fahnenlied in wirkungsvoller Weise zum Vortrag gebracht hatte, ergriff Herr Landwirtschaftsrat Hahn, Bebra, ein Rasdörfer Bauernsohn, das Wort zur Fahnenrede. Seine Ausführunaen gipfelten in dem Gelöbnis der Treue zur Heimat, zur angestammten Scholle und der Liebe zum Vaterland. Die Fahne soll ein ständiger Mahner zur Einigkeit sein; denn nur Einigkeit macht stark und ist Gewähr dafür, daß dem Bauernstand endlich die Achtung zukommt, die ihm als Ernährer des Volkes gebührt. Herr Landwirtschaftsrat Hahn schritt dann zur Enthüllung der Fahne, die auf weiß und grünem Grunde den Wahlspruch „Für Heimat, Scholle und Vaterland" zeigt. Feierlich erscholl der Treuschwur durch den Saal, unö das mit Begeisterung gesungene Deutschlandlied bildete den Abschluß des Weiheaktes. Reicher Beifall war der Dank der Versammlung für die trefflichen Worte des Redners. Im weiteren Verlauf des Nachmittags ergriff Herr Geschäftsführer Schüler das Wort zu einer Ansprache, in der nach einem Hinweis auf die Prinzipien des Bauernvereins lobend hervorhob, daß der Bauernverein Rasdorf, wie auch die Nachbarvereine die ersten waren, die vor einem Jahre sich dem Kurhessischen Bauernverein wieder anschlossen und daß Rasdorf mit 60 Mitgliedern auch heute noch an der Spitze marschiert. Er schloß mit einem Appell an die Anwesenden, niemals fahnenflüchtig zu werden, sondern in geschlossene Front in dem harten Ringen um die Existenz zusammenzustehen. Lauter Beifall folgte den Ausführungen des Redners und ließ die Hoffming aufkommen, daß auch diese Worte auf frucht- bm-en Boden gefallen sind. Einige Konzertstücke hielten die Teilnehmer den Nachmittag über noch zusammen. Der Abend des Festtages wurde durch einen Prolog, der von Frl. Anna Bohn-Rasdorf wirkungsvoll vorgetragen wurde, eröffnet. Den Mittelpunkt des Abends bildete die Festrede des Generalsekretärs Dr. Mösenfechtel. Der Redner entwickelte das Programm der Bauernvereine, wie es schon der hochverdiente Bauernführer und Gründer des 1. Bauernvereins in Westfalen, Frhr. von Schorlemer-Ast auf feine Fahne geschrieben hat. W°e Schorlemer in erster Linie das sittlich-ethische Moment in seinem Programm betont, so erstreben auch heute die Bauernvereine noch, neben der Verfolgung der materiellen Interessen, die natürlich in einer Zeit der schwersten Notlage im Vordergründe des Interesses stehen, die sittliche Ertüchtigung des Bauernstandes. Mit einem Mahnruf zur Treue und Einigkeit schloß Herr Dr. Mösenfechtel seine Rede, die mit begeistertem Beifall aufae- nommen wurde. Besonders verdienen noch die Reigen- aufführungen der Schulmädchen und Jungfrauen, die im schmucken Dirndlkleid auftraten, erwähnt zu werden. Lebhaftes Händeklatschen war der verdiente Dank an die Mitwirkenden. Auch Fräulein Lehrerin Bockamp gebührt für die Einstudierung der Reigen Dank. Dank 'sei auch dem Gesangverein „Cäcilia" unter Leitung des ^errn Hauptlehrers Trinkler gezollt, der den weiteren Abends noch durch manches Lied verschönte. Cs war ein schönes Fest, das Fest der Bannerweihe. Dies beweist vor allem auch die Tatsache, daß mancher Bauer unb manche Bauersfrau, die man sonst das ganze Jahr über bei keiner Veranstaltung sieht, vertreten waren. Man sagte sich nicht mit Unrecht: Das Fest ist ein Bauernfest und weil wir Bauern sind, müssen wir dabei sein, ein Zeichen, daß auch im Bauern das Standesbewußtsein vorhanden ist und daß auch der Bauer, selhj^ meng die Zeiten ernst sind, das Recht hat, eine
Feier zu begehen, der eine gute Idee zu Grunde liegt.
Und die Idee des Bauernvereins ist gut.
Aus dem Freigericht. In diesem Jahre ist grade ein Jahrhundert verflossen, seitdem Albstadt von der Pfarrei Somborn losgelöst und nach Alzenau umge- pfarrt wurde. In früheren Jahrhunderten gehörten alle diese Orte zu dem von Kaiser Barbarossa errichteten sog. „Freigericht", einem Verband der Kurmainzer Erzdiözese. Die Säkularisation riß das Freigericht zunächst politisch vom Mainzer Gebiet los und brachte es an Kurhefjen. Auf dem Wiener Kongreß (1815) wurde das Freigericht, das bis dahin eine unzertrennliche Einheit gebildet hatte, auseinandergerissen und zwischen Kurhefjen und Bayern aufgeteilt. Damals kam das Amt Alzenau an Bayern. Nun gehörte Albstadt kirchlich zur Pfarrei Somborn (Kurhessen), während es politisch zum Amt Alzenau gehörte und damit an Bayern fiel. Während nun die bayrisch gewordene Pfarrei Alzenau an die Diözese Würzburg fiel, kam die kurhessische Pfarrei Somborn zum Bistum Fulda. So kam auch die Som- borner Filiale, obwohl zu Bayern gehörig, an die Diözese Fulda. Von 1823 bis 1829 blieb das so. Die Seelsorge in Albstadt wurde v. Somborn aus versehen. An zwei Festtagen im Jahre hatte Albstadt Anspruch auf Abhaltung des Gottesdienstes in der Ortskirchs. Am Kirchenpatronsfest Philippus und Jakobus (1. Mai) und am Kirchweihfest. Sonst besuchten die Albstädter den Sonn- und Festtagsgottesdienst in der Pfarrkirche zu Somborn.. Erst im Jahre 1829 wurde das bayrische Dorf Albstadt von der kurhessischen Pfarrei Somborn losgelöst und der Pfarrei Alzenau zugeterlt. Dadurch gehörte es nun zur Diözese Würzburg. Die Neuerung brachte auch eine besondere Wohltat für Albstadt. In Alzenau wurde eine Kaplaneistelle errichtet für Albstadt, so daß jetzt Albstadt jeden Sonn- und Feiertag Gottesdienst hatte und öfters auch während der Woche. So blieb es fast 100 Jahre, bis im Jahre 1923 Albstadt zur selbständigen Kuratie erhoben wurde und einen eigenen Geistlichen cm Ort und Stelle erhielt.
Somborn. Die Zentrumspartei im Kreise Gelnhausen hat bei den Kommunalwahlen am 17. November ein glänzendes Ergebnis erzielt und hat dank der politischen Einsicht und dem Soliüaritätsgefühl ihrer Wählerschaft einen herrlichen Erfolg errungen. Ihre Stimmen hat sie für den Kreistag von rund 4400 auf 6700 erhöht und damit ihre Stellung im Kreistag und voraussichtlich auch für den Kreisausschuß behauptet. Für den Kommunallandtag hat sie ihrs Höchststimmen- zahl bei der Reichstagwahl im Mai 1924: 7008 Stimmen noch um 200 Stimmen bis 7211 Stimmen Hinaufgoschraubt und so die 1925er Kommunallandtagswahl mit 4700 Stimmen um rund 2500 vermehrt. Die Anwartschaft auf ein Mandat im Kommunallandtag in Kassel ist damit gesichert. Bad Orb, das sich bei seinen Wahlen am Sonntag gut wiedergefunden, hat sich der Ehre würdig erwiesen, daß es unseren ersten Kommunallandtagskandidaten Herrn Dr. Mühl stellen konnte. Das einheitliche Vertrauensvotum im ganzen Kreis, das sich in dem guten Resultat der Kommunallandtagswahl kundgibt, wird es Herrn Dr. Mühl erleichtern, der Nachfolger des Herrn Sanitätsrat Dr. 6d>erf zu werden. Den neugewählten Abgeordneten ein herzliches „Glückauf" zu segensreicher Tätigkeit. Der Zentrumswählerschaft aber hohe Anerkennung und Dank für die bewiesene Einigkeit und Treue!
Großkrotzenburg am Main. Die Mitglieder und Freunde des kath. Arbeitervereins dahier fanden sich am 24. November im Gasthaus „Sum Schlüssel" zu einem Vortragsabend zusammen. Der Redner, Herr Pfarrer Moser von Kleinkrotzenburg, behandelte in seinem Referat das Thema: „Stellung der Kirche zur sozialen Frage." Reicher Beifall lohnte die klaren und lehrreichen Ausführungen des Redners, dem der Vorsitzende des kath. Arbeitervereins, Herr Albert Bergmann, den besondern Dank der Versammlung aussprach.
Hersfeld. Der Hellseher Hannussen sprach hier in ergreifender Weise vor vielen Zuhörern und Nichtkatho- liken über Konnersreuth. Erschütternd kommen die Besucher von der Therese Neumann zurück. Drei Singe sind weltbekannt bis zum Pers. Golf — Zeppelin, Hindenburg, Therese Neumann. Die packenden Darstellungen des Augenzeugen waren eine glänzende Apologie für den kath. Glauben.
Hersfeld. Die kathol. Pfarrkirche erhielt einen sehr fein ausgeführten gotischen Lüster mit 25 Lampen.
Hersfeld. Prof. Dr. Donderau-Fulda hat auf dem Frauenberg bei Hersfeld wichtige Ausgrabungen veranstaltet, über deren Ergebnis wir folgendes erfahren: Innerhalb der Ruine aus spätromanischer Zeit fand sich rund 1 Meter unter dem romanischen Fußboden der Mauerzug einer kleinen karolingischen Kirche, deren Mauern durchweg noch 50 Zentimeter hoch erhalten sind. Der Grundriß ist ein Quadrat von rund 6 Meter Steinlänge, an die Ostseite ist eine kreisrunde Apsis unmittelbar angeschlossen. Im Füllschutt des heutigen Chores lagen zahlreiche Bruchstücke von bemaltem Wandputz, wie er auch innerhalb des südlichen Querhauses der Stiftskirche aus den drei ältesten Kirchen vor Jahren aufgefunden wurde. Die Grundrißform der aufgedeckten Kirche und verschiedene bauliche Einzelheiten ergeben eine gute zeitl. Datierung des ersten Kirchenbaues auf dem Frauenberge. Zwischen die Jahre 769 und 831 wird
man die Errichtung ansetzen müssen. Don baugeschicht» lichem Jntresse ist ferner die Tatsache, daß das Grundritzquadrat des Karolingerbaues führend wird für den Erweiterungsbau aus romanischer Zeit.
= Otzbach. Die Gemeinde hatte sich am Abend des Butz- und Betrages zahlreich im Saale des Herrn Hohmann eingesunden zu einem Lichtbildervortrag des Herrn Pfarrers Simon „Friede über Rom". Der Film, der die Entstehung und das Aufblühen des Kirchenstaates, seinen Raub und sodann die Wiederherstellung am 11. Februar 1929 zeigte, machte auf die Teilnehmer einen sie-
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