«tob sämtüche diplomatischen Vertreter in Washington katholisch. Die übrigen 19 Katholiken verteilen sich auf die anderen Länder, nämlich 6 aus England, je 4 auf Deutschland und Ungarn, je 2 auf die Tschechoslowakei und die Niederlande. je 1 aus Serbien, Kroatien und Slawonien. Insgesamt 141 Katholiken sind in dem panamerikanischen diplomatischen Korps zu finden; hier führt Mexiko mit einer vollkommen katholischen Gesandtschaft von 18 Mitgliedern; dann folgt Venezuela mit 12 Katholiken, Peru, Brasilien, Chile, Argentinien mit je 11; Bolivia mit 9, Kolumbia, Guate- mala, Uruguay, Pana, mit je 5, Costa Rica und Ecuador mit je 4, Nicaragua mit 3, Paraguay und Kanada mit je 2, Haiti mit 1. Auch die japanische Gesandtschaft zählt einen Katholiken. Die beiden hervorragendsten Mitglieder des diplomatischen Korps in Washington, nämlich Sir Esme Howard, der Doyen und Gesandte von England, und der Dichter Paul Claudel, der Gesandte von Frankreich, sind beide ganz besonders tief- gläubige Katholiken. Ersterer hat sich in ganz hervorragender Weise darum verdient gemacht, die Idee der internationalen Abrüstung ihrer Verwirklichung nahe zu bringen, ungeachtet dessen, daß sein Name sehr wenig in die Oeffentlichkeit dringt. Er wie seine Gattin genießen hohes Ansehen und größte Beliebtheit in der amerikanischen Gesellschaft. Dieses Ansehen geht nicht nur auf sein Land, sondern auch auf seinen Glauben über, zu dessen treuesten Anhängern seine Familie seit Jahrhunderten gehört. Der Ruhm Paul Claudels ist so weltbekannt, daß es hier keiner besonderen Hervorhebung bedarf.
Mexiko.
Wie aus Mexiko gemeldet wird, hat der Minister für innere Angelegenheiten an gewisse Gouverneure in der Provinz, die sich weigerten, die ka- tholischen Kirchen an die katholische Geistlichkeit zu-
LMgike». «nkerMtzk den SE V-nisâs-Veretni rückzugeben, den formellen Befehl erlassen, die für den Gottesdienst bestimmten Kirchen den Prils- ftern zurückzugeben, die darüber vor dem Ausbruch des Konfliktes mit der Kirche die Verwaltung hatten. Falls die Autoritäten in der Provinz diesen Instruktionen nicht nachkommen, werden sie streng bestraft werden. — Die Zeitung „El Universal" (Mexiko) meldet, daß „Mutter Concepcion", die als angebliche Anstifterin des Mordes an Obregon verurteilt wurde, auf Ehrenwort vor einigen Tagen die Freiheit erhielt, um ihre sterbende Mutter zu besuchen. Nach einem kurzen Aufenthalt in der mexikanischen Hauptstadt ist sie wieder nach der Insel, wohin sie verbannt ist, zurückgekehrt.
Mexiko.
Am Sonntag wurde der neue Präsident von Mexiko gewählt. Die Wahl fiel auf Rubio, einen Kirchenfeind und Freund des früheren Präsidenten Calles. Im ganzen Lande kam es bei der Wahl zu schweren Zusammenstößen zwischen Anhängern Rubios und seines Gegenkandidaten Vasconcelos, der den Katholiken wohl gewogen ist. In Mexiko-Stadt gab es zehn Tote und fünfzig Verwundete. In Tampico wurden gleichfalls mehrere Personen getötet und viele verwundet. Aus Vera- cruz werden vier Tote und zwanzig Verwundete gemeldet.
Präsidentenwahlen in Mexiko haben sich noch niemals ohne Blut und ohne Terror vollziehen können. Stets hat eine kleine, aber entschlossene Minderheit der Bevölkerung ihren Willen aufgezwungen und demokratische Methoden durch Anwendung von Gewalt in ihr Gegenteil umgekehrt. Bereits bei den Provinzialwahlen in Veracruz, Orizaba Cordaba kam es zu sthr schweren, blutigen Ausschreitungen, unb weit über hundert Tote waren das Ergebnis des „Wahltages". Auch bei den jetzigen Präsidentenwahlen ist offenbar mit schärfsten terroristischen Mitteln gearbeitet worden, denn der Gegenkandidat des mit „Riessnmshrheit" gewählten Ortiz Rubio, der Katholik Jost Vasvon- celos, besaß eine starke Anhängerschaft im Lande, vor allem unter den Katholiken und in Bürger- kreisen, während sich Rubio auf die Militärpartei und die nicht zahlreiche, aber wohlorganisierte kommunistische Partei stützte, die fen-rrzeit von Calles organisiert und zu einer furchtbaren politischen Waffe gemacht worden ist. Auch sonst war das Spiel ungleich, denn Rubio arbeitete mit unbegrenzten amerikanischen Geldmitteln, da er der Vertrauensmann der Wallstreet und ihrer Oelinte-
ressenken ist, während DasMèeles Men Sen nordamerikanischen Dollarimperialismus in seinen Wahlreden zu Felde zog und feine Kampagne fast ohne Geldmittel führen mußte.
Man sagt, daß Rubio die Katholikenverfolgung nicht wieder aufnehmen wolle, sondern den gegenwärtigen ruhigen Zustand aufrecht erhalten werde
Vorbereitungen zum Eucharistischen Kongreß von Karthago.
Der Erzbischof von Karthago, Msgr. Lemaitre, hat sich zwecks Besprechungen über den im Jahre 1930 in Karthago stattfindenden internationalen Eucharistischen Kongreß nach Rom begeben. Ueberall hat er die weitestgehende Unterstützimg und moralische Hilfe gefunden. Der Heilige Vater selbst tefunbete ein solches Interesse für den bevorstehenden Kongreß, von dem er die schönsten Früchte erhofft, daß er den Erzbischof von Karthago fünfviertel Stunden bei sich behielt, um alle Einzelheiten mit chm durchzusprechen. Auch Kardinal Gasparri empfing den Erzbischof.
Kleine Mchlichs KachrichèeK.
Rom. Der Kardinalstaatssekretär Gasparri muß wegen Influenza mit leichtem Fieber das Bett hüten. Ungeachtet der vorgerückten Jahre des Kirchenfürsten hegt man zurzeit keine ernsten Besorgnisse um ihn.
Aachen. Wir brachten kürzlich die Nachricht der K. K., daß Msgr. David in Rom als Bischof von Aachen aus- ersehen sei. Wie dieselbe K. K. jetzt erfährt, ist dem Rektor des deutschen Campo Santo in Rom, Prälat David, von einer demnächstigen Berufung auf den Aachener Bischofssitz nichts bekannt, und er selbst hält seine Ernennung auch für ausgeschlossen.
Uirechl. Der Erzbischof von Utrecht, Msgr. van dc Wetering, der Primas der katholischen Kirche in Holland, ist am 18. November im 79. Lebensjahre nach einem Schlaganfall gestorben. Er war 1850 in Hoogland geboren, studierte in Culemborg und wurde 1874 zum Priester geweiht. Im Jahre 1895 wurde er Erzbischof von Utrecht. Am 15. August 1924 beging er sein goldenes Priesterjubiläum Der in der ganzen katholischen Welt bewunderte Aufstieg des katholischen Lebens in Holland ist nicht zuletzt das Werk des Metropoliten der holländischen Kirchenprovinz. In Fulda nahm er im Jahre 1905 an der Feier des 1150jährigen Bonifa- tiusjubiläums teil.
Amsterdam. Am vergangenen Sonntag hat der Verein deutschsprechender Katholiken sein neues Heim an der Heerengracht 46, das ehemalige St. Dominikus-Patronat, feierlich eingeweiht. Dieses Haus ist an erster Stelle gedacht als ein Heim für alleinstehende deutsche Mädchen, dann aber auch als Mittelpunkt des teutschen katholischen Lebens in Amsterdam. Es soll als ein wirkliches Heim gelten, mit warmem, häuslichem Leben und sinniger Freude, als ein Stück Heimat, wo die Landssart und die deutschen Bräuche erhalten bleiben. Bei der Einweihung traten unter der Leitung von Jan Nieland eine Reihe holländischer Künstler auf, deren Darbietungen bei den Teilnehmern hohen Genuß und äußerste Zufriedenheit hervorriefen.
Paris. Die deutsche katholische Gemeinde in der französischen Hauptstadt konnte am Sonntag ein neues, eigenes Gemeindehaus einweihen. Das neue Heim liegt in der Rue Lhomond 21, nahe der Sorbonne. Der Seelsorger der deutschen Katholiken in Paris, Pater Ritter, beging gleichzeitig fein 25jähriges Priesterjubiläum. Eine ganz besondere Note erhielt die Feierlichkeit durch das Bekanntwerden der Nachricht, daß die französische Regierung gestern beschlossen hat, den Liquidationserlös aus den verschiedenen Missionen, welche dem deutschen Karitas-Verband in der Vorkriegszeit gehört hatten, restlos der deutschen katholischen Gemeinde in Paris wieder zur Verfügung zu stellen. Dank der schönen Geste der neuen französischen Regierung verfügt die deutsche katholische Gemeinde in Paris nun über einen recht namhaf- ten Betrag, mit dessen Hilfe es gelingen sollte, den be= ginnenden Aufbau der deutschen katholischen Gemeinde in Paris in jeder Weise zu fördern. Mit dem Absingen eines von den deutschen katholischen Studenten und Studentinnen einstudierten Liedes schloß die überaus harmonische Feier.
Casteilane (Südfrankreich). Unter dem Protektorat Sr. Eminenz des Kardinals Schulte von Köln wurde die katholische deutsche Mission für die zahlreichen deutschen Arbeiter hier errichtet, die auf Reparationskonto mit dem Bau der Derdontalsperren beschäftigt sind. Nachdem Provinzial P. Kassiepe aus dem Oblatenorden, dem die Mission anvertraut ist, zehn Tage hindurch die Arbeiter besucht und ihnen allcchendlich in den
Savactentagetn religiöse Vorträge genauen. nun ul- vc hochw. P. Karl Ifland O. M. I. von ihm als ständiger Seelsorger eingeführt. Nachmittags 4 Uhr kamen ine Angestellten und Arbeiter beider Lager mit ihren Familien zahlreich zu einer eindruckvollen kirchlichen Feier in der festlich geschmückten Pfarrkirche von Castellane zusammen. Anschließend vereinigte eine gemütliche Versammlung die Teilnehmer im großen Saale des Hotel du Levant, bei der deutsche und französische Reden, Heimat- lieder und Musikstücke abwechselten. Die Werkleitung hat sich in anerkennenswerter Weise um das Zustandekommen und die Einrichtung der deutschen Mission bc* müht. Sowohl in Castellane, wo die Stadt selbst Räume zur Verfügung gestellt hat, wie auch im großen Barackenlager von Castillon wird binnen kurzein der regelmäßige deutsche Schulunterricht beginnen. So ist den wackeren deutschen Arbeitern und ihren Familien mit deutscher Seelsorge und deutscher Schule ein bedeutsames Stück Heimat droben in den schwer zugänglichen französischen Alpen geschenkt worden, für das sie außerordentlich dankbar sind.
Albanien. Der Franziskanerpater Stephan (Eonftam tin Gjecov wurde am 13. Oktober dieses Jahres, wie erst jetzt bekannt wird, in Jugoslawien grausam ermordet. Zwei Gendarmen führten ihn zur Stadt Prizren, ohne einen Grund der Verhaftung anzugeben. Man sagte ihm, nur, der Statthalter wolle ihn sprechen. Der Pater stellte sich erst dem katholischen Bischof vor und ging dann zum Statthalter, der erklärte ihn gar nicht vorgeladen zu haben. Nach einer Beschwerde beim Bischof über die unwürdige Behandlung vonseiten der Regierungsorgane trat Pater Gjecov die Rückreise in seine Pfarrei an. Einige Kilometer vor der Stadt traten aus einem Hinterhalt zwei uniformierte Männer. Einer schoß dem Missionar ins rechte Auge. Den Zuscumnenbrechcuden töteten die Männer durch sechs Brustschüsse. Der Missiona scheint das Opfer eines Racheaktes geworden zu fein Der Ortsfchullehrer seiner Gemeinde (Kossovo) hatte di» katholischen Schulkinder aufgefordert, das schismatischq Kreuzzeichen zu machen. Auf die Vorstellungen des Paters und schließlich erfolgte Beschwerde beim Diözesan- bischof wurde das Unterrichtsministerium mit der Ange^ legenheit befaßt. Der Lehrer wurde vom Amt enthoben und verließ die Stelle unter heftigen Drohungen gegen, den Missionar. Der Zusammenhang dieser Angelegenheit mit der Ermordung scheint gegeben.
Spanien. Es ist bekannt, daß nicht nur in Madrid und Barcelona, sondern auch in anderen spanischen Städten mehr oder weniger ansehnliche deutsche Kolonien sich befinden. Man darf ohne weiteres voraussetzen, daß denselben auch ein entsprechender Prozentsatz Katholiken beigemischt ist. Neuestens ist nun, unter besonderer Mitwirkung von Konsul Eickhoff, in Bilbao eine katholische Kirchengemeinde begründet worden. Konsul Eickhoff ist geborener Sauerländer und wirkt schon seit 20 Jahren in Bilbao. Für den Posten des Geistlichen muß die Gemeinde vorerst auf einen auswärts wohnenden deutschen Priester zurückgreifen. Pater Zicke C. S. I., der als Afrikamissionar bekannt wurde und augenblicklich in dem Kolleg der Herz-Iesu-Priestet in Puente de La Rein» weilt, hat den Gottesdienst übernommen.
Amerika. Mit Genehmigung des Erzbischofs vor Newyork, Kardinal Hayes, bereiten die amerikanische» Katholiken einen Pilgerzug vor, der am Eucharistische» Kongreß in Karthago teilnehmen wird, um dann nach einem kurzen Aufenthalt in Rom den Oberammergauer Passionsspielen beizuwohnen.
Madras. Die Papst-Jubiläumsspende für Indien, btt zur Errichtung einer ständigen Residenz für den Apost Delegaten benutzt werden soll, hat die Zeichnung von 100 000 Rupien (etwa 139 000 Mark), die man in Ansatz gebracht hatte, überschritten. Colombo, die große Hafenstadt Ceylons, brachte allein 36 000 Rupien auf. Diq Gabe wird dem Hl. Vater mit einer Adresse von feiten der Katholiken Indien, Ceylons und Burmas überreicht werden. Indien folgt mit dem Bau eines Delegaturgebäudes den Katholiken Chinas und Indochinas nach, diq schon früher dem Vertreter des Papstes eine würdige Residenz errichteten. Der augenblickliche Apost. Delegat Indiens ist Erzbischof Mooney, früher geistlicher Leiter des Amerikanischen Kollegs in Rom.
Auf einem Massengrab
in Frankreich fand kürzlich ein Besucher aus Deutschland eine französische Aufschrift, die als Denkmal eines vertieften und erweiterten, echte» christlichem Patriotismus hier angeführt sei. Sil lautet in deutscher Uebersetzung: „D e n deut schen Soldaten, unseren Brüdernir Jesus Christus, die gestorben sini für ihr Vaterland, die beweint wer den von ihren Familien. Die fran - zösischen Frauen"