gegebenen Stimmen sind „für die Katz". Gelegen!-' lieh bringt auch eine solche Splitterliste ein oder ?wei Mann durch. Was ist damit erreicht? Ge- wöhnlich steht ein Ehrgeiziger an der Spitze einer solchen Liste, der glaubt, unbedingt in die Körperschaft gewählt werden zu müssen. Erreichen kann eit; solcher — wenn er auch noch einen Kameraden mitdurchbekommt — nichts! Er ist eine hoffnungslose Minderheit. Fort darum mit allen Splitter- listen! Wer klug ist, wählt nach wie vor in alter Treue die Liste der Zentrumspartei.
Jugend an die Fronst
Jugend ist immer am meisten bsgeisterungs- fähig. Unsere Jungmänner, die Hoffnung der Zukunft, werden mit gutem Beispiel vorangehen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen und dem Zentrum ihre Stimme geben. Jeder Jungmann und jede Jungfrau mögen es sich zur heiligen Pflicht machen, daß ihnen ihr Gewissen späterhin keine Vorwürfe zu machen braucht! . „Wähle, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gewählt zu haben!"
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Altersschwache, blinde und kurzsichtige und sonstige gebrechliche Wähler dürfen sich einen Begleiter oder Begleiterin zur Wahl mitnehmen, die ihnen behilflich ist, in der Wahlzelle den Stimmzettel zu kennzeichnen (Kreuzchen neben Zentrumspartei!) und die Stimmzettel dann in die amtlichen Umschläge zu stecken. Man nehme aber für diesen Hilfsdienst nur vertrauenswürdige Personen, die selbst auch Zentrum wählen.
Zum Lommunallandiag des Regierungsbezirks Kassel hatte das Zentrum seither 7 Abgeordnete, und zwar: Sèadkkreis Fulda: Oberbürgermeister Dr. Antoni. Landkreis Fulda: Bürgermeister Herbert, Kreis Hünfeld: Rektor' Sondergeld, kreis Gersfeld: Landrat Dr. Wischens, Kreis Schlüchtern: Forstmeister Rang, Kreis Gelnhausen: Sanitätsrat Dr. Scherf, Kreis Kirchhain: Bürgermeister Linier.
Von den gesamten 7 Kreisen haben die vier erstgenannten eine katholische Mehrheit; die 3 folgenden haben eine katholische Minderheit von 30—40 Prozent. In den 7 obigen Kreisen war sonst kein Kommunallandtagsabgeordneter gewählt, alle 7 Kreise waren also nur durch die Zentrumsabgeordneten vertreten. Da die nichtkatholische Bevölkerung in der bekannten Weise in viele Parteien sich zersplittert, so verdanken es jene 3 Kreise, Schlüchtern, Gelnhausen und Kirchhain, einzig dem treuen Zusammenstehen der katholischen Minderheit, daß sie überhaupt eine Kreisvertretung im Kommunallandtag gefunden haben: der beste Beweis, wie es im' Interesse der Heimat liegt. daß das Zentrum auch aus der diesmaligen Neulvahl ungeschlacht hervorgeht.
Nur wenn die ZentrumsanHänger restlos zur Wahl gehen, können die 7 Mandate der Zentrumspartei erhalten werden. Mit diesen 7 Mandaten bildet das Zentrum seither das „Zünglein an der Wage", unsere Fraktion konnte — je "nach der Lage — mit Rechts oder mit Links eine Mehrheit bilden. Nur wenn die Rechte und Linke gegen das Zentrum zusammengingen (w'e es bei der Wahl des neuen Präsidenten der Landesversicherungsanstalt der Fall war), konnte das Zentrum überstimmt werden.
Es sei hier betont, daß heute in der Kasseler Landesverwaltung an richtigen leitenden Posten noch kein Katholik durchzubringen war. Der Landeshauptmann und sämtliche 6 Landesräte gehören dein evangelischen Bekenntnis an. Einer davon ist Sozialdemokrat. Desgleichen der vor 3 Jahren neugewählte Präsident der Landesversicherungsanstalt.
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Bei den Bücgerschaflswahlen in Lübeck verlor der Hanseatische Volksbund (deutschnational) 7 Mandate von 36 Die verlorenen Mandate eroberten die Nationalsozialisten: Hitler frißt Hugenberg. Das Zentrum hat seinen Vertreter wie seither wieder durchgebracht.
Die Ergänzung des Reichsministeriums. Als Nachfolger Stresemanns im R e i ch s a u ß e n m i n i st e - r i u m wurde jetzt der seitherige Wirtschastsminister Dr. Curtius ernannt. Er hat schon seit Stresemanns
Tod die Geschäfte der Außenpolitik vertretungsweise geführt. An Stelle des Herrn Curtius wurde sein Parteifreund Prof. Dr. Moldenhauer zum Reichswirt s ch a s t s m i n i st e r ernannt. Damit bleiben also die beiden Posten im Besitz der Deutschen Volkspartei.
Ein Bankenkrach folgt zur Zeit auf den anderen. In der letzten Zeit sind es vorwiegend Beamten- Banken gewesen, die Konkurs machten. Nachdem schon vor einigen Wochen die Mannheimer Bell m t e n b a n k von der Katastrophe ereilt worden war, hat um Allerheiligen die Berliner „Bank für deutsche Beamte" bankerott genracht; es folgte schnell darauf die „Braunschweiger Beamtenban k", und gegen Ende der vergangenen Woche ist die „R e i ch s b u n d - B a n k", eine Bankanstalt für höhere Beamte, zusammengebrochen. Die Moral von der Geschichte: Legt euer Geld an bei den bewährten Stadt- und Kreissparkassen, die am sichersten fundiert sind.
ANSZKKd.
° Frankreich.
Tardieu hat nun tatsächlich ein Kabinett auf die Beine gebracht. Es zählt 15 Minister und 12 politische Unterstaatssekretäre. Es ist zahlenmäßig das stärkste Kabinett, das die Republik je gesehen hat. Ob alle Wünsche der kleinen und kleinsten Parteien damit erfüllt sind? Da es sich auf die Rechtsparteien stützt, wird Außenminister Briand für die Fortsetzung der Versöhnungspolitik einen schweren Stand haben. Das dürfte sich schon zeigen bei den demnächsiigen Verhandlungen über die Durchführung des Houngplanes.
In Rußland
hat eine neue Welle des Kampfes gegen jede Religion, besonders gegen die katholische Kirche eingesetzt. Ueberallher kommen Nachrichten von Schliessungen christlicher Gotteshäuser, die in Wirtschaften, Tanzsäle und üble Lokale verwandelt werden. In Rom sieht man der kommenden Entwicklung sehr pessemistisch entgegen und fürchtet das Schlimmste für die Katholiken in Rußland.
Aus politischen Gründen finden außerdem ständig Hinrichtungen statt. Jeden „Bürger", der den Verdacht der Sowjet erregt, darf seine Rechnung mit dem Herrgott machan. Es ist interessant: Sonst überall sind die Kommunisten gegen die Todesstrafe; wo sie aber die Macht haben, werden ihre politischen Gegner massenweise hingerichtet.
Amerika.
In Newyork ist soeben die erste genaue Berechnung der Verluste veröffentlicht worden, bi? die Besitzer amerikanischer Aktien im Laufe der vergangenen Woche durch die gewaltigen Kursstürze erlitten haben. Der Marktwert sämtlicher amerikanischen Aktien hat sich am Montag und Dienstag deck' beiden schwarzen Tagen der letzten Woche, um 60 Milliarden Dollar verringert. An den beiden folgenden Vörsentagen war wieder eine Steigerung des Marktwertes um 25 Milliarden zu verzeichnen. Im Endergebnis sind die Aktionäre der amerikanischen Gesellschaften, wenn man den Wert ihres Aktienbesitzes auf Grund der jeweiligen Börsenkurse bestimmt, im Laufe der vergangenen Woche um 35 Milliarden Dol- lar ärmer geworden. Damit sind die im Zeitraunr eines ganzen Jahres erzielten Kursgewinne dieser Aktionäre innerhalb einer Woche wieder verloren gegangen.
Mexiko.
Eine soeben erlassene Verfügung des obersten Gerichtshofes in Mexiko bedeutet eine weitere Erleichterung in der Ausübung des Gottesdienstes und religiöser Handlungen. Bisher war nur die Ausübung des Gottesdienstes innerhalb der Kirchen zulässig. Durch die neue Verfügung wird es Priestern rind Missionaren gestattet, in Privatwohn- nungen, Lokalen oder auch im Freien Messe zu lesen und die Sakramente zu spenden. Es bedeutet dies eine große Erleichterung besonders für diejenigen Distrikte, wo die Zahl der Priester beschränkt ist.
Guatemala.
Ein feuerspeiender Berg in der mittelamerikanischen Republik Guatamala ist plötzlich zum Ausbruch gekommen. Die fließenden Lavamassen haben ringsum ungeheueren Schaden angerichtet. Sie flossen so schnell vorwärts, daß die Menschen sich nicht mehr retten konnten. Man ^ützt, daß an die 700 Menschen ums Leben gekommen sind.
Würzburg. Das missionsürztliche Institut in Würzburg will Mediziner und Missionskräfte in der Krankenpflege, wie sie gerade das Missionsgebiet verlangt, unterrichten. Am 24. Oktober fand in Würzburg die Abschiedsfeisr des Missionsarztes Dr. Franz Klevekordes (geboren zu Schmallenberg im Sauerland) statt, der mit feiner Frau (geborene Marx aus Rheinbach bei Bonn) in die Zulumission nach Südafrika reist, um dort bei den Benediktinern von St Ottilien unter Bischof Spreiter die Tätigkeit als Missionsarzt aufzu leh- men. Die Gemahlin des neuen Missionsarztes if in Krankenpflege und Apotheke gut ausgebildet, um ; uch darin ihrem Mann eine treue Gehilfin zu fein.
Oberammergau. Eine alte Oberammergauer Korrespondenz wird jetzt in der Vorbereitungszeit für 1930 wieder kolportiert, ein angeblicher Brief eher Frau aus dem Passionsdorf an chren Schwager im Bayer. Wald: „Zum Passionsspiel ist schon alles bereit. Nur einen Esel für den Palmeneinzug in Jerusalem könnten wir noch notwendig brauchen. Da wärest gerade Du der rechte Mann. Darf ich Dich in Vorschlag bringen?" — Prompt erwidert der Geneckte: „Meine liebe" Schwägerin! Du scheinst mir nicht ganz bibelfest zu sein. Sonst müßtest Du doch wissen, daß der Heiland auf dem Füllen einer Eselin.ritt. Die mir zugedachte Rolle könntest infolgedessen Du am besten übernehmen!"
Warburg. Am 23. Juli wurde das Noviziat der deutschen Dominikaner von Venlo nach Warburg verlegt. Möge es in der Heimat des fei. Jordanus zu immer größerer Blüte kommen!
Belgien. Dem Beispiel der Holländer folgend haben auch die vlämischen Katholiken eine eigene Radiostation geschaffen, und zwar in Veltheim bei Löwen. Der Leiter ist ein Professor der Löwener Universität, Kanonikus Boone, der Präsident des Vlämischen Kulturbundes, der alljährlich für seine 60 000 Mitglieder 5 bis 6 Neuerscheinungen von vlämischen Autoren herausgibt. Das Programm des neuen Senders soll ausschließlich katholischen und kulturellen Charakter tragen. Finanziert wird das Unternehmen hauptsächlich von dem Belgischen Bauernbund.
Peru (Südamerika). Ein 18/4 Meter hohes Ric- senkreuz hat die Bevölkerung Simas mit Unterstützung der Regierung auf dem Gipfel des die Stadt überragenden Berges San Cristobal errichtet. Cs ist kürzlich im Beisein des Präsidenten der Republik, mehrerer Minister und Regierungsbeamter sowie einer unübersehbaren Masse von Gläubigen eingeweiht worden. Zwei kleinere Kreuze waren für die Feier unterhalb des Denkmals angebracht worden: jenes, das die in Lima geborene hl. Rosa bei Bußprozessionen zu tragen pflegte und vor dem diese hl. Dominikanerin betete — und jenes Kreuz aus dem Nationalmuseum, das Pizarro aus Spanien herüberbrachte unb das auf dem Boden Perus als Zeichen der Evangelisierung aufgepflanzt wurde. Das neue Kreuz ist 12 Meter hoch und stehi auf einem 6^ Meter hohen Sockel.
China. Allen unseren Lesern ist der Name Konnersreuth bekannt. Kaum bekannt aber ist, daß es auch in China eine Christin gibt, die bereits 12 Jahre ohne jede feste Nahrung lebt. Die hl. Kommunion ist ihre Stärkung. Sonst genießt sie kaum etwas Melonenwasser, Birnen- oder Granatäpfelsaft mit Wasser gemischt, zuweilen auch etwas Milchwasser. Chinesische wie deutsche Aerzte, Männer von Ruf und Erfahrung, erklären vor einem Rätsel zu stehen, der Zustand liege über menschlichem Wissen und Erfahren. Rosa Tschang ist der Name des Mädchens. Sie ist 33 Jahre alt, ein leuchtendes Beispiel des Gebetseifers und der Geduld und Ergebung in Gottes Willen, und lebt in Beiyenfu in Ost-Schantung. Der Steyler Missionar P. Wewel berichtet darüber als Augenzeuge in der Zeitschrift „Um Seelen" (Mai 1929).
Peking. Die neuerrichtete Benediktineruniversität Peking, für die Gefahr bestand, daß sie die staatliche Anerkennung als Hochschule nicht erhielt, hat jetzt die Er- laubnis erhalten, sich als Universität in die Register des Unterrichtsministeriums zu Nanking eintragen zu lassen, da die Institution zu dem Kolleg für die schönen Künste auch ein solches für Erziehungswesen und allgemeine Wissenschaft angegliedert hat.
waa soll des Guten nicht zu viel tun. darum fei wieder darauf hingewiesen, das Maggi's Würze gerade bei sparsamer Verwendung ihre vorzügliche Wirkung entfaltet. Wenige Tropfen genügen, um schwache Suppen und Soßen überraschend zu verbessern und den Geschmack von Gemüsen und Salaten zu verfeinern.