Oer Redner folgte eine sehr lebhafte und angeregte Diskussion. Erst gegen 12.30 Uhr erreichte die Versammlung ihr Ende. — Am Sonntagnachmittag fand eine ebenfalls recht anregend verlaufene Zentrumsversammlung in Mittelkalbach statt.
= Hauswurz. Die hiesige Ortsgruppe der Zen- v artet hatte für Sonntag nachmittag eine Ver - > sa mmlung einberufen, in der Reichstagsabgeordneter Dr. Cron e-Münzebrock sprach. Der Redner behandelte in seinen interessanten Ausführungen die Arbeit der Zentrumspartei auf dem Gebiete der Wirtschafts- und Kulturpolitik. Nach längerer Diskussion, in der manche Anregungen und Wünsche vorgebracht wurden, fand die Versammlung nach mehr als 3stündiger Dauer gegen 6.30 Uhr abends ihr Ende. — Am Abend sprach Dr. Cron e-Münzebrock in einer gut besuchten Versammlung in Bachrain.
Dipperz (Kreis Fulda). Am vorigen Sonntag bereitete die hiesige Pfarrei ihrem scheidenden, in den Ruhestand tretenden Lehrer, Herrn Edmund Schön- Herr, eine einfache, herzliche Abschiedsfeier. Am Nachmittage zogen unter Vorantritt der hiesigen Musikkapelle die Schulkinder, Pfarrangehörige und die Kriegerkameradschaft zum Schulhause. Herr Pfarrer Rey warf einen Rückblick auf die Tätigkeit des Scheidenden und dankte ihm für all das Gute, das er in seiner 43%fäf)rigen rastlosen Arbeit zu Finkenhain und Dipperz in Schule, Kirche und Gemeinde durch Wort und Beispiel gewirkt hat. Den warmen Dank der Schulkinder brachten ein Knabe und ein Mädchen in zwei finnigen Gedichten zum Ausdruck, der sich wiederholte in dem innig vorgetragenen Abschiedsliede der Kinder unter Leitung des H. Hilfslehrers Jung. Die Musikkapelle umrahmte die
die
Feier durch eigens zu diesem Zwecke eingeübte und vortrefflich vorgetragene Musikstücke. Die Pfarrei, dir Schulkinder und die Kriegerkameradschaft, die sich vom Kriege her ihm verbunden fühlte, überreichten als blei
bendes Zeichen der Liebe, Dankbarkeit und Verehrung praktische Geschenke. Tiefgerührt dankte Herr Lehrer Schönherr und versprach, wenn auch örtlich getrennt, mit der Pfarrei im Geiste vereint zu bleiben. Die Wünsche für einen glücklichen gesegneten Lebensabend • fanden ihren Ausdruck in einem begeisterten „Hoch" auf den Scheidenden. Gebe Gott, daß der Nachfolger in die Fußspuren seines Vorgängers tritt, dann wird auch ihm unser katholisches Volk gleiche Verehrung und Hochachtung entgegen bringen.
Oberufhausen. Am vorigen Sonntag trat zum erstenmal die hiesige „Deutsche Jugendkraft" im Saale des Gesellenvereins an die Oeffenllichkeit mit der Aufführung des fünfaktigen Schauspiels „Judah" von Dr. Faust, einer dramatischen Bearbeitung des Romans „Ben Hur" von Wallace. Die Aufführung dieses Strickes war wirklich ein großes Wagnis, betraten doch die meisten der Spieler zum erstenmal die Bühne. Aber die Sache ist geglückt, der Theaterabend war für die DJK. ein voller Erfolg. Das bewies der ständig wachsende Applaus der Zuschauer, der nach den letzten Akten fast nicht enden wollte. Ganz ergreifend war besonders der 3. Akt, Wiedersehen der aussätzigen Mutter und Schwester mit dem aus Rom zurückgekehrten Judah. Sämtliche Mitwirkende hatten sich gut in ihre Rolle gedacht und taten ihr Bestes. Alle Anwesenden gingen hochbsfriedigt nach Hause. Denn das steht fest, und der gestrige Theaterabend hat es zur Genüge bewiesen, daß die Mitglieder der hiesigen DJK. nicht nur Meister im Fußballspiel sind, sondern auch auf der Bühne ganz Beachtliches leisten.
. = Oberufhausen. Ein schönes Beispiel von Einigkeit bietet unsere Gemeinde bei der diesjährigen Wahl. Cs ist nämlich nur eine Liste aufgestellt. Man geht wohl nicht fehl, wenn man diesen Erfolg dem vorbildlichen Wirken unseres Bürgermeisters zuschreibt, der es verstand, durch seine bisherige Tätigkeit das Vertrauen seiner Gemeinde im vollsten Maße zu erwerben. Mögen ihm noch viele Jahre segensreichen Wirkens be- schieden sein!
— Hünfeld. Im katholischen Gesellenhaus fand am Montagnachmittag eine aus allen Teilen des Kreises
Zehntrumswähler und Zentrumswählerinnen im Kreise Gelnhausen!
Auch durch den „Bonisaliusboten", den bewährten Führer bei politischen Wahlen in schwerster Zeit, ergebt noch einmal an Euch der Ruf: Schließet die Reihen! Auf zur glücklichen Wahl!
1 Es gilt unsers Stellung im Kreistag unb im Kreisausschutz unseres Heimat- 1 steifes zu behaupten!
Es gilt auch diesmal wieder einen Z e n - irumsmann in den Kommunalland- la9 zu Kassel zu entsenden!
Werden wir durch Wahlflauheit nicht selber schuld an dem Verluste des Mandats, das unser verstorbener Sanikälsrat Dr. Scherf so treu oer- Wfet hat. Und wenn unsere eigene Kraft zum >>ege nicht ausreicht, dann soll es doch am ernsk- Uchen Willen nicht gefehlt haben. Es lebe der akkrüstige Wille, dem der Erfolg i "«schieden!
Der Wahlausschuß.
besuchte Derkrauensmännerversammlung der Zentrumspartei statt. Reichstagsabgeordneter Dr. Crone-Münzebrock referierte über Wirtschaftsund kulturpolitische Fragen. Er hob die zahlreichen Schwierigkeiten und Probleme hervor, die unsere heutige Lage kennzeichnen. Die Ausländsanleihen sind aus 20—25 Milliarden gestiegen, die Steuerlasten betragen statt 4,5 Milliarden vor dem Kriege heute 12—13 Milliarden. Dazu kommen noch die Aufschläge der Kommunen für Gas, Wasser und Elektrizität, sowie die enormen Leistungen auf sozialem Gebiet. Wie weit es gelingen wird, all diese Schwierigkeiten zu meistern, hängt zum großen Teil davon ab, wie die Zentrumswählerschafi bei den Wahlen ihre Partei unterstützt.
= Rasdorf. Im überfüllten Saale der Gastwirtschaft Flach fand am Montagabend eine Wahlversammlung der Zentrumspartei statt. Als Gäste bemerkte man die Vertreter der Zentmmsleitung in Geisa, ferner die Kreistagsabgeordneten Kogel- Zirkenbach und Wingenfeld -Haselstein sowieDirek- Ltor Hügel von der Landwirtschaftsschul« m Hünfeld. An den Vortrag des Reichstagsabgeordneten Dr. Crone-Münzebrock schloß sich eine angeregte Diskussion an, in der auch Direktor Hügel das Wort ergriff. Er sprach über landwirtschaftliche Fragen, wobei er den Ausführungen des Referenten zustimmte Md sie un- terstrich. i ‘ WM MA'MLW
Lahrbach. Hier starb im 80. Lebensiahr der allseitig geachtete Schuhmachermeister und langjährige. Kirchendiener Joseph Leimbach. Mit besonderem Eifer widmete er sich dem Apostolat der katholischen Presse. Unter anderem hat er sich um die Verbreitung des Bonif.-Boten, in Lahrbach erfolgreich bemüht. Gott lohne es ihm und schenke ihm die ewige Ruhe! Der Sohn des Verstorbenen, Herr Karl Leimbach ist nunmehr in die Fußtapfen feines Vaters getreten.
Luiker (Rhön). Auch in unserem stillen Rhöndörs- chen wohnt eine gottgesegnete Alte. Fräulein Magdalene Seufert kann heute auf 84 Jahre Lebenszeit zurückblicken. Ein Leben voller Arbeit und Mühen, aber doch so reichhaltig an Freuden liegt hinter ihr. Unermüdlich verdient sie sich heute noch ihren notwendigsten Lebensunterhalt durch ihrer Hände Arbeit. Ja, erstaunenswerte Frische und körperliche Rüstigkeit lassen in ihr ein derartiges Lebensalter nicht vermuten. Man sieht sie trotz Hitze oder Kälte, trotz Sturm oder Regen im Gottesdienste und mit bewundernswertem Eifer erfüllt sie ihre religiösen Pflichten. Groß und klein schätzt sie, und jedermann unterhält sich gern mit ihr; denn wer solange gelebt hat und die Lebensschicksale während 84 Jahren miterleben konnte, kann so manches erzählen, was der jetzigen Generation fremd und beinahe märchenhaft erscheint. Die ganze Geineinde nimmt lebhaften Anteil an ihrem Glücke und wünscht ihr von ganzein Herzen noch manchen frohen und gesunden Geburtstag.
Kreis Gersfeld. Auch diesmal zeigt sich wieder im Kreise Gersfeld angesichts der bevorstehenden Kreistagswahl, ebenso wie vor einigen Jahren schon einmal, eine traurige Eigen brodele i. Das ist der Wahlvorschlag mit dem Kennwort „Kleinlandwirte". Der Wahlvorschlag segelt schon unter falscher Flagge. Einer von den 9 darauf Genannten ist überhaupt kein Landwirt, auch kein Kleinlandwirt. Wohl aber sind alle K Genannten Gemeinderechner, und zwar, abgesehen von Günthers, in fast ausschließlich katholischen Gemeinden. Der Wahlvorschlaa wäre besser und wahrheitsgemäßer „Wahlvorschlag der Gemeinderechner" genannt worden. Die genannten Gemeinderechner erstreben mit dem Durchbringen eigener Kandidaten angeblich die Angleichung oder doch wenigstens Annäherung ihrer Gehaltsbezüge mit denen der Bürgermeister. Nach unserm Wissen hat der Kreistag mit dieser Sache auch nicht das geringste zu tun.
Marburg. Der Monat Oktober bedeutet für die hiesige kath. Gemeinde ein hochbedeutsames Blatt in ihrer Chronik! Nachdem bereits am 15. Sept, der Ehren- domherr Dr. Weber nach Jahrzehnten segensreicher Aufbauarbeit aus Altersrücksichten von der Leitung der Pfarrei zurückgetreten war, bestellte die kirchliche Behörde den H. H. Pfarrer Gereon Hünseler zu dessen Nachfolger. Die Einholung des neuen Seelsorgers gestaltete sich zu einer schlichten, herzlichen Abendfeier, wobei er selbst seine schwere künftige Hirtenarbeit unter den Schutz des hl. Johannes, des Kirchenpatrons und den der Stadtheiligen: St. Elisabeth stellte. Am Christ- Königssest selbst war die kirchl. Einführung, die von dem H. H. Dechanten Ebel-Neustadt vollzogen wurde. Der gut geschulte Männerchor gab der erhebenden Feier eine besonders festliche Note. — Möchten all die herzlichen Wünsche, die bei dem nachfolgenden gemütlichen Zusammensein im Kreise der Lehrerschaft und des Kirchenvorstandes dem neuen Pfarrherrn mit auf seinen Zukunftsweg gegeben wurden, sich erfüllen: Ad multos annos! .
Fritzlar. Am vorigen Sonntag fand im Saal der Marianistsn ein Volksbildungsabend der hiesigen Ortsgruppe des Volksvereins für das katholische Deutschland statt. Der Geschäftsführer eröffnete die Tagung mit einer herzlichen Begrüßungsrede. Das festgeleote Programm war sehr reichhaltig. Musikstücke (Klavier vierhändig, Harmonium u. Violinen), Männerchöre, Reinen und ein lustiger Einakter umrahmten die große R-we des Landessekretärs Dr. Oberstatter von Frankfurt a. M. In seiner glänzenden Rede über das Thema „Wir Katholiken und die Gemeinde" führte er folgendes aus:
Fritzlar mit seiner alten Geschichte und Vergangenheit hatte im Mittelalter eine christliche Gemeindeverwaltung, die darauf bedacht war, allen Berufsständen gerecht zu werden und das Gemeindsvermögen zum Nutzen der gesäurten Bürgerschaft zu verwalten. Auch in unseren Tagen, wo die Gemeindewahlen vor der Türe stehen, muß man darauf bedacht sein, nur charakterfeste christliche Männer zu wählen, die das Gemeindeoermög-n nicht zu Gunsten eines Berufsstandes verwalten, d.s auch ein Verständnis besitzen für die geistig-soziale Not, die die Wohnungsnot beseitigen und ein Herz für tue Jugend besitzen. Dem Herrn Redner wurde großer Beifall gezollt und der Herr Geschäftsführer dankte ihm sowie allen, die ihre Kräfte zum Gelingen dieses Volksvereinsabends zur Verfügung gestellt haben.
Fritzlar. Was lange währt, wird endlich gut, kann man mit Recht bezüglich unserer neuen Domorgel sagen. Nunmehr ist hier die Nachricht eingetroffen, daß die vor Jahresfrist in Auftrag gegebene Domorgel in den nächsten Tagen ankommen wird. Drei Monteure sind bereits angemeldet. Hoffentlich wird dieses neue Werk volle Befriedigung auslösen, es kostet nur 35 000 Mark.
Aus Thüringen. In Weimar und Jena fanden große Versammlungen der Aentrumspartei statt, in denen Altreichskanzler Dr. Marx den Haupt- vortrag hielt über „Reichspolitik des Zentrums". Nach ihm berichtete der frühere thüringische Abgeordnete Dr. Schomberg über Thüringische Politik. Die beiden Bcr- sammlungen waren zugleich der Auftakt für den Wahlkampf in den beiden Städten. — Für die thüringischen Landtagswahlen geht das Zentrum diesmal selbständig vor. Als Spitzenkandidat wurde Herr Dechant Brettung-Weimar einstimmig aufgestellt. Wenn die Thüringer Katholiken am 8. Dezember ihre Pflicht tun, werden sie wieder einen Vertreter im Parlament haben.
Eisenach. (Papstjubiläumsfeier.) Vom 1.—3. November veranstaltete die hiesige kacholische Pfarrgemeinde anläßlich des goldenen Priesterjubiläums des Hl. Vaters Pius XL eine kirchliche und außerkirchliche Feier. Ein Dominikanerpater aus Warburg i. W. hielt ein Triüuum. Zu Allerheiligen und Allerseelen fand nach der Abendvredigt eine Lichterprozession um die Kirche statt. Nach dem Wiedereinzug in die Kirche wurden Glaubensbekenntnis und Ablaßgebete verrichtet. Am Sonntagabend wurde im Hotel Schmelzerhos eine außerkirchliche Feier veranstaltet. Nach herzlicher Begrüßung durch unsern Herrn Pfarrer hielt der Pater die Festrede über das priesterliche Wirken des Papsttums insbesondere an den Wendepunkten neuer Zeit- epochen und Herr Kaplan Dr. Wahl einen Lichtbildervortrag über den Hl. Vater im Vatikan. Der Marienverein führte ein Festspiel auf. in welchem klösterlich gekleidete Jungfrauen nach Huldigungsdeklamationen an den Hl. Vater vor dem festlich geschmückten Papstb-ld Blumensträuße niederlegten. Der Chor des katholischen Männervereins sang unter Leitung des Herrn Lehrers Holzapfel mehrere Festlieder und die ganze Versamm- lung die Papsthymne. Mit dem Lied „Großer Gott wir loben dich" wurde die schöne und anregend verlaufene Feier geschlossen.
Wolsmannshausen (Thür.) Eine schöne Neuerung konnte man hier im Friedhof an Allerheiligen sehen. Herr Pfarrer Brand ließ einen originellen Grabstein eines schon länger verstorbenen Pfarrers (Müller 1797 f) und den eines Lehrers (Balling t 1882) Herrichten und aufstellen im Friedhof zwischen Schule und Kirche neben einander, als Symbol der notwendigen fruchtreichen Zusammenarbeit dieser beiden Autoritäts- personen, aber auch als Mahnung, die Gemeinde möge nie ihre verstorbenen Lehrer und Pfarrer im Gebete vergessen. Der Besuch der beiden Ehrengräber und der Schmuck derselben an Allerseelen ließ erkennen, daß di-» Anregung aus guten Boden fiel.
HomsksKekke
in den Kreisen Kirchhain, Gersfeld, Schlüchtern und Gelnhausen.
Der Herr Regierungspräsident hat auf Befürwortung der Bischöflichen Behörde der Katholischen Kirchengemeinde Mernes eine Hauskollekte bei den katholischen Einwohnern der oben genannten Kreise bewilligt für den Neubau der Kirche in Mernes im Spessart. Der Neubau der Kirche in Mernes ist ein dringendes Bedürfnis. Der Hochw. Herr Bischof in Fulda bezeichnet sie als die armseligste Ku- ratiskirche der ganzen Diözese. Die jetzige Kirche war nach Zerstörung der früheren im Jahre 1634 nach Beendigung des 30jährigen Krieges gebaut worden; aber die Notzeit jener Jahre ließ ein schlecht gebautes und kleines Kirchlein erstehen. Die Fundaments der Kirche sind schlecht, vollständig feucht, die Steine und der Mörtel vom Wasser und der Luft zum Teil zerfressen; die statt des Gewölbes vorhandene Holzdecke ist morsch: die Feuchtigkeit im Innern steigt bis zur Höhe des Altares. Dazu ist das Kirchlein zu klein; es würde reichen für eine Gemeinde von 300 Seelen, während die Gemeinde 600 zählt; im Schiff der Kirche, das nur 7.12 Meter breit ist ist nur Platz für die Frauenwelt; kue Kinder knien bis an die Stufey des Altares; die Männerwelt muß ihren Platz suchen auf 2 übereinander liegenden Emporen; die unterste dieser Emporen ragt bis