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für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 K-Pfennlg B 45 R.-Pfennig (Zustellgebühr extra)

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Redaktionsschluß Montag. Reklameteil 0,60 Goldmark. Anzeigen muffen spätestens

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Nr. 44

Sonntag, 3 November ^929

M39. Jahrs

Wochenèalertder.

Sonntag, 3. Nov. 24. Sonntag nach Pfingsten.

Montag,, 4. Nov. Karl Borromaeus, Kardinal, f 1548.

Vitalis und Agricola, Mart.

Dienstag, 5. Nov. Fest der Kirchweihe.

Mittwoch, 6. Nov. Reliquienfest.

Donnerstag, 7. Nov. 6. Tag der Oktav von Allerhei­ligen.

Freitag, 8. Nov. Oktav von Allerheiligen. Ged. der 4 gekrönten Brüder, Mart.

Samstag, 9. Nov. Fest der Weihe der Crlöserbasilika.

Theodor, Mart., t 303.

24. Sonntag nach Pfingsten.

Epistel. Römer 13, 810.

Evangelium. Matthäus 8, 2327. Der Sturm auf dem See.

In jener Zeit stieg Jesus in ein Boot, und seine Jün­ger folgten ihm. Und siehe, ein gewaltiger Sturm er­hob sich auf dem See, so daß das Boot von den Wo­gen überflutet wurde. Er aber schlief. Da traten seine Jünger zu ihm und weckten ihn und riefen:Herr, rette uns, wir gehen zugrunde!". Jesus aber sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam, ihr Schwachgläubigen!" Dann stand er auf, gebot dem Wind und dem See, und es ward tiefe Stille. Da staunten die Leute und sag­ten:Wer ist doch dieser! Selbst Wind und See ge­horchen ihm!"___________

Die funkelnde Krone.

ft schaue ich des Abends ober mit­ten in der Nacht zum sternge­schmückten Himmel. Dort bewun­dere ich oft einen Sternhaufen, der nach Art einer Krone geformt - - -^ ~ . ist und deswegen in der populä­ren Astronomiedie Krone" genannt wird.

. Eine Krone sehe ich auch heute am Feste Aller- vtiligen. Einefunkelnde Krone", nicht gebildet aus vergänglichen, körperlichen Sternen, sondern gebildet aus dem Glanz der Heiligkeit und Selig­keit. der in den Seelen der Heiligen strahlt.

Zu großer Würde hat ja der Schöpfer des Welt­alls (Vater all feiner Geschöpfe), den Menschen be- rusen und ihn zum Meisterwerk, zur Krone der Zischen Schöpfung gemacht. Mit dem königlichen Zanger David müssen wir staunend ausrufen:

âur wenig unter die Engel hast du den Men- ,'en erniedrigt, hast mit Herrlichkeit und Ehre ^änbe"^n klotzt über alle Werke deiner besteht aber dieser besondere Vorzug An der Gottähnlichkeit, in der Gott- M "Bildlichkeit. Gott ist ein Geist. Und auch oem ftpX;!fn hat Gott einen Geist gegeben, einen un= ten E Vernunft und freiem Willen begab-

1 dem Lichte der Vernunft können "mir

denken, den Dingen auf den Grund gehen, aus ge­gebenen Wahrheiten Schlüsse ziehen, den Herrn und Urheber aller Dinge aufspüren und erkennen. Durch die Kraft des Willens können wir uns für Gut ober Bös entscheiden, können Gottes Gebote halten, kön­nen ihm unser Herz und unsere Liebe schenken. Und immerdar freut sich Gott der Menschen, die er aus Liebe erschaffen, sorgt für ihre Bedürfnisse, will sie an sich ziehen und ewig glücklich machen.

Hinter den Verirrungen, Prüfungen und Trüb­salen dieses elenden Lebens versteckt sich manchmal Gottes wundervolle Absicht wie die Sonne sich ver­steckt hinter den Herbstnebeln. Erleuchtete Män­ner setzen aber Gottes Weisheit, Güte und Liebe immer wieder ins Licht. So machte es unser Apo-

Aeberzeugk von dem reichen Nutzen, den das Sonntagsblatt der Diözese Fulda, der von dem hochverdienten Prälaten Sd^cf be­gründete und nach seinem Tode von bewähr­ten Kräften weilergeführke

Bonifatius-Bote"

in den 46 Jahren seines Bestehens als Prediger und Seelsorger in der katholischen Familien des Bistums, im großen Weltkrieg auch als Freund und Tröster unserer tapfe­ren Kämpfer gestiftet hat, möchte ich ihn heute wiederum allen meiner Hirkensorge Anvertrauten angelegentlichst empfehlen.

Für denBonifatius-Boten" und alle übrigen Sonntagsbiätler in Deutschland, die gleich ihm durch die Verkündigung und Ver­teidigung der katholischen Wahrheit als Apostel wirken, erflehe ich am Grabe des hl. Bonifatius Gottes reichsten Segen. t Joseph Damian, Bischof von Fulda.

stel Paulus in Athen, dieser berühmten Stadt, die auf ihre Bildung und Kunst so stolz war. Mit Schmerz betrachtete Paulus auf feiner Missionsreise jene große unendliche Allee von Götzenbildern ans Marmor, Gold und Silber, alle von Künstlerhand geschaffen. Aber mit Freude bemerkte er auch einen Altar mit der Aufschrift:Dem unbekannten Gott". Da war das Thema seiner Predigt sofort gegeben. Mutig stieg er empor zum Areopag und hielt an die neugierigen Gaffer folgende Rede:

Ihr Männer von Athen. Ich habe die Wahr­nehmung gemacht, daß ihr über alle Maßen gottes­fürchtig seid. Als ich umherging und eure Heilig­tümer betrachtete, fand ich auch einen Altar mit der Ailfschrift:Dem unbekannten Gott". Was ihr nun verehret, ohne es zu kennen, das verkünde ich euch. Es ist der wahre Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat, der allen Geschöpfen Leben gibt

und Odem und alles. Er ist nicht ferne von jedem aus uns; denn in ihm leben wir, bewegen wir und sind wir. So haben auch einige von euren Dichtern gesagt:

Wir sind von Gottes Geschlecht."--

O wunderbare, beglückende Wahrheit, die Pau­lus den staunenden Philosophen verkündigt hat. Wir alle sind von Gottes Geschlecht. Nicht eine Entwicklung aus dem Affen ist der Mensch, son­dern eine eigene selbständige Schöpfung, aus Got­tes Hand hervorgegangen, mit seinem Ebenbild be­zeichnet. Gottes Geschlecht sind wir durch die Schöpfung. Aber noch mehr sind wir Gottes Ge­schlecht durch die Erlösung. Die Flecken der Sünde, die von der Geburt uns anhasten und die Schönheit unserer Seele beeinträchtigen, die sogar Satans Züge an uns hervortreten lassen, sind durch die Erlösung, sind durch das Blut Jesu, sind durch die Taufe getilgt, und hell und klar wie der Morgen­stern erstrahlt in uns das Bild der Schönheit und Heiligkeit Gottes. Wir find im Besitze der heilig­machenden Gnade, der Freundschaft und Kindschaft Gottes, wir haben die Anwartschaft und das An­recht auf die vollkommene, ewige Vereinigung mit Gott im unermeßlichen Meer einer unendlichen Seligkeit und eines unendlichen, unbeschreiblichen Glückes.

Selbst der Stein, auf den die heiße Sonne scheint, wird warm. Und unser Herz, von den Wohltaten, ja von der Freundschaft Gottes be­schienen, sollte kalt bleiben wie Marmor? Nein. Unser Herz muß durchbohrt werden von der Flamme der Liebe. Darin waren alle Heiligen sich einig. Alle haben sich den Weckruf des hl. Johan­nes zu eigen gemacht:Laßt uns Gott lieben, denn er hat uns zuerst geliebt."

Unter den Heiligen waren einige Könige. an» dere Bischöfe, andere Aebte, andere Märtyrer, an­dere Bekenner, andere waren Kirchenlehrer, Or­densleute, Weltleute, Familienväter, Mütter, Jung­frauen, Büßer. So verschieden sie aber alle wa­ren an Stand, Alter und Geschlecht, so einig waren sie in der Liebe Gottes. Diese Uniform zeichnete sie alle aus; diese Krone schmückte sie alle. Wuß- ten sie ja, daß zwar auch der Glaube etwas Gro­ßes ist und etwas Großes die Hoffnung, daß aber alle diese göttlichen Tugenden übertroffen werden durch die Liebe. Denn sie kannten die Worte des Völkerapostels:Wenn ich einen Glauben hätte, daß ich Berge versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, so bin ich nichts. Jetzt bleiben der Glaube, die Hoffnung und die Liebe; die größte unter ihnen ist aber die Liebe. Der Glaube geht über in Schauen, die Hoffnung in Besitz, die Liebe allein bleibt, bleibt ewig. Es wußten die Heiligen, welch große Tugenden die Demut, der Gehorsam, die Keuschheit, die Abtötung ist, daß sie alle aber keinen Wert haben ohne die Liebe. Würde jemand elbst die Wundergabe besitzen, hätte aber die Liebe nicht so ist er ein Kind des göttlichen Mißfall«