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Zu jenen Kriegern rede wie ein Priester ihres Suites, hat die letzten Seufzer dieser Tapseren ge­hört, ihre letzten Wünsche ausgenommen, und sie den Angehörigen mitgeteilt." Der Primas Karl v. Dalbèrg berief Mi, als er die Herrschaft über Fulda angetreten, zum Oberschul- und Studienrat bei der Oberschul- und Studieninspektion des Lan­des. Immer mehr erweiterte sich sein Gesichtskreis. Da er stets zur engsten Umgebung des Fürlt- bischoss gehörte (er war der tägliche Tischgenosse seines hohen Freundes), so kam er mit den hervor­ragendsten Persönlichkeiten jener bewegten Zeit in persönliche Berührung. Hier sah er die ersten Ge­nerale Frankreichs, hier traf er nach Napoleons Unglück mit vielen deutschen Fürsten und Feld­herrn, die hinter dem Geschlagenen die große Heer­straße zogen, zusammen.

In der kurhessischen Zeit wurden ihm neben allen bisherigen Aemtern auch staatlicherseits noch wei­tere Pflichten auferlegt: Die Leitung des Lyzeums (Obergymnasium) und des Gymnasiums als Stu­dienkommissar (18161832), außerdem wurde er neben seinem Freund Isidor Schleichert Regie­rungsschulreferent. Obwohl er als Direktor der hohen Doppelschule nicht unmittelbar Unterricht zu erteilen hatte, so übte er doch einen großen und segensreichen Einfluß auf die Jugend aus, nament­lich durch, seine herrlichen und begeisterten Arr- spMchen bei den Schulfeiern, besonders zu Beginn und Schluß der Schulabschnitte.

In den kirchenpolitischen Kämpfen, die von Fulda aus mit der Weimarer und Kasseler Regie­rung geführt wurden, war er federführend. In ganz Deutschland erregte es Aufsehen und weckte lebhaften Beifall auf kath. Seite, als das Fuldaer Generalvikariat feierlichst Verwahrung einlegte ge­genüber den von der Weimarer Regierung über die Verhältnisse der katholischen Kirchen und Schu­len des Großherzogtums erlassenen Gesetzen. Die meisterhaft abgefaßten Aktenstücke, in denen die Fuldaer Behörde die. Rechte der Kirche verteidigte, sind größtenteils aus seiner Feder geflossen. Und wer seine Begeisterung für die hl. Sache der Kirche kennen lernen und seine herrliche Sprache bewun­dern will, der lese seine BroschüreBemerkungen zu der in der Allg. Kirchenzeitung 1825 Nr. 2325 enthaltenen Beleuchtung der Vorstellungen und Beschn»erdkn des bischöflichen Generalvikariats *u Fulda. Straßburg 1825."

So braucht es niemand zu wundern, daß schon 1821, als der Hl. Vater den oberrheinischen Re­gierungen eine Anzahl geeigneter Kandidaten^ die neu zu besetzenden Bischofsstühle benannte, auch der Geistl. Rat G. L. Pfaff (neben Regens Komp und Bonifaz v.Kempff u.a.) darunter war. Und als das Bistum Fulda und das Fuldaer Domkapitel 1829 neu konstituiert wurden, war es selbstverständlich daß Pfaff wenigstens in die Verwaltung der Diö­zese und in das Domkapitel berufen wurde. Seine ohnehin schon sehr ausgedehnte, vielseitige Tätig­keit wurde besonders stark in Anspruch genommen als durch mehrere Paragraphen der neuen hes­sischen Verfassungsurkunde die Gewissensfreiheit der Katholiken beeinträchtigt schien und das Dom­kapitel samt der Fuldaer Bürgerschaft feierlichst gegen diese Beeinträchtigung protestierte.

Im Munde der Fuldaer war Pfaff schlechthin ,,d e r geistliche Rat". In Sorgen, Familien­kummer, in schwierigen Lagen und großen Anlie­gen gingen Fuldaer Bürgerzum geistl. Rat", und ihr Vertrauen wurde nicht enttäuscht.

Der vielbeschäftigte Mann suchte seine Erho­lung im Herbst für kurze Zeit durch einen Aufent­halt bei seinem Bruder, dem Oberrentmeister I o - l e p h P f a f f in M a ck e n z e l l, gelegentlich auch In Geisa bei dem würdigen Dechanten und Geist! Rat Moris, der einst am Gymnasium zu Fulda sein Lehrer gewesen war. Auf gelegentlichen Rei­sen nach dem Süden und Westen des Vaterlan­des knüpfte er vielfach Beziehungen zu bedeutenden Männern seiner Zeit an, so mit Görres in Straßburg, mit Sailer in Regensburg u. a.

Stuf den so vielseitig vorgebildeten, in weite- ften Kreisen Deutschlands schon wohlbekannten und angesehenen Priester fiel am 15. Nov. 1831 die einstimmige Wahl des Domkapitels; nachdem der Hl. Stuhl und die landesherrliche Negierung in Kassel Zugestimmt, wurde er am 2. Sept. 1832 im Dome zu Fulda durch den Bischof von Wörzbura Friedrich Frhr. v. Groß zu Trockau konsekrier! und feierlich in fein Oberhirtenamt eingeführt. Bei der Bischofsweihe assistierten dem Konsekrator d<u- Fuldaer Domdechant Frhr. v. Kempfs und der ehe­

malige Fuldaer Stiftskapitular Rupert v. Bodeck, damals Dvmprobst von Würzburg.

(Schluß folgt.)

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I < MAS her Mözefe Aâs. [

Iulda. Der Hochw. Herr Bischof hat dem Pfarrer Gereon Hünseler in Batten (Krs. Gersfeld) die Pfarrei Marburg (Lahn), dem Pfarrer Hein­rich Bergmann in Oberbimbach die Pfarrei Batten und dem Kuratus Friedrich Horst in Hainzell die Pfarrei Oberbintbach vom 1. Oft. d. Js. ab übertragen. Herr Pfarrer Hünseler, der jetzt als Nachfolger des Geistl. Rats und Ehrendomherrn Weber in die Stadt der heiligen Elisabeth gerufen wird^ war bis 1. Oktober 1928 Rektor bei den Schulschwestern in Kassel. Er steht im 50. Lebensjahr.

Vom Fuldaer Priesterseminar. P. Aloys Geh­len, der seit 1921 als Spiritual am hiesigen Prie­sterseminar wirkte, ist aus gesundheitlichen Grün­den von seinen Oberen abberufen worden. An seine Stelle tritt demnächst, wie wir hören, Pater Ferdinand Ehrenborg, früher Spiritual, dann Rek­tor am Germanikum in Rom. Der neue Spiritual stammt aus Vechta in Oldenburg.

FuKta. Die Pädagogische Gesellschaft, eine Vereinigung katholischer Lehrer von Fulda und Umgebung, begeht Anfangs Oktober ihr goldenes Jubiläum. Aus diesem Anlaß hält am Montag, den 7. Oktober der bekannte Professor R a e d e r = scheidt, der Direktor der Pädagogischen Akademie in Bonn, hier in der Aula der Winfriedschule einen Dortrag überLehrerbildung und Pädagogische Akademie".

Ihre Diamantene H-chzeil konnten die Eheleute Rentner Eduard Henrich und seine Ehefrau Margaretha, geb. Dangel in Fulda am vorigen Montag begehen. Sie fand in Form einer Fami- stenzusammenkunft statt, da sich eine größere Feier schon aus dem Grunde verbot, weil der Jubilar infolge eines Unfalles zwei Jahre bettlägerig ist. Darum wurde dem Jubelpaar auch durch ein Mitglied des Franziskanerklosters, mit dem die Familie jahrzehntelang durch freundnachbarliche Bande verknüpft ist, die heilige Kommunion ins Haus gebracht und daselbst auch der Brautsegen erneuert. Um 9 Uhr kam die Familie bei dem heiligen Opfer in der Klosterkirche zusammen, um Gott zu danken für die in der langen Zeit erwiese­nen Gnaden und um auch für die weitere Zukunft seinen Segen zu erbitten. War das Leben des Jubelpaares allezeit ein Mühen und Sorgen, so blieben doch auch nicht die Früchte eines arbeits­reichen Lebens aus. 11 Kinder hat es zu guten Katholiken und treuen Staatsbürgern herange- wgen, fünf Söhne stellte es dem Vaterland in dessen schwerstem Krieg zur Verfügung. Nun ist die Familie aus 40 Enkelkinder und zwei Urenkel angewachsen, von denen die meisten persönlich .hre Glückwünsche entboten. Einige 50 Jahre ge­hört Herr Heurich der Marianischen Bürger- und Junggesellen - Sodalität an. Im Auftrage des Hochw. Herrn Bischofs überreichte Herr Dom­pfarrer Schüler ein Bild der heiligen Fami- i:e mit eigenhändiger Widmung und dem Segen des Oberhirten für die ganze Familie.

45 Abgeordnete sind in den komMunslkandtag 5U wählen. Die Einwohnerzahl des Negierunas- bezirks Kassel beläuft sich nach dem amtlichen Er­gebnis der letzten Volkszählung vom 16. Juni 1925 (einschließlich des ehemaligen Waldeck chen Gebiets­wils) auf 1 138 433. Auf eine Vollzahl von je 25 000 Einwohnern entfällt nach Paragraph 3 des Gesetzes ein Abgeordneter. Zum Kommuna'lavd- tage für den Regiernugrbeürk Kassel sind dad-r 45 Abgeordnete zu wählen. Die WäUvorscklöa» sind ' am Bezirkswahlleiter, Landesrat Stöhr in K 'sich 'trwbeplah 17, spätestens am 23. Oktober 1929 bis Mitternacht schriftlich einzureichen.

Der G^ukaq der DM.

Zu dem ersten Gautag des neuerstandenen D I K.-G a u e s K u r h e s s e n, der am Sonntag in derHarmonie" stattfand, hatten sich außer den Delegierten aus den Bezirken Fulda Hünield, Borderrhön, Hessen-Kassel. Kinzig-Jossa zahlreiche Freunde der Deutschen Jugendkraft, insbesondere Geistliche und Lehrer, eingefunden. Als Vertreter des Hochw. Herrn Vffcko s, der sich zur Zeit auf ein- r Viutatiansreife befindet, wohnte Herr Domdechant Prof. Dr. Leimbach, Ehrenxräscs der DIK.,

der Versammlung bei Von den weltlichen $e. Hörden waren u. a. Üan'orat Frhr. v. Gag e r n und Magistratsrat Dr. Danzebrink erschienen

Die Vertreterversammlung am Nachmittag wurde mit der Lesung der Sonntagsepistel singe- leitet. Dann folgten nach einer kurzen Begrü­ßungsansprache des Gaupräses Kpl. B i l z die vor­gesehenen Referate, die sich mit dem Stand der DIK. in unserer heimatlichen Diözese, mit der Darlegung ihrer Bedeutung und ihrer Aufgabe und mit der organifatorischen Neuordnung auf Diözesangrundlage befaßten.

Den Referaten folgte eine lebhafte Aussprache, in der zahlreiche Anregungen und Wünsche vorge­bracht wurden. Herr Domdechant Prof. Dr. Leim­bach, der am Schluß der Tagung das Wort zu einer kurzen Ansprache ergriff, überbrachte die Grüße des H. H. Bischofs, dessen warmes Interesse für die DJK.-Sache er betonte. Der Redner er­innerte daran, daß er selbst vor 9 Jahren bei der Gründungsversammlung der DIK. in Würzburg zugegen gewesen sei, und sprach feine Freude über die günstige Entwicklung aus, die der Verband seither genommen habe. Er dankte im Namen des H. H. Bischofs und in feinem eigenen Namen mit warmen Worten den Führern, insbesondere den Laien, die durch ihre opferfreudige Arbeit diesen Aufschwung möglich machten und schloß mit einem freudig aufgenommenen DJK.-Heill

Gegen 6.30 Uhr abends wurde die Tagung, die um 2.30 Uhr begonnen hatte, von dem Gau­präses mit einem kurzen Schlußwort geschlossen.

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Der gemeinsamen Tagung am Nachniitag war am Vormittag eine Besprechung der Bezirksoertre­ter voraus gegangen, in der organisationstechnische Fragen behandelt wurden.

Steinau (Kr. Fulda). Der älteste Einwohner, der einzige noch lebende Veteran von 1870=71 unserer Ge­meinde, Bahnwärter a. D. Philipp Hohmann, beging am 29. 9. in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag. Der Kriegerverein Steinau-Stein­haus zog am Abend mit Fahne und einer flotten Musik­kapelle zum Hause des Hochbetagten. Der Vorsitzende überbrachte dem alten Kameraden die Glückwünsche des Vereins. Auch das Landratsamt hatte seiner gedacht und ihm durch den Bürgermeister eine Geldspende überreichen lassen. Ph. Hohmann ist heute noch eifriger Leser der Fuldaer Zeitung" und desBonifatiusboten".

Flieden. Am vorigen Sonntag fand hier eine wohl- gelungene Papstfcier statt. ' Riesers großer ©aal sonnte kaum die vielen Festleilnehmer fassen, die herbei- grströmt waren. Im Mittelpunkt der Feier stand die Festrede des Kaufmann Werner Flemming aus Hom­burg u. b. H. Der Redner verstand es, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Seins Ausführungen über das Papsttum und über den vcrshrungswürdigen hohen Ju­bilar auf Petri Stuhl fanden darum auch begeisterten Beisall, und freudigst stimmten alle Anwesende, wohl 500 an der Zahl, mit ein in das Hoch. bas Herr Pfarrer W i n- t e r auf den Heil. Vater ausbrachte. Die Feier war um- rahint von gut gswähllen und klangrein vorgetragenen Musik- und Gesaugsvorträgen der Musikkapelle Müller, Zent, und der Sim-gervcremignng Flieden, die beide sich in dankenswerter Weise der guten Sache zur Verfügung gestellt halten. Mitglieder des Marienvereins erfreuten durch ein kleines Theaterspiel und den würdigen Abschluß der ganzen Frier bildeten die mit Begeisterung aufgenom­menen Reigen weißgekleideter Mädchen aus der Kleiu- kinderbewahrlchule der Barmherzigen Schwestern.

Branb. Am 23 September feierten in aller Stille Herr Georg Koch, ber Onkel des verstorbenen Reuens Prof. Dr. Koch, und leine Ehefrau Karolina geb Hoh­mann das goldene Ehejubiläum. Herr Pfarrer «ehl überreichte dem Jubelpaare unter besten Glückwünlören eine Ehrengabe des Kreises und vom Hochwürdig'tsn Herrn Bischof ein Bild der hl. Familie. Dem Jubelnrare sind schwere Schicksalsschlüge nicht erspart geblieben. Ein Sohn gilt heute noch als vermißt und dürfte w den Heldentod im Weltkriegs gefunden haben em an­derer Sohn starb im 24. Lebensjahre an den Folgen ei­ner schweren Erkrankung

Dck'Fsrod, Dieser Tage feierte der Aus',tiger behn Möglich sein zg'ährigrs Dienstjubiläum.als melnd-rechker. Aus kn Asm Ankaß wurden ihm von se>' feiten der Gemeinde und des Landrats Frhr. o Gazew Ehrungen zuteil. Mögen dem Jubilar noch viele Jayn beschrieben sein.

Anzefahr, Am Sonntag den 22. September,,mor­gens 6 Uhr reisten 14 Jungfrauen der hiesigen frauenkongrsgation mit ihrem Präses ins Nhemion zum Besuche der über die Grenzen der Rhrinxroo.'» ufib Westfalens bekannten Stuldarfer Pasfionolpn Lange hatte man sich schon auf diese Fahrt gefreut erwartungsvoll trafen die in ihrer schmucken ^rE - terw-gz allerorts bas Auge ber Rheinländer am i-' ziehenden HcssennMchen gegen 1 Uhr in Oberca ict Bonn ein. Hier wurden sie durch eine große «Hm Kindern der Stieldorser schule mit Mandolinen, tarren und Lauten unter fröhlichem Willkomm und