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und Tabernakel sind In seine Hände gelegt, damit sie den Mühseligen und Beladenen die Türen weit ösfnen zu den Goldkammern der göttlichen Liebe und Gnade.

In der goldenen Schale der Priesterweihe wird der Erlösersegen weitergeleitet.

Aber auch die sozialen Nöte fordern dringend das Wirken des Priesters im Dienste dec Mensch­heit. Für den Dienst an der Einzelseele, an der Jugend, in den Standes- und sozialen Vereinen, für die Armenpflege und die Krankenbesuche, so­wie für den Heilandsdienst an den Sterbenden müßte die Zahl unserer Priester verzehnfacht wer­den. Der Priester fühlt ja die brennenden Zeit­probleme des Volkes am tiefsten mit.

Für Priesterberufe können am besten die Müt­ter sorgen; ihnen ist in unserer Zeit die schwere Aufgabe und Gewissenspflicht auferlegt, an der sittlichen und religiösen Erneuerung der Familie und des öffentlichen Lebens mitzuarbeiten. Da­her sollen sie sich unseren Priestern, die in die­sem Kampf in vorderster Linie stehen, in Dank und Ehrfurcht besonders verbunden fühlen und verpflichtet fühlen, durch Erweckung neuer Prie­sterberufe am großen Heilandswerke mitzuarbeiten.

Wie können wir unseren Priestern helfen? Priesterberufe sind eine hohe Gnade und Auser­wählung, die erdetet sein wollen. Wir wollen daher zunächst ein großes Gsbecsaposwlat bilden, durch das wir von Gott die Erweckung des Prie­slerberufes als Ideal in frommen Knaben erfle­hen wollen. Ferner wollen wir für die Vertie­fung des religiösen Lebens in der Familie wir­ken.Unser ältestes Priesterseminar ist stets die katholische Familie gewesen, die wetterfeste, Wil­lensstärke und tief fromme Söhne erzieht."

Diese Gedanken sollen uns bewegen, auf die Sammlung für das Priesterseminar aufmerk­sam zu sein und ihr auch unser Scherflein zu­wenden.Hast du viel, gib viel Haft du wenig, so gib auch von dem Wenigen gern." Worte des alten Tobias an seinen Sohn. Die Hauptsache bleibt das Gebet um gute Priester.

- Kadi Iixi.

Von Bernhard Michael Steinmetz.

In Sikki, einer lieblichen Oase der Sahara, war der alte Abdullah gestorben. Er war trotz seines heißen Wüstenlebens arbeitsam und nüchtern ge­blieben, und so konnte er bei seinem erbaulichen Ende über volle siebzehn Wüstenschiffe, wie man dort die Kamele nennt, testamentarisch verfügen. Auf Kamelleder, das ein unzerreißbares Perga­ment abgibt, vermachte er seinen höckerigen Besitz seinen drei Söhnen. Dem ältesten, der seine be­sondere Liebe besaß, vermachte er die Hälfte der Kamele, dem zweiten, der ein passabler Bursche, aber auch nichts weiter war, ein Drittel, und dem jüngsten, der ein wenig daneben geraten war, ein Neuntel.

Als die drei ihren Vater begraben und gebüh­rend beweint hatten, öffneten sie feierlich und span­nungsvoll das Testament. Aber wer beschreibt ihre Verlegenheit!Welch ein Wirrwarr!" meinte der Aelteste,die Hälfte von 17 ist 8^; folglich muß ein Kamel geteilt, d. h. geschlachtet werden, wenn ich meinen Anteil richtig erhalten soll. Aucy der zweite fand heraus, daß sein Drittel von 17 ebenfalls einen Bruch ergebe; am verdrossensten aber war der Jüngste.Mit einem Neuntel von 17", klagte er, ,bekomme ich nicht einmal zwei ganze Kamele."

So war guter Rat teuer. Die Söhne schrieben allerlei Rechnereien in den Sand; aber wie sehr sie auch sannen und suchten, sie bekamen Kopfweh und Fieber, nur keine Lösung. Fest stand jedoch eins für sie: Die Tiere sind zu wertvoll, als daß auch nur eins geschlachtet und zerteilt werden darf. Ein hitziger Bruderkrieg erschien mithin un­vermeidlich, aber ein Streit in der Wüste wirbelt den heißen Sand hoch, man kann dabei blind wer­den und ersticken; überdies hielt der Tod des Va­ters sie noch einigermaßen in weihevoller Stim- w.ung. Nein, so etwas konnten sie dem Toten doch nicht antun. So beschlossen sie denn, sich auf drei Kamele zu schwingen und die Streitsache i .m wei­sen Kadi Fixt, der in einer Nachbaroase wohnte, aur Entscheidung vorzutragen.

Als die drei am nächsten Tage angepoltert ka­men, fuhr der Kadi vom Mittagsschläfchen auf und ließ sich den Fall vortragen. Er rechnete still bei sich: Die Hälfte von 17 ist 8,5, ein Drittel von

17 ist 5,6, und ein Neutel von 17 ist 1,8. Aber es ging dem weisen Kadi wie den meisten Men­schen unmittelbar nach dem Mittagsschläfchen: Das Gehirn war wie eingerostet, und er kam auf kei­nen erlösenden Gedanken. Um sein Ansehen jedoch nicht in Gefahr zu bringen, schimpfte er daher mächtig auf die drei, weil sie einem alten Manne die Mittagsruhe gestört hätten. Dann lenkte er aber wieder begütend ein, indem er erklärte, die Sache löse sich am besten an Ort und Stelle, und so wollte er morgen persönlich zu ihnen in die Ooase Sikki kommen. Der Schlaukopf dachte, daß bis zum nächsten Tage Allah ihn wohl erleuchten werde.

Und in der Tat, als Kadi Fixi am nächsten Morgen aufwachte, stand die Lösung der Aufgabe fix und fertig vor den Augen seines klugen Gei­stes. Mit jugendlichem Schwung schob er sich auf sein Kamel und ritt zu den drei auserkorenen Op­fern seiner Schlauheit nach Sikki.

Wo stehen die Tiere?" rief er bei seiner An­kunft. Man zeigte ihm die Stallung.

Schön", erklärte er,hier nehmt mein eigenes Kamel und bindet es zu den eurigen!" So geschah es.

Und nun", fuhr der Kadi fort,zählt mir al­les zusammen, was im Stalle steht!" Laut und sorgsam zählten die Brüder: die Zahl der Tiere war nunmehr achtzehn.

Achtzehn", wiederholte der Kadi bestätigend, und dann ging er ans Teilen. Dem ältesten Erben gab er die Hälfte von achtzehn, also neun, dem zweiten ein Drittel, also sechs, und dem jüngsten ein Neuntel, also zwei Kamele. Befriedigt nahm jeder seinen Anteil in Empfang. Sie zählten im­mer wieder, und immer wieder stimmte es. Wie man's auch drehte und wandte: neun und sechs und zwei ergaben siebzehn, jene Zahl von Kame­len also, über die ihr Vater Abdullah im Testa­ment verfügt hatte. Und was sie besonders befrie­digte, das war die Tatsache, daß sie statt 8,5 und 5,6 und 1,8 Tiere jetzt 9 und 6 und 2, also mehr erhalten hatten, als ihnen nach dem Testament zukam. Gern gab daher jeder von ihnen dem wei­sen Kadi für sein Bemühen die Anzahl von Ta­lern, die der Zahl der geerbten Kamele entsprach. Das Wunderbarste bei der ganzen Geschichte war aber offenbar dies: Der Kadi hatte sein eigenes Kamel selbstlos in die Erbmasse gesteckt, und trotz­dem war es beim guten Ende wie könnte man ein solches Ende anders als gut nennen! noch leibhaftig und unverteilt da. Mit feitfer geldstrot- zenden Ledertasche schwang er sich nun aus sein übriggebliebenes Tier und verabschiedete sich schmunzelnd von den gleichfalls schmunzelnden Er­ben.

Die drei Söhne verehrten in ihrer Einfalt von jenem Tage an den Kadi Fixi als einen Wunder­täter. Dem Kadi selbst aber war in der Nacht nach dem Besuch der Brüder klar geworden, daß ein Halb und ein Drittel und ein Neuntel zusammen kein Ganzes ausmachen, daß der alte Abdullah also über weniger verfügt, als er hinterlassen hatte Bon dem Wunder hielt er also nichts, umsomehr aber von den siebzehn Talern, die er an den Kame­len (den vier- wie zweibeinigen) so leicht verdient hatte.___

Ein gutes Wort finde! einen guten örl.

Von Firmin Löhr S. I.

Das war in einer Gegend, wo bei jeder Hoch­zeit Tanzmusik war mit all ihrem betrübenden Drum und Dran. Alles Eifern dagegen hatte die Sache nur noch schlimmer gemacht. Nun kam gar die Hochzeit des Präsidenten mit Blechmusik In diesem Falle muhte man ja auf alles gefaßt sein. Und doch wagte der Herr Pfarrer dem Bräu­tigam im Guten zuzureden, daß er die Tanzmusik sich verbitten solle. Und das Unglaubliche geschah. Jeder Mann der Blechmusikkapelle beichtete und kommunizierte mit dem Brautpaar. Es war keine Tanzmusik. Alle waren glücklich und für alle Zu­kunft war ein Beispiel, einPräzedenzfall" ge­geben. *

Einfach unbeschreiblich, was eine br! oe Frau jahrelang ausgestanden, ein wahres Martyrium mit ihrem rohen Mann, dem größten Trunkenbold weit und breit. Schließlich wurde es selbst seinen Trinkkumpanen zu arg, und sie hielten ihm seine Tyrannei und Quälerei gegen feine lammfromme Frau ernstlich vor. Da verfiel der Mann ins helle

Gegenteil, stürmte heim und sagte:Abgemacht! Wir zwei müssen auseinander. Ich wandere für mich aus nach Amerika." Das wäre ja eine Er­lösung für die unglückliche Frau gewesen. Aber sie sagte doch:Ja, was kommt dir denn wieder in den Sinn? Um Gotteswillen! Nach Amerika! Warum denn auswandern?" Da heulte der Mann hell auf:Weil wir zwei nicht mehr zusammen­passen! Du bist so ein Engel und ich so ein Teufel!" Die stille Frau tröstete ihren leibm» schaftlichen Mann:Wenn es sonst nichts ist da werde du halt auch wieder ein Engel; dann passen wir ja wieder zusammen und du brauchst nicht auszuwandern." Und das Wunder geschah: er wurde der solideste Mensch. Und ein noch größeres Wunder geschah: er ist solid geblieben. Was ein gutes Wort Wunder wirken kann! Aber , selbst da macht der Ton die Musik.

*

Man kann alles lernen, auch das, daß man mit dem Honig eines gutes Wortes, statt mit einem Faß voll essigsaurer Reden den Leuten kommt. Mit einem Tropfen Honig fängt man ja auch mehr Fliegen, als mit einem Faß voll Essig.

Und es wäre nicht einmal so schwer zu lernen und sich den guten Ton anzugewöhnen. Jeden Morgen daran denken: Heute wieder Gott zu lieb geduldig! Wetter und Mensch muß man ertragen. Tagsüber, so oft die Galle steigt, der Zorn sich regt: grundsätzlich im Zorn nicht reden, sondern schweigen, bis die Nerven ruhig sind.Es hat mich schon so oft gereut, geredet zu haben," sagt das Büchlein von der Nachfolge Christi.

Wird es einem darnach gemacht, daß man eine himmlische Geduld braucht, um nicht böse und bitter zu werden, dann denke an den Ecce homo, was sich der gefallen ließ stillschweigend, stillhal­tend und an dich denkend, ob du ihm zu liebe und zur Buße für deine Sünden auch ruhig bleiben willst. Macht man dann vor dem Schlafengehen noch eine herzliche Danksagung, wenn es schon etwas besser oder ganz gut ist oder je nachdem eine geschämige Reue, daß man sich trotz aller Vor­sätze am Morgen tagsüber doch wieder so oft hat hinreißen lassen, mit einem guten Vorsatz für den nächsten Tag, dann geht es. Wer es nicht glaubt, braucht es bloß zu probieren und den zornmü­tigsten, aufgeregtesten Charakter kann man rum­drehen wir einen alten Hut. Eine Dame hat im Notizbuch täglich die Zahl ausgeschrieben, wie oft sie heute auf ein Menschengesicht ein freundliches Lächeln gezaubert habe mit einem guten Wort. In der Zeit der drückendsten Inflation hat ein Kapuziner gemeint: Einen Ablaß sollte jeder be­kommen, der heutzutage mit einem guten, witzigen Wort einen anderen zum Lachen bringt.

Bei all dem bleibt bestehen, daß zu gut ein Stück von der Dummheit ist und daß es auch einen gerechten Zorn gibt. Aber gerecht ist er nicht mehr, wenn er sich nicht bändigt und mäßigt.

l^ WKW« oni ota ©eaitlnöta.

Kirchliche Einführung des Pfarrers Heinrich Roß­bach. Der neue Pfarrer an der Rosenkranzkirche in Kassel-Wehlheiden, der hochw. Herr Heinrich Roß­bach, wurde am Sonntag während des Hochamtes in sein Amt eingeführt. Von einer Schar Engel­chen wurde Pfarrer Roßbach in die Kirche geleitet, wo festliches Orgelspiel ihn empfing. Der hochw. Herr Dechant Delmhorst, der die Amtseinführung im Auftrage des Hochwürdigsten Herrn Bischofs zu vollziehen hatte, nahm in der der kirchlichen Zere­monie voraufgehenden Festpredigt auf die Bedeu­tung des Tages Bezug und sprach von der hehren Aufgabe des Priesters als dem Verkünder des göttlichen Heilswillens. Darauf verlas Dechant Delmhorst die Ernennungsurkunde und überreichte dem neuen Pfarrer am Hochaltars die äußeren Zeichen seines Hirtenamtes, Kirchenschlüssel, Stola, Evangelienbuch und Tabernakelschlüssel. Pfarrer Roßbach zelebrierte dann das feierliche Levitenamt, bei welchem die beiden Kapläne Sauer und Streb assistierten. Der Kirchenchor sang zur Feier des Tages die Missa Mater admirabUis von Grießbacher. Mit dem Gesang des Tedeum fand die Einführungsfeier, an der sich die Gläubigen der Marienpfarre äußerst zahlreich beteiligten, ihren festlichen Abschluß.

Verein Sath. Saufm. Gehilfinnen und Beam­tinnen Kassel. Das Programm der weltlichen