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prachtvollen Städten und Gärten über alle Erd­teile, nein, man muß sie auch in die Tiefe sehen, wo sie denn heraufkommt wie ein Strom, der feine Quellen in uralten Bergen hat. Hast du einmal nachgedacht über das Völererbe?

Darin liegt zuerst das heimatliche. Gewiß wird das heute oft nicht mehr geschätzt, wo alles in die Stadt drängt und wo infolge der Freizü­gigkeit auch die Bewohner der Städte noch wech­seln. Dann muß man die Heimat wenigstens in der Seele mitnehmen, so wie wohl ein Kind, ehe es in die Fremde zieht, noch ein wenig Erde vom Grabe der Eltern aufhebt und an seiner Brust birgt. Es wird heute viel von internationalen Be­ziehungen gesprochen, aber all das setzt doch die Verwurzelung in der Heimat voraus. Da muß der Stamm fest im Boden stehen, mag er dann auch seine Aeste und Zweige weit hinausdehnen. Es gibt noch so manche Gegend in Deutschland, wo noch das Wegkreuz am Wege wartet oder die Waldkapells Unserer Lieben Frau. Solche Gegen­den sind besonders geheiligt, und alles, was je an edlen und feinen Menschen auf diesem Boden gelebt hat, das hat seine Spur in ihm zurückge­lassen.

Da sind wir schon an dem religiösen Erbe. Was willst du tun, wenn die Religion nicht mehr mit der Muttermilch eingesogen wird ? Mag der Herr Pfarrer noch so schön predigen, er hat doch nicht das Auge der Mutter. Mag es der Lehrer noch so gut meinen, die Stimme der Mutter hat auch er nicht. Auf dem Lande spricht man noch das gemeinsame Gebet am Morgen und am Abend. Man könnte es auch in den Städten wieder tun. Da hängt das Weihwassernäpfchen, da sind noch die frommen Bücher, aus denen die Voreltern ge­betet haben. Da ist ein Bild, ein Kommunionan- denten. Alles das gehört zum religiösen Familien­erbe, unb alles das bildet immerfort an den kom­menden Geschlechtern.

Und da habe ich wieder ein Wort genannt, bei dem wir noch etwas verweilen müssen, ich meine das besondere Familienerbe. Es gibt in den verschiedensten Städten einige angesehene @ami= lien, die besonders auf ihre Tradition achten. Auch vom Adel ist dieses bekannt genug. Es kann aber auch die ärmste Arbeiterfamilie sich ein solches Erbe langsam erwerben. Oft liegt es im Beruf, wie etwa bei den Seeleuten. Auch Organisten ver­sehen ihr Amt oft durch Jahrhunderte, wie es jin der Familie geblieben ist. Dabei bildet sich denn eine ganz bestimmte Art, ein Familienstolz her­aus, den die Kinder als kostbares Gut mit ins Leben nehmen. Der Raum ist zu eng hier, um das alles zu schildern, aber nicht wahr, an all dieses braucht man nur zu rühren, und sogleich sprudeln Quellen der Erkenntnis und der Freuds auf.

Hilfsmittel der Bildung.

Schon sind wir an dem Punkt, wo mir nun Öen Blick auf einige Hilfsmittel der Bildung wer­fen können, die uns die Kirche und der Staat vor allem an die Hand geben. Da ist die Schule. Es. ist doch ganz klar, daß sie den gleichen Atem at­men muß, wie er auch in der Familie weht. Darum gehört ein katholisches Kind in eine ka­tholische Schule. Das gilt nicht bloß von den

Aber in meinem Unverstand für den Sinn der Natur habe ich ihre Erdgänge, die sie an dem­selben schattigen Baum hinaufbauten, mit einer großen Wichsbürste jeden Morgen weggefegt, ein Verfahren, das jedesmal zehntaüsenden das Leben kostete. Aber am nächsten Morgen war alles wie­der aufgebaut und abermals zehntausende bestürm­ten in den dunkeln Erdgängen den prächtigen Baum. Da habe ich mich mal drangegeben, in aller Ruhe ihr Tun zu beobachten, und habe dann beschämt mein Zerstörungswerk eingestellt. Die Gänge führen alle zu den dürren Äesten in dem Vauni und die zahllosen modernden Zweige am Boden, die von ihren Kameradinnen schnell besei­tigt werden, zeugen von dem Eifer der Zehntau­sende da oben.

3m Gebälk der Kirche, und in den Kisten, die mein Büchergestell bilden, da muß ein scharfes Auge sie bewachen, wenn man nicht schweren Scha­den beweinen will, aber dazu ward dem Mensch der Verstand.

Ein Rätsel war mir immer noch, wie so schnell der Kot unter der Erde verschwindet. Ich ließ es mich nicht verdrießen, mich zu stiller Beobachtung in der Nähe eines solchen unwillkommenen Häus­leins nieder zu lassen. Ich war noch im Zweifel.

Kleineren und von der Volksschule. Nein, es gilt auch von den Mittelschulen, von den Gymnasien und von den Lyzeen. Irgendwo in einer Stadt des Westens gab es ein wirklich gutes katholisches Lyzeum, und doch sandte der sonst streng katho­lische Vater, ein angesehener Mann, seine Töchter auf eine andere Schule. Gefragt, warum er das tue, gab er zur Antwort:Meine Tochter soll auch die Protestanten kennen lernen, das gehört einmal dazu. . . ." Wir sind es nicht gewöhnt, gegen die Protestanten gehässig zu sein, aber hier muß man doch sagen, daß der Glaube über alles geht, und daß eben der Glaube bei einem Kind in der Ent­wicklung gefährdet ist, wenn es andere Schulen besucht. Eine rechte Bildung kann dabei nicht her­aus kommen, weil das Herz aller Bildung, die Religion, zu kurz kommt.

In das katholische Haus gehört eine katholische Zeitung und auch eine katholische Illustrierte, wenn man das Geld dafür hat. Da ist nun der prächtige Serienreifer, warum legen wir ihn nicht auf unseren Familientisch? Auch an unsere Zeit­schriften sei erinnert, die noch lange nicht genug Eigentum der Familie geworden sind, sonst hätten sie mehr Abonnenten.

In das katholische Haus gehört das katholische Buch, d. h. das gute Buch, das möglichst viel von unserm Geist enthält. Wir haben heute die schöne Bonner Buchgemeinde. Tritt man da bei, so hat man bald eine hübsche Hausbibliothek beisammen. Wo viel gelesen wird, da benutze man die Dorro- mLusbibliothek, die heute ganz anders ausgestat­tet sind, als früher.

Auch an das Radio sei erinnert. Es ist doch schon in vielen Häusern. Es zieht die Leute nicht hinaus, wie das Kino, sondern es sammelt sie zu gemeinsamer Unterhaltung und Belehrung. Viel­leicht hat derSpielmann" auch noch ein Grammo­phon für uns, und auch das ist lehrreich und ver­eint die ganze Familie.

Sorg auch für gute Hausmusik, wofür der Volksverein so viel getan hat. Das ist besser als Radio und Grammophon und alles Künstliche. Der Schmuck des Haufes soll ebenfalls katholisches Ge­präge tragen, und wie leicht ist das im Grunde, wenn man sich nur etwas darum bemüht. Ich denke hier gerade etwa an die Sprechzimmer von Aerzten, um eben ein Beispiel zu nennen. Warum kann da nicht statt irgendwelcher Landschaft ein katholisches Kunstwerk hängen? Warum vermei­det man da ängstlich alles, was an die Religion des Hausherrn erinnern könnte?

Auf eines noch möchte ich aufmerksam machen, es ist das gemeinsame Lesen. Ein Märchenbuch oder ein Ion Svensson oder ein Alban Stolz, wie eignen sie sich dazu! Man macht einmal eine Pause und spricht über das Gelesene. Nun aber genug, damit es nicht zuviel des Guten auf einmal werde.

Sag nun nicht, dafür habest du keine Zeit oder kein Geld. In vielen Fällen mag das richtig sein, aber wieviel Geld trägst du in die Kinos, wieviel verführst du unnütz auf der Bahn, wo es doch überall heute von Menschen wimmelt, die es ver­lernt haben, sich ein schönes Heim zu gestalten. Die Hauptsache ist, daß du in dir das Eo'tsswort spürst: Seid vollkommen, wie Euer Vater im Him-

ob mein Dillettanteninteresse die nötige Geduld ausbrächte, um die Beobachtung zu Ende^zu führen, da hob sich auch schon etwas seitlich von dem Häuf­lein geheimnisvoll die Erde, und stoßweiße wurde der Boden emporgetrieben, bis soviel Erde sich auf­gehäuft hatte, daß der drinnen entstandene Hohl­raum den Kot aufnehmen konnte. Und dann, mit einer Geschäftigkeit, als hätte diese Vorbereitungs- arbeit schon viel zu lange gedauert, sah man, wie haselnußgroße Stücke von dem Kot abgerissen wurden und unter dem Erdboden verschwanden, nach etwa 10 Sekunden folgte das zweite Stück und wenn ich nicht die Arbeit gestört hätte, wäre das Werk in drei Minuten vollendet gewesen. Noch hatte ich den Wohltäter der Menschheit nicht zu Gesicht bekommen. Als er dann wiederkam, habe ich ihm mit einem Stück Holz den Rückweg ver­sperrt und ihn dann von seinem unterirdischen Gang weggeschoben. Zum Vorschein kam ein Kä­fer von der Größe des großen Gliedes eines Man­nesdaumens, schwarz, aber mit allerhand gold­grüner Bemalung, ein Käfer so schön, wie ich ihn noch nie gesehen und ausgerüstet für seine Arbeit, wie er es nicht besser hätte sein können und dabei eine Kraft, daß ich Mühe'hatte, ihn mit dem Brett­chen zur näheren Betrackiuna einia» Zeit feitzu-

mel vollkommen ist. Daß du bemüht bist, die ganze Haltung deines Lebens dem hohen Beruf, Gotteskind zu sein, anzupassen. Daß du dich er­innerst, daß katholisch sein gleich altem Adel ist, der auf Bildung hält. Daß du überhaupt das stau­ne,ws Auge des Kindes bewahrst, das sich an allem freut, das immer wächst, das im vorbildlich ein­gerichteten Heim der großen Gottesschöpfung der Wunder harrt, die tagtäglich geschehen.

! MUSMNö.

Oesterreich.

macht zur Zeit eine schwere innerpolitische Krisis durch. Eine Verfassungsreform ist hauptsächlich auf Betreiben der Heimwehrbünde in Angriff genommen. Die (bürgerlich gerichteten) Heimweyr- bünbe sind in der letzten Zeit so energisch aufge­treten, daß die Sozialdemokratie stark eingeschüch­tert ist. Das seitherige Ministerium Streeruwitz scheint einem neuen Kabinett unter dem energischen Polizeipräsidenten Schober Platz machen zu wol­len.

Polen.

Der Rechtsausschuß des polnischen Episkopats beschloß die Schaffung einer gesamtpolnischen Z e n t r a l st e l l e für katholische Aktion, die ihren Sitz in Posen haben wird. Mit ihrer Leitung ist Prälat Adamski betraut worden. Ferner wurde beschlossen, daß ein gesamtpolnischer ' -Eucharistischer Kongreß am 20. bis 22. Juni näch­sten Jahres in Posen stattfinden soll.

,Ä ist SM Satan.

Der Fluch der Zivilehe.

»Hochwürden, schnell, schnell! Die Gnädige wünscht es."Ja, was fehlt ihr, will sie versehen werden, ist alles bereit?"Ja, sie will, will schon längst, aber ihr Mann bewacht sie Tag und Nacht und jetzt ist er gerade auf zwei Stunden weggeru­fen worden. Die Gnädige bittet inständig."Ja gleich!" Ich bereite alles vor und gehe mit dem Allerheiligsten fort. Das Stubenmädchen erwar­tet mich schon. Eine große, schöne, ruhige Woh­nung umfängt mich. Man führt mich ins Kran­kenzimmer. Alles vornehm. Ich gebe den Segen und stelle das Allerheiligste zurecht. Kein religiö­ses Zeichen im Zimmer. Noch bevor ich zur Sakra- msntspendung schreite, spricht mich die Kranke an, schwer mit dem Atem ringend:Hochwürden, ich bin so dankbar. Mit meinem Mann er ist nicht der rechte bin ich schrecklich gestraft. Er ist ein Satan. Er läßt mich nicht aus seinen Kral­len. Er wartet auf meinen Tod. Er wLl mein Vermögen. Niemand kann mir helfen. Nur der Tod. Ich bin selbst schuld. Der Fluch der Zivil­ehe!

2 to). Z Hw-©KIMI» 3OPf.

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Ein Rattenpaar Ijat sich hinter meinem Bücher­gestell niedergelassen. Es sind aber nickt die schmutzigen Tiere, wie wir sie in den Kanälen und Kehrichthaufen der Städte finden, sondern saubere Landratten, die, wenn man ihren Eifer zügelt, nützliche Arbeit im Häuschen leisten und wahrsckem- lich dafür verantwortlich sind, daß die Gurkenscheib­chen so schnell verschwanden.

Nur für moderne Errungenschaften der Ziolli- sation, wie Papierschnitzel, gebrauchte Streichhölzer und Zigarettenstummel, findet sich unter den Hei- zelmännchen niemand, der sie aus dem Weg schaffte. Da ist der Besen die einzige Rettung.

Werdet sät den ..vonisMsbote«"!