Einzelbild herunterladen
 

18 Schutzmitglisdsr stehen helfend zur Seite. Voll Er- wartuna und Freude steht die ganze Gemeinde dem Tag â-oen, wo das I u g e n d h e i m fertig wird und dann Jünqlmge und Jungfrauen das alles praktisch lernen und ausführen können, was auf dem Gebiete von Reli- awn und Berufsausbildung, von Volksgemeinschaft, Sport und edler Freude ihre Aufgabe ist in der Erneue­rung unseres Volkes.

= Eichenau (Kr. Fulda). Vom 1. Okt. d. I. an ist die hiesige Schulstelle mit 24 Kindern dem bisherigen Lehrer in Oberrode, Kr. Fulda-Land, G. Hugo Schmittaus Fulda, von der Regierung in Kassel übertragen worden, der bisher hier tätige Junglehrer Freckmann geht nach Oberrode.

Rasdorf (Kr. Hünfeld). Seinen 83. Geburtstag feierte bei sehr erfreulicher Rüstigkeit der Altveteran von 1870-71 Valentin F la du n g. Er erzählt immer noch gerne aus seiner Soldatenzeit und nimmt an den heu­tigen Zeitereignissen starken Anteil.

Soisdorf (Kreis Hünfeld). In Anwesenheit des Kommunallandtagsabgeordneten Rektor Sonder- geld und den Vertretern des Kreiskriegerverbandes Hünfeld wurde am vergangenen Sonntag unser neues Gesallenen-Denkmal eingeweiht.

Ambach (Kreis Schlüchtern). Am vergangenen Sonntag wurde hier das D e n k m a l für die im W e l t- krieg gefallenen Söhne unserer Gemeinde fei­erlich eingeweiht. Bei der Veranstaltung sprach als Vertreter des kathol. Volksteils Pfarrer Schleichert aus Lahrbach. Für die jüdische Gemeinde sprach Lehrer Marx aus Gelnhausen. Nach der Weihe des Ehrenmals durch den Ortsgeistlichen Pfarrer Rausch übernahm Bür­germeister Herbert das Denkmal in die Obhut der Ge­meinde.

Hanau. Das Kathol. KasinoEintracht" kann in diesem Jahre auf sein OOjähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß veranstaltete es vom 18.22, Sept. Einkèhrtage für alle Männer und Jünglinge der Pfarrei Hanau unb der Kuratis Kesselstadt. Die Vorträge hielt ein Pater von der Niederlassung derWeißen Väter" in Großkrotzenburg. Sie hatten einen guten Besuch zu verzeichnen. Die weltliche Feier ist am Sonntag, den 6. Oktober in der Stadthalle.

Groß-Auheim. (Katholischer Jünglingsverein). Der herbstliche Sonntag bot in dem Theaterabend des Jüng- linasversins einen sinnigen Auftakt für die ruhigeren, mehr auf ernste Arbeit gerichteten Wintermonate. Die Jungmannen brachten das recht zeitgemäße Stück -Das Gift in der Jugend" zur Aufführung. Franz, der Sohn des biederen Schmiedemeisters, gerät durch glau­bens- und sittenlose Schriften auf die schiefe Bahn. Umsonst sind die wohlgemeinten Worte des kummer­gebeugten Vaters und das gute Beispiel der wackeren Brüder. Franz verpraßt sein Erbteil, wird in schlech­ter Gesellschaft zum Taugenichts und Freigeist, und schließlich zum Verbrecher und Mörder. Erst im Ge­fängnis, angesichts des Todes, geht er in sich und er­kennt, was seine Jugend vergiftet hat: Die SchundlUe- raiur. Sein Tod durch Henkershand ist Sühne und ernste Mahnung. Das Stück, ein lebenswahrer Aus­schnitt aus unserer Zeit. war eine flammende Anklage gegen Schmutz und Schund und alles, was junge Herzen vergiftet. Es verfehlte daher feinen tiefen Eindruck auf die zahlreichen Zuschauer nicht. Die spieler hatten ihre Rolle gut erfaßt. Besonders verdient das ergreifende Spiel des greifen Vaters erwähnt zu werden, besten Liebe dem sündigen Kinde bis zum Schafott folgte. Auch das Schicksal des verführten Franz wurde all fesselnder Lebhaftigkeit und innerer Wärme w'dergege- den. Die Bühnenbilder waren gut. Vor allem gefiel die Schmiede mit klingendem Amboß und lohender Esse. Eine treffliche Leistung des Jünglingsvereins, der, wie der Vorsitzende Herr Gerhard Bergmann in seiner Begrüßungsansprache betonte, mit diesem Abend wieder neu für seine edlen Ziele werben wollte.

Vacha. Die Restauration der katholischen Kirche in Vacha ist, soweit Malerarbeiten in Betracht kommen, vollendet Eine große Anzahl von Familien meldete sich zur Gewährung von Kost und Logis, während andere idealgesinnte Menschen aus eigener-Initiative bei den nnstrengenden Reinigungsarbeiten mithalfen. Ganz be­sondere Verdienste erwarb sich die Familie Adolf Müller 'n Vacha, gebürtig aus Mackenzell bei Hünfeld, der die Anregung und Vollendung des schönen Werkes zu ver­danken ist. Ihr Anverwandte?. der Franziskanerbruder Gelasius vom Frauenberg in Fulda, benutzte die gro= BW Ferien an der Akademie der Künste in München, um unentgeltlich mit feinem Freunds Herrn Kunstmaler die Ausmalung auszuführen. Dem Hochw. Herrn

Vrovinzial Jakobi, der in einem herzlichen Schreiben w Anbetracht der wichtigen Aufgaben der Diaspora nme Erlaubnis erteilte, sei ganz besonderen Dank aus- Uprochen. Stilrein, dem romanischen Bau entsprechend, die Linienführung, ernst und wuchtig; die Komvoli- , der gedämpften Farben gibt dem Ganzen ein feier- Gepräge. Möge das Ansprechende in der schönen i/fl fcer Kirche die Liebe zu Gott und den Eifer für in Dienst im Hause Gottes neu entfachen!

0 ^Mtieb. Die hiesige katholische Gemeinde hatte von ^U2tag hohen Besuch. Der Hochw. Herr Bischof Am ^Eu weilte hier zur Erteilung der hl. Firmung.

Aachmittag unternahm der Hochw. Herr einen Aus­

flug nach dem nahegelegenen Hülfensberg und kehrte am Abend nach Fulda zurück.

Efchwege. Auf seiner Firmungsreiss kam der Hochw. Herr Bischof auch in unsere Stadt, um das Sakrament der heiligen Firmung zu spenden. Mitglieder des Kir­chenvorstandes hatten ihn von Niederhone abgeholt und geleiteten ihn unter feierlichem Glockengeläute in die festlich geschmückte Kirche. Nach einer kurzen liturgischen Feier trug eine Schülerin den Willkommengruß vor und überreichte dem Bischof einen Blumenstrauß. Nachdem auch der Pfarrer den Hochw. Herrn herzlich begrüßt hatte, dankte der Bischof und gab seiner Freude Aus­druck, daß er in der Zeit seines bischöflichen Wirkens zum siebenten Male in Efchwege weilen könne. Am Sonntag wurden die Feierlichkeiten mit der Bischofs­messe eröffnet, worauf die heilige Firmung gespendet wurde. Alle Stimmung und alles Erleben fand in dem LiedeGroßer Gott mir loben dich" einen starken Wider­hall". Am Nachmittag fuhr Bischof Dr. Schmitt nach Witzenbausen weiter.

Homberg. Für die in Borken (Srs. Homberg) und Umgegend wohnenden Katholiken findet seit einem Jahre regAmäßig monatlicher Gottesdienst an jedem zweiten Sonntag des Monats statt. Gemietet ist dafür der Saal der Gastwirtschaft Schmidt in Borken. Der Relig'ons- unterricht der kathol. Kinder wird jeden Dienstag nach­mittag in der Stadtschule Borkens erteilt. Ebenfalls von Homberg aus wird für die Katholiken der Zeche Frielendorf und Umgebung an jedem dritten Sonntag des Monats katholischer Gottesdienst abgehalten. Hier­für ist ein Saal der alten Schule in Fr. gemietet. Der Unterricht dort ist Donnerstag nachm. in der neuen Schule.

Aus Oberhessen. Als vor 100 Jahren die katholi­schen Pfarreien Oberhessens, die früher zu Mainz ge­hört hatten, der Diözese Fulda einverleibt wurden, waren Zeiten trauriger Wirren vorausge­gangen. Das Bistum Mainz war, da die Stadt Mainz an Frankreich gefallen war, zeitweilig ganz verschwun­den. Der frühere Fürsterzbischof Karl von Dalberg führte nach Verlegung des erzbischöflichen Sitzes in die Stadt Regensburg als Erzbischof von Regensburg die Verwaltung der rechtsrheinischen Mainzer Pfarreien weiter und zwar durch das Generalvikariat in Aschaf­fenburg. Als dann die Neuordnung durch die Konkor­date von 1821 und 1827 die Zuteilung aller kurhessischen Pfarreien an Fulda bestimmte, hieß es Abschied nehmen von einer 1100jährigen Mainzer Tradition. Aber die Nieder- und Oberhessen haben sich sehr rasch in die neuen Verhältnisse gefunden und fühlen sich heute vollständig mit den altfuldischen Teilen der Diözese verwachsen, und für den Nachwuchs des Diözesanklerus stellt beson­ders Oberhessen einen starken Prozentsatz. Wenn jetzt die Eichsfelder und Erfurter Pfarreien, mit denen wir durch mehr als ein Jahrtausend zur gleichen Erzdiözese Mainz gehört haben, ebenfalls zur Diözese Fulda kom­men, so heißen gerade wir alten Mainzer sie besonders herzlich willkommen. Und wenn sie auch in der Diö­zese Paderborn sich stets wohlgefühlt haben und weh­mütig von dort Abschied nehmen, so werden sie doch so hoffen wir nach dem ersten Trennungsschmerz gar bald in der Bonifatiusdiözese eine neue kirchliche Hei­mat finden und bei aller Treue und Anhänglichkeit an Paderborn, mit dem sie in der gleichen Kirchenprovinz (Erzdiözese) verbleiben, im Bistum Fulda sich ebenfalls wohl fühlen wie die Oberhessen, Niederhessen und Frei­gerichter, die nun 100 Jahre der Zugehörigkeit zu Fulda hinter sich haben. F. L.

Aus der thüringischen Zenkrumsparkei. Die ^en= trumspartei des Wahlkreises 12 (Thüringen-Eichsield) hielt am Sonntag, den 15. September, eine neue Wahl- krsisausschußsitzung in Gotha ab. Der Vorsitzende ge­dachte mit ehrenden Worten des verstorbenen Mühlenbe- sitzers Dr. K i e l, Geisa. Dem aus der Provinz verzie­henden Oberstudiendirektor Goldmann, der an das Provinzialschulkollegium in Münster berufen wurde, wurde zum Ehrenvorsitzenden des Wahlkreises gewählt. Die Mitglieder zum Provinzialausschuß wurden neu ge­wählt. Im weiteren Verlauf der Tagung wurden die Vorbereitungen zur Provinziallandtagswahl besprochen. Die Richtlinien der Deutschen Zentrumspartei zu den Kommunalwahlen wurden besprochen. Dem Gau Mühlhausen wurde ein neuer Sitz im Wahlkreisausschuß zugesprochen, so daß jetzt der Wahlkreisausschuß aus 38 Mitgliedern besteht. Herr Studienrat Pradel sprach über die politische Haltung der Engländer zum Pdunz- plan und Herr Abg. Dietrich über die politische Lage in Preußen.

Sömmerda. Die hiesige katholische (Franziskus-) Kirchengemeinde kann in nächster Zeit auf ihr 7Sjähngss Bestehen zurückblicken. Schon vor dem Jahre 1850 war die Zahl der Gläubigen in unserer Stadt und deren Um­gegend so beträchtlich angewachsen, daß bereits am 24. September 1850 der Bischof von Paderborn die Ab- Haltung von katholischen Gottesdiensten durch Erkürter Priester bewilligt hatte. Den ersten eigenen Seelsorger besam die Franziskus-Gemeinde in dem Pfarrer Drsbs. Die Gottesdienste und heiligen Handlungen mußten je­doch in einem eingerichtetet Betsaale abgehalten werden. Pfarrer Drebs wurde am 3. November 1854 in fein Amt eingeführt; durch ein Exektions-Dokument vom

2. Februar 1863 wurde Pfarrei auch staatlich anerkannt. Die Verhältnisfe drängten zum Bau eines eigenen Got­teshauses, das am 29. September 6861 eingeweiht wer- den konnte. Aber bald konnte es die Menge der Gläu­bigen nicht mehr fassen, einmal nahm die Stadt durch den Aufschwung der Dreyseschen und Collenbujch scheu Industriewerke an ihrer Einwohnerzahl zu, zum anderen hatten die hiesigen und auswärtigen Güter alljährlich große Scharen von polnischen und galizischen Land­arbeitern angenommen, die den Zusammenhang mit der Kirche nicht missen konnten und wollte. Darum begann man im eHrbst 1892 mit dem Neubau der Kirche, die tn ihrer jetzigen Gestalt bis zum August 1893 im nördlichsten Teile der Stadt durch den Maurermeister Wolff aus Sömemrda fertiggestellt wurde. Für die Vergrößerung wie überhaupt für das Verwirklichen dieses Panes hatt« der damalige Pfarrer Dr. Fröhlich viel getan. Das neue Gotteshaus, im gotischen Stil schlicht und doch schmuck aus roten Backsteinen ausgeführt, wurde am 15. Juni 1894 durch Bischof Hubertus aus Paderborn geweiht. Aus Anlaß des 75jährigen Bestehens der katholischen Gemeinde wird für den Monat Okober eine Jubiläums­feier vorbereitet, die zwar nur als kirchliche Gemeinde­feier gedacht ist, zu der aber doch eine größere Anzahl von auswärtigen Gästen erwartet wird.

Vsm Stellensuchen.

Wie war es einst doch so schön! Die Mutter hatte weit größere Sorge um ihre Tochter, die zur Stadt sollte, um Geld zu verdienen, als diese selbst. Das Mutterherz kam nicht eher zur Ruhe, als bis mit der Herrschaft alles besprochen war, ja, bis die Mutter selbst alles inspiziert hatte. Sie mußte doch wissen, wo ihre Tochter wohnte und schlief, wo sie und trank. Daß ihr Kind Sonn- tags auch zur Kirche gehen konnte, war ihr bald mehr wert als der Lohn. Lernen sollte ste auch etwas, um später mehr zu verdienen, damit oie anderen es zu Hause etwas leichter hätten. Und ehe es dann endgültig von Hause wegging, hieß es noch einen Besuch beim alten Pfarrer machen. Der gab einem zur Stadt wegziehenden Pfarrkind noch mancherlei Mahnung mit. Und so gingen die Mädchen zur Stadt.

Einst war es so! Und heute? Da sind wir in vielen Dingen viel freier geworden. Auch die Mädchen vom Land. Die Mutter geht schon lang nicht mehr mit. Es wär manchmal ganz gut! Sie brauchte« dann vielleicht nicht soviele Tränen spa» ter zu vergießen. Das Mädchenjungvolk zieht al- lein zur Stadt. Dort hat es schon Verbindung vom Land her durch Verwandte und Freundinnen oder auch vom Pfarrer her. Der predigt alljährlich so just um die Herbstzeit einmal von der Bahnhofs­mission, von den Damen mit der gelbweißen Schleife, von den Plakaten in der Eisenbahn, vom Stellensuchen. Da hören sie es schon wie und wo man solche Stellen erfährt, wenn das Mädchen zur Stadt kommt. Die christliche Nächstenliebe steht schon am Bahnhof der Stadt und an vielen Stel­len mitten drin und streckt beide Arme aus, um die sorglosen, die Stadt mit dem Lande verwechseln­den Mädchen aufzufangen und mütterlich zu be­wahren, daß sie nicht ins Unglück stürzen.

Wenn doch alle Mädchen sich wenigstens ein­mal für die Kirchentür ihrer Heimat recht beson- ders interessieren wollten! Da könnten sie lesen, wohin man sich in der Stadt wenden soll. Doch ja nicht an jeden beliebigen Stellennachweis, son­dern nur an Katholische! Aber die Erfahrung lehrt anders.

Und noch eins: Früher, da trug die Mutter, wenn sie mit der Tochter auf die Stellensuche ging, das Geld und hatte so viel bei sich, daß beide irgendwo billig essen und, wenn's nicht gleich ge­lang, eine Stelle zu bekommen, irgendwo schlafen konnten oder doch noch heimfahren konnten! Aber heute kommen Mädchen gar ohne Zehrpfennig in die Stadt und sind bereits dadurch schon dem Un­glück preisgegeben. . ,

Ist das alles, was man wissen muß, beim Stel- lensuchen? Noch viele andere Dinge muß man wissen: Wie der Tarif ist, wie der Arbeitsvertrag (antet u. a. m. Würden manche Mädchen von vornherein diese Dinge zu erfahren suchen, so blieben sie vor manchem Aerger und vor dem Stellenwechsel bewahrt, der sonst nach einem Monat unfehlbar kommt. , nr

Das Stellensuchen ist eben keine belanglose Ar­beit, sondern eine für den Leib und die Seele iol- genschwere Sache, die gewissenhaft ausgeführt ein will. Helfer gibt es genügend in den Städten,